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      Festival geht ins Kastell


      Ausgerechnet im Jubiläumsjahr wandert Afro Brasil von Tübingen ab und weicht nach Stuttgart aus


      TÜBINGEN. Das Festival „Viva Afro Brasil“ ist dieses Jahr erstmals nicht in Tübingen, sondern in Stuttgart zu finden. Weil einige Marktplatz-Anwohner weiterhin mit Klage drohen, weicht das veranstaltende Zentrum Zoo vorsorglich ins Römerkastell von Bad Cannstatt aus. Damit geht das Festival den Tübingern aber nicht unbedingt für alle Zeiten verloren: Die Stadtverwaltung will vor Gericht ein für alle Mal klären lassen, ob Afrobrasil möglichst bald, also 2006, zu verträglichen Bedingungen auf den Marktplatz zurück kehren kann (siehe das ÜBRIGENS).


      B. Russ-Scherer Winfried Kast Statt Afro Brasil Tübingen nun Viva Stuttgart: Hier das Marktplatz-Konzert mit Jair Rodrigues vor zwei Jahren.
      Archivbild: MetzEs ist ein „kniffliger Fall“, wie Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer einräumt. Im vergangenen Jahr gelang es Afrobrasil nicht ganz, die strikten Lärmschutzauflagen einzuhalten, die Sigmaringens Verwaltungsgericht den Veranstaltern in einem Eilverfahren verordnet hatte. Trotzdem „waren eigentlich alle zufrieden“, hatte Zoo-Chef Winfried Kast festgestellt. Proteste gab es eher von Konzertbesuchern, denen er Sound deutlich zu leise war.

      Doch auch mit durchschnittlichen 85 Dezibel ›(und gemessenen Spitzenausschlägen von 95 Dezibel) mögen einige wenige klagebereite Anrainer nicht leben. Sie pochen auf den Sigmaringer Beurteilungspegel von 70 Dezibel. Das ist nicht machbar, da sind sich Kast und Russ-Scherer einig: „Das Gericht hat die Werte zu niedrig angesetzt“, meint die Rathaus-Chefin. „Das führt zur Vernichtung. Mit diesen Vorgaben ist das Festival tot.“

      Die Genehmigung, die bereits im März für zwei Afro-Brasil-Tage (am 8. und 9. Juli), aber dann auch gleich für zwei Veranstaltungsjahre erteilt wurde, sieht seitens der Stadt die etwas erhöhten Dezibel-Grenzen von 85 beziehungsweise 95 vor. Den Widerspruch, den der Anwalt der Anwohner vor einer Woche erhob, will die Stadtverwaltung noch in den nächsten Tagen zurückweisen. Danach bleibt der Gegenseite eine Frist von vier Wochen, um zu klagen. Denn sonst wird die Genehmigung, so Russ-Scherer, rechtskräftig – fürs kommende Jahr.

      Denn für diesen Sommer müssen die Fans eines samba-heißen Tübinger Altstadtpflasters das Festival komplett abschreiben – und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr. Dass wiederum das Damokles-Schwert eines Eilverfahrens über Afrobrasil hängt, sei dem Veranstalter nicht zuzumuten, sagt Russ-Scherer. Deshalb zieht das Zentrum Zoo, nachdem sich die Option des Reutlinger Markplatzes zerschlug, in die Landeshauptstadt um. Im Mauerkarree der Reiterkaserne auf dem Cannstatter Römerkastell-Hügel traten bereits die „Fantastischen Vier “ vor 7000 Zuhörern auf: Kein schlechter Platz, um mit einem Open-Air-Großkonzert Quartier zu nehmen.

      Winfrid Kast bedauert diese Notmaßnahme, zumal er mit der Stadtverwaltung feste „an einem Strang gezogen hat“ und auch sonst eine gewisse „Nibelungentreue zu Tübingen“ verspürt: „Hier haben wir das Festival aufgebaut. Mein Herz hängt an Tübingen.“ In Stuttgart wiederum empfing man ihn „mit offenen Armen: Das tut uns gut“. Für den zentralen Schlossplatz war‘s diesmal aber (auch wegen „Theater der Welt“) zu spät.

      Im Römerkastell tritt am zweiten Juli-Wochenende unter anderem Brasiliens „Rainha do Axé“, Ivete Sangalo, auf; und nahezu erstmals in Europa der rare Samba-Superstar aus Rio, Zeca Pagodinho. „Ein Programm der Superlative“, freut sich Kast mit der künstlerischen Festival-Leiterin Elisabeth Maria Corsetti.

      Beide, Kast wie Russ-Scherer, zürnen nachdrücklich den unnachgiebigen Marktplatz-Anrainern. Es gehe nicht an, schimpft Kast, das ein „Anwohner als Geschmacksrichter“ den Daumen heben oder senken dürfe. Und Russ-Scherer assistiert: „Man muss denen, die mit Vehemenz gegen das Festival zu Felde ziehen, klar machen, was sie da anrichten!“ Sie wittert außerdem noch andere Interessen: „Da will ein Anwalt Rechtsgeschichte schreiben!“

      Die studierte Juristin appelliert nun ans Verwaltungsgericht, dann möglichst schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. „Wir hängenvon der Gerichtsentscheidung ab. Wir schöpfen aber auch den Rechtsweg aus.“

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