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Auswandern, warum nicht?

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  • #81
    Seit heute lebe ich genau 1 Jahr in Jacuipe.
    Wie es mir ergangen ist, habe ich hier geschrieben.

    Ich finde, es ist Zeit, den Beitrag zu schliessen.
    Die ´Antwortenwurscht´ wird lang.
    Das Interesse hat mich gefreut,
    die Diskussionen und Antworten waren überwiegend toll, ganz toll.

    Ich wünsche jedem, der Auswanderungspläne hat,
    dass er/sie, sie verwirklicht.
    Der Behördenkram am Anfang ist ein Spiessrutenlauf,
    wo man sich die Füsse in den Bauch stellt.
    Geduld ist angesagt, die bei mir manchmal versagte.
    In Deutschland erledigt man Behörden- und Bankangelegenheiten
    in 30 Minuten, hier dauert es Monate bis zu einem Jahr.
    Aber und das ist wichtig, letztendlich klappt alles und mit der Zeit wird es immer leichter.

    Ich hatte das Glück, gute Kontakte zu bekommen
    die das Nervenband schonten und immer noch schonen.
    Ein Deutscher Sicherheitsfetischist geht hier ein wie eine Primel,
    ein TÜV Beamter bekommt eine Herzattacke, obwohl sich schon viel gebessert hat.
    Nur noch wenige Autos haben statt Unterboden eine Holzlatte drin.
    Neulich fuhr ich mit so einem Veteran mit, die Frage nach Bremsen erübrigte sich.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Leute nicht Tag für Tag leben,
    sondern von Minute zu Minute, Sekunde für Sekunde, lächelnd.
    Bis zur Schrecksekunde, da dürfte sich das Lächeln verzerren, kurzfristig..........bis zum erstarren.

    Vom Tourismus bin ich enttäuscht.
    Bahia scheint nur aus Barra und Pelourinho zu bestehen,
    wegen der Mädels mit den Europupillen.
    Ich las einen Bericht, wo die Polizisten nicht mehr Kindermädchen
    für diesen Tourismus sein wollten.
    Die Antwort war, wir müssen diese Leute erdulden,
    das Geld bringen natürlich die Kurzzeittouristen, die in Luxushotels
    absteigen und im Airconditionbus kutschiert werden.
    Zudem ist ganz klar, dass der Barratourist das nicht vorhandene Sozialamt ersetzt.
    Nach kurzer ´Liebe´, Gebumse, oder Saufgelage werden Kontonummer ausgetauscht
    ( habe ich schon mehrmals am Flughafen gesehen)
    und ab geht die Post, bzw. Überweisung.
    Übrigens ist auch eine nicht zu unterschätzende Anzahl ausländischer Mädels
    Opfer von männlichen Europupillen!

    Für mich hat Brasilien andere Werte,
    wobei die hübschen Engelchen auch immer eine Rolle spielten
    und spielen.
    Natur pur, so lange es sie noch gibt, das konnte ich bei meinen Amazonasreisen erleben.
    Eine Mentalität, die unschlagbar ist, die wir bzw. ich nie in´s Blut bekommen werde.
    Vieles von meinem deutschem Denken habe ich schon abgelegt, um nicht verrückt zu werden.

    Die Eisdiele macht Fortschritte, allerdings saisonbedingt,
    es ist Sommer- und Ferienzeit.
    Wir haben uns auf 200 kg Eis und 100 Kisten Bier pro Woche, im wahrtsen Sinne des Wortes, gewirtschaftet.
    Das Geld verschwand in der mittlerweilen 4. Tiefkühltruhe, eine weitere brauche ich noch.
    Dann wird es Zeit, an Rücklagen für den Winter zu denken, obwohl es seit 3 Tagen hier regnet,
    wie im Winter.
    Zum Glück habe ich in der kurzen Zeit viel Stammkundschaft bekommen.
    Da ist selbst der Bürgermeister dabei, der manchmal einen Abgeordneten mitbringt.
    Der Abgeordnete pendelt zwischen Salvador und Brasilia hin und her
    und sitzt da, wie ich, in Short und und ohne T-Shirt.
    Heute hat die Musikgruppe ASAS LIVRES eine Versammlung bei mir.
    Die sind in Bahia bekannt, wie ein bunter Hund.

