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Meine kleine Auswanderungsgeschichte

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      Ich lebe jetzt 1 Jahr und 6 Monate in Brasilien Minas Gerais und erzähle euch mal meine kleine Geschichte und wie ich Brasilien sehe und kennen gelernt habe.

      Am Anfang stand das Internet wie so oft in der heutigen Zeit damals hatte ich eine Firma in Belgien eines Tages kam über Skype die Message "Hi i want to learn english are you want talk with me?"
      Da mir sowieso gerade langweilig war antwortete ich es war Gisele aus Brasilien meine jetzige Frau. (Obwohl ich Glück hatte den Sie ist eine tolle Frau und Mutter weis ich mittlerweile das sowas auch voll in die Hose gehen kann in meinem Fall ja nun nicht aber als Warnung für andere)

      Wir haben uns danach etwa 3 Monate täglich über Skype unterhalten. Ich wusste praktisch nichts über Brasilien außer von Rio und seinem Karneval. Mittlerweile tendierten unsere Gespräche immer mehr über eine Heirat nachzudenken Nach 6 Monaten Skype ohne uns jemals persönlich gesehen zu haben stand unser Entschluss nun schon ziemlich fest also reiste ich mal nach Brasilien und verbrachte ein paar Wochen mit meiner Frau alles war neu schön wie es halt für einen Touristentrottel ist selbst auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen gefiel mir ihre Art alles zu meistern und in einfachsten Verhältnissen zurecht zu kommen.
      Natürlich war ich auch überrascht wie mir hier als Estrangeiro (Ausländer) beinahe alles zu Füssen gelegt wurde kümmerte mich damals aber nicht wirklich nach dem warum und wieso.

      Lange Rede kurzer Sinn am Ende des Urlaubs hab ich Sie in Brasilien kirchlich geheiratet und Sie mit nach Österreich genommen (Bin inzwischen von Belgien nach Österreich gezogen)
      Dort hab ich Sie dann nach 2 weiteren Monaten standesamtlich geheiratet.
      Am ersten Tag in Österreich hab ich Ihr ein Portemonnaie gekauft und 1000 Euro rein gegeben Ich sagte Ihr das ist dein Geld mach damit was du willst (Kleiner Test so blöd bin ich nun auch wieder nicht )
      Nach einem Jahr waren noch immer 1000 Euro drinn sie hat nicht einen cent für sich selbst ausgegeben sie war steht’s zuhause ging nie aus (daran hat sich bis heute nichts geändert)
      Irgendwann beschlossen wir nach Brasilien zu ziehen (Ich noch immer keine Ahnung von Brasilien) mir war es im Prinzip egal Zeit meines Lebens ziehe ich von einem Land in das andere und hab noch überall überlebt allein ohne Rückhalt oder Familie ich spreche 5 Sprachen portugiesisch ist jetzt die sechste die ich lerne also auf nach Brasilien.

      Wir hatten vor ein haus zu kaufen zu diesem Zweck hatte ich immer wieder Geld auf ein Brasilianisches Konto überwiesen insgesamt etwa 70.000 Euro

      Wir beschlossen mal auf Haussuche zu gehen also flogen wir zuerst nach Rio dann mit dem Auto weiter nach Capo Frio (wer träumt nicht von einem Haus am Meer ). Wir waren 2 Wochen dort haben uns ein paar Häuser angesehen in Buzios und Umgebung dort hatte ich zum ersten mal eine Konfrontation mit der Realität Brasiliens zum einem war es dort sau heis für einen Österreicher aus den Bergen einfach unerträglich ich konnte mir nicht vorstellen dort zu leben das andere war machst du einen Schritt aus Buzios raus stehst du schon in einem Favela (Slum). Ich bin ja schon viel rumgekommen aber Reich und Arm so dicht beieinander sah ich bis dahin noch nie.

      Als ich meiner Frau klargemacht hatte das ist nichts für mich fuhren wir mit dem Auto in Ihre Heimatstadt Pocos de Caldas 1200 km entfernt gebaut in einem Vulkankrater auf etwa 1700 Meter Seehöhe (endlich ist es möglich an die Sonne zu gehen ohne zu verbrennen) frische klare Luft angenehmes Klima ok hier passt es mir also wieder Haus suchen.

      In den nächsten drei Wochen wohnten wir bei Ihrer Familie im Haus und besichtigten etwa 120 Häuser (immer den Seecontainer im Rücken der bald in Santos eintreffen würde 40 Zoll rand voll mit Möbeln und sonstigem Hausrat) Die Häuser entsprachen dem großen Brasilianischen Leitsatz " MAIS OU MENOS"(Mehr oder weniger) mit dem man im Prinzip das ganze Umfeld und Leben Brasiliens in einem Satz beschreiben könnte. Die Häuser hier sind nicht auf Komfort sondern mehr auf praktische Benutzung ausgelegt Winzige Räume 3x3 Meter kein Platz für nichts nirgends aber 2 Duschen in jedem Haus manchmal sogar drei. In den Häusern hab ich mich eingeengt gefühlt alle Fenster vergittert (über dessen Nutzen weis ich heute Bescheid) so muss es wohl im Knast sein dachte ich immer wieder bei mir.

