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Kanonenstahl

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      Ich glaube, hier schwirren ja auch ein paar "Stahl"-Experten im Forum rum.

      Habt Ihr vielleicht einen Kontakt für mich, wo ich hochwertigen Stahl in Brasilien bekommen kann? Sowas wie modernen Kanonenstahl?

      Ich will mir so eine alte Vorderlader-Kanone bauen lassen. Pläne dafür kann ich besorgen. Nun, ich habe auch eine Giesserei gefunden, die sowas macht (Bronze) ist mir aber ein bisschen unsicher.

      Ich will damit schon mal so richtig knallen. Und das Teil soll mir dann nicht gleich um die Ohren fliegen.

      Also hatte ich die Idee, mir vielleicht so ein grosses Stück hochwertigen Stahl (halt wie er für moderne Kanonen oder ähnlich Ansprüche verwendet wird) zu kaufen, diesen zusammen mit den Plänen zu einem guten Dreher zu bringen, und mir meine Kanone aus dem "guten Stahl" drehen zu lassen.

      Die Originale wurden damals, so vor 200 jahren meist gegossen, und anschliessend gebohrt.
      Dachte mir nur so, dass hochwertiger Stahl, wie er heute verwendet wird, wohl ein zig-faches aushalten müsste.

      Vielleicht kennt jemand von Euch auch noch gute Dreher im Raum Sao Paulo => Rio de Janeiro.

      Aber schon einen Tipp für Stahlgüten, oder ein Grosshändler wäre hilfreich für mich.

    • #2
      AW: Kanonenstahl

      "Replika" ist so eine Sache, denn das heisst an und fuer sich, dass es so aussieht wie, aber nicht funktioniert (auch nicht zum Boellern!).

      Die Frage ist ja nur, willst du eine Boellerkanone, die nur boellert, oder eine Boellerkanone, die boellert UND wie das Original aussieht?

      Naechste Frage ist dann, soll die im Massstab 1:1 sein oder reduziert?

      Zum Material weiss ich nur, dass in den Boellerkanonen, die wie alte Festungskanonen aussehen, ein hochwertiger Stahleinsatz aus GGG40 in Grauguss oder Bronze eingezogen wird, damit es Original aussieht. Keinesfalls mit Rohre aus reinem Grauguss boellern, die fliegen meistens um die Ohren der Umstehenden!

      Infos zu GGG40: GGG 40 Sphaeroguss

      GGG40 wird auch als "Sphaeroguss" (ferro fundido nodular) bezeichnet und ist KEIN Grauguss (GGG20/25/30) (ferro fundido cinzento).

      Allerdings wird fuer Boellerkanonen (Kaliber 25 mm), die wie Originale aussehen sollen, fast immer Rotguss genommen (Lagerbronze, die auch in der Motorenherstellung Verwendung findet).

      Hakenbuechsen, die auch immer gerne zum Boellern in Oesterreich/Bayern verwendet werden, bestehen aus massivem Schmiedestahl.

      Die fertigen Rohre werden dann immer noch staatlich beschossen, d.h. ein "Pruefer" nimmt die Dinger dann durch einige Beschuesse ab, bevor so ein Rohr oder Fertigmodell verkauft oder in der Oeffentlichkeit benutzt werden darf, und schlaegt das Beschusszeichen in das Rohr ein. Diese Pruefung muss alle 5 Jahre wiederholt werden.

      Selbstverstaendlich wird da kein Schwein in Brasilien danach fragen, ebenso nicht nach einen Schwarzpulverschein usw.

      Uebrigens wird mit den 25-mm-Kalibern auch scharf geschossen! Die Rohrlaenge ist dann je nach "Replika" zwischen 100 cm (preussische Haubitze) oder 120 cm (Schiffs- bzw. Festungskanone). das Gewicht liegt bei so einem Rohr (= mindestens erforderliches Gewicht des Ausgangsmaterials) zwischen 90 und 110 kg.

      Bevor wieder jemand mich als Schul- oder sonstigen Meister bezeichnet: die Info stammt vom Ex meiner Schwester, gelernter Buechsenmacher.

      In Rio mal bei der Giesserei FUNDIÇÃO PAULO MOURA IND COM LTDA nachfragen (Rua Sebastião Lutterbach Sobrinho, 330 - Bacelar - Carmo - RJ CEP:28640-000 - Tel/Fax22) 2537-1242 ). Die arbeiten mit Sphaeroguss und koennen dir so einen Rohling giessen!

