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Reise zu den Olympischen Spielen

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      Hallo,

      im August werde ich zu den Olympischen Spielen nach Rio reisen. Da ein stinknormales Hotel zu der Zeit locker 400 Euro die Nacht kostet, habe ich mir ein privates Zimmer in Leblon über Airbnb gebucht. Sorgen macht mir allerdings die hohe Kriminalität. Als ambitionierter Hobbyphotograph trage ich immer eine Kameraausrüstung rum, die so teuer ist, dass mir der Ratschlag "Bei einem Überfall alle Wertsachen rausgeben, denn das Leben ist wichtiger" aus den gängigen Reiseführern nicht wirklich weiterhilft. Ist die Gefahr von Überfällen wirklich so hoch? Mein Plan war, nach Anbruch der Dunkelheit (die im Winter leider sehr früh einsetzt) gar nicht mehr vor die Tür zu gehen oder zumindest nicht mehr mit Kamera, was für einen Photographen keine leichte Entscheidung ist. Ich habe schon extra ein Zimmer direkt gegenüber einer der neuen U-Bahn-Stationen der Linie 4 gebucht, weil es in der U-Bahn hoffentlich sicher ist. Zudem plane ich, eine stichfeste Schutzweste zu tragen, auch wenn es darunter sehr warm wird.

      Sind meine Sorgen übertrieben? Mich hat sehr verwundert, dass meine Vermieterin eine junge Frau ist, die völlig alleine in dieser gefährlichen Stadt lebt. Sie meint, es wäre in Leblon vollkommen sicher, aber wenn sie mir ein Zimmer vermieten will, wird sie ja auch nicht sagen können "Hier sind jeden Tag Schießereien".

      Kürzlich traf ich in Hamburg einen Photographen, der mehrere Jahre in Rio gelebt hat und meinte, ich solle lieber woanders hinfahren. Die teure Kamera würde man mir dort auf jeden Fall abnehmen. Sowas verunsichert mich immer ziemlich.

      Hinzu kommen noch andere Probleme. Wird die Linie 4 wirklich rechtzeitig fertig? Falls nicht, habe ich ein großes Problem. Jeden Tag ein Taxi zu nehmen, würde den finanziellen Rahmen sprengen. Außerdem bereitet mir der Zikavirus sorgen. Und landet benutztes Klopapier in Rio wirklich im Papierkorb, weil die Abwasserleitungen zu dünn für Klopapier sind. Das wäre ja ein Albtraum für mich.

      Wie gesagt, ich will das auf jeden Fall durchziehen, denn ich habe sogar eine Karte für die Abschlussfeier ergattern können und mir ist klar, das man so eine Gelegenheit nur selten bekommt. Es könnte eine wunderschöne Reise werden. Könnt ihr mir einige der Bauchschmerzen nehmen, die ich bekomme, wenn ich die ganzen Horrormeldungen lese? Ist es vielleicht gar nicht so schlimm? Downtown Los Angeles soll ja auch nachts unsicher sein, aber ich habe das als einen sehr friedlichen Ort erlebt. Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen.

      Vielleicht werde ich auch versuchen, bis dahin noch Kontakt mit anderen Alleinreisenden aufzunehmen, falls ich die irgendwo finde. In der Gruppe ist man schon sicherer. Sehr gerne würde ich ja das Eröffnungsfeuerwerk über dem Maracana-Stadion anschauen und am besten auch photographieren, aber die Gegend dort ist nicht sehr sicher besonders nachts traue ich mich dort nicht hin.

      Meine Hoffnung war ja, dass es in Rio während der Spiele viel sicherer sein wird als sonst. Genau deshalb habe ich mich für diesen Zeitraum entschieden.

