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CATEANO VELOSO in Köln

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  • CATEANO VELOSO in Köln

    Das einzige Konzert von CATEANO VELOSO in Deutschland, Tourmotto: "A Foreign Sound". Sa.13.11.2004/ 20:00 Uhr, Kölner Philharmonie. Tickets zwischen 28€ und 56€ inkl. aller Gebühren
    Karten erhalten Sie unter 0221 - 2801 und www.koelnticket.de
    Mit besten Grüssen

    Kippe

  • #2
    Das waere doch was fuer die Belinda....
    Ist ja ein Fan von dem Titel "Girl from Ipanema"....

    Gruesse...

    Mani

    Kommentar


    • #3
      Caetano Veloso - Foreign Sounds

      Vertraut fremdartig

      Beinahe 35 Jahren trug Caetano Veloso in sich die Idee herum, ein ganzes Album in englischer Sprache aufzunehmen. Jetzt hat er das Vorhaben mit "A Foreign Sound" endlich realisiert.


      Als Carmen Miranda 1940 während eines Urlaubs in ihrer Heimat Brasilien im Cassino da Urca in Rio de Janeiro auftrat, begrüßte sie das Publikum dort ausgesprochen eisig. Weil Carmen es gewagt hatte, eine internationale Karriere in Hollywood anzustreben, warf man ihr so etwas wie kulturellen Landesverrat vor. Den damals auch in zahllosen bösartigen Zeitungsartikeln geäußerten Vorwurf, daß sie "amerikanisiert" worden sei und ihre brasilianische Herkunft verleugne, beantwortete sie in dem denkwürdigen Konzert auf sehr musikalische Art mit dem Song "Disseram que voltei americanizada" (zu Deutsch: "Sie sagten, ich sei amerikanisiert zurückgekehrt"). Dieses Lied hätten seither noch etliche andere Künstler/innen singen können, die aus Brasilien fortzogen, um den internationalen Erfolg zu suchen. Der brasilianische Nationalstolz versteht in dieser Hinsicht leider überhaupt keinen Spaß.

      Nun hat Caetano Veloso, der kaum einer Polemik aus dem Weg geht und ein Faible für künstlerische Provokation hat, mit "A Foreign Sound" sein erstes (aber voraussichtlich auch einziges) komplett englischsprachiges Werk aufgenommen. Und der Vorwurf der "Amerikanisierung" blieb ihm im Gegensatz zu anderen erspart, da Caetano in Brasilien längst Narrenfreiheit genießt und an seiner patriotischen Gesinnung kaum einer zweifelt. Tatsächlich hatte er dieses Album, mit dem er das erste Mal vor rund 35 Jahren liebäugelte, schon gar nicht mehr machen wollen.

      "Vor ungefähr zehn Jahren hat Bob Hurwitz, der Präsident von Nonesuch [in den USA erscheinen Caetanos CDs bei diesem Label], mich daran erinnert, daß ich einmal ein englischsprachiges Album machen wollte, und das bei der Gelegenheit gleich von mir eingefordert", erzählt Caetano. "Ich antwortete damals, daß ich die Idee aufgegeben und das Interesse verloren hätte. Daraufhin meinte er, ich sei die einzige Person auf der Welt, die auf einer Platte Songs von Cole Porter und Bob Dylan aufnehmen könnte. Das brachte mich ins Grübeln und führte dazu, daß ich mich wieder mit der Idee anfreundete. Jetzt habe ich diese Platte aufgenommen, weil ich heute wirklich alles machen kann."

      Auch wenn dies aus Caetanos Mund ein wenig selbstgefällig klingen mag (und man Hurwitz vielleicht einmal Platten von Cassandra Wilson vorspielen sollte), trifft er damit den Nagel wohl auf den Kopf: Er kann heute tatsächlich (fast) alles machen. Von einer "Amerikanisierung" Caetano Velosos kann hier auch wirklich nicht die Rede sein. (Nebenbei bemerkt: Als Caetano 1994/95 mit "Fina Estampa" und "Fina Estampa Ao Vivo" ganze Alben in spanischer Sprache aufnahm, sprach ja auch niemand von einer "Hispanisierung".) Statt dessen findet eher eine dezente, fast schon subversive Brasilianisierung vieler Jazz- und Popstandards statt. Denn wie Chris McGowan und Ricardo Pessanha in ihrem Buch "The Brazilian Sound" über die brasilianische Musik zu Recht anmerkten, ist Caetano "auf seine Weise durchaus nationalistisch im Hinblick auf die Musik eingestellt".

