Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Privatisierung der brasilianischen Post

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Privatisierung der brasilianischen Post

    #Ad

    Kommentar

      Die Post wird wohl privatisiert.
      Bolsonaro hat den Präsidenten rausgeschmissen, weil er dagegen ist.

      Sowohl Amazon, als auch Alibaba haben ihr Interesse bekundet.

      https://tribunahoje.com/noticias/tec...r-os-correios/

      Schlimmer kann es kaum werden.
      Gruss aus Maceió
      Thomas
    • #2

      Zitat von Alagomão Beitrag anzeigen
      Die Post wird wohl privatisiert.
      Bolsonaro hat den Präsidenten rausgeschmissen, weil er dagegen ist.



      Schlimmer kann es kaum werden.

      Eine Verbesserung des Postdienstes ist ja auch gar nicht das Motiv für die Privatisierung. Das Geld versickert ohnehin im Korruptionssumpf von Brasília.

      Eine Privatisierung der Post in Brasilien hätte vor allem verheerende Folgen für alle Bundesstaaten nördlich von Minas Gerais und all die Bewohner die in Dörfern leben die mehr als 100km von einer Hauptstadt weg sind!

      Kommentar

      • #3

        Dafür, also um flächenweit eine Mindestversorgung zu sichern, muss es natürlich eine Regulierungsbehörde geben.

        Die ANATEL, die Regulierungsbehörde für Telekommunikation, könnte z.Bsp. um die Post erweitert werden.

        Gruss aus Maceió
        Thomas

        Kommentar

        • #4

          Zitat von BRAZILIANT Beitrag anzeigen


          Eine Verbesserung des Postdienstes ist ja auch gar nicht das Motiv für die Privatisierung. Das Geld versickert ohnehin im Korruptionssumpf von Brasília.

          Eine Privatisierung der Post in Brasilien hätte vor allem verheerende Folgen für alle Bundesstaaten nördlich von Minas Gerais und all die Bewohner die in Dörfern leben die mehr als 100km von einer Hauptstadt weg sind!
          Also ich muss meinePost abholen, die wird nicht gebracht, für Post aus dem Ausland muss extra gelöhnt werden, Briefe von deutschen Finanzamt werden gar nicht mehr befördert. Ich denke eine Privatisierung wird einiges wieder in die Reihe bringen. Ja und welche verheerende Folgen das haben soll entschließt sich mir.

          Kommentar

          • #5

            Zitat von ptrludwig Beitrag anzeigen
            Ich denke eine Privatisierung wird einiges wieder in die Reihe bringen. Ja und welche verheerende Folgen das haben soll entschließt sich mir.
            Dann denk besser zweimal darüber nach. Wir haben das Spiel hier in Portugal schon mitgemacht. Fazit des unten verlinkten Artikels: "Quatro anos após a privatização dos CTT, o serviço público degradou-se e os atrasos e falhas na entrega do correio avolumam-se. Os milhões de dividendos têm elevados custos: para os trabalhadores da empresa e para o País."

            Die Briefausträger sind jetzt entweder über Zeitarbeitsfirmen beschäftigt oder gleich Scheinselbständige und verfahren oft nach dem Motto "Geht mir alles am Arsch vorbei". Der Briefkasten unseres Einfamilienhauses ist ständig voll mit Post für andere Leute (und nicht nur der gleichen Straße oder Gegend, sondern teils mit ganz anderen PLZ), während von uns erwartete Post oft nicht bei uns ankommt. Es muss alles "schnell, schnell" gehen, da kann man nicht auf Details wie Anschriften achten. Im Gulli vor unserem Haus findet man dann auch schon mal zerknüllte Benachrichtigungen über angeblich nicht zustellbare Sendungen.

            https://www.abrilabril.pt/nacional/c...i-caro-ao-pais

            Kommentar

            • #6

              Zitat von jorginho Beitrag anzeigen
              Dann denk besser zweimal darüber nach. Wir haben das Spiel hier in Portugal schon mitgemacht.
              Es gibt genügend Beispiele für Privatisierungen, die in die Hose gegangen sind und Beibehaltung von Staatsmonopolen, die funktionieren.

              Es wird immer mit dem schlechten Service argumentiert, aber eine Privatisierung ist auch keine Garantie für besseren Service. Man muss nur den Telekommunikationsflickenteppich in Deutschland (Telekom privatisiert) und die vollständige Netzabdeckung (3G, 4G und Glasfaser) in Uruguay vergleichen.

              In Uruguay betrachtet man die Telekommunikation als Versorgungsinfrastruktur, die jeden erreichen soll und in Deutschland geht es um privatisierte Firmen, die Gewinne erzielen müssen. Das sind Zielkonflikte.

