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Auswandern, warum nicht, Teil 2

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    Auswandern, warum nicht, Teil 2

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      Keine Sekunde bereue ich, seit etwas über 2 Jahren hier zu sein.
      Wie schon im Teil 1 geschrieben, ist Jacuipe ein vom int. Tourismus
      vergessenes Dorf und für mich gibt es nichts schöneres,
      als in Brasilien mit Brasilianern zu leben.

      Die angesprochenen Höhen und Tiefen will ich etwas erklären:

      Zu Beginn verliert man an Körpergrösse, denn man steht sich
      bei den Behörden- und Bankgängen die Füsse in den Bauch.
      Das Nervenband sollte auch noch halbwegs intakt sein,
      sonst schafft man diese Hürde nicht.

      Einiges, was ich erlebt hatte, steht im Teil 1, also zum Teil 2:

      Da ich keine Euroeinkünfte habe, bin ich auf das Geldverdienen
      in diesem Dorf angewiesen.
      Das Mitgebrachte Kleingeld ist schneller weg, als man denkt
      und schon beginnt das Leben, Brasilien pur.
      Die Sitio Pousada, wunderschön und herrlich, ( mit Investor ),
      bringt halbwegs die Einnahmen zur Instandhaltung.
      Das nötige Kleingeld zum Überleben kommt von der Beira Rio Bar,
      ein paradiesischer Fleck.

      Eine Tiefe, bzw. Überraschung bekam ich letztes Jahr zu spüren.
      Die Banken streikten über 1 Monat, keine Chance,
      auf in der Bank deponiertes Geld zu kommen.
      Dementsprechend ging es auch den Wochenendausflüglern von
      Salvador, also nichts los im Wirtshaus, niemand kam.
      Logisch war ich etwas nervös, denn es sind auch Kinder im `Haushalt`.
      In dieser Zeit habe ich am meisten über Brasil pur erlebt und gelernt.
      Reis und Bohnen fehlten nicht, Nachbarn brachten Hühnchen ( pudelarm )
      eine tolle Gemeinschaft.

      Die Autofahrerei gehöhrt auch zu den Schattenseiten.
      Fahrradfahrer nachts ohne Licht, mitten auf der Strasse,
      Idioten mit dem Auto, die auf 20cm auffahren, obwohl ich sehr zügig unterwegs bin,
      das nervt.
      Vor 2 Tagen wurde hier eine Frau plattgefahren, d.h., sie flog wie wie ein Engelchen,
      obwohl sie noch gar kein Engelchen war, aber jetzt hoffentlich ist.
      Ein Fahrradfahrer wurde tagsüber vom Sattel geholt und ein Junge brach sich die Knochen,
      weil ein Besoffener seine Karre nicht auf der Strasse halten konnte.
      3 Opfer an einem Tag, nur in diesem kleinem Fleck?

      Was mich riesig freut, ist der Besuch von vielen Forumsteilnehmern.
      Ich glaube, einige Eindrücke über meine Brasilienliebe hinterlassen zu haben.
      Einigen konnte ich auch das Hinterland zeigen, wo der Spass ein Ende hat,
      aber die Menschen lächelnd den Tatsachen gegenüber stehen.
      Dieses Lächeln wird jetzt wahrscheinlich gleich wieder falsch verstanden,
      aber die Freunde, die mit mir waren, wissen was ich meine.

      Als ich hier ankam, gab meine Armbanduhrbatterie den Geist auf.
      Ich dachte mir, eine Batterie schnell zu kaufen.
      Bis heute liegt die Uhr in der Schublade, für was denn?
      Die Zeit vergeht auch ohne Uhr, der Tag ist wichtig,
      ein hoffentlich glücklicher Tag und die gibt es hier mehr,
      als in Deutschland, jedenfalls für mich.

      Das war´s für den Anfangsteil von Teil 2,
      ich hätte noch mehr zu schreiben, aber die Zeit drängt.

      Übrigens war ich die letzen Tage trotz langsamen PC ( ein Baiano )
      weg vom Netz.Wegen gewaltiger Regenfälle hatten wir keinen Strom.

      bis demnächst

      Neto )br
      Neto

      www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas
    • #2

      umziehen...

      Auswandern? Umziehen, oder sich einfach nur verändern??

      Ich wollte mal auf das Wort "AUSWANDERN" eingehen;
      Bei Dir Neto, und auch bei vielen anderen habe ich manchmal den Eindruck, dass ihr mit Eurem bisherigen (oder früheren) Leben sehr unzufrieden seid - fast eine Belastung.
      Das merke ich auch oft in anderen Foren.

      Das ist bei mir gar nicht der Fall, und ich empfinde meine "Auswanderung" auch eher als einfachen Umzug.
      Gut, ging halt ein bisschen weiter, über Ländergrenzen, und Ozeane hinweg, aber mehr als ein Umzug ist es für mich nicht.

      Ich hatte heute übrigens auch 2x Stromausfall (eher selten bei mir), schifft seit 2 Tagen durch, so 198 mm sollen heute runtergekommen sein.

      Vielleicht war's ja auch mehr, denn die Hälfte von den Jungs von den Wetterstationen streiken (mal wieder).
      Vielleicht machen die jetzt ja nur den halben Job und lesen nur die Hälfte ab.

