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    Rente von dem INSS

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      Kaum zwei oder drei Monate nach meiner Ankunft in Brasilien meldete ich mich - aus irgendeiner Eingebung heraus - als Freischaffender (autonomo) bei dem INSS an - hier nennt man das "inscricao". Nachdem ich zwei Jahre lang die Beiträge für 1 salario minimo entrichtet hatte, stellte ich meine Zahlungen ein. Kommt ja sowieso nur Kleingeld dabei raus, so dachte ich damals.
      Ich sollte mich geirrt haben, der damalige Präsident Lula erhöhte alle Renten auf ein salario - unabhängig von den zuvor geleisteten Beiträgen. Also begab ich mich schnurstracks zu dem örtlichen INSS-Büro und beantragte die Nachzahlung der säumigen Beitragszahlungen. Inzwischen waren da beinahe 10 Jahre zusammengekommen + Strafzinsen und Säumniszuschläge. Für die restlichen 3 Jahre, bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters, überwies meine Schwägerin die Beiträge, da meine Ehefrau und ich während dieser Zeit in Afrika tätig waren.

      Seit meinem 65-ten Geburtstag erhalte ich jetzt die INSS-Rente in Höhe von einem salario minimo. die auf unser gemeinsames Konto bei der bb überwiesen wird.

      Ich hab's mir mal ausgerechnet, da kommt locker eine Verzinsung von ca. 30% meines eingesetzten Kapitals zusammen und das völlig legal.

      Aus mir unbekannten Gründen werden mir jedoch seit etwa einem Jahr ca. 25% meiner bras. Rente von der receita federal abgezogen. Im nächsten Monat werde ich mich an dem Ort aufhalten, wo ich meinen bras. Wohnort angegeben habe, und hoffe die Angelegenheit in meinem Sinne regeln zu können.
    • #2

      Meinen vorhergehenden Beitrag schrieb ich nicht einzig aus Gründen des Anpreisens meines Erwerbsinns.

      Viele Deutsche sind mit einer Brasilianerin verheiratet, von deren Lohn zuvor INSS-Beiträge abgeführt wurden. Warum diese verfallen lassen, wenn die Mindestbeitragszeit noch nicht erreicht wurde? Für vergleichsweise wenig Geld können die zu einer späteren Rente notwendigen Beitragszeiten erfüllt werden.
      Z.B.: Der Mindestbeitrag für freiwillig versicherte Hausfrauen beträgt nur 5% des salario minimos, das sind momentan gerade mal läppische R$ 50,00.

      Wie wir alle wissen, steht das bras. Rentensystem vor drastischen Änderungen - der auch hier veränderten Alterspyramide geschuldet. Es gilt somit die Reform abzuwarten und sich danach kundig zu machen, welcher Beitrag im persönlichen Fall der günstigste ist. Die bras. Konsulate bzw. die Botschaft bieten sicher Hilfe bei Rentenangelegenheiten an. Zahlungen an das INSS sind auf Umwegen auch im Ausland möglich.

      Ca. 10 Jahre vor dem Erreichen des Renteneintrittsalters meiner Ehefrau stellten wir fest, dass ihr exakt noch diese Beitragszeit fehlte, um neben ihrer previdencia (Pension) als funcionaria publica noch eine INSS-Rente zu erhalten. Obwohl uns das damals mitunter gewiss schwerfiel, zahlten wir die Höchstbeiträge (das hier sog. teto) - zunächst sogar gegen den Widerstand meiner typisch brasilianischen "tudo-vai-dar-certo-esposa". Zwar sind wir zu den teilweise mit üppigsten Pensionen ausgestatteten Brüdern meiner Ehefrau vergleichsweise arm, aber zu einem vergnüglichen (Über-)Leben reicht unser gemeinsames Einkommen.

      Viele Grüße zurzeit aus Fortaleza und dessen total kommerzialisierten Strand.

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      • #3

        Danke für den Denkanstoß! Ich habe ein paar Jahre in Brasil gearbeitet, mein INSS Konto besteht auch noch.Ich bin jetzt bald Mitte 50, seit 10 Jahren wieder in Dland. Ich könnte also für die letzten 10 Jahre nachzahlen und ab jetzt weiter bis zum (brasilianischen) Rentenalter weiterlöhnen? Kann man sich unabhängig und gut darüber informieren lassen vor Ort in Brasil...?
        Valeu!
        Rio de Janeiro ist eine Drecksstadt...