    Neulich war das Rolltor an der Eingangstüre der Eisdiele defekt.
    4 Mann kamen, bauten das Tor aus und nach kurzer Zeit,
    mit erfolgreicher Reparatur der 4 Mann Schlosserei, wieder ein.
    Die Kosten waren 40 Reais, die verschwitzten Männer
    setzten sich hin tranken ein Bierchen, noch ein´s, noch zwei,
    die Rechnung war zum Schluss bei 40 Reais.

    Das ist Brasilien, Bahia, die Leute wissen zu leben und ich froh, dabei zu sein.
    Neto

    www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas

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    • #82
      Neto, das was du da beschreibst ist nicht Brasilien. Das ist lediglich Jacuípe in Bahia. Bitte verurteile Brasilien nicht auf diese Art und Weise. Was bei dir abläuft, ist wohl typisch für den Nordosten Brasiliens. In Santa Catarina, São Paulo oder Minas Gerais laufen die Geschäfte und auch die Uhren etwas anders. Aber wenn du dich mit dem dir dort gebotenem zufrieden gibst ist das ein Glück für dich; für andere ist es eine Katastrophe!

      Kommentar


      • #83
        Hallo Baubau,

        Neto schrieb ganz deutlich:

        >>Das ist Brasilien, Bahia, die Leute wissen zu leben und ich froh, dabei >>zu sein.

        Also wenn du Brasilien kennst, weist du, dass Bahia im NO liegt.
        Neto hat seine Erzaehlungen immer nur fuer Bahia gemacht, nie den Anspruch erhoben, fuer ganz Brasilien zu sprechen.
        Wieso also diese Bemerkung ??
        Wenn Du einen anderen Teil Brasiliens kennst, berichte darueber.
        Ich meine, dass Neto ( kenne ihn nicht persoehnlich ), in einfacher und sehr schoener Erzaehlweise das Wesen des NO Brasilien beschreibt.
        Waere schoen, bald wieder von ihm und seinen Geschichten zu hoeren...

        Kommentar


        • #84
          Oi Eisvogel,

          ....genau wie Jorge Amado, neech. Nur traut sich unser Neto leider nicht sein Buch zu schreiben, obwohl es doch soooooo schööööööön wäre :!: :!: :!:

          ...aber irgendwann mache ich mir mal die Arbeit und kopiere alle Neto-Beiträge zusammen, drucke sie aus und schicke sie an Neto zum unterschreiben. Anschliessend such ich dann einen Buchverlag. Bei den Verkaufszahlen wird dann Dieter Bohlen vor Neid erblassen. :oops:

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          • #85
            hallo!

