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Ein Mädchen aus Brasilien erobert die Bühne

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      Mit sieben Jahren begann ihre Lehrzeit: Ein russischer Emigrant zeigte der kleinen Marcia in der brasilianischen Stadt Niteroi nahe Rio de Janeiro abends nach der Schule die ersten Schritte. So beginnen Weltkarrieren. Vier Geschwister hatte sie. Ihr Vater, ein Arzt, ermöglichte ihr die weitere, durchaus kostspielige Ausbildung. Mit vierzehn Jahren trat sie in das Corps de ballet von Rio ein, mit fünfzehn gelang ihr der Sprung an die Schule des Royal Ballet in London.

      Sie zählt zweifellos zu den großen Tänzerinnen des zwanzigsten Jahrhunderts. John Cranko, gerade zum Ballettdirektor berufen, holte sie 1961 nach Stuttgart. Sein Meisterwerk "Romeo und Julia" feierte 1962 eine Aufsehen erregende Uraufführung. In der Titelpartie: Marcia Haydée. Im Jubel des Publikums wurde sie zur Stuttgarter Primaballerina. Und fortan erarbeitete sie sich jene einzigartige Kunst, welche die betörende Technik und Eleganz der neoklassischen Schritte und Schwünge mit Psychologie und Ausstrahlung zum großen, universalen Erzähltheater zu vereinen weiß.

      Ihr zweiter großer Schaffensabschnitt begann 1976, als sie - für viele überraschend - zur Ballettdirektorin der Württembergischen Staatstheater ernannt wurde. Die Stuttgarter Compagnie war nach dem tragischen Tod Crankos 1973 und der Interimsführung durch Glen Tetley in eher unklarer Verfassung. Es gehört zu Haydées Meisterleistungen, dass sie als Direktorin und Erste Solistin in Personalunion diese Sparte auf Erfolgskurs zurückführte. John Neumeier und Maurice Béjart schufen für sie traumhaft anspruchsvolle Rollen, zum Beispiel in der "Kameliendame" oder in "Endstation Sehnsucht". Der Tradition verpflichtet, doch stets für Neues offen: just der Haydée ist in dieser Zeit die wesentliche Förderung eines jungen Choreografen namens Billie Forsythe zu verdanken. Unter ihrer Leitung erlangte das Stuttgarter Ballett wieder jenen Weltruf, der es zum Markenzeichen der Stadt und des Landes bei Gastspielen überall in der Welt machte.

      1996 übergab sie den Leitungsstab an den Kanadier Reid Anderson. Fortan öffnete sie sich für neue, freie Projekte - beispielsweise mit dem Tänzer Ismael Ivo im Stuttgarter Theaterhaus oder mit dem Regisseur George Tabori in einer Bearbeitung von Sophokles" "Ödipus". Und sie leitet das Ballett des Theaters von Santiago de Chile; acht Monate des Jahres verbringt sie in der südamerikanischen Hauptstadt. Noblesse, Wärme und Offenheit prägen den Ton und Umgang der brasilianisch-schwäbischen Primaballerina. Sie hat alles, um eine Diva zu sein. Aber zum Glück ist sie keine.
      http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...tag=2007-04-17

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