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      Die Königin des Karnevals von Bahia
      In Brasilien ist sie ein Superstar. Nun will Ivete Sangalo auch Europa erobern
      Von Julia Dias Carneiro

      "Brasilien gewinnt": Ivete Sangalo singt vor dem Spiel ihres Teams gegen Kroatien am 13. Juni in der Waldbühne

      Foto: dpa
      Spricht man über Brasilien, denken alle zuerst an Samba. Das ist nicht ganz falsch. Doch es gibt nicht nur den Karneval in Rio de Janeiro, bekannt hauptsächlich für die Paraden der Samba-Schulen. Es gibt auch noch den Karneval von Bahia. Und dort gibt Ivete Sangalo den Ton an.

      Die Melodien, denen die Sängerin ihre kräftige Stimme widmet, sind weit entfernt von der ursprünglichen Samba. Viele Elemente kommen bei Ivete Sangalo hinzu, von Axé-Musik, Reggae, Funk und brasilianischen Rhythmen wie Maracatu und Forró. Warum die 34jährige als "Königin des Karnevals von Bahia" gilt, versteht man, wenn man eines ihrer Konzerte besucht. Am 13. Juni ist dazu in Berlin Gelegenheit, wenn Ivete Sangalo in der Waldbühne vor dem Spiel Brasilien gegen Kroatien singen wird. "Brasilien wird gewinnen und es wird eine große Feier geben", wettet die Sängerin, die sich zum ersten Mal in Berlin präsentiert.


      Vom Feiern versteht die Künstlerin so einiges. "Festa" war in der Heimat einer der meist gespielten Songs währen der WM 2002. Das gleiche passierte mit dem Refrain von "Poeira", der zur Hymne in den brasilianischen Stadien avancierte: vor allem dann, wenn die gegnerische Mannschaft unter die Räder kam. Auf der Bühne gleicht Ivete Sangalo - für die Brasilianer einfach nur Ivete - einem Wirbelwind. Sie tanzt, springt, singt, redet mit den Zuschauern und scheint dabei eine unendliche Energie zu besitzen. "Bahia hat eine rhythmische Kraft, die ungeheuer mitreißend ist", sagt sie. "Die Verbindung von rhythmischer Vielfalt mit populären Liedern verwandelt die Musik in eine richtige Bombe."

      Ivete hat das Publikum während ihrer Konzerte voll im Griff. Obwohl das manchmal nicht leicht ist: in Salvador, der Hauptstadt Bahias, passiert der Karneval auf den Straßen, wo Massen von Foliões (das sind die Karneval feiernden Menschen) den Umzugswagen (den so genannten Trios Elétricos) folgen. Auf diesen präsentieren sich die Bands. So kommt es, daß Ivete während eines solchen Konzerts ungefähr zwei Millionen Zuschauer hat. Kontrolle über so eine Menge zu haben, ist nicht leicht. Denn auch hier zeigt sich die soziale Ungerechtigkeit, die in Brasilien allgegenwärtig ist. Ein Großteil des Publikums bezahlt dafür, daß es beschützt in Sicherheitsringen hinter den Wagen tanzen kann. Der Rest, das ist die Mehrheit, feiert umsonst: Das nennt man Pipoca, benannt nach dem Popcorn, weil so viele tanzende und springende Menschen zusammen gepreßt sind. Fünf, manchmal auch sechs Stunden dauern die Konzerte auf einem Trio Elétrico in Salvador. Und das trotz der brennenden Sommersonne an der Nordostküste Brasiliens.

      Im Konzert sind die Shows natürlich auf eineinhalb Stunden angelegt, sagt Ivete: "Aber alles hängt vom Publikum ab. Manchmal werde ich verrückt und bleibe zweieinhalb Stunden. Wenn das Publikum fröhlich ist, kann ich mit ihm nach Hause gehen. Es ist mein Treibstoff", lacht die Künstlerin. Im Schnitt gibt sie zwischen 12 und 15 Konzerte pro Monat in Brasilien, mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von 25 000 pro Show. Die Konzerte auf den Trios Elétricos gibt es nicht nur im Karneval von Salvador, sondern auch in vielen andere Städte Brasiliens im Laufe des Jahres. Das ist der sogenannte "Karneval außerhalb der Saison".

      Unter Energiemangel leidet die Sängerin also nicht. Dafür führt sie ein gesundes Leben. "Ich trinke nicht, rauche nicht und mache zwei Stunden am Tag Sport. Wir sind schließlich Frauen. Ich mache immer Diät, sonst werde ich ein Monster", sagt sie - und zeigt damit jenes starke Körperbewußtsein, das für viele brasilianische Frauen typisch ist. Mit langen, dunklen Haaren, einem breiten Lächeln und 70 Kilo, die sich auf ihre 1,75 Meter verteilen, ist Ivete in Brasilien zu einem Sexsymbol geworden.

      Nach Europa zu kommen, war ein natürlicher Weg für Ivete, nachdem sie das brasilianische Publikum eroberte hatte. In der Heimat landet Ivete seit 1995 regelmäßig Hits in den Charts, seit Beginn ihrer Karriere 1992 hat sie mehr als elf Millionen Alben verkauft. 1993 wurde sie Sängerin der danach sehr erfolgreichen Gruppe Banda Eva aus Bahia. Mit der Zeit wurde dann der Name Ivete bekannter als Banda Eva. Solo hat sie seit 1999 sechs Alben veröffentlicht. Mit ihrer eigenen Produktionsfirma Caco de Telha kümmert sie sich auch um andere Gruppen in Bahia.

      Trotz des Erfolgs - oder genau deshalb - hat sich Ivetes Beziehung zum Publikum nicht verändert. Sie ist sympathisch auf der Bühne wie auf der Straße. Auch deshalb freut sich Ivete auf ihren ersten Besuch in Berlin. "Ich möchte jedes Stückchen der Stadt sehen. Da ich dort nicht so bekannt bin wird es auch leichter sein, spazierenzugehen. Ich werde so viel Sauerkraut essen."

      Das Repertoire in der Waldbühne wird ihre gesamte Karriere umfassen. "Ich werde alle meine Hits spielen." 14 Musiker und Tänzer werden die Sängerin unterstützen. Ihre Lieder erzählen von Liebe, Beziehungen, Karneval, Partys, Feier, Freude, Bahia, Strand. Ohrwürmer, bei denen man die politischen und sozialen Probleme Brasiliens vergißt. "Ich habe keine politische Botschaft zu verbreiten. Das überlasse ich anderen. Meine Botschaft heißt Unterhaltung".

      Aus der Berliner Morgenpost vom 31. Mai 2006
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      Zuletzt geändert von brasilmen; 18.07.2007, 07:21.
      Gruss brasilmen Thomas
      www.brasilmen.de

    • #2
      wie wars ?

      wie war die Show von Ivete gestern ???
      Gruss brasilmen Thomas
      www.brasilmen.de

      Kommentar


      • #3
        Ivete Sangalo in der Waldbühne

        Meiner Meinung nach war es sehr schön, beleza, gut es waren keine
        100000 Leute da, aber die 8000, die dort waren, davon bestimmt 7000 Brasileiros waren gut drauf und haben schöne Stimmung gemacht.
        1,5 h lang gespielt , war gut.
        Wenn ich nur an die springenden und tanzenden gente denke, hätte ich glauben können in Bahia zu sein.
        Muito bom!

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