            hallo,
            ich möchte mich erst einmal vorstellen, bin 37 jahre alt, 11jahre offiziell selbstständig im kfz-handel, alleinstehend.
            ich lese schon seit ein paar monaten dieses forum, da ich in kürze auswandern will. eventuell nach brasilien. fliege im feb/märz für 4 wochen in den nordosten.
            die beiträge von neto und günter s. fand ich klasse!
            warum von dem ein oder anderen aber so eine negative einstellung und auch stänkereien kommen, verstehe ich ehrlich gesagt nicht!
            ich denke hier werden tipps und erfahrungen ausgetauscht!
            irgendwie geht es mir wie günter s., das ewige problem der sicherheit, wobei er noch den vorteil einer bras. frau hat und wohl die sprache recht gut spricht. zum teil haben wir auch die gleichen gründe, was uns vom auswandern träumen lässt.
            ich war lange zeit der meinung ich bräuchte 1 mio DM oder jetzt eine halbe mio € zum ausstieg, was ich eigentlich mit 30 erreichen wollte, aber wie das leben so spielt, leider nicht geschafft!!! :wink:
            momentan habe ich eigentlich nur noch das gefühl das leben geht an mir vorbei!
            ähnlich wie in dem film "und täglich grüsst das murmeltier!".
            jeden tag die gleiche strecke/landschaft, die gleichen leute, der gleiche ablauf!
            eigentlich bin ich durch ein abenteuer zu meiner jetzigen tätigkeit gekommen, autos durch die wüste nach afrika gefahren und dort verkauft, später mit dem schiff geschickt, viel geld verdient, eine menge auch wieder verloren! :wink:
            vom reihenhaus und geregelter arbeit habe ich nie geträumt!
            auch sehe ich die zukunft in deutschland eher bescheiden, angst unterzugehen habe ich aber nicht! nachbarschaftshilfe, wie ich es noch aus meiner jugend kenne, gibt es wohl nur noch sehr selten.
            jeder ist nur auf den eigenen vorteil bedacht.
            und die meisten beim geringsten anlass nur noch auf streit aus.
            obwohl es hier in deutschland keinem richtig schlecht geht!
            sogar in afrika, wo die leute nichts haben, ausser dem was sie anhaben, kamen mir die menschen glücklicher und freundlicher als hier vor!
            ob der gesellschafts/konsumdruck oder überbevölkerung daran schuld ist?
            keine ahnung, ändern kann ich es sowieso nicht !
            gut, brasilien kenne ich bisher nur aus den medien, die guten und die schlechten seiten wurden hier ja schon oft genug aufgeführt, manche haben den ausstieg geschafft, andere nicht! dem einen gefällt es, dem anderen nicht!

            die hauptfrage für mich ist, wovon ich leben soll und kann!
            gelernter modell/formenbauer mit gesellenbrief, aber schon 15 jahre keine berufserfahrung mehr, aussicht in bras. =0!
            15 jahre im kfz-handel, kann das meiste am auto selbst reparieren und wohl auch alles fahren was räder hat, aber mechaniker und fahrer gibt es wohl auch genug, also aussicht =0!
            kann ich nach 15 jahren überhaupt noch einer geregelten arbeit nachgehen? weiss ich ehrlich gesagt auch nicht! :wink:
            bleibt die selbstständigkeit!

            aber was?
            auf kontakte kann ich nicht zurückgreifen!
            pousada-besitzer? barbesitzer? eiscafe-besitzer? internetcafe?
            es gibt hier ja einige die es geschafft haben!
            einige aber halt auch nicht!
            rinderzucht?
            bin weder tierlieb, noch habe ich die geringste ahnung davon! :wink:
            auto/moped/fahrrad/bootverleih?
            wie ist die nachfrage und die konkurenz?
            oder doch das geld auf die bank legen und solange davon leben, bis nichts mehr da ist? bei 1000€/monat zum leben reicht es 25 jahre, wer weiss ob ich je so alt werde???
            ganz ohne aufgabe wird es aber möglicherweise auch langweilig!
            tja, guter rat ist teuer! die gefahr übers ohr gehauen zu werden sehr gross! :wink:
            aber wenn 170 mio menschen dort leben, werde ich wohl auch noch einen platz und ein auskommen finden!

            ich wäre trotzdem um jeden rat und vorschlag froh!!!
            von neto würde ich gerne wissen, in welchem alter und mit welcher summe er ausgestiegen ist, was allerdings eine sehr sehr persönliche frage ist und ich verstehen würde, wenn er sich dazu nicht äussert!
            auch wie lange er gebraucht hat, die sprache soweit zu sprechen, dass er sich jedermann verständlich machen konnte, wäre interessant!

