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Unterstützung bedürftiger Personen in Brasilien

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  • Unterstützung bedürftiger Personen in Brasilien

    Im alten Forum gab es doch mal einen Vordruck für ein Formular, welches man beim Finanzamt einreichen konnte.

    Kann ich leider nicht mehr finden.
    Hat das noch jemand?

    Thorsten

  • #2
    da isses

    : http://www.kippenhan.net/cgi-bin/dcf...orum=behoerden

    gruss
    Es wurde schon alles gesagt.
    Aber noch nicht von allen.

    Kommentar


    • #3
      Ist das immer noch aktuell?

      Hallo zusammen,

      ist das Thema immer noch aktuell wie in den Einträgen (Link von rave_66) beschrieben? Somit müssten doch die monatlichen oder quartalsmäßigen "Zuwendungen" für den brasilianischen Teil unserer Familien tatsächlich absetzbar sein!?

      Grüßer Euer

      Filho

      PS: Noch 36 Tage.....

      Kommentar


      • #4
        Unterstützung von Angehörigen im Ausland

        Hallo!
        Die Rechtslage ist nach wie vor unverändert (also auch undurchsichtig).
        Wer gesetzesdurstig ist, kann sich ja die Regelungen in §33a Abs. 1
        des Einkommensteuergesetzes verinnerlichen (Anmerkung: sehr unverständlich).
        Interessanter sind die Steuererlasse §33a/2 vom 15.09.97 sowie §33a/3., (nach wie vor gültig).
        Hier gibt es zumindest Fakten, Anhaltspunkte und auch Rechenbeispiele.
        Alles in allem: Es ist in gewisser Weise von der Willkür des einzelnen Finanzamtes abhängig. Am besten mit dem Sachbearbeiter des Finanzamtes die Anforderungen durchsprechen und klären, welche Unterlagen man liefern kann und sich darüber möglichst einigen.
        Aber: Im Zweifel werden die Ausgaben abgelehnt!

        Vielleicht finde ich noch einen Link mit beiden Erlassen und poste diesen hier! (evtl. in "steuernetz.de"?)

        Gruss
        Es wurde schon alles gesagt.
        Aber noch nicht von allen.

        Kommentar


        • #5
          Steuererlass für Unterstützung von Familienangehörigen

          Hallo zusammen,
          hier ist der Steuererlass, wie versprochen! (Beträge sind allerdings noch in DM)

          Gruss

          rave_66



          BStBl I 1997 Seite 826
          Einkommensteuer
          Bundesministerium der Finanzen
          Bonn, 15. September 1997

          IV B 5 - S 2285 - 40/97
          Oberste Finanzbehörden
          der L ä n d e r

          nachrichtlich:
          Vertretungen der Länder
          beim Bund
          Unterhaltsaufwendungen für Personen im Ausland als außergewöhnliche Belastung
          (§ 33 a Abs. 1 EStG ab 1996)
          Sitzung der Einkommensteuer-Referatsleiter vom 25. bis 27. Juni 1997 (ESt V/97);
          BMF-Schreiben vom 12. August 1997 - IV B 5 - S 2285 - 31/97 II -

          Die bisher erteilten Weisungen zum Abzug von Unterhaltsaufwendungen für Personen im Ausland als außergewöhnliche Belastung - zuletzt im BMF-Schreiben vom 22. Dezember 1994 (BStBl I S. 928) - sind aufgrund der Einführung des neuen Familienleistungsausgleichs und der Änderungen des § 33 a Abs. 1 EStG teilweise überholt. Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder sind für die Beurteilung ab dem Veranlagungszeitraum 1996 folgende Grundsätze zu beachten:


          1.
          Allgemeines
          1.1 Ab dem Veranlagungszeitraum 1996 dürfen Unterhaltsaufwendungen für eine Person im Ausland nach § 33 a Abs. 1 EStG nur abgezogen werden, wenn der Unterhaltsempfänger gegenüber dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gesetzlich unterhaltsberechtigt ist. Ob dies der Fall ist, beurteilt sich nach inländischen Maßstäben. Gesetzlich unterhaltsberechtigt können danach neben dem Ehegatten (auch wenn die Ehegatten dauernd getrennt leben oder geschieden sind) Verwandte in gerader Linie, d. h. insbesondere Kinder, Enkel, Eltern und Großeltern, sein. Aufwendungen für Kinder oder Enkel kommen jedoch für den Abzug nur in Betracht, wenn für sie kein Anspruch auf Kinderfreibetrag, Kindergeld oder eine andere Leistung für Kinder (§ 65 EStG) besteht.
          1.2
          Erhöhte Mitwirkungspflicht
          Bei Sachverhalten im Ausland müssen sich die Steuerpflichtigen in besonderem Maße um Aufklärung und Beschaffung geeigneter, in besonderen Fällen auch zusätzlicher Beweismittel bemühen (§ 90 Abs. 2 AO). Insoweit besteht eine erhöhte Mitwirkungspflicht (BFH-Urteile vom 20. Januar 1978 - BStBl II S. 338, vom 3. Juni 1987 - BStBl II S. 675). Da der Steuerpflichtige für Steuerermäßigungen die objektive Beweislast (Feststellungslast) trägt, geht es zu seinen Lasten, wenn das Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen nicht im gebotenen Umfang nachgewiesen oder glaubhaft gemacht wird. Aus § 90 Abs. 2 AO ist ferner abzuleiten, daß den Steuerpflichtigen bei der Gestaltung der tatsächlichen Verhältnisse eine Pflicht zur Beweisvorsorge trifft. Deshalb sind insbesondere Eigenerklärungen oder eidesstattliche Versicherungen allein keine ausreichenden Mittel zur Glaubhaftmachung.


          2.
          Ausgeschlossene Unterhaltsempfänger
          2.1 Ein Abzug nach § 33 a Abs. 1 EStG kommt nicht in Betracht, wenn - Unterhaltsempfänger der nicht dauernd getrennt lebende und nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Ehegatte ist und das Veranlagungswahlrecht nach § 26 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. § 1 a Abs. 1 Nr. 2 EStG gegeben ist, es sei denn, § 26 c EStG kommt zur Anwendung;
          - für Unterhaltsleistungen des Steuerpflichtigen der Sonderausgabenabzug nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG vorgenommen wird.

          2.2 Ist der nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Unterhaltsempfänger Kind oder Enkel des Steuerpflichtigen, so ist eine Berücksichtigung von Unterhaltsaufwendungen als außergewöhnliche Belastungen wegen § 33 a Abs. 1 Satz 3 EStG auch dann ausgeschlossen, wenn irgendeiner Person eine andere Leistung im Sinne von § 65 EStG zusteht.

          3.
          Unterhaltsbedürftigkeit
          Voraussetzung für den Abzug nach § 33 a Abs. 1 EStG ist, daß der Steuerpflichtige die Unterhaltsbedürftigkeit der im Ausland lebenden unterhaltenen Person nachweist (Tz. 1.2). Die Unterhaltsbedürftigkeit ist durch detaillierte Angaben in amtlichen Bescheinigungen der Heimatbehörden dieser Person mit deutscher Übersetzung durch einen amtlich zugelassenen Dolmetscher, durch ein Konsulat oder durch sonstige zuständige (ausländische) Dienststellen nachzuweisen (BFH-Urteil vom 20. Januar 1978 - BStBl II S. 338).

          Die amtlichen Bescheinigungen der Heimatbehörden müssen enthalten: a) Namen, Alter, ausgeübten Beruf und Anschrift der unterhaltenen Person sowie deren Verwandtschaftsverhältnis zum Steuerpflichtigen,
          b) Angaben über Art und Umfang der eigenen Einnahmen im Kalenderjahr und des eigenen Vermögens der Unterhaltsempfänger,
          c) Angaben darüber, ob noch andere Personen unterhaltspflichtig waren, welche Unterhaltsbeiträge sie gegebenenfalls geleistet haben und ab wann und aus welchen Gründen die Unterhaltsempfänger nicht selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen konnten.


          Ist für Unterhaltsbescheinigungen von einer ausländischen Botschaft oder einer anderen Stelle nach Abstimmung zwischen den obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder zur Vereinheitlichung und Beschleunigung des Nachweisverfahrens ein Vordruck erstellt worden, so kann dieser als Nachweis anerkannt werden, wenn er vollständig ausgefüllt und die Richtigkeit der Angaben von der zuständigen Heimatbehörde bescheinigt ist. Die Verwendung des Vordrucks schließt nicht aus, daß das Finanzamt von der widerlegbaren Vermutung ausgehen kann, daß erwerbstätige Angehörige im Ausland nicht unterhaltsbedürftig sind, und im Einzelfall weitere Nachweise verlangt.