      Ich bin gespannt auf Eurer Feedback

    • #2
      AW: Reise zu den Olympischen Spielen

      Erst gestern wurde ein Mann vor seinem Sohn erschossen auf offener Straße weil er ein teures Rennrad hatte.
      Und deine Kamera leuchtet so schön hell für die Augen der Banditos das du nicht lange Freude damit haben wirst.
      Ich war in Rio eine Woche und hatte auch viel "Angst" und war vor Dunkelheit im Zimmer. Aber die letzten Tage war ich auch bis 23 Uhr draußen und es ist nichts passiert. Musst halt nur aufpassen und nicht in dunkle Ecken oder Favelas latschen. Oder?! Bin kein Experte.

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      • #3
        AW: Reise zu den Olympischen Spielen

        Ja, solche Berichte lese ich auch dauernd. Die Frage ist nur immer, wo das war. Passiert sowas auch in Leblon?

        Die Copacabana und einige andere Hotspots werde ich wohl nur einmal kurz besuchen, eine Stunde lang Photos machen und dann wieder verschwinden. Und ich hoffe ja, auf dem Zuckerhut und so ist man sicher.

        Ich hatte tatsächlich schon absurde Ideen, wie, mich als Mönch zu verkleiden. Klingt zwar lächerlich, aber wenn dann die Wahrhscheinlichkeit eines Überfalls sinkt, ist mir fast jedes Mittel recht.

        Und meine Kamera könnte ich in eine Papiertüte von McDonald's stecken. Fast Food klaut doch niemand, oder?

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        • #4
          AW: Reise zu den Olympischen Spielen

          So, habe mich jetzt mal registriert.

          Es wäre interessant, ob es irgendwo Zahlen gibt, inwieweit Touristen von Überfällen betroffen sind. Schießereien beschränken sich ja zum Glück größtenteils auf einige nicht befriedete Favelas.

          In eine Favela traue ich mich nicht hinein. Allerdings ist Leblon in der Nähe einiger großer Favelas.

          Es beunruhigt schon, wenn Rio statistisch unsicherer ist als Baghdad.

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          • #5
            AW: Reise zu den Olympischen Spielen

            Zitat von Skyscraperfan Beitrag anzeigen
            trage ich immer eine Kameraausrüstung rum, die so teuer ist
            Das wirst Du dort hoffentlich nicht tun! Leblon ist aber eine gute Gegend.

            Zitat von Skyscraperfan Beitrag anzeigen
            gar nicht mehr vor die Tür zu gehen oder zumindest nicht mehr mit Kamera, was für einen Photographen keine leichte Entscheidung ist. Ich habe schon extra ein Zimmer direkt gegenüber einer der neuen U-Bahn-Stationen der Linie 4 gebucht, weil es in der U-Bahn hoffentlich sicher ist.
            A) ist es in und um die Metro nur bedingt sicherer und B) gibt es auch hochwertige kleine/kompakte Kameras mit der ein Profi sicher klarkommen dürfte.

            Zitat von Skyscraperfan Beitrag anzeigen
            Zudem plane ich, eine stichfeste Schutzweste zu tragen, auch wenn es darunter sehr warm wird.
            Das ist jetzt nicht wahr!? Was ist wenn wer schießt?

            Zitat von Skyscraperfan Beitrag anzeigen

            Sind meine Sorgen übertrieben? Mich hat sehr verwundert, dass meine Vermieterin eine junge Frau ist, die völlig alleine in dieser gefährlichen Stadt lebt. Sie meint, es wäre in Leblon vollkommen sicher, aber wenn sie mir ein Zimmer vermieten will, wird sie ja auch nicht sagen können "Hier sind jeden Tag Schießereien".

            Kürzlich traf ich in Hamburg einen Photographen, der mehrere Jahre in Rio gelebt hat und meinte, ich solle lieber woanders hinfahren. Die teure Kamera würde man mir dort auf jeden Fall abnehmen. Sowas verunsichert mich immer ziemlich.
            So wie zehntausende junge Frauen in Rio und manche leben sogar mitten in den Favelas. Leblon ist tatsächlich eine gute Gegend aber auch hier gilt eine gewisse Grundsorge und kein Leichtsinn. Das gilt übrigens auch für Hamburg St.Pauli und Berlin-Hellersdorf. Es wird viel übertrieben aber natürlich ist Rio nicht Sylt.