      Irgendwann erhielten wir einen Hinweis von Bekannten das sie ein Haus wüssten welches mir wohl gefallen würde und das tat es schönes großes Haus mit Swimmingpool im Keller war sowas wie eine Doces (Süßigkeiten) Fabrik aber auch für mich als metzger zu verwenden.
      Nach langem Verhandeln etwa 3 Tage hatte ich den Besitzer auf 100.000 Real runter gedrückt meine war sichtlich nicht vom Bairro (Stadtviertel) begeistert und versuchte mit allen Mitteln mich vom Kauf abzuhalten (Heute weis ich sehr wohl den Unterschied zwischen einen guten und einem schlechten Stadtviertel voller Banditen und Kriminalität) Fast täglich wird in dem Viertel einer ausgeraubt oder ermordet.
      Ok wir waren uns also einig 100.000 also die letzte und entscheidende Frage wann können wir zum Notar wegen dem Papierkram Haus überschreiben worauf der Besitzer antwortete er habe keine Papiere für das Haus er habe es Zwar gekauft es gehört ihm aber die Papiere sind noch immer beim Vorbesitzer (ich glaub das nennt sich Popanza die Forummitglieder sollten das berichtigen) alles kein Problem sagte er du zahlst erst mal ich ruf dann den Vorbesitzer an das er zum Notar kommt um das Haus zu überschreiben . Und jetzt klingelten auch bei mir die Alarmglocken zurecht wie sich später herausstellte viele Auswanderer haben eben wegen dieser Sachlage alles verloren was sie hatten ein Haus bezahlt der Vorbesitzer scherte sich einen Dreck um die Geschäfte des jetzigen Besitzers und verkaufte das Haus nochmal mit Papieren und somit rechtlich jemanden anders am ende stehst du da ohne Geld ohne haus in einem fremden Land und kannst gar nichts machen. Also immer schauen das die Papiere in Ordnung sind und keine Schulden auf dem Haus sind die kaufst du mit .
      Schließlich hatte ich die Schnauze voll vom Häuser schauen ich sagte zu meiner Frau mir reicht’s jetzt mieten wir was und suchen später der Container kahm in 2 Tagen in Santos an.

      Meine Frau bettelte mich an und ihre Mutter sagte zu mir wenn du nichts kaufst wird dir früher oder später das Geld durch die Finger rinnen und du stehst ohne was da (an dieser Stelle danke für diesen Tipp heute weis ich ihn zu schätzen)
      Also ok ein allerletztes Haus noch, auf einem Hügel über der Stadt in einem Bairro (Stadtviertel) für Reiche ein von außen schönes großes Haus leerstehend die Tür war zufällig offen weil ein Maler damit beschäftigt war alles neu zu malen.
      Wir traten ein und was ich sah gefiel mir ein großer Saal eine Küche, 2 Bäder und drei riesige Zimmer hinter dem Haus eine schöne große Terrasse und 600m² Land ok dachte ich bei mir das werden wir uns nicht leisten können.
      Noch nicht fertig gedacht stand schon der Besitzer den der Maler zwischenzeitlich verständigt hatte hinter mir ein kleines witziges Manderl aber auch ein ausgefeilter Geschäftsmann er hatte das Haus eine Woche zuvor gekauft er kauft und verkauft Häuser. Im Auto hatte er bereits die fertigen Prospekte für die Imobielienbüros darauf stand 170.000 real also begannen wir zu verhandeln ich schlug mal 120.000 vor dafür bar auf die kralle das zieht meistens bei den brasilianern frei nach dem Motto besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach das blöde er war bereits reich und hatte das Geld also nicht nötig nach viel hin und her ich bin schon 4 mal ins Auto gestiegen und hab zu meiner Frau gesagt komm fahren wir gab es bei 143.000 Real den Handschlag für das Haus und für mich ein mehr als fairer Preis.
      Drei Tage später waren alle Papiere komplett wir haben auch beim Stadtamt überprüfen lassen ob Schulden auf dem Haus sind die machen das für 25 Real da wird alles auf Herz und Nieren geprüft ob irgendwas nicht stimmt keine Steuern bezahlt Bankschulden ect.

      Beim Einzug dann stellten wir Mängel am Haus fest die wir bei der Besichtigung nicht oder übersehen hatten Wasserrohrbruch (konnten wir nicht sehen weil das Wasser beim Kauf abgestellt war) das Dach war an einigen Stellen beschädigt zum Glück hatten wir im Kaufvertrag festgehalten das Mängel am Haus die bei Besichtigung übersehen wurden vom Verkäufer auf dessen Kosten repariert werden müssten also haben wir ihn angerufen Ohne murren und ohne Zucken stand "2 Stunden" später ein 5 mannshoch Team an der Tür und die reparierten alles perfekt selbst Sachen die sie noch selbst entdeckten wieder mal Glück gehabt.
      Wenn sich Zeit findet gibt es bald eine Fortsetzung wie überlebe ich in Brasilien (Arbeit, Bescheidenheit Anpassung )

    • #2
      Eine sehr interessante Geschichte- mutig! Allerdings würde mich der zweite Teil noch mehr interessieren.

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      • #3
        Zitat von mike_e_gisele Beitrag anzeigen
        ....Ihre Heimatstadt Pocos de Caldas 1200 km entfernt gebaut in einem Vulkankrater auf etwa 1700 Meter Seehöhe (endlich ist es möglich an die Sonne zu gehen ohne zu verbrennen) frische klare Luft angenehmes Klima ok hier passt es mir also wieder Haus suchen....
        Da ist es zwar von der Lufttemperatur her angenehmer, aber bitte daran denken, dass Poço de Caldas mit knapp 22° suedlicher Breite von der Sonneneinstrahlung her immer noch ganz schoen deftig ist, und die 1,7 km Luft ueber dir, die dir im Vergleich zum Strand als "Filter" auch noch fehlen, die UV-Strahlung nicht unbedingt geringer machen!!!

        Gruesse aus dem Bilddarm Bahias,

        Hebinho

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