            allerdings ist mir auch aufgefallen, dass die meisten auswanderer/innen mit einer/m brasilianer/in verheiratet sind!
            dann hätte ich noch ein problem mehr!
            naja, in meinem bekanntenkreis bin ich jetzt sowieso schon als sextourist verurteilt, nach bekanntgabe des reiseziels! :wink:
            wenn ich jetzt noch eine brasilianerin mitbringe, habe ich dieses klischee auch noch erfüllt! :wink:

            ratschläge, meinungen und tipps sind erwünscht, beleidigungen nicht!

            mfg
            viktor

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            • #86
              Zitat von Eisvogel
              Hallo Baubau,

              Neto schrieb ganz deutlich:

              >>Das ist Brasilien, Bahia, die Leute wissen zu leben und ich froh, dabei >>zu sein.

              Also wenn du Brasilien kennst, weist du, dass Bahia im NO liegt.
              Neto hat seine Erzaehlungen immer nur fuer Bahia gemacht, nie den Anspruch erhoben, fuer ganz Brasilien zu sprechen.
              Wieso also diese Bemerkung ??
              Wenn Du einen anderen Teil Brasiliens kennst, berichte darueber.
              Ich meine, dass Neto ( kenne ihn nicht persoehnlich ), in einfacher und sehr schoener Erzaehlweise das Wesen des NO Brasilien beschreibt.
              Waere schoen, bald wieder von ihm und seinen Geschichten zu hoeren...
              Baubau hat aber doch recht: Viele Forumsbesucher die in Deutschland leben, kennen oftmals nur Fortaleza, Recife oder Rio! Auch wenn Neto nicht den Anspruch erhebt für ganz Brasilien zu schreiben, könnten doch viele Forumsbesucher missverständlich ganz Brasilien meinen....

              Übrigens, folgender Witz kursiert in Brasilien, der die Baiânos beschreiben soll:

              Mann: Frau, hast Du ein Mittel gegen Schildkrötenbisse?
              Frau: Nein, wieso???
              Mann: Weil da ´ne Schildkröte kommt - ich glaub' die wird mich beissen!

              Oder:

              Freund1: Ist mein Hosenstall auf?
              Freund2: Weiss nich!
              Freund1: Kuck doch mal!
              Freund2: Nee!
              Freund1: Okay, dann warte ich mit dem Pissen auf morgen!

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              • #87
                Re: hallo!

                Zitat von viktor
                momentan habe ich eigentlich nur noch das gefühl das leben geht an mir vorbei!
                unterzugehen habe ich aber nicht! nachbarschaftshilfe, wie ich es noch aus meiner jugend kenne, gibt es wohl nur noch sehr selten.
                jeder ist nur auf den eigenen vorteil bedacht.
                und die meisten beim geringsten anlass nur noch auf streit aus.
                obwohl es hier in deutschland keinem richtig schlecht geht!

                pousada-besitzer? barbesitzer? eiscafe-besitzer? internetcafe?

                mehr da ist? bei 1000€/monat zum leben reicht es 25 jahre, wer weiss ob
                Hi Viktor,

                wilkommen in Forum. Viele werden sich sicher ueber Dich laecherlich machen, aber keine Sorge, dass scheint einfach in letzter Zeit hier so ueblich zu sein.
                Betr. Deutschland geht es mir auch so, ich fuehle mich dort nicht mehr zu Hause.
                Betr. "auf eigenen Vorteil bedacht", als Grindo, der vermutlich kein Portugiesisch spricht werden alle versuchen Dich nur uebers Ohr zu hauen.

                Wenn Du regelmaessige Arbeit nicht mehr gewohnt bist (und das mache ich ueber Dich gar nicht lustig) dann ist Eisdielenbesitzer oder Pousadabesizer sicher nichts fuer Dich. An Deiner Stelle wuerde ich.

                1. einen portugiesich Kurs and der VHS machen
                2. Brasilien bereisen (nach 1. !!!)
                und 3. mindestens ein Jahr dort von Deinen besagten 1000 $ pro Monat leben _OHNE IRGENDEINE INVESTION ZU TAETIGEN_.