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        • #4

          Zitat von Ursinho4711 Beitrag anzeigen
          Danke für den Denkanstoß! Ich habe ein paar Jahre in Brasil gearbeitet, mein INSS Konto besteht auch noch.Ich bin jetzt bald Mitte 50, seit 10 Jahren wieder in Dland. Ich könnte also für die letzten 10 Jahre nachzahlen und ab jetzt weiter bis zum (brasilianischen) Rentenalter weiterlöhnen? Kann man sich unabhängig und gut darüber informieren lassen vor Ort in Brasil...?
          Valeu!
          Wenn du in Deutschland Beitragszeiten hast kannst du diese mit den brasilianischen zusammen legen.

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          • #5

            Zitat von ptrludwig Beitrag anzeigen

            Wenn du in Deutschland Beitragszeiten hast kannst du diese mit den brasilianischen zusammen legen.
            Richtig, seit einigen Jahren ist das deutsch-brasilianische Sozialabkommen - nach langem Hickhack - unter Dach und Fach. Als ich seinerzeit in Rente ging, war das noch nicht so weit, insofern erhalte ich meine bras. Mini-Rente unabhängig von meiner deutschen bzw. österreichischen.

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            • #6

              Zitat von Ursinho4711 Beitrag anzeigen
              Danke für den Denkanstoß! Ich habe ein paar Jahre in Brasil gearbeitet, mein INSS Konto besteht auch noch.Ich bin jetzt bald Mitte 50, seit 10 Jahren wieder in Dland. Ich könnte also für die letzten 10 Jahre nachzahlen und ab jetzt weiter bis zum (brasilianischen) Rentenalter weiterlöhnen? Kann man sich unabhängig und gut darüber informieren lassen vor Ort in Brasil...?
              Valeu!
              Sicher bin ich mir nicht, aber meine Frau erzählte mir neulich, dass die Nachzahlung von INSS-Beiträgen (+ juros e multas) abgeschafft wurde.

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              • #7

                Danke! Ich frag trotzdem mal nach und berichte (falls ich mich dann noch erinnere ;-) )
                Rio de Janeiro ist eine Drecksstadt...

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                • #8

                  Zitat von Ursinho4711 Beitrag anzeigen
                  Danke! Ich frag trotzdem mal nach und berichte (falls ich mich dann noch erinnere ;-) )
                  Dir zuliebe habe ich ein wenig gegoogelt.

                  Doppelt belegte Beitragszahlungen lassen das INSS und die Deutsche Rentenversicherung seit dem Inkrafttreten des Sozialabkommens (Mai 2013) zwischen Deutschland und Brasilien nicht mehr zu. Das bedeutet in deinem Fall, wenn nach deiner Rückkehr aus Brasilien Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung abgeführt wurden, so darfst du für diese Zeiten keine Beiträge an das INSS leisten. Spätestens bei der Bearbeitung deines Rentenantrags würden die doppelt gezahlten Beiträge auffallen und sie würden dir zurückerstattet.

                  https://www.deutsche-rentenversicher..._abkommen.html
                  Das neue Abkommen ermöglicht außerdem die uneingeschränkte Zahlung von Renten in den jeweils anderen Staat. Schließlich gilt fortan der Antrag auf die brasilianische Rente zugleich auch als Antrag auf die deutsche Rente und umgekehrt.

                  Ich stellte meinen Rentenabtrag bei dem INSS im Februar 2012 als sich dort noch kein Mensch dafür interessierte, ob ich mich während meiner Beitragszeiten überhaupt in Brasilien aufgehalten hatte oder Beitrags-Überschneidungen an ausländische Rentenversicherungsanstalten vorlagen.

                  Nun zu der Nachzahlung von säumigen Beiträgen (contribucoes em atrazo) an das INSS. Hier gilt wieder mal: "Sei schlau und hör nicht auf deine Frau - mach dich selber schlau"!
                  Die brasilianische Administration scheint inzwischen erkannt zu haben, dass sich finanziell besser gestellte Bürger kurzerhand in die bras. Rentenversicherung hineinkauften. Der Sache wurde ein Riegel vorgeschoben. Wer künftig säumige Beiträge nachentrichten möchte, der muss sich zunächst an die caixa economica federal wenden und wird dann von der an die receita federal verwiesen. Nachdem die bras. Steuerbehörde das zuvor erklärte Einkommen für die säumige Beitragszeit festgestellt hat, so können in Höhe dessen Beiträge nachgezahlt werden - nicht mehr und nicht weniger.
                  https://tabeladoinss2019.com/inss-em-atraso-2019/

                  Es ist jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass nach wie vor die Hausfrauen-Mini-Beiträge an das INSS entrichtet werden dürfen. Davon können auch in Deutschland lebende bras. Hausfrauen profitieren, eventuell selbst wenn sie einem sog. 400 Euro Job nachgehen.

