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Ernüchterung in Brasilien: Inflationsangst stoppt Börsenboom

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    Ernüchterung in Brasilien
    Inflationsangst stoppt Börsenboom / Analysten bleiben optimistisch Von Bernd Radowitz

    Sao Paulo – Die Zentralbanken in Washington und Brasilia haben den Investoren in Sao Paulo die Laune verdorben. Die amerikanische Fed hatte vergangenen Mittwoch angedeutet, sie könnte die Zinsen früher als bisher allgemein erwartet anheben. Sie löste damit einen Kurssturz an der brasilianischen Börse aus. Hintergrund: Je höher die Kapitalmarktzinsen in den USA, desto weniger lohnt es sich für Anleger, an dem als unsicher geltenden Finanzplatz Brasilien zu investieren. Dort waren die Kurse von Aktien und Anleihen in den vergangenen Monaten stark gestiegen, so dass die Risikoprämien gegenüber US-Wertpapieren deutlich geschrumpft waren.


    Den zweiten Dämpfer versetzte die Notenbank in Brasilia den Anlegern. Sie stoppte vergangenen Donnerstag ihre monatelange Zinssenkungspolitik, um – so ihre Begründung – ein Wiederaufflammen der Inflation zu verhindern. „Der Markt ist in zweifacher Hinsicht negativ überrascht worden“, sagt Joao Forbes, ein Händler bei der Banco Indusval in Sao Paulo. „Einerseits wegen der wiederaufkommenden Inflationsgefahr und andererseits, weil man von weiteren Zinssenkungen ausgegangen ist.“ Mancher Analyst fürchtet, dass ohne weitere Zinssenkungen die erwartete Konjunkturerholung in Südamerikas größtem Wirtschaftsraum ins Stocken geraten könnte.


    Anleger realisieren Gewinne


    Der Leitindex an der Börse Sao Paulo, der Bovespa, reagierte auf die Signale der Zentralbanken mit Abschlägen und hat seitdem um mehr als zehn Prozent nachgegeben. Am vergangenen Donnerstag allein stürzte der Index um 6,14 Prozent ab – das schmerzhafte Ende einer langen Hausse. Am Montag nährte die Rating-Agentur Standard & Poor’s die Zweifel der Anleger. S&P schloss eine Heraufstufung der Kreditwürdigkeit Brasiliens – auf die viele Investoren spekuliert hatten – für 2004 aus. Erst am Dienstag erholte sich die Börse Sao Paulo leicht.


    Investoren hatten in den vorhergegangenen 13 Monaten den Index um mehr als 110 Prozent in die Höhe getrieben. Euphorisch hatte sie die unerwartet restriktive Haushaltspolitik des vor einem Jahr angetretenen linken Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva gestimmt. Den letzten großen Schub bekam der Index, als Lula im Dezember die umkämpften Reformen des Renten- und Steuersystems durchsetzte. Das verhalf dem Bovespa vor einer Woche noch zu einem Rekordhoch von 24 349 Punkten. Der Markt sei in zu kurzer Zeit zu stark in die Höhe geschnellt, meint Monica Araujo von BES Securities in Rio de Janeiro. Das fordere Gewinnmitnahmen geradezu heraus.


    Der Chefökonom von ABN Amro Asset Management in Sao Paulo, Hugo Penteado, hält die Marktreaktion jedoch für übertrieben. Brasilien importiere inzwischen weniger Kapital als früher und sei deshalb in geringerem Maße von der amerikanischen Zinspolitik betroffen. Und selbst bei einem langsameren Tempo der Zinssenkungen in Brasilien werde die Konjunktur 2004 ihre Stagnation überwinden und um mehr als vier Prozent anziehen. „Die Motoren der Wirtschaft sind bereits angeworfen. Die Binnennachfrage heizt sich auf und die Investitionen nehmen spürbar zu“, sagt Penteado. Das könnte die bereits stark steigenden Gewinne vieler brasilianischer Firmen weiter erhöhen. Deshalb biete der Markt in Sao Paulo trotz der derzeitigen Abwärtsbewegung Kaufgelegenheiten.


    Das sieht der Analyst Ricardo Kobayashi bei der Banco Pactual ähnlich: „Fast alle Werte sind noch immer billig. Besonders in Sektoren, die den brasilianischen Markt beliefern, aber auch die Rohstoff-Exporteure“, so Kobayashi. Dazu gehören der Getränkeriese AmBev, der Metallkonzern Vale do Rio Doce und die Ölfirma Petrobras. Bis zum Jahresende sei sogar ein Anstieg des Bovespa auf 30 000 bis 35 000 Punkten möglich.
    Gruss brasilmen Thomas
    www.brasilmen.de

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