          Ist ein Steuerpflichtiger wegen der besonderen Situation im Wohnsitzstaat der unterhaltenen Person nicht in der Lage, amtliche Bescheinigungen zu erlangen, so ist ihm dies nur nach Würdigung der Umstände des Einzelfalls anzulasten.


          4.
          Unterhaltsaufwendungen
          Unterhaltszahlungen sind grundsätzlich durch Post- oder Bankbelege nachzuweisen, die die unterhaltene Person als Empfänger ausweisen. Werden mehrere Personen (Eltern, Ehefrau), die in einem gemeinsamen Haushalt oder im selben Ort leben, unterhalten, so genügt es, wenn die Überweisungsbelege auf den Namen einer dieser Personen lauten.

          Überweist der Steuerpflichtige Geldbeträge auf ein Konto im Ausland, das nicht auf den Namen des Unterhaltsempfängers lautet, und behauptet er, die bedürftigen Angehörigen oder ein Bevollmächtigter könnten über dieses Konto verfügen, so muß er dazu folgende Unterlagen vorlegen: a) Inländische Einzahlungs- oder Überweisungsbelege
          b) Bescheinigung der Bank über die Kontovollmacht und
          c) Bescheinigung der Bank über Zeitpunkt, Höhe und Empfänger der Auszahlung. Dies gilt nicht, wenn das Konto auf den Namen des Steuerpflichtigen lautet und Unterhaltsaufwendungen nur für Ehegatten und/oder Kinder geleistet worden sind.


          Werden für den Unterhalt von im Ausland lebenden Personen bestimmte Beträge vom Steuerpflichtigen zunächst auf das Konto einer ausländischen Bank bei einem inländischen Institut (z. B. in bar oder mittels Überweisung) eingezahlt, so ist regelmäßig neben der Einzahlungsquittung oder dem Überweisungsbeleg und der Bescheinigung der ausländischen Bank über die Weiterleitung an eine Filiale im Ausland auch eine Bestätigung dieser Filiale über die tatsächliche Auszahlung dieser Beträge an die unterhaltene Person oder über die Gutschrift auf ein Konto zugunsten dieser Person erforderlich. Anstelle der Bescheinigung über die Weiterleitung kann auch eine Bescheinigung der ausländischen Bank vorgelegt werden, aus der sich ergibt, daß der Steuerpflichtige den Auftrag zur Auszahlung oder Überweisung an den Empfänger erteilt hat und dieser Auftrag ausgeführt wird.

          Sind einem Steuerpflichtigen Einzahlungsbelege abhanden gekommen, so ist ihm aufzugeben, Ersatzbelege des Instituts zu beschaffen, über das die Überweisungen vorgenommen worden sind.

          Wird von einem Steuerpflichtigen ein anderer Zahlungsweg gewählt, z. B. die Mitnahme von Bargeld durch ihn selbst anläßlich einer Familienheimfahrt oder durch beauftragte Personen, so sind wegen der oft schwer überschaubaren Verhältnisse an den Nachweis oder die Glaubhaftmachung einer Zahlung erhöhte Anforderungen zu stellen (§ 90 Abs. 2 AO, Tz. 1.2). In derartigen Fällen sind inländische Belege über das Vorhandensein entsprechender Mittel (z. B. Abhebungsnachweis) und detaillierte Empfängerbestätigungen vorzulegen.

          Bei Familienheimfahrten des Steuerpflichtigen kann auf den Nachweis oder auf die Glaubhaftmachung verzichtet werden, wenn für den Unterhalt des Ehegatten, der Kinder und anderer am Ort des Haushalts des Ehegatten lebender Angehöriger je Heimfahrt nicht mehr als die Mitnahme eines Nettomonatslohns, höchstens aber insgesamt ein Betrag geltend gemacht wird, der sich ergibt, wenn der vierfache Nettomonatslohn um die auf andere Weise erbrachten und nachgewiesenen oder glaubhaft gemachten Zahlungen gekürzt wird.


