Brasilien: 400.000 Familien sollen Land bekommen

Die brasilianische Regierung hat zugesichert, binnen zwei Jahren mindestens 400.000 landlosen Familien eigene Parzellen zuzuteilen. Dadurch würden 2,5 Millionen Menschen Arbeit bekommen, sagte der Minister für landwirtschaftliche Entwicklung, Miguel Rosseto, vor 2000 landlosen Bauern in Brasilia. Die Bauern waren in einem zehntägigen Marsch von Goiania in die Hauptstadt gezogen, um dort Präsident Luiz Inácio Lula da Silva an sein Wahlversprechen zu erinnern.

Der Präsident und seine sozialistische Arbeiterpartei (PT) gelten traditionell als Verbündete der Landlosenbewegung. Vor der Wahl vor einem Jahr hatte Lula versprochen, nicht genutzte Agrarflächen zu enteignen und den Landlosen Parzellen zuzuteilen sowie Sonderkredite zu gewähren. In Brasilien sind fast die Hälfte des Landes im Besitz von einem Prozent der Bevölkerung. Die Hälfte dieser Ländereien wird landwirtschaftlich nicht genutzt. Nach Angaben der Landlosenbewegung MST leben fünf Millionen Landlosenfamilien unter schwierigsten Bedingungen; zum Teil sind sie in Lagern untergebracht.