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Urlaub in einer Favela in Rio

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  • Urlaub in einer Favela in Rio

    Hallo! Wir sind Holger und Andreia und haben gerade zufällig dieses Board gefunden!

    Vielleicht ist es noch ein bisschen früh, das hier zu posten, aber ab Silvester werden wir eine kleine Pousada in einer Favela von Rio in Betrieb nehmen. Zur Zeit sind wir noch intensiv mit Bauarbeiten beschäftigt...

    Einigen mag es ungewöhnlich vorkommen, mitten in einer Favela (morro solch ein prjekt zu verwirklichen, aber die "Vila Pereira da Silva" in Laranjeiras ist eine der sichersten Favelas von Rio und gleichzeitig eine mit der schönsten Aussicht. Wir haben selbst schon des öfteren dort Urlaub gemacht, Andreia hat Ihre Familie dort, aber auch ich und meine Freunde haben uns immer absolut sicher gefühlt, viel sicherer als abends an der Copacabana zum Beispiel. Unsere gerade eröffnete Webseite http://www.favelinha.com zeigt noch ein paar mehr Details.

    Wir freuen uns über jeden Besuch auf der Webseite und auch jeden Besuch auf unserer Baustelle. Wer jetzt demnächst schon in Rio ist und keine teure "Favela Tour" buchen will, sondern einfach mal in "unserer" Favela, ganz zentral in Rio, vorbeischauen und sich ein Bild machen möchte, ist herzlichst eingeladen (einfach vorher über die Webseite Kontakt aufnehmen, danke!)

    Wir freuen uns auf Besuch und eventuell auch Anregungen... und wer schon für 2005 plant: Ab Silvester geht es ganz bestimmt auch "richtig" los!
    Wohnen in einer Favela? Mitten in Rio? Mit herrlicher Aussicht? Unmöglich? Nein:

  • #2
    Oi Holger,
    ich habe den Link zu deiner Web-Seite schon einen halben Tag vor dir gepostet ;-) (unter "Reise nach Brasilien") Gute Werbung, oder ?
    Ich habe echt Respekt vor diesem Projekt und wünsche Dir viel Erfolg. Die Aussicht von dem Gebäude ist wirklich toll.
    Aber was mich interessieren würde: Wer garantiert dir, dass die Favela sicher bleibt ? Für den TC oder CV kann es noch nichts schöneres geben als in einer noch unbesetzten Favela einen Drogenumschlagplatz (boca-de-fumo) aufzubauen. Keine Polizei, alles schön versteckt im Gassengewirr und die sonstige Vorteile. Glaubst Du das bleibt für alle Zeit so ruhig ? Jede Favela hat schon ruhigere und weniger ruhige Tage hinter sich.
    .vasco

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    • #3
      Hallo Holger - DRINGEND -

      habe bereits eine Mail ueber die Seite geschickt. Interessiert mich sehr Euer Projekt und da ich gerade in Rio bin, wuerde ich mir das gerne anschauen und mich mit Dir oder Andreia darueber unterhalten. Draengt ein bisschewn, da ich leider nur noch 5 Tage hier bin. Mein Hintergrund ist die Internetpraesenz - www.brasilienurlaub.net - , das erklaert dir sicherlich mein Interesse. Ciao, Thiess

      Kommentar


      • #4
        Zitat von vasco
        Oi Holger,
        ich habe den Link zu deiner Web-Seite schon einen halben Tag vor dir gepostet ;-) (unter "Reise nach Brasilien") Gute Werbung, oder ?
        Aber wirklich! Danke dir! Darüber haben wohl auch der andere "Holger und Andreia" (wirklich lustig) unsere Seite gefunden, und ich habe wiederum dieses tolle Forum über den Eintrag von Holger und Andreia entdeckt... Zufälle gibt´s!