                  Zum Schluss noch ein Anekdötchen: Einige Monate vor der INSS-Verrentung meiner Ehefrau ging in ihrem weiblichen Bekanntenkreis das Gerücht um, dass diese Hürde nur unter Zuhilfenahme eines auf Rentenrecht spezialisierten Anwalts zu nehmen sei. Also gesagt, getan, wir begaben uns zu einem dieser "Spezialisten". Der donnerte sofort los, wie vielen armen Antragsstellern er schon - gegen den Amtsschimmel - zu deren wohl verdienten Rente verholfen habe. Allerdings standen die von ihm geschilderten Fälle nicht im geringsten Zusammenhang mit dem meiner Frau.

                  Ergo beschloss ich, die Angelegenheit mithilfe des Internets selbst in die Hand zu nehmen und entwickelte mich zu einem wahren Fachmann in bras. Rentenangelegenheiten. Das INSS bot sogar ein Simulationsprogramm an, mit dem ich die zu erwartende Rente meiner Frau, fast auf den Centavo genau, voraussagen konnte. Die spätere Antragsprozedur verlief problemlos und in einem freundlichen Klima, ebenso wie bei der Deutschen Rentenversicherung.

                  Einige Jahre zuvor war die ältere Schwester meiner Ehefrau bereits mit 56 Jahren als funcionaria publica estadual pensioniert worden. Danach (und auch schon davor halbtags) arbeitete sie als freiberufliche Psychologin weiter. Offen eingestandener Neid veranlasste sie mich zu fragen, ob denn auch für sie die Möglichkeit bestünde, sich bei dem INSS einzukaufen. Gemeinsam begaben wir uns zu dem örtlichen INSS-Büro, wo die zuständige Beamtin zunächst mal die Klärung ihres bisherigen Versicherungsverlaufs vorschlug. Wenige Monate nach der Anfrage schlug die Bombe ein, meine hochstudierte Schwägerin hatte vollkommen versäumt zu beachten, dass von ihren Rechnungen an die convenios (private Krankenversicherungen) automatisch ein Teil an die INSS abgeführt wurde - sie hätte ihre INSS-Rente bereits zwei Jahre zuvor beantragen können.

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                  • #9

                    nsn

                    bist du sicher, dass gleichzeitige Beitragszahlungen in beiden Ländern nicht mehr zulässig sind? Auch nicht, wenn ich in Brasilien z.B. als contribuinte individual einzahle?

                    Und was passiert denn, wenn ich in Brasilien meine brasilianische Rente beantrage und in Deutschland meine deutsche und einer weiss nichts vom anderen?

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                    • #10

                      Zitat von bharry Beitrag anzeigen
                      nsn

                      bist du sicher, dass gleichzeitige Beitragszahlungen in beiden Ländern nicht mehr zulässig sind? Auch nicht, wenn ich in Brasilien z.B. als contribuinte individual einzahle?

                      Und was passiert denn, wenn ich in Brasilien meine brasilianische Rente beantrage und in Deutschland meine deutsche und einer weiss nichts vom anderen?
                      Im deutsch-brasilianischen Sozialabkommen steht klar geschrieben, dass ein in einem der beiden Länder gestellter Rentenantrag auch für das jeweils andere Land gilt. Und da bei der Rentenbeantragung Ausweispflicht besteht, so bleibt letztlich nichts verborgen.

                      Als ich bei dem INSS den Rentenantrag stellte, war die Bearbeiterin per Mouseclick über alle meine Ein- und Ausreisen und die jeweilige Art meines Visums informiert. Und es war ihr auch nicht entgangen, dass mir meine inscricao bei dem INSS - gegen alle Vorschriften - mit einem Touristenvisum gewährt wurde. All diese Fakten waren jedoch seinerzeit von keinerlei Bedeutung für den Rentenbescheid und es ging mir auch lediglich darum den "gläsernen Menschen" im Computer-Zeitalter zu schildern.

                      Allenfalls könnte ein in Brasilien gestellter Rentenantrag, gemäß dem genannten Sozialabkommen, zum Vorteil für langjährig Versicherte sein, da der Renteneintritt unter dieser Bedingung in Brasilien wesentlich jünger zu erreichen ist - und daran wird sich auch bei der geplanten Rentenreform nichts ändern, wie ich im bras. TV vernahm.

                      Wenn du es ganz genau wissen willst, so musst du einen brasilianischen Rentenberater zu Rate ziehen - ich bin bzw. war Techniker vor meiner Verrentung, kein Jurist.

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