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Potsdam: Ausstellung über modernes Sklaventum

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      Da lachen junge Frauen

      Ausstellung über modernes Sklaventum

      HANNE LANDBECK

      Da meint man als ordentlich ökologisch denkender Bürger, dass alternative Energien das Nonplusultra seien, das uns den Weg aus der Klimakatastrophe zeigt. Aber nein, müssen die energiebewussten Autofahrer erfahren, auch ihr Ethanol-Sprit stoppt den Irrsinn nicht, der die Gletscher zum Schmelzen und Al Gore dazu bringt, die Welt zu retten. Der massenhafte Anbau alternativer Energien verschandelt nicht nur die Landschaft und zerstört das Ökosystem, sondern schafft auch verschärfte Formen der Sklaverei.

      Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Brasilienreise, die Jesko Eisgruber und Henriette Neef im Auftrag des Netzwerks für entwicklungspolitisches Lernen "ASA" machten. Anscheinend gibt es keinen Ausweg. Ihre Fotos widmen sich jenen Menschen, die in Brasilien Zuckerrohrplantagen abernten und wie Sklaven leben. Ernüchternd ist es zu sehen, wie die Monokultur der alternativen Energie die Regenwälder ersetzen und vor allem, wie Menschen ausgenutzt werden, um diesen Rohstoff herzustellen.

      Eisgruber und Neef begaben sich 2004 auf eine Reise in die nordöstliche Provinz Pernambuco im Nordosten Brasiliens und belegen nun mit ihrer Fotoserie im Al Globe nachdrücklich, dass uns auch alternative Energieformen keine Entlastung unserer schlechten Gewissen, sondern eine Verlagerung der Problematik bringen.

      Da lachen junge Frauen aus zahnlosen Mündern, da schauen mit traurig-schwermütigen Augen Männer, die ihre Familie auch mit der Fronarbeit nicht ernähren können, aus den Bruchbuden in die Kamera, dass dem Betrachter jegliche Hoffnung schwindet. Menschen, die wie Vieh zur Zuckerrohrernte getrieben werden, deren Häuser zunichte gemacht werden, weil auch der wenige Platz, der ihnen einmal gehörte, von den Großgrundbesitzern benutzt wird, die Pflanze anzubauen.

      Die schwarzen Plastikfolien, die mit Hilfe von Aststücken die herben Hütten zwischen den regengebeutelten Wegen zusammenhalten, beugen sich ebenso halbstark gegen den Wind wie die kleinen Kinder, die versuchen, zwischen den Favela-Hütten zu spielen. Und es wäre gelogen, zu behaupten, in all dieser Ohnmachtsituation noch Lebensfreude zu finden. Die jedenfalls transportieren diese Fotos nicht, und auch der schwedische Film, der zur Vernissage gezeigt wurde, hatte keine frohe Botschaft. Es war klar: Die Regenwälder sterben, die Menschen werden entrechtet und versklavt, Rettung ist nirgends erkennbar.

      Auch nicht im kleinen Hoffnungsflackern der "Landlosen"-Bewegung, das schon mal viel stärker war, aber wieder dunkler geworden ist. Denn wenn die Zuckerrohraktien in die Höhe schnellen, werden Land und billige Arbeitskraft benötigt. Brasilien ist wohl das Land mit dem größten sozialen Gefälle, das eigentlich auch den Reichen nicht wirklich Spaß machen kann. Deren Perspektive kommt in der Ausstellung aber gar nicht vor.

      Man hätte ihn doch gern im Kontrast gesehen, den reichen Ausbeuter, Zigarre rauchend am Swimming-Pool.

      Ausstellung in der Charlottenstraße 31 bis 15. Januar

      http://www.maerkischeallgemeine.de/c...0814564/60709/
      Gruss brasilmen Thomas
      www.brasilmen.de

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