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Zahnarzt unter Indianern - die Abenteuer des Dr. Roland Garve

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    Zahnarzt unter Indianern - die Abenteuer des Dr. Roland Garve

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      Mittwoch 16.05.2007 | 22:15 Uhr


      © Roland Garve
      Dr. Roland Garve behandelt eine indianische Patientin, die mit einem Beil bewaffnet ist.



      Von Lars Germann

      Dr. Roland Garve ist kein Zahnarzt wie jeder andere. Denn der 52-Jährige aus Lüneburg praktiziert bevorzugt im Urwald. Bei gut 40 Naturvölkern hat er schon Zähne gezogen: Mit einfachsten Instrumenten und unter unglaublichen Bedingungen.

      Die abgelegensten Ecken der Erde scheinen den Zahnarzt magisch anzuziehen: Einer ersten Reise nach Kenia folgte ein Trip nach West-Papua und schließlich bereiste er nach und nach das riesige Amazonasgebiet in Brasilien. Dr. Garve besuchte die Surma in Afrika, die Apatani in Tibet, die Kimyal in Neuguinea und die Zoe im brasilianischen Regenwald: 40 Naturvölker lernte Garve kennen - von geschätzten 70, die es noch gibt - und hier und da wurde offensichtlich ein Zahnarzt gebraucht. Bedenkt man, dass etwa die Zoé-Indianer sich traditionell Affenknochen durch den Unterkiefer bohren ("Lippenpflöcke"), oder die Männer im Txucarrame-Volk sich gut zehn Zentimeter breite Holzscheiben in die Unterlippe pressen, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Bohren im Busch: Ein Zahnarzt im Urwald






      Zahnarzt mit Akkubohrer und Kombizange
      Seinen ersten indianischen Patienten behandelte Dr. Garve behelfsmäßig mit einer Kombizange und einem Schraubenzieher. Auf späteren Reisen hatte er immerhin Akkubohrer, Haken und Füllmaterial dabei. Wo er konnte, versuchte er, sich nützlich zu machen - und bald genoss der Deutsche im Regenwald hohes Ansehen. Er freundete sich mit vielen Indianern an, studierte ihre Riten und lernte ihre Lebensweise kennen und lieben.

      Seit den frühen Neunziger Jahren praktiziert Garve immer abwechselnd im heimischen Lüneburg und im Regenwald. In steigendem Maße dokumentierte er seine Reisen mit der Videokamera und hielt so die erstaunlichsten Erlebnisse fest.

      Unglaubliche Begegnungen

      Im Hochbebirge von Neuguinea etwa fand er das Naturvolk der Kimyal, dessen rund 1.000 Angehörige zu den kleinsten Menschen der Erde gezählt werden: Höchstens 1,45 Meter werden sie groß und sind somit noch kleiner als die Pygmäen in Afrika. Die Kimyal sind ausgezeichnete Kletterer und benutzen ihre Zehen dabei wie Finger.

      Denkwürdig auch Garves Begegnung mit den Suruha in Brasilien: Das "Selbstmordvolk" werden sie genannt, da sie auf jedes kleinste Missgeschick mit einem Suizidversuch reagieren. Dazu benutzen sie ein Naturgift (Cunaha), das nicht allzu zuverässig wirkt - bedenkt man, dass jeder über 14-jährige Suruha es bis zu sechsmal im Jahr anwendet.


      © Roland Garve
      Die Angehörigen des Kimyal-Volks gehören zu den kleinsten Menschen der Welt



      "Wollte immer nur weg"

      Doch was bewegt einen deutschen Zahnarzt, der in der Heimat mit seiner Familie ein vergleichsweise sorgloses Leben hat, immer wieder den Rand der Zivilsation zu suchen? Sich Gefahren durch Giftpfeile (auch hier gibt es mitunter unzufriedene Patienten), Schlangenbisse und Malaria auszusetzen?

      "Ich wollte immer nur weg", sagt Garve: "Zu den Indianern". Schon als Kind hatten ihn die letzten Naturvölker fasziniert. Doch gab es, zumindest in früheren Jahren, ein Problem: Der junge Mann wuchs in der DDR auf, in Boizenburg an der Elbe, und dem Reisen waren sehr konkrete Grenzen gesetzt. Logische Konsequenz: Garves versuchte "Republikflucht", die ihm fast zwei Jahre Haft einbrachte. Seitdem sei er das Gefühl des "Auf der Flucht"-Seins wohl nie mehr ganz los geworden, sagt der Zahnarzt heute.

      Noch im Knast bekam er eine Anstellung im Haftkrankenhaus und lernte, mit "Minimalausrüstung" zu praktizieren und im Notfall zu improvisieren - Fähigkeiten also, die ihm auf seinen Reisen entlang des Amazonas zugute kommen sollten.
      http://www.stern.de/tv/sterntv/589140.html?nv=cp_L2_

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