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      • #3
        AW: Kanonenstahl

        Zitat von Hebinho Beitrag anzeigen

        GGG40 wird auch als "Sphaeroguss" (ferro fundido nodular) bezeichnet und ist KEIN Grauguss (GGG20/25/30) (ferro fundido cinzento).
        Dann darf beim Grauguss auch nicht das dritte G stehen also nur GG20/25/30.
        In beiden Fällen handelt es sich um alte Normbezeichnungen.
        Der Kugelgraphitguss wird nach Norm mit GJS, der "normale Grauguss" mit GJL bezeichnet.

        Gruss
        Thomas

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        • #4
          AW: Kanonenstahl

          Zitat von sfio Beitrag anzeigen
          Dann darf beim Grauguss auch nicht das dritte G stehen also nur GG20/25/30.
          In beiden Fällen handelt es sich um alte Normbezeichnungen.
          Der Kugelgraphitguss wird nach Norm mit GJS, der "normale Grauguss" mit GJL bezeichnet.

          Gruss
          Thomas
          Sorry, habe nur das wiedergegeben, was mein (ex)Schwager mir per E-Mail geschrieben hatte. Da der auch schon seine 50 auf dem Buckel hat, kennt der noch die Begriffe aus seiner Lehrzeit, und as war einiges vor ISO.

          Die alten Normbezeichungen sind auch in Brasilien noch gaengig!

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          • #5
            AW: Kanonenstahl

            Hallo!

            Auch in Deutschland sind die alten Bezeichnungen noch nicht ausgestorben.
            Das bezieht sich nicht nur auf die Bezeichnungen bei Gusswerkstoffen.
            Was habe ich geweint, als aus meinem guten alten St37 ein S235 geworden ist.

            "...ein hochwertiger Stahleinsatz aus GGG40 ..."

            Beim GGG40/EN-GJS-400 handelt es sich nicht um Stahl, sondern um einen Eisen-Gusswerkstoff.

            Abgrenzung Stahl/Guss
            http://www.ernst-und-sohn.de/buecher..._pp415_424.pdf

            Früher wurden neben Bronze auch Eisen-Gusswerkstoffe (Gussseisen mit Lamellengraphit, 2-4 % C) zur Kanonenherstellung verwendet. Diese hatten jedoch aufgrund der schlechten Herstellungsqualität und der Gefügestruktur niedrigere Festigkeitswerte als Bronze. Die daraus hergestellten Kanonen mussten deshalb massiver dimensioniert werden und waren deshalb auch viel schwerer.
            Diese Bronze und Eisen-Gusswerkstoffe wurden dann durch Stahlguss (in Formen vergossener Stahl, max. 0,7 % C) ersetzt.

            Kanone ? Wikipedia
            retro|bib - Seite aus Meyers Konversationslexikon: Geschütz (Anfertigung)

            Gruss
            Thomas
            Zuletzt geändert von sfio; 11.10.2008, 23:15. Grund: Links eingefügt

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            • #6
              AW: Kanonenstahl

              Zitat von Hebinho Beitrag anzeigen
              Die Frage ist ja nur, willst du eine Boellerkanone, die nur boellert, oder eine Boellerkanone, die boellert UND wie das Original aussieht?
              huhu Hebinho,
              Ich sehe, Du hast die Seite vom Schlottmann gefunden, der ganz gut die Bauweise von seinen Modellen beschreibt.

              Schwarzpulverschein, und so, gibt es wahrscheinlich nur in Deutschland, wo der Amtsschimmel ja immer das letzte Wort haben will.
              Bei mir in Frankreich zählen Vorderladerkanonen zu den Waffen der 5. Kategorie = gleiche Stufe wie Messer.
              Theoretisch dürfte ich mir eine 80-Pfünder in den Garten stellen, um damit auf Spatzen zu schiessen.

              Ich will einfach ein original-grosses Rohr, zum Echtschiessen !
              (wenn man schon sowas nachbaut, dann will man ja auch mal ein bisschen Fun haben)
              Wobei es mir nicht darauf ankommt, dass es jetzt im Originalverfahren gebaut wird, sondern mehr, dass es mir nicht gleich beim ersten "Buff" um die Ohren fliegt.
              Die Gussverfahren kenne ich eigentlich recht gut. Denke mir nur, dass es wohl einfacher wird, die Kanone gleich aus einem guten Stück Qualitätsstahl drehen zu lassen.