          5.
          Verteilung einheitlicher Unterhaltszahlungen auf mehrere Personen
          Werden Unterhaltszahlungen für mehrere Personen, die in einem gemeinsamen Haushalt oder am selben Ort leben, zur Berücksichtigung nach § 33 a Abs. 1 EStG geltend gemacht, so sind die insgesamt nachgewiesenen und glaubhaft gemachten Unterhaltszahlungen nach Köpfen aufzuteilen, und zwar auch, soweit unterhaltene Personen nicht unterhaltsberechtigt sind (vgl. BFH-Urteil vom 12. November 1993, BStBl 1994 II S. 731). Werden neben Personen, für deren Unterhalt eine Steuerermäßigung nach § 33 a Abs. 1 EStG möglich ist, auch eigene Kinder unterhalten, für die Anspruch auf Kinderfreibetrag, Kindergeld oder eine andere Leistung für Kinder besteht, so sind diese Kinder für die Aufteilung ebenfalls zu berücksichtigen. Ausbildungsfreibeträge bleiben für die Aufteilung außer Betracht.


          6.
          Abzugsbeschränkungen
          Der Abzug von Unterhaltsaufwendungen kann außer durch den Höchstbetrag auch auf andere Weise beschränkt sein:

          6.1 Die Notwendigkeit und Angemessenheit der Unterhaltsaufwendungen - bezogen auf den Empfänger - beurteilt sich nach den Verhältnissen seines Wohnsitzstaates (§ 33 a Abs. 1 Satz 5 EStG). Hierfür sind als Maßstab grundsätzlich die Durchschnittsstundenlöhne in der verarbeitenden Industrie heranzuziehen. Sind solche nicht verfügbar oder für den gesamten ausländischen Staat nicht repräsentativ, können andere Maßstäbe zugrunde gelegt werden, z. B. das Durchschnittseinkommen oder das Sozialprodukt je Einwohner.

          Die in § 33 a Abs. 1 Sätze 1 und 4 EStG bezeichneten Beträge ermäßigen sich um - ein Drittel, wenn der zugrunde gelegte ausländische Wert nicht mehr als 50 v.H., aber mehr als 20 v.H. des entsprechenden inländischen Wertes beträgt,
          - zwei Drittel, wenn der zugrunde gelegte ausländische Wert nicht mehr als 20 v.H. des entsprechenden inländischen Wertes beträgt.


          Dabei ist der Wert des zweiten Jahres, das dem Jahr der Unterhaltsaufwendung vorangeht, zugrunde zu legen. Soweit dieser Wert vor dem Beginn des Kalenderjahrs der Unterhaltsaufwendung noch nicht feststeht, ist der zuletzt ermittelbare Wert unter Anwendung der Wachstumsrate des Sozialprodukts, die für das Jahr des maßgeblichen Werts ggf. in Betracht kommt, hochzurechnen.

          Die hiernach für die einzelnen Staaten in Betracht kommenden Kürzungen und die sich daraus ergebende Ländergruppeneinteilung werden durch BMF-Schreiben bekannt gemacht, zuletzt durch BMF-Schreiben vom 27. Februar 1996 (BStBl I S. 115).

          6.2 Darüber hinaus ist zu prüfen, inwieweit der Steuerpflichtige zur Unterhaltsleistung unter Berücksichtigung seiner Verhältnisse verpflichtet ist. Dies ist nur der Fall, soweit die Unterhaltsaufwendungen in einem vernünftigen Verhältnis zu seinen Einkünften stehen und ihm nach Abzug der Unterhaltsaufwendungen genügend Mittel zur Bestreitung des Lebensbedarfs für sich und ggf. für seinen Ehegatten und seine Kinder verbleiben (BFH-Urteil vom 30. Juni 1989 - BStBl II S. 1009). In Anlehnung an diese Grundsätze sind Unterhaltsaufwendungen nach § 33 a Abs. 1 EStG im allgemeinen höchstens insoweit als außergewöhnliche Belastung anzuerkennen als sie einen bestimmten Vomhundertsatz des Nettoeinkommens nicht übersteigen, sog. Opfergrenze. Dieser Satz beträgt 1 v.H. je volle 1 000 DM des Nettoeinkommens, höchstens 50 v.H. Der Vomhundertsatz ist um je 5 v.H.-Punkte für den Ehegatten und für jedes Kind, für das der Steuerpflichtige einen Kinderfreibetrag, Kindergeld oder eine andere Leistung für Kinder erhält, zu kürzen, höchstens um 25 v.H.-Punkte.

