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10 Jahre dort leben

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  • #31
    AW: 10 Jahre dort leben

    Auch Kleinvieh machts Mist, zumindest ist momentan der Trend nach Mini-Donuts und anderen Leckereien, die ich herstelle/verkaufe, gewaltig am Ansteigen. Naechste Woche kommen "pasteis de Belém" (nachgemachte) dazu. Nicht nur der direkte Verkauf, sondern auch Vorbestellungen fuer Feste, Zulieferung an Wiederverkaeufer (Geschaefte) nimmt gewaltig zu!

    Der Mut zur Geschaeftsidee fehlt vielleicht den meisten (es muss ja nicht immer eine Gewaltinvestition im Bereich von zig kR$ sein, wenn man nicht auf das Investorenvisum angewiesen ist). Einfach das Umfeld betrachten und beobachten, (Markt-)Luecken feststellen, mit den eigenen Faehigkeiten vergleichen und die Gelegenheit am Schopfe packen. Vor einem Jahr hatten viele in der Familie meiner Frau den Deutschen erst mal fuer verrueckt erklaert, jetzt wollen immer mehr wissen, was so eine Maschine kostet, wie das Rezept ist usw.

    Blindes drauflos etwas unternehmen bringt meistens keinen Erfolg, ein Minimum an Planung muss da schon mit dabei sein. Und eine gute Geschaeftsidee ist in vielen Faellen Bargeld wert.
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    • #32
      AW: 10 Jahre dort leben

      Oi Hebi
      das nenne ich Auswanderer-Traum.
      Aber auch du müsstest dazusagen, dass du deine Brötchen (in ausreichender Menge) mit einem ortsunabhängigen Job verdienst und du auf dein "Gourmet-Hobby" nicht angewiesen bist und du dir Jahre Zeit lassen konntest, diese Idee zu entwickeln. Zusatzlich könnte auch deine liebe Frau dich ernähren, wenn du ein fauler Hund wärst.

      Und mal ehrlich, in einem Urlaubsland am Strand, bei brütender Hitze oder bis spät in die Nacht und am Wochenende Salgados zu verkaufen, dafür kann ich auch in D bleiben (ider in TdF). Die anderen gehen jetzt derweil mit dem Caipi ins Wasser.

      Gruß
      Tiradentes

      PS: Ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, ich befürchte nur, dass HoHenning deinen Hintergrund nicht kennt.
      Jedes Volk hat wohl doch die Regierung und die Politiker, die es verdient

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      • #33
        AW: 10 Jahre dort leben

        Das Leckereien-Geschaeft hat mittlerweile eine Groessenordnung von 50% des ortsunabhaengigen Jobs angenommen und im Sommer gehts an die Straende (mit mobilem Equipment, gasbetrieben und manueller Donut-Former, der Schneider fuer die "Batata maluca" ist sowieso manuell), da werden die vielen Mineiros mit Suessem und Salzigem versorgt, die hier im Sommer einfallen. Insofern ist auch das nicht mehr direkt ortsgebunden. Macht man halt mal ein paar Wochen in den Sommerferien gemischt Urlaub und Job (andere gegen Geld abfuettern).

        In D ist diese Geschaeftsidee (Mini-Donuts) leider schon so ausgelutscht wie sonst noch was.

        Wichtig ist auch, dass einem die Taetigkeit SPASS macht, denn wenn man anfangen wuerde von "Arbeit" zu reden, sollte man auch sofort wieder aufhaeren, weil dann die persoenliche "V-Null" nicht mehr stimmt! Und wer sagt denn, dass jeder das nun kopieren muss (btw: von diesen Mini-Donutmaschinen gibt es in ganz Brasilien nur 9 Exemplare. 2 sind meine.).

        Vielleicht werde ich auch noch den oeffentlichen Reibekuchentest machen? Schliesslich moegen besonders die Baianer im suedlichen Teil alles, was aus heissem Fett kommt

        Und immer daran denken:
        Man darf nicht nur keine Ideen haben, man muss auch unfaehig sein, diese umzusetzen!
        (oder so aehnlich)!

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        • #34
          AW: 10 Jahre dort leben

          Hi Hebinho,

          ich sehe du verkaufst 10 Minidonuts für 1,80 R$.Leider kann ich das Preisschild sehr schlecht lesen. Wie hoch schätzt du den Gewinn bei einer verkauften Portion.

