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Verbrechen in Rio

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  • #11
    es ist gefährlich!

    Irgendwie sind die Diskussionen dieser Art eigenartig. Es gibt welche, die behaupten, es gäbe viel Kriminalität in Brasilien, und dann andere, die sich dadurch irgendwie auf den Schlips getreten fühlen, vielleicht weil das ihre eigenen Illusionen etwas auf den Boden zurückholt. Jedenfalls bin ich mit einer Carioca verheiratet, habe ihre Geburtsstadt besucht, und so einiges erlebt. Im Bus grade noch ein paar zugedröhnten Kids entkommen, die bereits das Messer gewetzt haben, seither fahre ich nicht mehr Stadtbus, so wie meinen Schwägerin, die fährt nur Taxi, aber nix upper class, die ganze Familie kommt aus der Favela, aber sie haben einfach keine Lust, sich ausrauben oder umbringen zu lassen. Meine Frau wurde mehrfach ausgeraubt (einmal einfach wegen ein Paar Turnschuhen), und sie sieht nicht grade wie eine Touristin aus.

    An Silvester wollte sich meine Schwiegermutter um Mitternacht unbedingt im Haus aufhalten. Warum? Balas perdidas, meinte sie, es gibt Leute, die einfach in der Gegend rumschießen an Silvester. Echt, dies ist kein Witz, meine Schwiegermutter ist kein Mimöschen, sie ist mitten in den Bandenkriegen der Favela aufgewachsen.
    Wenn ich die Zeitung lese, z.B. O Dia, dann gibt es eigentlich jeden Tag einen Bericht von einer Art Guerillakrieg in den Favelas und der umliegenden Gegend. Also entweder alles gelogen oder vielleicht was dran? Jedenfalls lesen meine brasilianischen Familienangehörigen schon lange keine Zeitung mehr, - um sich nicht noch mehr zu beunruhigen. Also ich meine, Rio ist gefährlich, und wer weiter seinen Caipirinha-Traum träumen will, der soll das tun. Ich jedenfalls will gerne noch ein paar Jahre leben und zwar ohne Angst, wenn ich den Fuss vor die Türe setze. Und meine Frau sieht das genau so. Sie hat überhaupt keine Lust mehr, nach B zurückzukehren.
    Wir fahren also hin und wieder hin, bleiben viel zu Hause, fahren den Rest mit dem Taxi, und dabei passen wir auf, daß das nicht ein Schlawiner ist, und dann fahren wir zurück hier nach Deutschland, wo es zwar nicht so viel Lächeln auf der Straße gibt, aber dafür auch nicht so viel Tote.

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    • #12
      Kriminalität

      Hallo Leute,
      ich finde dies alles total übertrieben. Ich habe selbst von 1988 bis 1990 in Rio gearbeitet und gelebt, mir ist nie etwas passiert.
      Jetzt wohne ich in Berlin. In der letzten Silvesternacht, also vor ein paar Tagen, sind in Berlin durch alkoholisierte Autofahrer 2 Menschen ums Leben gekommen, drei Menschen wurden erschossen, zwei weitere angeschossen, zwei oder drei Wohnungen und das DIW (Deutsche Institut f. Wirtschaft) brannten vollständig aus, nachdem absichtlich dort Feuerwerkskörper durchs Fenster geschossen wurden. Des weiteren mehrere schwere Körperverletzungen und Überfälle auf Lokale/Gaststätten/Privatpersonen etc., insgesamt 3500 Einsätze der Polizei und Feuerwehr in einer Nacht. Sicherlich, Silvester ist verstärkt mehr los als an anderen Tagen. Aber auch vor kurzem wurde in meiner Straße wo ich wohne ein Mann ausgeraubt und erschossen, ich habe davon überhaupt nichts mitbekommen, habe es aus der Zeitung. In meinem Bezirk, wo ich wohne, ist wiederum vor 2-3 Wochen ein Ehepaar erschossen worden. Im Spätsommer wurde in Berlin auch ein Linienbus mit mehreren Fahrgästen entführt, ohne weitere Folgen für die Geiseln. Täglich finden auf offener Straßen in Berlin Überfälle (Handtaschendiebstähle etc.) statt. Drogenkonsum auf offener Straße, Kinderprostitution, Schwarzarbeit, Pedophile treiben sich herum, Kinder werden vergewaltigt, mißhandelt, Frauen werden vergewaltigt, mißhandelt, Fahrerflucht, Verkehrsrowdys und der deutsche Staat ist angeblich machtlos.
      Ich glaube, daß die Gefahr in Rio oder in Berlin/Frankfurt/Köln/München etc. ums Leben zu kommen bzw. überfallen zu werden, genauso groß ist.
      Also, manchmal grenzt die Berichterstattung in diesem Forum an Hysterie, natürlich ist es an bestimmten Punkten/Stellen in Brasilien gefährlich, aber woanders, in Deutschland zum Beispiel, halt auch. Wenn man/frau sich an bestimmte Regeln hält (das gilt übrigens auch für deutsche Großstädte) passiert auch nichts, eine Garantie gibt es jedoch dafür nicht, weder in Brasilien noch in Deutschland. Bloß hier im Forum wird jeder Zeitungsbericht, der einen Überfall mit Mord beschreibt, gleich ein großes Drama zelebriert, nur weil es mal wieder einen Ausländer/Touristen getroffen hat. Das passiert auf deutschen Straßen ebenfalls täglich.
      Günter

