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Fürsprecher für die Favelas von Fortaleza

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      Fürsprecher für die Favelas von Fortaleza

      Armut: Aber Johannes Pelz bringt auch positive Eindrücke aus Brasilien mit, wie den, "dass die Menschen, die die Chance haben, aus dem Elend herauszukommen, die auch ergreifen". WAZ-BildAktive Hilfe vor Ort: Johannes Pelz. WAZ-Bild: Steffen Gaux

      Dorsten. Mitte November ist Johannes Pelz (54) nach Brasilien geflogen. "Eine Inspektionsreise", um zu sehen, was passiert vor Ort mit der Unterstützung durch die Brasilien-Cooperative Haltern, deren aktives Mitglied Pelz ist. Besucht hat der Dorstener das Leben an der Basis in Brasilien. Und es hautnah erlebt.

      In jungen Jahre war Pelz ein Back-Packer, hat die Welt bereist, ein aktiver christlicher junger Arbeitnehmer: "Das Motto sehen, urteilen, handeln hat mich geprägt." Die müllenen Vororte in Manila hat er später gesehen, die Slums in Nairobi, New York von der Börse zur Bronx. "Das Wohlstandsgefälle innerhalb einer Stadt ist gewaltig. Ob im Big Apple oder in Brasilien."

      Station eins der sechswöchigen Brasilien-Reise ist Cairu im Bundesstaat Salvador. Dort unterstützt seine Initiative die Versorgung von Kindern mit Milch, sie hilft arbeitslosen Jugendlichen beim Aufbau einer Hühnerzucht. Cairu: 400 Häuser, drei Autos, ein Lastwagen. In Brasilien gibt es einen Mindestlohn, den "Salario minimo" - 260 Reais entsprechen rund 75 Euro. "Aber die meisten erreichen das nicht."

      Bevor Pelz zur dritten und längsten Station nach Fortaleza aufbricht, macht er noch einen Abstecher nach Simoes Filho. Kindertagesstätten werden dort gefördert. Aber ein Problem dräut: Der Bürgermeister hat gewechselt, was nicht ohne Einfluss auf die Stadtkasse bleibt. Noch unklar sei, ob die Finanzierung der Erzieherinnen über die Kommune gewährleistet bliebe.

      Dann Fortaleza, Bundeshauptstadt im Staat Bahia und Metropole - mit Hochhäusern und mit Favelas, den Elendsvierteln in direkter Nachbarschaft. Eine Werbekampagne haben Pelz und seine Mitstreiter dort gestartet, mit Plakaten und Handzetteln, die sie vor den Kaufhäusern verteilten. Spenden sollten die, die etwas mehr besitzen, für die, die wenig bis gar nichts haben, die froh sein können, wenn ihre Hütte in den Favelas gemauert ist.

      Das Domizil Pelz´ ist nah dran bei den Bedürftigen, in den Räumlichkeiten der von dem Abbe? Pierre gegründeten "Bewegung Emaus". Eine große Halle mit fünf Schlafkojen, neben den menschlichen Bewohnern auch Heim für andere Lebewesen, wie Pelz erzählt: "Ratten, Mäuse, Kakerlaken". Zum Essen gibt es morgens etwas Abwechslung, mittags einen Teller Reis mit Bohnen, abends Bohnen mit einem Teller Reis, jeden Tag. Ein Stück Hähnchenfleisch als Beilage in eher selteneren Fällen.

      "Liebe und Gerechtigkeit" lautet die Losung von Emmaus Brasilien und das steht auch auf den Plakaten. Der "Motor" (Pelz) vor Ort ist Rechtsanwalt Airton. Er koordiniert die Sammlungsaktionen mit Kleidung, mit gebrauchten Gegenständen aller Art, die die Helfer dann für kleinstes Geld auf einem Basar verkaufen.

      "Nur mit Geld kann man nicht alle Probleme lösen", betont Pelz, "es braucht auch Menschen, die Mut haben, dort hinzufahren und anzupacken." Pelz bringt Eindrücke mit nach Hause. Positive, wie: "dass die Menschen, die die Chance haben, aus dem Elend herauszukommen, die auch ergreifen". Negative, wie dass wohlhabendere Brasilianer die Spendensammler missbrauchen wollten, um ihren Keller vom Sperrmüll befreien zu lassen oder abschätzige Blicke gegenüber ihren ärmeren Mitmenschen etwa im Rahmen des sonntäglichen Kirchgangs.

      Die Favelas Fortalezas sind der Ort, wo Pelz 2004 Weihnachten feiert. Geschenke haben der Deutsche, Airton und Helfer für die Kinder der Favelas gesammelt, Kleinigkeiten. Das Essen wird vorbereitet: Reis, Tomatensalat, Brot und Hähnchen. Über 100 Menschen warten vor einer halbfertigen Hütte. Im Schein der Taschenlampe werden die letzten Portionen verteilt, danach ist Bescherung. In der Favela ist es dunkel geworden. Airton und Johannes singen zum Abschluss "Stille Nacht, Heilige Nacht" - deutsch und portugiesisch. Das Weihnachtsfest im kleinen Kreis mit Airtons Familie steht noch bevor, aber Pelz denkt sich über die Feier in der Favela schon jetzt: "ein bewegender Moment".

      In die Heimat hat Johannes Pelz Briefe geschrieben, etwa über die Eindrücke aus einer Fahrt auf eigene Faust in die City von Fortaleza: "Die Straßen waren so voll wie am letzten verkaufsoffenen Samstag vor Weihnachten in unseren Städten. Dazwischen Blinde, die bettelten, Krüppel, die mit verdrehten Beinen versuchten Kokosnüsse aufzuschlagen, Heimatlose, die in Mülleimern nach Essensresten suchten, Einzelpersonen oder Paare, die im Park nächtigten. So viel Armut habe ich auf all meinen Reisen nicht erlebt. Diese Erfahrung wünsche ich vielen meiner Mitmenschen, vor allem denen, die meinen, sie müssten sich noch Rock Nummer zehn, Bluse Nummer 20 kaufen; immer ein Handy neuester Version brauchen oder Computer der neuesten Ausführung. Wir leben in Europa in solch einem Überfluss, dass es nicht mehr vertretbar ist."

      Infos zur Brasilien-Cooperative, bei der sich auch ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren lässt, bei Johannes Pelz (Tel: 02866 / 16 94) oder im Internet unter www.brasilien-cooperative.de.

      http://www.waz.de/waz/waz.dorsten.vo...amp;dbserver=1


      25.02.2005 Von Stefan Kober
      Zuletzt geändert von brasilmen; 18.07.2007, 06:18.
      Gruss brasilmen Thomas
      www.brasilmen.de
    • #2

      Zitat von brasilmen
      Dann Fortaleza, Bundeshauptstadt im Staat Bahia und Metropole -
      Hallo? Gibt´s in Bahia auch ein Fortaleza? Ich lass mich ja gern belehren...

      Ich dachte bisher immer, es gäbe nur DIESES Fortaleza:

      http://www.nationmaster.com/encyclopedia/Fortaleza


      Greets
      Mike

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