          Die Opfergrenze ist bei Unterhaltsaufwendungen für den Ehegatten nicht anzuwenden. Bei der Ermittlung des Nettoeinkommens sind alle steuerpflichtigen und steuerfreien Einnahmen (z. B. Kindergeld und vergleichbare Leistungen, Leistungen nach dem AFG, ausgezahlte Arbeitnehmer-Sparzulagen nach § 13 5. VermBG) sowie etwaige Steuererstattungen anzusetzen. Davon abzuziehen sind die gesetzlichen Lohnabzüge (Lohn- und Kirchensteuern, Solidaritätszuschlag, Sozialabgaben) und Werbungskosten (einschließlich etwaiger steuerlich anzuerkennender Mehraufwendungen für doppelte Haushaltsführung). Macht der Steuerpflichtige keine erhöhten Werbungskosten geltend, ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag abzuziehen.


          7.
          Anrechnung eigener Bezüge der unterhaltenen Personen
          Bei der Feststellung der anzurechnenden Bezüge unterhaltener Personen im Ausland ist wie bei Bezügen im Inland grundsätzlich eine Kostenpauschale von 360 DM abzuziehen. Abweichend davon sind Bezüge, die - wenn sie im Inland anfielen - Einkünfte wären, wie inländische Einkünfte zu ermitteln. Sachbezüge sind nach der jeweils geltenden Sachbezugsverordnung entsprechend der Ländergruppeneinteilung (Tz. 6.1) zu ermitteln.


          8.
          Zeitanteilige Ermäßigung der Höchstbeträge
          nach § 33 a Abs. 4 EStG
          8.1 Es ist festzustellen, für welche Monate Unterhalt geleistet wird, weil Unterhaltsaufwendungen nach § 33 a Abs. 1 EStG nur abgezogen werden dürfen, soweit sie dem laufenden Lebensbedarf des Empfängers im Kalenderjahr der Leistung dienen. Bei gelegentlichen oder einmaligen Leistungen ist dies besonders sorgfältig zu prüfen (H 190 "Allgemeines zum Abzug von Unterhaltsaufwendungen" EStH). Für jeden vollen Monat, in dem diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, ermäßigt sich der nach Tz. 6.1 in Betracht kommende Höchstbetrag um ein Zwölftel (§ 33 a Abs. 4 Satz 1 EStG).
          8.2 Zahlungen können grundsätzlich nicht auf Monate des Jahres der Zahlung zurückbezogen werden, die vor dem Zahlungsmonat liegen. Etwas anderes gilt, wenn damit Schulden getilgt werden, die dem Empfänger in den vorangegangenen Monaten des Jahres durch Bestreitung von Lebenshaltungskosten entstanden sind, und der Steuerpflichtige dies nachweist (BFH-Urteil vom 22. Mai 1981 - BStBl II S. 713).

          Soweit Zahlungen dazu bestimmt sind, den Unterhaltsbedarf des folgenden Jahres abzudecken, können sie weder für das Jahr der Zahlung noch für das Folgejahr berücksichtigt werden (BFH-Urteil vom 22. Mai 1981 a. a. O.).

          8.3 Aus Vereinfachungsgründen kann davon ausgegangen werden, daß - Unterhaltsaufwendungen zur Deckung des Lebensbedarfs des gesamten Kalenderjahrs bestimmt sind, soweit sie für den Ehegatten geltend gemacht werden, oder - in anderen Fällen - wenn in jedem Vierteljahr mindestens eine Unterhaltsrate geleistet wird,
          - die jeweils letzte Unterhaltsrate der Bedarfsdeckung bis zum Schluß des Kalenderjahrs dient,
          - bei jeder Familienheimfahrt Unterhalt geleistet wird,
          - Unterhaltsaufwendungen an den Ehegatten auch zum Unterhalt der Angehörigen bestimmt sind, die mit dem Ehegatten in einem gemeinsamen Haushalt oder am selben Ort leben.

          8.4 Eigene Einkünfte und Bezüge der unterhaltenen Person, die auf Kalendermonate entfallen, in denen die Voraussetzungen für die Anerkennung von Unterhaltsaufwendungen nicht vorliegen, sind auf den Höchstbetrag nicht anzurechnen (§ 33 a Abs. 4 Satz 2 EStG).

