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      Abramowitschs verlängerter Arm
      Corinthians São Paulo als brasilianische Chelsea-Variante



      Man könnte Corinthians São Paulo als brasilianische Variante von Chelsea bezeichnen. Um jeden Preis will der Traditionsklub nach einer sportlichen Talfahrt zurück in die Höhen des nationalen und kontinentalen Fussballs. Umgerechnet 45,3 Millionen Euro wurden in neue Spieler investiert, allein 22,6 Millionen Dollar kostete Carlos Tevez, der Shooting-Star der Boca Juniors. Den grössenwahnsinnig anmutenden Deal hat der «Timão» allerdings nicht mit eigenen Mitteln bewerkstelligt, sondern einer Gesellschaft zu verdanken, an der Chelseas Präsident Roman Abramowitsch mit 20 Prozent beteiligt ist: Media Sport Investment, Hauptsitz London.

      Sollte Geldwäsche im Spiel sein? Der Banco Central de Brasil hat eine Untersuchung eingeleitet, weil finanzielle Transaktionen dieser Art in Brasilien abgewickelt und versteuert werden müssen. Die Vermutung, Gelder seien direkt von London nach Buenos Aires geflossen, legt der Umstand nahe, dass die MSI-Niederlassung in São Paulo zur Zeit des Transfergeschäfts nur mit 350 Dollar kapitalisiert war. Gegründet wurde sie von zwei brasilianischen Anwälten. Der Iraner Kia Joorabchian, Repräsentant des Mutterhauses und Entscheidungsträger im Klub, hält keine Beteiligung und kann deshalb nicht zur Verantwortung gezogen werden. Diese Zusammenhänge durchleuchten zurzeit Ministerialbeamte in São Paulo. Sollte sich der Verdacht illegaler Praktiken bestätigen, droht Corinthians eine Geldstrafe.

      Auch die Vertragsdauer verursachte Polemik. Weil Tevez nur eine zweijährige Arbeitsgenehmigung in Brasilien hat, müsse der Kontrakt gekürzt werden, verlautete aus politischen Kreisen. Der Präsident Dualib von Corinthians bekräftigte hingegen den Abschluss bis Dezember 2009 und argumentierte, das Gesetz erlaube maximal einen Fünfjahresvertrag. Sicher hat der mediale Rummel den Boden für eine Seifenoper bereitet, die tief verwurzelte, von Vorurteilen und Ressentiments genährte Rivalität zwischen den Völkern spielt ebenfalls eine Rolle. Brasilianer fühlen sich im Stolz verletzt und können nicht verstehen, dass ausgerechnet für einen Argentinier die bisher höchste Ablösesumme bezahlt wurde - im Land «erwählter» Fussballer.

      Dramatik versprechen die nächsten Episoden der Telenovela. Ab dieser Woche übernimmt Daniel Passarella, 1978 Weltmeister mit der «Albiceleste», später Nationaltrainer Argentiniens und Uruguays, die Verantwortung. Der legendäre Captain war als MSI-Berater tätig und am Tevez-Transfer massgeblich beteiligt gewesen. Seine Rückkehr ins Trainermetier ist eher ein Betriebsunfall. Denn mit dem Wunschkandidaten Wanderley Luxemburgo hatte sich Joorabchian schon geeinigt, bevor dieser ein Angebot von Real Madrid erhielt. Die nächste Option, Carlos Bianchi von Boca Juniors, sagte aus privaten Gründen ab. Also verfügte MSI-Direktor Paulo Angioni die Weiterbeschäftigung Tites und beschleunigte die Einkaufstour. In kurzen Abständen wurden Sebastian Dominguez vom argentinischen Meister Newell's Old Boys sowie die Brasilianer Carlos Alberto (Porto), Roger (Benfica), Gustavo Nery (Werder Bremen) und Marcelo Matos (São Caetano) verpflichtet.

      Zeit, eine Mannschaft zu bilden, blieb Tite nicht - obschon das Campeonato Paulista als Aufgalopp zum Brasileirão Gelegenheit dazu geboten hätte. MSI will schnellen Erfolg und zog die Reissleine, als der Titel ausser Reichweite gerückt war. Nach der zweiten Niederlage im achten Match (0:1 gegen São Paulo) wurde Tite vorgehalten, den jungen Coelho und nicht Tevez als Penaltyschützen nominiert zu haben. Eine Ablösung hatte sich freilich schon nach dem Prestige-Duell mit Santos (0:3) abgezeichnet. Während Robinho im Team des Meisters die Impulse gab und zwei Tore erzielte, war Tevez wie in fast allen Spielen unauffällig geblieben. Erst am letzten Samstag zeigte der quirlige Stürmer, was in ihm steckt, und traf gegen União de São João (6:1) zweimal. Passarella nahm es auf der Tribüne mit Genugtuung zur Kenntnis.

      Georg Bucher
      Gruss brasilmen Thomas
      www.brasilmen.de

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