              Der teilweise tatsächlich schlechte Service von Staatsunternehmen hat viele Gründe. Fährt man Unternehmen, wie die Bahn mit Einsparungen, gegen die Wand, dann ist die Hemmschwelle für einen Börsengang niedriger. Haben es sich die "Staatsbediensteten" gemütlich gemacht, dann funktioniert auch nichts. Die Telekom musste die ja auch übernehmen und hat sie letztlich - bei vollem Gehalt, aber ohne Arbeit - kalt gestellt in der Hoffnung, dass die dann kündigen oder vorzeitig in Pension gehen, also die Staatskasse belasten.

              Gewinne erzielen Privatunternehmungen oft nur durch Lohndrückerei und den Verkauf von "stillen Reserven", an die sich zuvor keiner herangetraut hat, oder die nicht vordergründig für die Geschäfte wichtig erscheinen. So besaß die Hamburger Wasserversorgung vor der Privatisierung viele Grünflächen unter denen sie Wasser zapfte. Die Grünflächen durften, wegen der Wasserqualität, nicht gedüngt werden, etc. Einmal privatisiert wurden diese Flächen sofort verkauft und sind nun nicht mehr kontrollierbar.

              Wenn letztlich alle Gewinne abgezogen sind fährt man die Firmen in die Insolvenz und der heruntergewirtschaftete Rest geht zurück an den Staat.

              Nur selten werden mit den Verkaufserlösen Schulden getilgt. Wenn, dann nur wenn die Schuldengrenze bereits heftig überzogen war. Hätte man auch mit Preisanpassungen angehen können, aber meist ist es besser wenn das dann andere tun.

              Man kann auch Staatsunternehmungen gut führen. Wenn man keine Politiker in Führungspositionen lässt, dann ist ein erster wichtiger Schritt getan.
              Wie lange duldet dieses Forum noch Beleidiger und Mordanstifter? Jahrzehnte in einer Favela zu leben bedeutet noch lange nicht Brasilien zu kennen oder gar zu verstehen.
              http://suedamerika-fuer-mich.de/

              Kommentar

              • #7

                Zitat von Saelzer Beitrag anzeigen
                Es gibt genügend Beispiele für Privatisierungen, die in die Hose gegangen sind und Beibehaltung von Staatsmonopolen, die funktionieren.

                Es wird immer mit dem schlechten Service argumentiert, aber eine Privatisierung ist auch keine Garantie für besseren Service. Man muss nur den Telekommunikationsflickenteppich in Deutschland (Telekom privatisiert) und die vollständige Netzabdeckung (3G, 4G und Glasfaser) in Uruguay vergleichen.

                In Uruguay betrachtet man die Telekommunikation als Versorgungsinfrastruktur, die jeden erreichen soll und in Deutschland geht es um privatisierte Firmen, die Gewinne erzielen müssen. Das sind Zielkonflikte.

                Der teilweise tatsächlich schlechte Service von Staatsunternehmen hat viele Gründe. Fährt man Unternehmen, wie die Bahn mit Einsparungen, gegen die Wand, dann ist die Hemmschwelle für einen Börsengang niedriger. Haben es sich die "Staatsbediensteten" gemütlich gemacht, dann funktioniert auch nichts. Die Telekom musste die ja auch übernehmen und hat sie letztlich - bei vollem Gehalt, aber ohne Arbeit - kalt gestellt in der Hoffnung, dass die dann kündigen oder vorzeitig in Pension gehen, also die Staatskasse belasten.

                Gewinne erzielen Privatunternehmungen oft nur durch Lohndrückerei und den Verkauf von "stillen Reserven", an die sich zuvor keiner herangetraut hat, oder die nicht vordergründig für die Geschäfte wichtig erscheinen. So besaß die Hamburger Wasserversorgung vor der Privatisierung viele Grünflächen unter denen sie Wasser zapfte. Die Grünflächen durften, wegen der Wasserqualität, nicht gedüngt werden, etc. Einmal privatisiert wurden diese Flächen sofort verkauft und sind nun nicht mehr kontrollierbar.

                Wenn letztlich alle Gewinne abgezogen sind fährt man die Firmen in die Insolvenz und der heruntergewirtschaftete Rest geht zurück an den Staat.

                Nur selten werden mit den Verkaufserlösen Schulden getilgt. Wenn, dann nur wenn die Schuldengrenze bereits heftig überzogen war. Hätte man auch mit Preisanpassungen angehen können, aber meist ist es besser wenn das dann andere tun.

                Man kann auch Staatsunternehmungen gut führen. Wenn man keine Politiker in Führungspositionen lässt, dann ist ein erster wichtiger Schritt getan.
                Ist ja schön und gut, ich frage mich allerdings was sich an der brasilianischen Post noch verschlechtern könnte. Und ja ich habe sie auch in Salvador erlebt und nichts gutes gefunden.