      Kommentar

      • #3

        Oi Miki,

        mit meinem Leben war und bin sehr wohl zufrieden.
        Jahrelang lebte ich in der affengeilen Stadt Berlin (vor dem Mauerfall)
        und dann in meiner Heimat Oberbayern.
        Seit meiner ersten Brasilienreise 1979 war ich jedoch von diesem Land
        wie gefesselt und bin froh, dass ich jetzt hier lebe.
        Ob ich ausgewandert, oder umgezogen bin, weiss ich nicht,
        vielleicht ist der Titel falsch, sehe ich auch nicht als wichtig.
        Zum Glück ist die Welt schön, auch wenn manche Wahnsinnige
        das Leben den Erdenbürgern schwer machen und unser Kügelchen in Gefahr bringen.

        Ich schimpfe auch keinesfalls auf Deutschland, meine Heimat,
        aber hier ist das Leben lebenswerter, intensiver, vielleicht kann ich sagen, ehrlicher.

        na denn, bis bald,
        der Tag beginnt, mal sehen, was für Gags heute passieren.

        Neto
        Neto

        www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas

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        • #4

          Zitat von Neto
          ... vielleicht kann ich sagen (ist das Leben hier), ehrlicher.
          das stimmt genau: ehrlicher!

          Hier in Brasilien werden nämlich die niedrigsten Instinkte menschlichen Handelns in der Gesellschaft absolut frei ausgelebt: Geld und Macht... egal um welchen Preis, Moral und Ethik gibt´s hier kaum. Das Manifest für die brasilianische Gesellschaft sind Statussymbole, Arroganz dem schwächeren gegenüber, Cliquenwirtschaft auf jeder Ebene, absurder Konsum, Abstinenz von Solidarität etc. etc. etc... Die brasilianische Gesellschaft ist ein Buschkrieg... in sofern schon ehrlicher als in Europa, wo man sich entwickelt hat, wo gesellschaftliche Formen und staatliche Regulierungen die niedrigen Instinkte aushebeln, und dem Individuum Freiräume schaffen, sein eigenes Leben frei und chancengleich auszuleben...

          Ambassador
          Ich bin's, T a k e o ...

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          • #5

            Vorsicht Ambassador,
            Du weckst sonst noch alle naiven Träumer auf.
            Wer nach Brasilien auswandern will, muss 3 mal chemisch gereinigt sein.
            Wer guten Herzens herkommt ist verraten und verkauft.
            Wenn Du kein Gangster bist, musst Du zum Gangster werden,
            sonst gehst Du sang- und klanglos unter.
            Traurig, aber wahr.

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            • #6

              Dass das Wörtchen ´ehrlicher´ in diesem Zusammenhang nicht gut ankommt,
              dachte ich mir.
              Natürlich gibt es auch in B Schwerverbrecher wie Ron Sommer etc,
              die Globalisierung nimmt seinen Lauf, die Scheisse dampft.
              Ein fleissiger Kleinladen hat jedoch in B mehr Chancen, als in D.

              Man muss jedoch nicht zum Gauner werden, um hier überleben zu wollen.
              Gesunder, an´s Land angepasster Menschenverstand und wachsame Augen vermindern
              finanzielle Ausfallquoten.

              Unter ´ehrlich´ sehe ich u.a. das Familienleben.
              Wenn wer stirbt, wird echt getrauert.
              Es wird nicht schon zu Lebzeiten um´s Erbe gestritten.
              In D habe ich Fälle erlebt, die sind zum schämen.
              Alte werden nicht in`s Heim geschoben, die werden gepflegt
              und Opa und Oma haben täglich Freude mit den Enkelchen.
              Ich habe hier noch nie von Eltern gehört, dass die Kinder Plagen wären.
              In D hörte ich das fast tagtäglich.

              Die Erbschaftsstreitereien dürften natürlich bei Geldsäcken in B auch vorkommen.
              In diesen Kreisen bewege ich mich zum Glück nicht.

              Neto
              Neto

              www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas

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              • #7

                Bevor hier wieder andere die Beiträge löschen, mache ich es lieber selbst.

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                • #8

                  Was Ambassador und UPB geschrieben haben dem kann ich nichts mehr hinzufügen, denn das war so ehrlich und prezise wie das Land Brasilien verlogen ist!
                  Das trifft den Nagel zu 1000 % auf dem Kopf!

                  Walter

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                  • #9

                    eine Frage:

                    warum interessiert ihr euch, oder lebt gar in einem Land,
                    wo man angeblich zum Gauner werden muss, um überleben zu können :?:

                    Neto
                    Neto

                    www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas

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                    • #10

                      @ Neto,
                      was deinen Beitrag betrifft, sehe ich ihn mehr oder weniger als verzweifelten Kundenfang!


                      ...und was mich betrifft, ich stehe nun mal auf die Freiheit die mir Brasilien in jeder Hinsicht bietet.
                      Brasilien ist kriminel und in Deutschland wird jeder kriminalisiert.
                      Also was ist besser, woh kann man besser leben oder wo kann ich aufrecht gehen, bestimmt nicht in D!
                      Brasilien ist nichts für Weicheier und die Menschen die es vorziehen ständig einen Analgeruch in der Nase zu haben, die sind besser in Deutschland aufgehoben.
                      Lieber sehe ich in eine 38siger als mich gängeln zu lassen und mich ständigen Kontrollen auszusetzen.

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