                Aufenthalt ist natuerlich nicht trivial, aber 3-6 Monate sind erst mal kein Problem.

                Ich ziehe wahrscheinlich Ende 2004 nach Brasilien. Kannst mir ja mal eine Email schreiben: jenswp@gmx.de

                Gruss Yens

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                • #88
                  Zitat von Baubau
                  Neto, das was du da beschreibst ist nicht Brasilien. Das ist lediglich Jacuípe in Bahia. Bitte verurteile Brasilien nicht auf diese Art und Weise. Was bei dir abläuft, ist wohl typisch für den Nordosten Brasiliens. In Santa Catarina, São Paulo oder Minas Gerais laufen die Geschäfte und auch die Uhren etwas anders. Aber wenn du dich mit dem dir dort gebotenem zufrieden gibst ist das ein Glück für dich; für andere ist es eine Katastrophe!

                  Oi Baubau,

                  Neto schrieb immer über Bahia(Salvador,Jacuipe,etc.),hättest du dir mal die Mühe gamacht einige seiner Beiträge zu lesen,würdest du festellen müssen das dein Beitrag ein völliger Irrtum war.Neto kennt Brasilien sehr gut glaub mir er weiß wie die Uhren in Sao Paulo,MG und SC gestellt sind.Irren ist menschlich..... :wink:

                  Kommentar


                  • #89
                    Heute regnet es in Strömen, da besteht keine Nachfrage nach Eis.
                    Ich habe Zeit.

                    O Baiano,
                    die Idee mit dem Buch habe ich mir schon öfter überlegt, ein paar Gedanken gemacht,
                    vielleicht habe ich mal wirklich Lust und Zeit.
                    Aus 25 Jahren Brasilienerfahrung mit allen Höhen und Tiefen könnten einige Bände enstehen.
                    Allerdings schrieb ich nie ein Tagebuch, es steckt alles im Hirn.
                    Allein die vielen Amazonastouren füllen ein Buch.
                    Letztendlich bin ich seit einem Jahr da, wovon ich immer geträumt hatte.
                    Da könnte das Buch/der Bücherband dann enden.

                    Es sind absolut 2 Paar Stiefel, als Tourist hier rumzureisen, oder hier zu leben.
                    Wenn man sich auf die faule Haut legen will, jedoch auf Einnahmen angewiesen ist,
                    ist die Sackgasse vorprogrammiert.
                    Das ´Mitgebrachte´, egal wie viel, ist schneller weg, als man denkt.

                    Ich kenne genug, die einen ´Rattenschwanz´ mitzuernähren hatten.
                    Das Kühlschrankproblem ist nicht unterschätzen.
                    Kaum gefüllt, schon wieder leer.
                    Anfangs hatte ich damit auch ein Problem.
                    Die Lösung war einfach, ich kaufte nichts mehr
                    und siehe da, seitdem klappt es prima.
                    Kommt Besuch, kommt er mit nichts, aus 2 Tagen werden 2 Wochen,
                    aus 2 Wochen 2 Monate.Geld für die Rückfahrt ist nicht vorhanden.
                    Das betrifft jedoch nicht nur uns Ausländer, dieses System ist auch
                    unter Brasilianern üblich.
                    Dabei handelt es sich natürlich nicht um die Oberschicht.

                    Es ist äusserst selten, dass ich mit meinem Kleinwagen mit der erlaubten Personenzahl unterwegs bin.
                    Egal ob Salvador, oder Camaçari, irgendwer will mit.
                    Aus dem Onkel wird dann noch die Tante, Nichte, Neffen und 8 Enkelchen.
                    Oft gibt es dann keinen ´Jeitinho´ mehr.
                    Einen Bus kaufe ich sicherlich desshalb nicht, ausserdem wäre der dann
                    auch wieder überfüllt, denn die Familien sind unschlagbar gross.