            Aber mach Dir weniger einen Kopp, die Augen auf und genieße den Zauber der Stadt.

            Zitat von Skyscraperfan Beitrag anzeigen

            Hinzu kommen noch andere Probleme. Wird die Linie 4 wirklich rechtzeitig fertig?

            Außerdem bereitet mir der Zikavirus sorgen.

            Und landet benutztes Klopapier in Rio wirklich im Papierkorb, weil die Abwasserleitungen zu dünn für Klopapier sind. Das wäre ja ein Albtraum für mich.
            Ob die Metro fertig wird wird nicht das Problem. Eher ob sie fährt denn das ist Brasilien.

            Und was ist mit dem Zikavirus? Bist Du schwanger?

            Klopapier in den Mülleimer kommt oft vor in Brasilien. Aber in Leblon? Keine Ahnung, dann müßte das Haus schon älter sein und wenn ist das auch kein Problem. Ist ja ein Deckel drauf und wird täglich geleert.


            Zitat von Skyscraperfan Beitrag anzeigen

            Wie gesagt, ich will das auf jeden Fall durchziehen, denn ich habe sogar eine Karte für die Abschlussfeier ergattern können und mir ist klar, das man so eine Gelegenheit nur selten bekommt.
            Dann mach das! Hinfliegen, Augen auf und Spaß haben.

            Andreas

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            • #6
              AW: Reise zu den Olympischen Spielen

              Zitat von gorelizer Beitrag anzeigen
              Das wirst Du dort hoffentlich nicht tun! Leblon ist aber eine gute Gegend.
              A) ist es in und um die Metro nur bedingt sicherer und B) gibt es auch hochwertige kleine/kompakte Kameras mit der ein Profi sicher klarkommen dürfte.
              Das ist ein Problem. Brauchbare Kompaktkameras kosten auch schon mehrere hundert bis weit über tausend Euro. Ich habe nicht das Geld, um mir so eine Kamera extra für nur einen Urlaub anzuschaffen. Und die würde mir dann vielleicht auch gestohlen. Photographisch habe ich ja einen gewissen Anspruch. Die Bilder will ich ja hinterher verkaufen, um wenigstens einen Teil der horrenden Kosten dieser Reise wieder reinzukriegen.

              Zitat von gorelizer Beitrag anzeigen
              Das ist jetzt nicht wahr!? Was ist wenn wer schießt?
              Mein Gedanke war, dass jemand auf mich einstechen könnte und wenn ich dann die Weste trage, hätte ich den Überraschungsmoment, in dem ich mich wehren könnte. Zumindest in der Theorie. Leider wurden ja letztes Jahr die Waffengesetze in Rio verschärft. Messer darf man jetzt nicht mehr mit sich führen. Der Räuber wird trotzdem noch ein Messer dabei haben und weiß jetzt, dass sein Opfer unbewaffnet ist.

              Schusssichere Westen sind leider zu teuer, zu schwer und zu warm. Man darf die Weste ja äußerlich nicht sehen. Sonst denken die, ich bin ein reicher Mensch, der sich schützt, weil bei ihm besonders viel zu holen ist.

              Zitat von gorelizer Beitrag anzeigen

              Und was ist mit dem Zikavirus? Bist Du schwanger?
              Nein, aber vor Krankheiten habe ich generell Angst.

              Hmmh, viel sicherer fühle ich mich jetzt nicht gerade. Ich fühle mich in etwas so, als müsste ich in ein Kriegsgebiet reisen. Es ist so weit, dass ich tatsächlich schon überlegt habe, wie ich mir dort eine Schusswaffe besorgen kann. Das habe ich dann aber wieder verworfen, denn sich will nicht in einem brasilanischen Knast landen.

