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Zwischen Fußballschlacht und Samba

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      In der WM-Qualifikation treffen Argentinien und Brasilien aufeinander, die Partie wird von einer seit Jahren nicht mehr erlebten Welle aus Antipathie und Rassismus erfaßt
      von Martin Henkel in Buenos Aires

      Der Aufregendste "clásico" Südamerikas steht an, Argentinien empfängt in der WM-Qualifikation Brasilien. Und selten zuvor stand das "prestigeträchtigste Nationen-Duell des Weltfußballs", wie Roberto Perfume, ehemaliger argentinischer Nationalspieler, es nennt, unter solch gravierenden Spannungen wie die Begegnung am Mittwoch im Monumental-Stadion von Buenos Aires.

      Eine Woche vor Beginn des Konföderationenpokals, bei dem Deutschland in der Vorrunde auf Argentinien treffen wird, erwartet Weltmeister Brasilien in der argentinischen Hauptstadt eine Begegnung, von der Pelé sagt: "Ich hoffe, das Spiel wird keine Schlacht." Er weiß: Die Stimmung im Vorfeld ist angespannt wie nie.

      Das hat viele Gründe. Einer ist der Abend des 13. April, an dem der argentinische Fußballprofi Leandro Desábato sich in einer Zelle des Polizeikommissariats "34" in Morumbí, einem Stadtteil der brasilianischen Metropole Sao Paulo, wiederfand. Kurz nach Ende der Copa-Libertadores-Partie zwischen dem FC Sao Paulo und dem argentinischen Erstligisten Quilmes, einem kontinentalen Vergleich ähnlich dem Europacup, betrat Polizeichef Dejar Gomez Neto die Gästekabine und las dem Verteidiger seine Rechte vor.

      Der Grund für die Verhaftung: Artikel 140 des brasilianischen Strafgesetzbuches sanktioniert jede Form von Rassismus, schon das Wort "Neger" reicht zu einer Verurteilung von einem bis drei Jahren. Angeblich hatte der Argentinier seinen Gegenspieler Grafite nach einem Handgemenge mit "Scheiß-Neger" beschimpft. Desabato, 26, wurde erst nach 37 Stunden und einer Kaution von gut 3000 Euro wieder freigelassen. Das Urteil ist noch nicht gesprochen. Genauso wenig, wie bislang geklärt ist, wer von beiden Spielern gelogen hat. Bis heute steht Aussage gegen Aussage, Zeugen für die Beleidigung gibt es nämlich keine.

      Kaum daß Delinquent Desábato seine Zelle verlassen durfte, sorgte Landsmann Carlos Tevez für erneute Aufregung zwischen Recife im Norden Brasiliens und Ushuaia am Fuße des Kontinents. Der Torschützenkönig bei Olympia 2004, der vergangenen Herbst für 16,5 Millionen Euro vom C.F. Boca Juniors zu Brasiliens zweitpopulärstem Klub Corinthians Sao Paulo transferiert worden war, hatte nach einem Trainingsfoul die frisch operierte Nase seines Mannschaftskollegen Marcos Alberto Barbosa mit sieben Fausthieben traktiert. "Der benimmt sich, als wäre er in seiner Heimat", schäumte der Brasilianer blutend, "aber er spielt in Brasilien und hat das zu respektieren."

      Vorfälle dieser Art lösten eine seit Jahren nicht mehr erlebte Welle aus Antipathie und Rassismus rund um die Partie aus. Brasiliens Jahrhundertfußballer Pelé befürchtet, daß es insbesondere wegen des Falles "Grafite-Desábato" zu Pöbeleien sowohl auf dem Rasen als auch auf den Stadionrängen kommen könnte.

      Pelés Befürchtungen könnten Realität werden. Bereits beim Finale der Copa Àmerica gerieten die Spieler beider Mannschaften nach dem 4:2 für Brasilien durch Elfmeterschießen derart aneinander, daß Schiedsrichter Carlos Amarilla die peruanische Polizei um Hilfe bitten mußte, um den fäusteschwingenden Pulk zu trennen. Nach der lange verdienten 2:1-Führung hatten sich die Argentinier bis zum Ausgleich durch Adriano Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit aufreizend lässig die Bälle zugespielt. Wie im Training, mit Sohle und Hacke. Brasiliens Nationalcoach Carlos Alberto Parreira verteidigte damit später die Keilerei: "Niemand spielt mit dem fünffachen Weltmeister herum."

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