              à) spart man sich die Form (wobei der Rohling zum Giessen ja auch gedrechselt werden müsste) und b) dürfte das Material wohl doch stärker sein.

              Sowas hier wollte ich machen lassen, ein kleines 1/2 oder 1 Pfünder Drehkanone:




              Die Ami's bauen sowas, meist aus Bronzeguss, oder machen die auf der Drehbank, und nehmen die, um mit Golfbällen rumzuschiessen.
              Oder mit Beton gefüllte Cola-Dosen.

              Und dann hätte ich noch eine bisschen Grössere.
              Am liebsten wäre mir da sowas ähnliches, wie die auf dem Video.
              Die mit dem grossem, satten, "Bumm".

              [media]www.schlottmann-net.com/Videos/beschuss_02kk.mpg[/media]
              www.schlottmann-net.com/Videos/beschuss_02kk.mpg
              Die kommt auch hinterher auf eine Lafette.

              Warum nicht einfach irgendwo bestellen?
              Ja, gibt in Brasilien ja nur Zollprobleme, Riesenkosten, etc.
              Zudem findet man bei den Ami's fast nur Nachbauten von den Bürgerkriegsmodellen, und bei dem deutschen Büchsenmacher, sowas wie preussische Feldkanonen.
              Meinstens auch noch verkleinert, oder ganz ohne historischen Bezug.

              Ich wollte halt Seekanonen - möglichst englische oder französische Modelle nachbauen lassen. und in den Original-Abmessungen !

              Die Pläne dazu besorge ich (habe ich teilweise auch schon) - brauche jetzt einen guten Stahl, und einen fähigen Dreher.

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              • #7
                AW: Kanonenstahl

                @Titus:
                Den Boeller.de-Link (der Schlottmann hat ja "nur" an die 20 URLs zu diesen Themen) hatte mir mein (ex)Schwager gegeben, um mir mal eine Vorstellungmachen zu koennen, was fuer "Kaliber" es da ueberhaupt gibt und ich muss sagen, mit bis zu 75 mm und scharfschiessfaehig ist schon beachtlich.
                Frueher hatte ich mit ihm immer an Sylvester mit einer von ihm selbstgebauten Elefantenflinte (Kal. 58, Vorderlader) das neue Jahr angeschossen, bis wir nach dem 10. Hefeweizen vergessen hatten, den Ladestock herauszunehmen.

                Was du da allerdings planst, scheint mir fuer den Bereich Brasilien schon fast unter das Kriegswaffengesetz zu fallen! )

                Ich wuerde mich da mal erkundigen, nicht dass allein schon der Mechaniker, der deinen Minimoerser dreht, mit einem Fuss im Gefaengnis steht.

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                • #8
                  AW: Kanonenstahl

                  in santos fand eine Firma, die das macht.
                  die würden wohl sonst auch schon im Knast sitzen.

                  Deren Modelle (Guss) scheinen aber schon optisch nur für Deko-Zwecke geeignet zu sein. Die konnten auch keine richtigen Angaben machen.
                  Ich glaube, die sind damit überfordert.

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                  • #9
                    AW: Kanonenstahl

                    Hallo Leute,

                    Ich glaube, es hat sich erledigt - ich habe "meinen Mann" gefunden.

                    Zwar nicht in Brasilien, aber in der direkten Nachbarschaft, was transportmässig für mich auch drin ist.
                    Der macht die bereits serienmässig - aus SAE 10 (mensch, was war die nr. nochmal, glaube 1045, oder so ähnlich)
                    Und jetzt noch die ewigen Zweifler: er verkauft die auch regelmässig nach Europa und USA, mit Zulassungskrams, Prüfstempeln, etc.
                    Und gleich nochmal für die Pessimisten: wusstet ihr eigentlich, dass die Chilenischen Prüfungen für Waffen als voll gleichwertig von den europäischen Behörden anerkannt werden?

                    Das Pulver dazu macht übrigens eine Fabrik vom brasilianischen Militär in Rio, u.a. in Steinbrüchen wird das verwendet.

                    So, dann kann ich ja doch noch Schiffe versenken spielen

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