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          • #35
            AW: 10 Jahre dort leben

            Zitat von Hebinho Beitrag anzeigen
            .... Naechste Woche kommen "pasteis de Belém" (nachgemachte) dazu.
            Hoffentlich nicht solche wie sie Habibs und diverse Padarias hier verkaufen. Das sind bestenfalls 'pasteis de nata'. Nicht mal canela bekommt man dazu!

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            • #36
              AW: 10 Jahre dort leben

              Zitat von Offmann Beitrag anzeigen
              Hoffentlich nicht solche wie sie Habibs und diverse Padarias hier verkaufen. Das sind bestenfalls 'pasteis de nata'. Nicht mal canela bekommt man dazu!
              Vielleicht mal zur Aufklaerung:
              "Pasteis de Belém" ist eine geschuetzte Bezeichnung und darf nur von der Konditorei in Stadtteil "Belém" (Lissabon) verwendet werden, die seit 1837 die Dinger herstellt und verkauft! "Pastel de Nata" ist auch dann die Bezeichnung, wenn die Inhaltsstoffe zu 100% in Art und Menge identisch sind. Ist wie mit "Coca-Cola".

              Verkauft Habibs die Dinger immer noch? Im Internet sind die im Cardapio schon lange raus (war eine Entscheidung des Vorstands, denn es handle sich um "ein nicht typisch arabisches Produkt").

              Was die meisten Baeckereien anbieten, sind "Puddingtoertchen", denn die verwenden zur Herstellung die so genannte "creme de confeiteiro", in der u.a. Maisstaerke als "Haerter" eingesetzt wird (wie bei den "Mil folhas"). Die ganzen im Internet kreisenden Rezepte sind alles "Nachbauten mit vereinfachten Mitteln". Mein Rezept stammt aus der Familie meiner Ex (Portugiesin) und da sieht die Sache schon etwas anders aus! Der Rest ist normaler Blaetterteig (allerdings mit Butter anstelle der "margarina para folhados"). Was noch wichtig ist: die Backofentemperatur muss mindestens 300, besser 350 Grad betragen, normaler Herd muss da passen und den meisten Baeckereien ist die Energie zu teuer, also nehmen sie die niedrige Temperatur fuer Broetchen und "koecheln" die Toertchen lange. Normalerweise sind max. 10 Minuten erforderlich!!

              Was die Donut-Preise angeht, steht auf dem Schild (war eine Sonderaktion fuer die Schule meiner Frau) 10 Stueck fuer R$ 1,00.
              Der Standardpreis ist 6 Stueck fuer R$ 1,00, 15 Stueck fuer R$ 2,00 und 30 Stueck fuer R$ 3,50. Dazu gibt es wahlweise nur Zimt, Zimt mit Zucker oder Cobertura (morango, uva, chocolate, caramelo) plus bunten Zuckerstreusel.

              Fuer die Wiederverkaeufer nehme ich R$ 7,50 pro Hundert und habe da noch ziemlich genau 150% vor Steuer. Der Gewinn liesse sich noch steigern, wuerde ich billiges Fett zum Frittieren nehmen, aber das muss schon OK sein, sonst schmecken die Kringel nicht und billiges Fett altert zu schnell. Deshalb nehme ich entweder Palmfett (nicht immer zu bekommen) oder ersatzweise gehaertetes Baumwollsamenoel (das bei der Speieseeisherstellung eingesetzt wird).

              Fuer Feste und Geburtstage mache ich auf Bestellung die Dinger mit buntem Zuckerguss und Streusel fuer 19,50 hundert Stueck im bunten Papierkroenchen.

              Bei den "Verrueckten Kartoffeln" (das ist eine als Spirale auf einen Bambusspiess aufgebrachte Kartoffel, die in Oel frittiert wird), liegt der Gewinn bei ueber 200%. Die gibt es mit verschiedenen Salzsorten: Frittensalz (nach deutschem Rezept, bietet hier keiner an, da musste ich allerdings den scharfen Paprika gegen suessen ersetzen, denn beim ersten Verkosten waren alle Tester zu Feuerspeiern geworden), Salz mit Kaesegeschmack, Salz mit Galinha Caipira-Geschmack und Salz mit Petersilie/Zwiebelgeschmack (laeuft am besten, muss ich wieder neu mischen).