              Hilft es vielleicht, möglichst arm zu wirken, indem mich vorher ein paar Monate nicht rasiere und extra in dreckiger Kleidung rumlaufe? Dann ist bloß die Frage, ob man mich in die Sportstätten reinlässt )

              Am besten suche ich mir doch mal einheimische Verbündete, die ich überrede, mich zu begleiten, wenn ich die Copacabana und und ähnlich gefährliche Orte besuche.

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              • #7
                AW: Reise zu den Olympischen Spielen

                Hi Skyscraperfan,
                ich kann deine Bedenken schon nachvollziehen, mir gehen auch oft ähnliche Sorgen durch den Kopf (ich bin auch ein Brasilien-Erstling).

                Auf jeden Fall werde ich schon vor dir in Rio gewesen sein und werde dir meine persönlichen Impressionen und mein (Un-)sicherheitsgefühl berichten.

                Inzwischen habe ich übrigens beschlossen, mir keine weiteren Berichte über die Kriminalität mehr anzutun. Sie würden nur meine Reiselust beeinträchtigen, ohne mir zusätzliche nützliche Infos zu bieten.
                Zuletzt geändert von pica_pau; 26.01.2016, 09:26.

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                • #8
                  AW: Reise zu den Olympischen Spielen

                  Normalerweise würde ich solch kriminelle Gegenden auch meiden. Mir war es nur wichtig, jeden Kontinent mindestens einmal besucht zu haben. Südamerika und Afrika sind da leider "Problemkontinente", in denen es kaum eine Großstadt mit wenig Kriminalität gibt. Normalerweise mache ich gerne in Asien Urlaub, wo es in weiten Teilen sogar noch sicherer ist als in Deutschland. In Japan stellt man seinen Regenschirm vor dem Supermarkt in einen Ständer und er ist noch da, wenn er wieder rauskommt. Das würde ich in Deutschland nicht probieren.

                  Der Urlaub in Rio wird für mich das bisher größte Abenteuer meines Lebens. Wenn ich das hinter mir habe, ist zumindest mal Südamerika auf meiner Weltkarte abgehakt und es bleibt nur noch das Problem mit Afrika.

                  Solange nichts passiert, hat man wahrscheinlich immer das Gefühl, es wäre sicher. In New York war ich nachts schon alleine im Central Park. Auch mit meiner teuren Kameraausrüstung. Davon habe ich dann später einigen Einheimischen erzählt und die hielten mich für lebensmüde. Ich hatte den Ort aber als total friedlich und harmlos empfunden.

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                  • #9
                    AW: Reise zu den Olympischen Spielen

                    Ich bin in Südamerika bisher in Chile gewesen und fand es dort eigentlich sehr sicher (auch in Santiago und Valparaíso). Denke mir aber, dass Brasilien in der Hinsicht nicht mit Chile zu vergleichen ist.

                    Ach ja, mit einem Abstecher nach Argentinien (El Calafate), aber das ist eine kleine Stadt und sicher nicht mit Buenos Aires zu vergleichen.
                    Zuletzt geändert von pica_pau; 26.01.2016, 09:52.

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                    • #10
                      AW: Reise zu den Olympischen Spielen

                      Ja, Chile gilt als das sicherste Land und Santiago als die sicherste Großstadt in Südamerika. Mich haben aber Rio oder Buenos Aires mehr interessiert. Ich bin mir nicht sicher, ob Santiago genug für eine oder zwei Wochen Urlaub bietet. Vielleicht schaue ich mir es aber auch noch mal an, denn dort steht schließlich der höchste Wolkenkratzer Südamerikas.

                      Ich hoffe ja wirklich, dass es während der Spiele sicherer ist. Sorgen bereitet mir aber die Wirtschaftskrise. Dadurch gibt es jetzt immer mehr verzweifelte Menschen und die Regierung spart an allen Ecken und Enden.

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