        Ich habe echt Respekt vor diesem Projekt und wünsche Dir viel Erfolg. Die Aussicht von dem Gebäude ist wirklich toll.
        Aber was mich interessieren würde: Wer garantiert dir, dass die Favela sicher bleibt ? Für den TC oder CV kann es noch nichts schöneres geben als in einer noch unbesetzten Favela einen Drogenumschlagplatz (boca-de-fumo) aufzubauen. Keine Polizei, alles schön versteckt im Gassengewirr und die sonstige Vorteile. Glaubst Du das bleibt für alle Zeit so ruhig ? Jede Favela hat schon ruhigere und weniger ruhige Tage hinter sich.
        Zur Sicherheit: Natürlich hat diese Favela schon unsichere Tage hinter sich. Wir planen sogar, die "historia da favela" bald mit auf die Webseite zu nehmen, auch wenn es ein paar Leute abschrecken könnte. Bis 1999 war diese Favela eine wie jede andere auch. Es gab natürlich auch einen boca de fumo... Ich habe von den Bewohnern schon viele unschöne Geschichten aus der Zeit vor 1999 gehört, unter anderem von etlichen Todesfällen....ABER: 1999 gab es eine groß angelegte Polizeiaktion, bei der ausnahmslos alle traficantes "ausgelöscht" wurden. Danach hat die Polizei das "morro" besetzt. Bis vor einem Jahr gab es einen ständigen Posten von 20 Polizisten in der Favela. Jetzt ist diese Wache abgezogen, aber es bleibt weiter ruhig. Einen Polizeiposten am oberen Ende der Favela gibt es noch, ausserdem ist ein BOPE in Sichtweite. Ich habe dort als Gringo schon des öfteren Urlaub gemacht und Andreia lädt ständig Bekannte aus Deutschland und Österreich ein, die immer mal wieder auf eine Grillparty vorbeikommen. Die Favela ist wirklich tags wie nachts absolut sicher...

        Warum es sicher bleiben wird? Natürlich kann dies niemand garantieren, aber wir würden nicht so viel investieren, wenn wir davon nicht absolut überzeugt wären. Direkt am Fuße der Favela (am Ende der Sackgasse der Rua Pereira da Silva, die von der Rua das Laranjeiras abgeht) ist seit vielen Jahren ein französisches Privat-Gymnasium. Gleich daneben führt eine Strasse zu einigen Villen, die unter anderem der Familie von Rosinha (governadora) und anderen Prominenten gehören. Und am oberen Ende der Favela ist das riesige "Colegio Asuncao", ein religiöses Kolleg. All dies war sicher auch ein Grund dafür, warum sich die Polizei diese Favela als eine der ersten für eine solch konzertierte Aktion ausgesucht hat. Das Interesse aller Anwohner (und auch der BEwohner) ist sehr groß, dass der Zustand der Favela so bleibt...

        Zudem ist die Favela sehr klein (nur 2000 bis 3000 Bewohner) und damit recht übersichtlich. Es gibt nur zwei Zugänge, einen oben und einen unten. Damit könnten traficantes relativ leicht von der Polizei eingekesselt werden...Andererseits gibt es noch immer einen "Aufpasser" aus dem Milieu der traficantes dort - assoziiert mit dem CV, der eher ruhigeren Gruppierung der oben genannten. Auch diese haben aber ein Interesse daran, dass in der Favela alles ruhig bleibt, denn Ärger in der Pereira da Silva würde auch die Polizeikonzentration in den anderen Favelas in Santa Teresa verstärken, wo es weiterhin gefährlich bleibt. Diese Leute wohnen nicht in der Favela, kommen aber vorbei, wenn sie von irgendwelchen Unregelmäßigkeiten hören, die die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich ziehen könnten... also würde sich nie einer der Anwohner trauen, den Touristen etws "anzutun". Andreias ganze Familie lebt in der Favela und ist mit den Bedingungen dort bestens vertraut. Sie kennt dort fast jeden, und hat sich vor Baubeginn natürlich die Zusicherung aller Anwohner, der "Assosiacao dos Moradores" und natürlich auch der Leute vom CV geholt, dass Sie und Ihre Gäste von niemandem behindert werden...

        In der Favela gibt es zudem das Projekt "TV Morrinho", auf welches wir von unserer Webseite aus verlinken. Dies ist ein Paradebeispiel für eine wirksame Arbeit mit Jugendlichen in der Favela. Es gibt seit langem geführte Touren (auch mit Touristen) dorthin, die Gruppe vom TV Morrinho darf dieses Jahr neben einigen Ausstellungen in Brasilien ihr Projekt auch in Barcelona vorstellen.