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      • #13
        Re: Kriminalität

        Zitat von Günter S.
        Hallo Leute,
        ich finde dies alles total übertrieben. Ich habe selbst von 1988 bis 1990 in Rio gearbeitet und gelebt, mir ist nie etwas passiert...
        Vor 15 Jahren als Kellner an der Av. Atlantica war die Welt auch noch in Ordnung. :wink:

        Gruss
        Oberlehrer

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        • #14
          c/o Günter

          Die offiziellen Zahlen belegen aber das krasse Gegenteil von deiner Behauptung. Danach ist die Mordrate in brasilianischen Großstädten locker 30 Mal so hoch wie in europäischen Großstädten. Mittlerweile kommen in BR mehr Jugendliche durch Schußwaffen um, als durch Verkehrsunfälle. Klar, jetzt melden sich sicher wieder ein paar Komiker mit dem alten Churchill-Zitat von den Statistiken.

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          • #15
            Hallo Günther,

            Beiträge wie deiner erinnern mich immer and die etwas absurde Diskussion, ob die Entfernung von Paris nach Warschau nun mehr oder weniger als 500 Kilometer seien. Oft wird übersehen, dass es sich dabei um facts handelt, die eine Diskussion meist überflüssig machen.

            Allerdings gibt es auch so etwas wie "gefühlte Sicherheit" und die kann mitunter erheblich von der Realität abweichen und wird oft auch individuell unterschiedlich wahrgenommen.
            Ein guter Indikator ist meines Erachtens, wenn man menschliches Verhalten beobachtet, dass über mehrere Jahre konditioniert wurde:
            Bsp.
            In Rio steigt man in ein PKW und macht sofort immer die Knöpfe runter - niemand denkt weiter darüber nach.
            Oder man fährt nachts immer bei rot über die Ampel, oder man steigt nicht in bestimmte Buslinien oder mietet ein Haus nur mit Porteiro oder baut sich um seine Immobilie immer einen möglichst hohen Zaun und setzt Glasscherben oben drauf.

            All dies sind Indikatoren, die das Sicherheitsgefühl einer Bevölkerung ganz gut widerspiegeln. In Rio und bestimmt auch in Sao Paulo, Salvador oder Recife (aber z.T. auch auf dem Land) wird man solches Verhalten bei der Bevölkerung beobachten können. Und jetzt muss man sich fragen, ob dies auch für Frankfurt, München oder Berlin zutrifft.
            Ich glaube, eine Antwort erübrigt sich hier....

            Außerdem sollte man - so meine ich - nicht müde werden, die Missstände anzuprangern(in Brasilien wie in Deutschland) - nur dann kann sich etwas ändern. Leider haben viele Brasilianer vor der anhaltenden Gewalt schon resigniert. Viele Menschen lesen nicht mal mehr Tageszeitungen, weil sie sich nur noch aufregen würden.


            In diesem Sinne
            Jozinho

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            • #16
              Re: Kriminalität

              Zitat von Günter S.
              Hallo Leute,
              ich finde dies alles total übertrieben. Ich habe selbst von 1988 bis 1990 in Rio gearbeitet und gelebt, mir ist nie etwas passiert.

              Ja, Günter, ich wohne schon seit 40 Jahren in Deutschland und mir ist noch nie was passiert. Also gibt es keine Kriminalität hier? Eigenartige Logik. Erinnert mich ein wenig an ein paar Freunde von mir, die jedes Jahr nach Rio fahren und das Leben "genießen" wollen, und die mir jedesmal versichern, daß das alles ganz sicher ist. Ich denke, sie wollen das so sehen.

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              • #17
                Re: Kriminalität

