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Fußballschulen für Straßenkinder, Lederball statt Bierdose

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    Missionshelfer holen in der Dritten Welt Straßenkinder aus der Gosse auf den Fußballplatz. Dort lernen die Jugendlichen, respektvoll miteinander umzugehen und zum normalen Leben zurück zu finden.

    REUTERS
    Kickende Kinder: Runter von der Straße
    "Super Tor", jubelt Cesar lauthals. Der 19 Jahre alte Kolumbianer schaut zufrieden dabei zu, wie die Jungenmannschaft, die er trainiert, wieder einen Angriff erfolgreich abschließt. Hatte er ihnen doch vor dem Spiel unter der sengenden Sonne von Medellin wieder einmal gepredigt: Auf den Teamgeist kommt es an.

    Noch vor ein paar Jahren wären Cesar solche Sätze nicht über die Lippen gekommen. Er lungerte mit einer Jugendbande auf den gefährlichen Strassen von Medellin, der kolumbianischen Hochburg des internationalen Drogenhandels, herum und traute keinem über den Weg. Cesar handelte selbst mit Drogen, stahl Uhren oder Kameras von Touristen. Nachts schlief er unter einem Stapel alter Zeitungen.

    Oft sah Cesar Freunde morgens tot auf der Straße liegen, nach blutigen Kämpfen mit anderen Jugendbanden. Und wenn es gar nicht mehr auszuhalten war, schnüffelte er die giftigen Dämpfe von billigem Klebstoff, um wenigstens ein paar Stunden lang den tristen Alltag vergessen zu können.

    Trikots und ein Frühstück

    Das hatte er auch an dem Tag getan, als er halb betäubt vor dem Bahnhof herumsaß und ihn ein junger Mann ansprach. Er erzählte von Gemeinschaft, von Fußball, von einem Bett zum Schlafen, von Menschen, die sich um ihn - Cesar, vor dem sonst jeder nur Angst hatte - kümmern würden. Cesar war zunächst misstrauisch, zu oft hatten ihm Leute schon alles mögliche versprochen, aber er ging mit.



    Ballonaktion: Fußball bedeutet Hoffnung
    Und dann waren da wirklich andere Jungen in leuchtend grünen Trikots, auf einem Fußballplatz. Sie spielten mit einem echten Lederball, statt der Bierdosen, mit denen Cesar und seine Bande herumkickten. Sie ließen Cesar mitspielen, am Abend gaben sie ihm ein Bett und am nächsten Morgen ein richtiges Frühstück, mit Wurst, Brot und Ei.

    Cesar blieb - nicht nur eine Nacht, sondern Monate und Jahre. Er ging wieder zur Schule und wurde Fußballtrainer. Seither trainiert Cesar jeden Tag Jungen, die wie er vor kurzem noch auf der Straße lebten.

    Die Salesianer Don Boscos, ein katholischer Missionsorden, betreuen Hunderte solcher Fußballschulen mit insgesamt über 500.000 Jugendlichen, vor allem in Lateinamerika, Asien und Afrika. Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft macht die deutsche Sektion des Ordens mit der Aktion "Ball und Bildung" auf die Bedeutung solcher Angebote aufmerksam - die Ordensbrüder und ihre Entwicklungshilfeorganisation "Jugend Dritte Welt" ließen in Bonn einen riesigen Heißluftballon in Form eines Fußballs steigen.

    Fußball nimmt das Misstrauen

    "Das soll darauf aufmerksam machen, dass wir bundesweit kostenlose Unterrichtsmaterialien zum Thema "Fußball für Straßenkinder" anbieten", sagt Hans-Jürgen Dörrich, Geschäftsführer von "Jugend Dritte Welt". Die Organisation bietet Pakete mit Unterrichtmaterialien, einem "fair gehandelten" - das heißt nicht zu einem Hungerlohn hergestellten - Fußball und einer Videokassette über Fußballschulen an.



    Fußball für Straßenkinder: "Ball und Bildung"
    Fußball sei das ideale Mittel, um Kontakt zu den oft misstrauischen Straßenkinder herzustellen, sagt Dörrich. "Fußball vermittelt den Kindern: Ich habe Talent, ich kann etwas leisten, und wenn ich im Team arbeite, dann sind wir erfolgreich."

    Oft können die Missionshelfer die Straßenkinder so zu einem ersten Besuch in den Jugendzentren der Salesianer überreden. Dort kümmern sich Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter um die Jugendlichen - sie lernen wieder normal zu leben, sich zu waschen, zu essen und rücksichtsvoll miteinander umzugehen.

    300 Schulen, Pfarrgemeinden oder Betriebsfußballgruppen in haben in Deutschland bislang das Paket "Fußball für Straßenkinder" angefordert - und staunten über die Tricks der jungen Kicker in Mexiko oder Brasilien auf dem Video.


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    © SPIEGEL ONLINE 2004
    Gruss brasilmen Thomas
    www.brasilmen.de

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