        Gerade die "Pereira da Silva" wird also zur Zeit zum Paradebeispiel einer gelungenen Resozialisierung einer Favela. Sie war als eine der ersten in das Projekt "Favela Bairro" der Prefeitura aufgenommen worden, das in erster Linie für eine verbesserte Schulbildung, ordentliche Kanalisation und Müllabfuhr und eine Integration der Favela in die umliegenden Wohngegenden ermöglichen soll.

        Klar, es muss jeder selbst wissen, ob er in einer Favela wohnen möchte. Ich selbst war am Anfang nicht völlig überzeugt, bin aber mittlerweile begeistert! Nirgends sonst wohnt man so zentral, mit so herrlichem Ausblick und -das meine ich tatsächlich ernst! - so sicher, wie in dieser Favela. Ich bin persönlich überzeugt davon, dass es sicherer sein wird, bei uns zu wohnen, als in jedem beliebigen Backpacker-Hotel in der Rua da Catete, also im Backpacker-Viertel von Rio, das nur 5 min. von uns entfernt liegt...

        Na, das ist ja jetzt ein langer Artikel geworden... Ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich werde mich einfach mal daran machen, einen Artikel zum Thema "Sicherheit" auf unserer Webseite zu verfassen, denn Fragen dazu kommen wirklich öfter, wem will man´s auch verdenken

        Ach so, @Thieß: Ich hab dir schon per Mail geantwortet und die Telefonnummer von Andreia gegeben, damit du dich bald mit ihr treffen kannst. Ich muss zur Zeit ja leider wieder in Alemanha schuften...

        Macht´s alle gut und vielleicht trifft man den einen oder anderen ja mal in Rio!!!!

        Holger

        P.S. Und einen ganz besonders lieben Gruß an die anderen Andreia und Holger! Vielleicht lernt man sich ja auch mal kennen....
        Wohnen in einer Favela? Mitten in Rio? Mit herrlicher Aussicht? Unmöglich? Nein:

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        • #5
          Hallo Holger,

          danke für deine ausführliche Antwort! Ich wünsche dir viel Glück und vielleicht trifft man sich mal.
          .vasco

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          • #6
            Oi,

            Eure Geschäftsidee ist gut und bewundernswert. Bei der Motivation, die Ihr in das Projekt hineinsteckt, wird es auch bestimmt gelingen. Die schönsten Lagen in Rio sind nun mal in den morros, was den Bodenspekulaten schon immer ein Dorn im Auge war. Das Leben in einigen Favelas kann ganz interessant sein für Europäer, wenn die Gastgeber mit den Gepflogenheiten dort vertraut sind. Und Eure Favela zählt auch nicht zu den Hochburgen der Trafficantes. In anderen Favelas, z.B. Complexo Alemao, wäre das sicherlich nie möglich. Ich werde Euch mal besuchen und mir ansehen, was Ihr da schafft.

            Zur Gefahr kann ich nur sagen, dass es eben verschiedene Favelas gibt. Ich war in Mehreren, und bin nie gefährdet gewesen. Dagegen bin ich auf der Avenida Atlantica und in Ipanema mit Messer und Pistole ausgeraubt worden, im Abstand von zwei Wochen. Aber in einer Favela (bisher) nicht. Sicher würde ich nie (auch nicht in Begleitung) in den Complexo Alemao oder andere von den Banditos beherrschten Favelas gehen. Dazu ist mir mein Leben dann doch zu lieb..

            Die von Euch angegebenen Preise sind moderat. Und dass Ihr etwas daran verdienen wollt und müsst, ist in Ordnung. Ausserdem ist der fantastische Blick von einigen morros sowieso nicht mit Geld zu bezahlen.

            Ihr macht da gerade etwas, was ich auch in etwas anderer Form mal geplant hatte. Finde ich echt gut ! Ich hoffe, dass viele Gringos dadurch etwas mehr über diesen Teil von Rio erfahren werden und diese Stadt dann mit den richtigen Augen betrachten können.

            Grüsst die Kinder in der Favela !

            Boa sorte ! :lol:

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            • #7
              Hallo Andreia und Holger....

              Viel Erfolg und guten Start mit Eurem Projekt....
              Gefaellt mir Eure Idee...

              Liebe Gruesse aus Canoa Quebrada...

              Mani

              www.pousadavialactea.com

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