                Zitat von Günter S.
                Hallo Leute,
                ich finde dies alles total übertrieben. Ich habe selbst von 1988 bis 1990 in Rio gearbeitet und gelebt, mir ist nie etwas passiert.
                Jetzt wohne ich in Berlin. In der letzten Silvesternacht, also vor ein paar Tagen, sind in Berlin durch alkoholisierte Autofahrer 2 Menschen ums Leben gekommen, drei Menschen wurden erschossen, zwei weitere angeschossen, zwei oder drei Wohnungen und das DIW (Deutsche Institut f. Wirtschaft) brannten vollständig aus, nachdem absichtlich dort Feuerwerkskörper durchs Fenster geschossen wurden. Des weiteren mehrere schwere Körperverletzungen und Überfälle auf Lokale/Gaststätten/Privatpersonen etc., insgesamt 3500 Einsätze der Polizei und Feuerwehr in einer Nacht. Sicherlich, Silvester ist verstärkt mehr los als an anderen Tagen. Aber auch vor kurzem wurde in meiner Straße wo ich wohne ein Mann ausgeraubt und erschossen, ich habe davon überhaupt nichts mitbekommen, habe es aus der Zeitung. In meinem Bezirk, wo ich wohne, ist wiederum vor 2-3 Wochen ein Ehepaar erschossen worden. Im Spätsommer wurde in Berlin auch ein Linienbus mit mehreren Fahrgästen entführt, ohne weitere Folgen für die Geiseln. Täglich finden auf offener Straßen in Berlin Überfälle (Handtaschendiebstähle etc.) statt. Drogenkonsum auf offener Straße, Kinderprostitution, Schwarzarbeit, Pedophile treiben sich herum, Kinder werden vergewaltigt, mißhandelt, Frauen werden vergewaltigt, mißhandelt, Fahrerflucht, Verkehrsrowdys und der deutsche Staat ist angeblich machtlos.
                Ich glaube, daß die Gefahr in Rio oder in Berlin/Frankfurt/Köln/München etc. ums Leben zu kommen bzw. überfallen zu werden, genauso groß ist.
                Also, manchmal grenzt die Berichterstattung in diesem Forum an Hysterie, natürlich ist es an bestimmten Punkten/Stellen in Brasilien gefährlich, aber woanders, in Deutschland zum Beispiel, halt auch. Wenn man/frau sich an bestimmte Regeln hält (das gilt übrigens auch für deutsche Großstädte) passiert auch nichts, eine Garantie gibt es jedoch dafür nicht, weder in Brasilien noch in Deutschland. Bloß hier im Forum wird jeder Zeitungsbericht, der einen Überfall mit Mord beschreibt, gleich ein großes Drama zelebriert, nur weil es mal wieder einen Ausländer/Touristen getroffen hat. Das passiert auf deutschen Straßen ebenfalls täglich.
                Günter
                Ich finde dies alles total übertrieben. Ich habe selbst von 1978 bis 1981 in Berlin gearbeitet und gelebt, mir ist nie etwas passiert.

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                • #18
                  Hallo Günter,
                  ich denke Du übertreibst maßlos. Ich lebe seit 32 Jahren in Berlin. Mir ist nie etwas passiert und ich fühle mich sehr sicher. In meinem ganzen Leben wurde ich nur ein einziges mal ausgeraubt und das war leider in Brasilien. Meine Frau wurde früher häufiger in Brasilien ausgeraubt. Und genau das ist der Grund warum sie sich in Berlin so sicher fühlt. Hier ist ihr (zum Glück) noch nichts passiert und sie sagt, dass sie es genießt abends oder nachts auch ohne Angst durch die Straßen ziehen zu können. Ich glaube zwischen Belin und den bras. Metropolen liegen noch Welten. Das müsstest Du objektiv gesehen auch einsehen.
                  Abracos e beijos

                  Brasilbahia

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                  • #19
                    O jornal francês Le Monde diz que o Brasil é responsável por cerca de 10% dos homicídios no planeta, e entre os países sem conflitos internos, tem o recorde de mortes causadas por armas de fogo.

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                    • #20
                      Realitaet sehen und damit leben

                      Hallo aus São Paulo
                      Ich denke, diese "Gewaltdiskussion" ist immer sehr emotional gefuehrt.
                      Ich lebe seit knapp 3 Jahren in Sao Paulo und mir ist noch nie etwas "passiert". Aber ich bin nicht blind und lese die hiesigen Zeitungen und auch Mal ne Statistik. Und da ist Sao Paulo oder Rio nun Mal kein stilles Pflaster. Von unseren 17 Angestellten wurden 13 schon mindestens ein Mal ueberfallen. Ein Kollege von mir war in Rio ne halbe Stunde am Strand und wurde mit nem Riesenmesser ueberfallen (um 18:30).
                      Gestern wurde zum Beispiel ein "Bus-Kassierer" (Cobrador) wegen 80 Real erschossen etc.. Gewalt gehoert hier also, vorallem in den armen Quartieren zur Tagesordnung. Wichtig ist meiner Meinung und Erfahrung nach halt, dass man gewisse Orte und Situationen vermeidet. Der Kollege in Rio war an der Copacabana beim Einnachten. Im Hotel wird davor gewarnt zu dieser Zeit im Sand zu laufen. Er machte es trotzdem und es hat ihn glatt erwischt. Andere laufen besoffen Nachts um 1 im duesteren Stadtzentrum von Sao Paulo rum und haben noch ne Rolex an der Hand.
                      Kurz: Es kann gefaehrlich sein, wie in jeder Millionenstadt auf dieser Welt, mich hats zum Glueck noch nie erwischt, aber wenn man die Augen offen hat und sich den Gegebenheiten anpasst, dann kann man hier sehr gut leben. Ich werde, "se deuz quizer", fuer immer gerne hierbleiben.

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