          9.
          Beispiel
          Ein unbeschränkt steuerpflichtiger ausländischer Arbeitnehmer unterhält seine im Heimatland lebenden Angehörigen, und zwar am Ort A seine Ehefrau, sein minderjähriges Kind und seine verwitwete Mutter sowie am Ort B seine Schwiegereltern.

          Von den unterhaltenen Personen haben eigene Einkünfte und Bezüge: die Mutter eine Sozialrente von - umgerechnet - 2 360 DM im Kalenderjahr und der Schwiegervater Einkünfte aus Gewerbebetrieb von - umgerechnet - 3 000 DM im Kalenderjahr. Das Heimatland gehört zur Ländergruppe 2 (2/3 der Beträge nach § 33 a Abs. 1 EStG).

          Der Steuerpflichtige hat im Kalenderjahr 1996 drei Zahlungen für seinen Familienhaushalt in Höhe von jeweils 2 900 DM (am 5. März, 8. Mai und 9. Oktober) und zwei Zahlungen an die Schwiegereltern in Höhe von jeweils 2 500 DM (am 3. April und 2. September) nachgewiesen. Er hat zwei Heimfahrten (im Juli und Dezember) unternommen und macht die Mitnahme von jeweils 3 000 DM geltend, ohne sie nachweisen zu können. Er beantragt die Anerkennung von Unterhaltsaufwendungen für die Ehefrau, die Mutter und die Schwiegereltern. Die Unterhaltsbedürftigkeit der unterhaltenen Personen ist nachgewiesen (Tz. 3).

          Das Kindergeld, das der Steuerpflichtige für das Kind erhält, reicht aus, um die Steuerfreistellung des zu versteuernden Einkommens in Höhe des Kinderfreibetrags sicherzustellen.

          Der Nettolohn des Steuerpflichtigen beträgt 2 625 DM monatlich. Ihm sind Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung in Höhe von 8 420 DM entstanden, die in dieser Höhe abgezogen werden können.

          Der Betrag der nach § 33 a Abs. 1 EStG abziehbaren außergewöhnlichen Belastungen errechnet sich wie folgt:

          1. Ermittlung des Gesamtbetrags der Unterhaltsleistungen (Tz. 4)
          Geltend gemacht: a) Zahlungen an den Familienhaushalt in A: aa) mit Nachweis:
          (3 x 2 900 DM =)8 700 DM

          bb) ohne Nachweis:
          (2 x 3 000 DM =) 6 000 DM
          davon anzusetzen für
          zwei Heimfahrten bei einem
          Nettolohn von 2 625 DM:
          (2 x 2 625 DM =) 5 250 DM,
          jährlich jedoch höchstens
          anzusetzen:
          (4 x 2 625 DM =)10 500 DM
          bereits angesetzte
          nachgewiesene
          Leistungen-8 700 DM
          noch zu berücksichtigen+1 800 DM
          anzusetzen für den Familien-
          haushalt insgesamt= 10 500 DM


          b) Zahlungen an die Schwiegereltern in B:
          mit Nachweis: (2 x 2 500 DM =)5 000 DM


          2. Verteilung der Unterhaltsleistungen auf mehrere Personen (Tz. 5)
          a) Ehefrau, Kind und Mutter des Steuerpflichtigen in A:
          Unterhaltsleistungen pro Person:
          (10 500 DM : 3 =) 3 500 DM
          b) Schwiegereltern in B:
          Unterhaltsleistungen pro Person:
          (5 000 DM : 2 =) 2 500 DM