                Kommentar

                • #8

                  Zitat von ptrludwig Beitrag anzeigen
                  Ist ja schön und gut, ich frage mich allerdings was sich an der brasilianischen Post noch verschlechtern könnte. Und ja ich habe sie auch in Salvador erlebt und nichts gutes gefunden.
                  Ich weiß was Du meinst. Expressbrief (5 Blatt DIN-A4) von Fortaleza nach Montevideo - Kosten rund 70 Euro (hab genauen Preis nicht mehr exakt in Erinnerung) und Auslieferung nach ca. 14 Tagen.

                  Nach einer Privatisierung bleiben Personal und Infrastruktur zunächst gleich, nur das Management wechselt und die höheren politisch besetzten Ämter fliegen raus. Das kann man auch ohne Privatisierung machen, ist aber leider politisch (egal aus welchem Lager) in der Regel unbeliebt, insbesondere da wo die eigenen Wähler begünstigt werden müssen, um weiterhin Wahlkampfhilfe zu erhalten.

                  Problematisch wird es immer dann wenn Staatsbetriebe auch andere Aufgaben übernehmen, z.B. Arbeitsmarktpolitik betreiben, indem sie Beschäftigung anbieten wo gar keine Arbeit vorhanden ist oder nur Leute alimentieren, die letztlich gar nichts tun.

                  Der Staat muss entscheiden welche Services er braucht für ein Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft. Post zu günstigen Preisen für alle oder nur für solche, die in den "lukrativen Zonen" leben? Ob das im Eigentum des Staates ablaufen muss oder gut reguliert stattfindet ist eine politische Entscheidung. Die beiden gegensätzlichen Extreme "Staatswirtschaft" und "Vollprivatisierung" haben nicht wirklich überzeugt, denn beide haben ihre Schwächen. Wem nutzt es, wenn eine privatisierte (Monopol-)Post in die Insolvenz geht?

                  Grundsätzlich spricht ja nichts gegen die Privatisierung von Wirtschaftsbereichen, aber weder als Monopol, noch unreguliert, sondern in einem Wettbewerb, der nicht zur ungehemmten Ausbeutung von Beschäftigten führt und/oder allgemeine Ressourcen vernichtet.
                  Wie lange duldet dieses Forum noch Beleidiger und Mordanstifter? Jahrzehnte in einer Favela zu leben bedeutet noch lange nicht Brasilien zu kennen oder gar zu verstehen.
                  http://suedamerika-fuer-mich.de/

                  Kommentar

                  • #9

                    Zitat von Saelzer Beitrag anzeigen
                    Grundsätzlich spricht ja nichts gegen die Privatisierung von Wirtschaftsbereichen, aber weder als Monopol, noch unreguliert, sondern in einem Wettbewerb, der nicht zur ungehemmten Ausbeutung von Beschäftigten führt und/oder allgemeine Ressourcen vernichtet.
                    Ich frage mich zudem, ob eine brasilianische Regulierungsbehörde überhaupt funktionieren könnte. Die tun sich schon in Deutschland (Europa) und auch in den USA schwer. Wie soll das in einem von Korruption zerfressenen Land funktionieren?
                    Wie lange duldet dieses Forum noch Beleidiger und Mordanstifter? Jahrzehnte in einer Favela zu leben bedeutet noch lange nicht Brasilien zu kennen oder gar zu verstehen.
                    http://suedamerika-fuer-mich.de/

                    Kommentar

                    • #10

                      Zitat von Saelzer Beitrag anzeigen
                      Ich frage mich zudem, ob eine brasilianische Regulierungsbehörde überhaupt funktionieren könnte. Die tun sich schon in Deutschland (Europa) und auch in den USA schwer. Wie soll das in einem von Korruption zerfressenen Land funktionieren?
                      Ich kann dir deine Vorurteile nicht nehmen, aber zwei, die ANS und die ANATEL haben mir schon schnell und unbürokratisch geholfen.

                      Die PROCON funzt auch.
                      Die ist ja ebenfalls so etwas wie eine Regulierungsbehörde, a favor do consumidor.
                      Hat mir schon viermal geholfen.
                      Gruss aus Maceió
                      Thomas

                      Kommentar

                      Brasilien Forum Statistiken

                      Einklappen


                      Hallo Gast,
                      Du hast Fragen?
                      Wir haben die Antworten!
                      >> Registrieren <<
                      und mitmachen.

                      Themen: 24.573  
                      Beiträge: 182.538  
                      Mitglieder: 12.377  
                      Aktive Mitglieder: 53
                      Willkommen an unser neuestes Mitglied, relatosexy.

                      P.S.: Für angemeldete Mitglieder ist das Forum Werbefrei!

                      Online-Benutzer

                      Einklappen

                      283 Benutzer sind jetzt online. Registrierte Benutzer: 3, Gäste: 280.

                      Mit 2.135 Benutzern waren am 16.01.2016 um 00:30 die meisten Benutzer gleichzeitig online.

                      Lädt...
                      X