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    Gensaaten vor dem großen Durchbruch
    Mittwoch 14. Januar 2004, 07:53 Uhr

    DÜSSELDORF/SÃO PAULO. Nachdem Brasilien, weltweit zweitgrößter Sojaerzeuger, Ende 2003 die Produktionsbeschränkungen gelockert hatte, will nun China die Einfuhr genveränderter Sorten erleichtern.

    Beide Schritte könnten den Anteil von genverändertem Soja im globalen Getreidegeschäft Welthandel so weit erhöhen, dass sich die faktischen Importbeschränkungen der EU nicht mehr aufrecht erhalten lassen. „Die Mengenverhältnisse zwischen genveränderter und unveränderter Ware am Weltmarkt werden sich verschieben“, sagt der Agrochemieanalyst der DZ-Bank, Heinz Müller. „Für den Handel wird es schwieriger, den von Europa gewünschten Grad der Reinheit zu garantieren.“

    Doch hat die Entwicklung die Geschäftsaussichten der führenden Agrobiotechnik-Anbieter klar verbessert. Am Tag der chinesischen Entscheidung sprang der Monsanto -Aktienkurs von 24 $ auf 30 $. Der US-Konzern dürfte mit seinem 90-%-Marktanteil bei transgenen Nutzpflanzen als erster von den Liberalisierungen in den beiden Schwellenländern profitieren.

    Bei der Anfang des Jahres bei einem Branchenkongress in Shanghai angekündigten Revision der Importbeschränkungen in China geht es Agrarexperten zufolge um ein Marktpotential von vier Mrd. $ im Jahr. Kurz darauf meldete das US-Handelsministerium, es sei von chinesischen Stellen über die für April geplante Liberalisierung informiert worden. Sie soll Chinas Lebensmittelindustrie zunächst den Bezug von Soja für bis zu 2 Mrd. $ pro Jahr aus den USA ermöglichen.

    China ist mit 16,5 Mill. Tonnen im Jahr 2002 zwar einer der führenden Soja-Produzenten, verbraucht nach Angaben der Marktforschungsagentur Shanghai JC Intelligence aber 33 Mill. Tonnen jährlich – Tendenz steigend. Ein großer Teil davon sind bereits verarbeitete Soja-Produkte, die zunehmend auch in Europa landen.

    In Brasilien hatte die Regierung von Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, in der zahlreiche Gentechnikgegner sitzen, den trotz Verbotes im Land Anbau von genverändertem Soja auf 25 % der Fläche zunächst für die aktuelle Ernte legalisiert. „Ich kann nicht eine Kampagne gegen den Hunger in Brasilien fahren und zugleich Sojaladungen verbrennen“, sagte Lula zur Begründung.

    Obwohl der Konflikt noch schwelt, ist von einem generellen Verbot genveränderter Nutzpflanzen in Brasilien plötzlich nicht mehr die Rede. „Wenn Brasilien den Kurswechsel offiziell macht, ist das am Weltmarkt ein Türöffner für transgene Sorten“, sagt Artur Einsele, Agrobiotech-Experte der Schweizer Pflanzenschutzgruppe Syngenta.

    Denn damit werden bei dem neben den USA und Argentinien wichtigsten Agrarlieferanten der Weltwirtschaft die Weichen neu gestellt. In den beiden anderen Ländern dominieren genveränderte Sojasorten schon die Produktion.

    Die Agrarhändler sind gespannt, wie die Reaktionen auf Brasiliens bevorstehende Gentechnik-Genehmigung sein wird. „Jetzt ist die Stunde der Wahrheit gekommen“, sagt Cesar Borges von Caramuru, dem größten Sojaölhersteller Brasiliens. „Die Abnehmer müssen zeigen, ob sie bereit sind, Aufschläge für nicht-genveränderte Produkte zu zahlen.“ Bisher zahlten Importeure aus der EU und Japan ein Agio, das lediglich die Testkosten für die Zertifizierung ersetzte, dass die Ware kein genverändertes Soja enthielt. „Jetzt ist es komplizierter geworden, die verschiedenen Sojasorten zu trennen“, so Borges, „die Prämien müssten steigen.“

    Brasiliens große Soja-Produzenten haben ihre Logistik und Produktion schon umgestellt. Die internationalen Trader wie Bunge, ADM, Louis Dreyfus rechnen damit, dass Mais, Soja und Baumwolle in Brasilien bald größtenteils mit genmodifiziertem Saatgut produziert wird und wollen eine doppelte Logistik vermeiden. Künftig dürften die internationalen Trader den Farmern die Gensaaten verkaufen, ihnen die Ernte für den Export abnehmen und für die Agrochemiekonzerne die Patentgebühren eintreiben.

    „Maximal ein Fünftel der Soja-Nachfrage in der EU wird künftig aus unbehandelten Produkten bestehen“, schätzt Rodolfo Spielmann, Consultant bei Bain & Co. Diesen Anteil könnten die großen lokalen Marktteilnehmer wie der Agrarhändler Grupo Andre Maggi oder der Ölpresser Caramuru direkt nach Europa liefern – mit einem saftigen Aufschlag auf den Weltmarktpreis.
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