                    Das Sitio ist aufgrund einer hervorragenden Hausmeisterin und einem zuverlässigem
                    Hausmeister gut organisiert.Wir sind ein tolles Team, was einige aus dem Forum bestätigen können.
                    In der Eisdiele ist meine Hauptaufgabe die Organisation.
                    Manchmal sind 20 Stundentage dabei, an die Nachtarbeit werde ich mich nie gewöhnen.
                    20 Stundentage hatte ich auch in Deutschland, hier ist es nicht ganz sooo anstrengend.
                    Es bleibt Zeit, in den Fluss, oder Schimmbad zu hüpfen
                    und ein Nickerchen in der Hängematte ist mir auch meistens gegönnt.
                    Wie durch das Bild richtig erkannt, bin ich keine 18 mehr,
                    aber trotzdem vom Herzstillstand hoffentlich noch einigermassen weit entfernt.
                    Die Ruhepausen helfen mir dabei.

                    Kreislaufbeschleuniger bekomme ich hier jeden Tag,
                    wie z. B. gestern, als ich einem Ober sagte, er sollte die Tische nach einem heftigem Regenerguss abwischen.
                    Gewissenhaft erledigte er die Aufgabe, auf die er eigentlich selbst kommen hätte können.
                    Die Stühle wischte er nicht ab, davon hatte ich jedoch auch nichts erwähnt.
                    Kugelschreiber kaufe ich nicht mehr.
                    Neulich brachte mal wieder ich einen Pack, abends waren sie weg.
                    Sicher nicht böswillig, aber weg ist weg, niemand verstand den Zauber.
                    Eine Superaushilfsköchin wunderte sich, warum nach 30 Minuten die Pizza immer noch nicht fertig war.
                    Sie beobachtete die Pizza durch die Glasscheibe, als ob sie eine Novela im Fernseher anschauen würde.
                    Sie hatte alles richtig eingstellt und rief mich, weil der Ofen defekt sei.
                    Die Reparatur war einfach, ein Stecker gehört in die Steckdose.
                    Sie setzte die Beobachtungen fort, jetzt sogar mit beleuchteter Pizza.
                    Die Pizza erreichte die Gäste rechtzeitig vor dem Verhungern.

                    Ich hoffe, es entsteht nicht der Eindruck, dass die Menschen hier dumm seien.
                    Die bewundernswerte Ruhe wünsche ich mir oft.
                    Dass die Baianos faul seien, kann ich auch nicht bestätigen.
                    Beim Umbau vom Sitio haben die Arbeiter angepackt,
                    da würde ich keine Stunde mithalten können.
                    Nach einen 12 Stundentag mit fast keiner Pause fuhren einige der Arbeiter
                    dann mit dem Fahrrad nach hause, bis zu 10km!

                    Faule Säcke kenne ich viele in Deutschland, die das Sozialamt auf unverschämte Art und Weise
                    schröpfen.Geschweige denn, die 40jährigen, ausgebrannten Lehrer, die in Frührente gehen.
                    Neto

                    www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas

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                    • #90
                      ...Buch schreiben

                      Lieber Neto,

                      schreib´bitte Dein Buch. Deine Geschichten sind einfach Spitze! Falls Du Dich (noch) nicht traust: lese ´mal die Bücher/Berichte von Carl Goerdeler, ein ehemaliger Diplomat, welcher ebenfalls in Brasilien lebt. Da bekommt man einfach Lust auf mehr! Nach meiner Meinung kannst Du mit ihm mithalten. Also: ich würde auf jeden Fall was kaufen!

                      Liebe Grüsse


                      Bernd (Lampiao)


                      PS.: Altes Hausrezept (aus Polen) gegen Regen: sto gramm.... :? :roll:

                      Na Zdrowie!

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                      Willkommen an unser neuestes Mitglied, Claudia Rejane.

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