              Mit Ausnahme der Rezepte gibt es da eigentlich wenig Geheimnisse....

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              • #37
                AW: 10 Jahre dort leben

                Okay, Hebinho wir sind uns einig, dass die brasilianischen Puddingtoertchen eine Zumutung aber keine PdB sind
                Das mit dem alten Familienrezept klingt ja schon mal vielversprechend. Hoffentlich wissen es Deine Kunden zu schaetzen. Versendest Du auch nach SP ?
                An den geschuetzten Namen erinnere ich mich noch, steht glaube ich dort im Casa Pasteis de Belem auf der Speisekarte drauf, aber anscheinend ist der Schutz nicht international?
                Nebenbei glaube ich, dass in Portugal die echten Pasteis de Belem besser schmecken als die Pasteis de Nata an jeder Strassenecke, auch wenn beides Pasteis de Nata sind. Kann natuerlich auch am Ambiente liegen.
                Ob Habibs die immer noch verkauft weiss ich nicht, aber im Jaenner habe ich in der 'Padaria Portugal' hier 'Pasteis de Belem' gekostet

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                • #38
                  AW: 10 Jahre dort leben

                  wer es denn wirklich geschafft hat:
                  also keine Rentner,
                  keine Aussteiger, die mit dem niedrigsten (but not limited) Niveau zufrieden sind
                  keine, die irgendwie bei brasilianischer Frau und Familie durchgekommen sind
                  die keine Pousada betreiben (wobei das früher sicher ging)
                  keine, die ein festes Einkommen aus Europa haben
                  keine Leute mit Entsendevertrag
                  nicht Internetbusiness betreiben
                  Agenten, Makler, Berater (soweit sie in Wirklichkeit nur ein Zubrot verdienen)

                  bleiben also über:

                  Auswanderer, die eine qualifiziere Anstellung gefunden (Spezialisten)
                  Selbstständige, die eine eigene Geschäftsidee betreiben.

                  genauso isses! ich rate dir gedenfalls es zu versuchen, du scheinst ein aufgeschlossener gebildeter mensch zu sein und du hast die informationen hier bekommen die du brauchst.tiradentes hat es aber auf den punkt gebracht wer hier potential hat.
                  ich bin 5 jahre aelter als du und habe es seit 10 jahren langsam angehen lassen mit hier nieder zu lassen. nicht weil ich unbedingt wollte, sondern weil meine brasilianische frau nach ihrem studium in deutschland nicht mehr so begeistert von unserem land war. nach wie vor betreibe ich allerdings meine kleine handwerksfirma auch in deutschland mit einem partner weiter...ich bin ein mensch der brasilien seit 10 jahren kennt.ich betreibe auch auch mit meinem freund und partner paulo eine zimmerei in blumenau die mittlerweile durchaus erfolgreich laeuft. ich bin stolz was ich hier erreicht habe und wir leben ein glueckliches leben in campinas wo meine frau gerade an der unicamp ihren doktor macht. als wir weitergehend ueber unsere zukunft uns gedanken machten, stellten wir fest, dass wir , wenn wir bald kinder haben und unsere sicherheitsbeduerfnisse zufriedenstellend abgesichert sind, wir doch ueber erhebliche mittel verfuegen mussten. du kannst deine kinder nicht hier auf eine staatliche schule schicken! auch wir werden sicherlich nach deutschland zurueckgehen in vielleicht 5 jahren. dein wunsch eine familie zu haben mit einer brasilianischen frau ist jedenfalls verstaendlich und dem oeden deutschland zu entfliehen auch, wir werden sicher irgendwann zurueckgehen als unabhaengige menschen die auch in deutschland ihr leben in die hand nehmen. so denn und viel glueck, du wirst es brauchen

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                  • #39
                    AW: 10 Jahre dort leben

                    Zitat von Tiradentes Beitrag anzeigen

                    möge) Ich habe eine Menge Hobbies, denen ich in Brasilien nachgehen kann (leichter als in D) Dazu habe ich zwischendurch mit meiner brasilianischen Frau mal wieder in D gelebt, Deutschland ist Lebenswert.
                    Ich liebe Brasilien, und trotzdem, so wie ich die Entwicklung in Brasilien einschätze und die Standards hier (Umweltverschmutzung, Kriminalität, Gesundheitswesen, Preisentwicklung, Lärm, Müll) berücksichtige, dann komm ich mehr und mehr zu dem Entschluss, irgendwann wieder nach D zu gehen. Meine brasilianische Frau steht da voll hinter.
                    Die Hauptaspekt, die Brasilien so attraktive machten, die Welt der exotischen Frauen, die Landschaft und die günstigen Preise haben sich mittlerweile bei mir abgenutzt und irgendwann fängt man an an die Gesundheitsfürsorge im Alter zu denken, die hier in der Fläche eine Katastrophe ist.