          3. Anrechnung eigener Einkünfte und Bezüge auf den maßgeblichen Höchstbetrag a) Familienhaushalt in A:
          keine Ermäßigung der jeweiligen
          Höchstbeträge nach § 33 a Abs. 4
          EStG (Tz. 8.3 - in jedem Vierteljahr
          ist Unterhalt geleistet worden; andere
          Gründe für eine zeitanteilige
          Ermäßigung Iiegen nicht vor),
          wohl aber nach der Ländergruppen-
          einteilung (Tz. 6.1) auf je
          (2/3 von 12 000 DM =)8 000 DM aa) Kind: insoweit kommt § 33 a Abs. 1 EStG nicht in Betracht.
          bb) Ehefrau: keine anzurechnenden Einkünfte und Bezüge, anzusetzen also insoweit der anteilige Unterhaltsbetrag von 3 500 DM
          cc) Mutter: auf den maßgebenden Höchstbetrag sind eigene Bezüge (Abschnitt 190 Abs. 5 Satz 4 EStR 1996) anzurechnen, soweit sie den anrechnungsfreien Betrag übersteigen.
          Maßgeblicher Höchstbetrag
          Mutter (s.o.)8 000 DM
          Sozialrente2 360 DM
          Werbungskosten-
          pauschbetrag- 200 DM
          Unkostenpauschale- 360 DM
          eigene Bezüge
          (vgl. Tz. 7)= 1 800 DM
          anrechnungsfrei:
          2/3 von 1 200 DM- 800 DM
          anzurechnender Betrag- 1 000 DM
          höchstens abziehbar= 7 000 DM
          anzusetzen jedoch höchstens der auf sie entfallende anteilige Unterhaltsbetrag von 3 500 DM.



          b) Schwiegereltern in B:
          Die für die Schwiegereltern maßgebenden Höchstbeträge sind wegen ihrer Haushaltsgemeinschaft zusammengefaßt zu ermitteln (H 190, Stichwort "Unterhalt für mehrere Personen" a. E.):
          (2 x 12 000 DM =) 24 000 DM,
          ermäßigen sich zeitanteilig (keine Zahlungen im ersten Kalendervierteljahr) um 3/12 auf 9/12 nach § 33 a Abs. 4 EStG (Tz. 8.1):
          (9/12 von 24 000 DM =) 18 000 DM
          sowie nach der
          Ländergruppeneinteilung auf
          (2/3 von 18 000 DM =) 12 000 DM.
          Auf den maßgebenden Höchstbetrag sind - zeitanteilige (Tz. 8.2) - eigene Bezüge (Abschnitt 190 Abs. 5 Satz 4 EStR 1996), soweit sie den anrechnungsfreien Betrag beider Ehegatten (H 190 a. a. O.) übersteigen, anzurechnen.
          Maßgeblicher Höchstbetrag
          Schwiegereltern:12 000 DM
          zeitanteilige gewerbliche Einkünfte:
          (9/12 von 3 000 DM =)2 250 DM
          übersteigen
          2 x 1 200 DM = 2 400 DM
          9/12 von 2 400 DM = 1 800 DM
          2/3 von 1 800 DM =1 200 DM
          um den anzurechnenden Betrag-1 050 DM
          höchstens abziehbar 10 950 DM
          anzusetzen jedoch höchstens die nachgewiesenen Aufwendungen von 5 000 DM.


          4. Ermittlung der Opfergrenze
          Bruttoarbeitslohn zzgl. Steuererstattungen
          und Kindergeld 54 758 DM
          Steuerabzüge - 8 340 DM
          Arbeitnehmerbeiträge zur
          Sozialversicherung- 10 558 DM
          Werbungskosten wegen
          doppelter Haushaltsführung- 8 420 DM
          Nettoeinkommen für die Ermittlung
          der Opfergrenze= 27 440 DM
          1 v.H. je volle 1 000 DM des
          Nettoeinkommens ergibt27 v.H.
          abzgl. je 5 v.H.-Punkte für Ehefrau
          und Kind (Tz. 6.2)-10 v.H.
          Opfergrenze17 v.H.

          5. Berechnung des nach § 33 a Abs. 1 EStG insgesamt abziehbaren Betrags der außergewöhnlichen Belastungen:
          für die Ehefrau (ohne Opfergrenze)3 500 DM
          für Mutter und Schwiegereltern von
          (3 500 DM + 5 000 DM =) 8 500 DM
          bis zur Höhe der Opfergrenze von
          17 v.H. von 27 440 DM = 4 665 DM+ 4 665 DM
          Abziehbare außergewöhnliche
          Belastungen insgesamt= 8 165 DM





          Im Auftrag

          S a r r a z i n
          Es wurde schon alles gesagt.
          Aber noch nicht von allen.

          Kommentar


          • #6
            Das Formular ist nach wie vor in den Dokumenten:

            http://www.kippenhan.net/brasil/dokumente/

            Direktlink:

            http://www.kippenhan.net/brasil/doku...rstuetzung.pdf
            Mit besten Grüssen

            Kippe

            Kommentar

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