      Wer den Werdegang und die Diskographie Caetanos kennt, weiß, daß dieser immer wieder punktuelle Abstecher in die Welt des anglo-amerikanischen Pop und Rock gemacht hat. Schließlich inspirierten Lieder von den Beatles, Jimi Hendrix, Bob Dylan und anderen in den 60er Jahren aufkommenden internationalen Stars die gesamte Tropicália-Bewegung, zu deren Vordenkern Caetano gehörte. Die Jahre, die Caetano ab 1969 mehr oder weniger freiwillig "im Londoner Exil" verbrachte, vertieften seine Beziehung zur anglo-amerikanischen Popmusik noch etwas mehr. In dieser Zeit schrieb er seine ersten englischsprachigen Songs wie etwa "London, London" und "Maria Bethânia" und dachte schon daran, irgendwann ein ganzes Album in Englisch aufzunehmen. Später interpretierte er auf den Alben "Caetano Veloso" (1986), "Circuladô Vivo" (1993) und "Tropicália 2" (1993, gemeinsam mit Gilberto Gil) Pop-Klassiker von Cole Porter ("Get Out Of Town"), Michael Jackson ("Billie Jean" und "Black And White"), den Beatles ("Eleanor Rigby"), Bob Dylan ("Jokerman") und Jimi Hendrix ("Wait Until Tomorrow") neu.

      Tatsächlich reicht Caetanos Begeisterung für anglo-amerikanische Musik sogar noch weiter zurück. Wie er in seinem Tropicalismo-Buch "Verdade Tropical" (unter dem Titel "Tropical Truth - A Story Of Music And Revolution In Brazil" gibt es auch eine englische Übersetzung) bekennt, entdeckte er, als er die Spuren seines großen musikalischen Vorbildes João Gilberto zurückverfolgte, unter anderem den Jazz von Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Chet Baker, Miles Davis und dem Modern Jazz Quartet.

      Das sogenannte "Great American Songbook", das seit ewigen Zeiten nahezu jedem Jazzmusiker die melodischen Vorlagen für seine Improvisationen liefert, war auch die Quelle, aus der sich Caetano bevorzugt für die Zusammenstellung des Repertoires von "A Foreign Sound" bediente. Beinahe anderthalb Dutzend anerkannte Jazzstandards stehen auf dem Programm. Dazwischen eingestreut hat Caetano aber auch einige Songs gänzlich anderer Herkunft, die puristisch eingestellten Jazzhörer teilweise verschrecken könnten: Das Spektrum reicht von Bob Dylans "It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding)" über Harry Belafontes "Jamaica Farewell" und Stevie Wonders "If It's Magic" via Paul Ankas "Diana" und Morris Alberts "Feelings" bis hin zu Nirvanas "Come As You Are" und Arto Lindsays punkigem DNA-Klassiker "Detached". [Auf der amerikanischen Ausgabe von "A Foreign Song" findet man auch noch Elvis Presleys "Love Me Tender" und David Byrnes "(Nothing But) Flowers".]

      Nicht weniger Eklektizismus verraten die Arrangements und Instrumentierungen all dieser Stücke. Mal wird Caetano von einem 28-köpfigen Orchester oder einer reinen Saxophon-Section unter der Leitung seines langjährigen musikalischen Gefährten Jaques Morelenbaum unterstützt, mal von modern ausgerichteten, experimentellen Musikern wie seinem Sohn Moreno Veloso und Gitarrist Pedro Sá oder dem Produzentenduo Kassin und Berna Ceppas, dann wiederum verläßt sich der Sänger einzig und allein auf sein eigenes (oder Gilberto Gils) begleitendes Akustikgitarrenspiel; und Cole Porters "Love For Sale" präsentiert er schließlich gar a cappella.

      "A Foreign Sound" ist das erste Album Caetanos, das weltweit parallel veröffentlicht wurde. Den heutigen internationalen Stellenwert des Brasilianers, der von der New York Times vor ein paar Jahren als "einer der größten Songwriter dieses Jahrhunderts" bezeichnet wurde, erkennt man aber auch daran, daß ihn erst vor kurzem so unterschiedliche Popstars wie Nelly Furtado und Jane Birkin auf ihren neuen Alben "Folklore" und "Rendez-Vous" als Duett-Partner präsentierten. Und Mitte April wurde Caetano die außerordentlich Ehre zuteil, als erster nicht-klassischer Musiker im Rahmen der renommierten "Perspective"-Konzertserie im Isaac Stern Auditorium der Carnegie Hall auftreten zu dürfen. Als Gast fungierte bei einem der drei Konzerte David Byrne.

      (Copyright www.jazzecho.de)

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