                    Hi Tiradentes,
                    weiß nicht wie lange Du von Dland raus bist. Nur, hier wirds echt nicht besser.

                    Ob es in Brasilien so viel schlechter wird, kann ich nicht beurteilen....


                    Umweltverschmutzung?
                    Hier hast du evtl. ein Kernkraftwerk vor der Haustüre, das nach der Ukermärkischen Fr. Dr. Merkel jetzt noch mal 15 Jahre länger laufen soll.
                    Sie muß es ja wissen, was die Bürger wollen. (Oder die Energiekonzerne fordern.....)

                    Kriminalität?
                    Stimmt, ist aber z.B. in Frankfurt höher als in Blumenau.


                    Gesundheitswesen?
                    Im Mainzer Klinikum sind vor ein paar Tagen 2 Babys an verschmutzten Infusionen gestorben.

                    Alleine in Deutschland erkranken 150.000 Menschen im Jahr an Stapyhlokokken. 40.000 davon sterben. Das kann dich überall treffen.

                    Preisentwicklung?
                    Jeder siebte Deutsche steht an der Schwelle zur Armut. (Spiegel Online 19.08.2010)
                    Die Energiekosten sind in den letzten 10 Jahren weit über 50% gestiegen.

                    (Für Herberts zukünftige Donuts Kalkulation, hier kostet ein Crepe mit Nutella nur 3.- Euros :confused

                    Lärm?
                    Denke das kommt rein auf den Wohnort an. Deutschland hat 229 Einwohner pro km2. Brasilien nur 22 Einwohner pro km2.



                    Müll?
                    Da sind unsere Verbrennungsanlagen sicher ein Stück weiter. Die Kosten vom Grünen Punkt mal außen vor.

                    Ja ich weiß, jammern auf hohem Niveau…..

                    Jetzt mal aufs Alter gesehen. Ich kenne viele, welche im letzten Lebensdrittel etwas mehr Sonne für die alten Knochen suchen.


                    Male und Teneriffa für 6 Monate im Jahr lassen grüßen.


                    Ein Sankt Elisabethenstift in einer Deutschen Großstadt wo die Vollpension freundliche 3400.—Euronen kostet, ist auch nicht unbedingt erstrebenswert.

                    Eine Polnische Haushaltshilfe kostet nur €1.300.--. Natürlich illegal.
                    Was verdient in Brasilien eine Haushaltshilfe?
                    Jetzt müsste sich mal ein Deutscher Rentner melden, der nach jahrelangem Aufenthalt in einem südlichen Land (z.B.Brasilien) zurück nach Deutschland ist und zufrieden den Rollator durch den Schnee schiebt.
                    Denke mal, nur von solchen Lebenserfahrungen würde sich eine gute Information ableiten lassen.
                    Sorry, dass jetzt der Thread etwas älter geworden ist.

                    Kommentar


                    • #40
                      AW: 10 Jahre dort leben

                      Wenn Du als Rentner nach BR gehst hast Du mit dem Leben abgeschlossen und wirst nur
                      den Moment geniessen. Ich sage euch auch (bin im fortgeschrittenen Alter) der Drive nach
                      Br zu gehen ist bei mir verflacht, 2-3 Urlaubsreisen, das reicht. Die Zeit vor 30 Jahren
                      kommt nicht wieder (mit allen Gefühlen, Abenteuern usw). Ich hab`s im Rahmen genossen
                      und möchte es nicht missen, inkl. meiner 6jährigen Permanencia. Letztendlich ist es auch
                      eine finanzielle Frage, bei den heutigen Preisen und Wechselkursen könnte ich da keine
                      großen Sprünge machen, abgesehen von der Krankenversicherung... die Wehwechen
                      kommen mit der Zeit, hatte ich mir als junger Springinsfeld auch nicht bedacht.
                      Probleme sind auch keine Lösung

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