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Alle Jahre wieder (oder das Drama mit den Handwerkern)

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      In Brasilien ist es allgemein üblich, in der Zeit vor Weihnachten sein Häuschen ein wenig zu renovieren. Das reicht in der Regel vom einfachen Ausbessern kleinerer "Kinken" im Außenanstrich über eine Neugestaltung der zur Straße gerichteten Außenmauer (andere Farbe, Einsetzen von Glasbausteinen, Anbringen von Verzierungen usw.) bis hin zum Neubau einer Grillecke, eines Swimmingpools oder einer neuen Terasse.

      Auf diese Art und Weise sorgt der Brasilianer dafür, dass das 13. Gehalt bzw. ein großer Teil davon wieder in den heimischen Wirtschaftskreislauf eingefädelt wird.

      Bei uns war es dann Mitte November auch soweit, und nachdem festgelegt wurde, was es zu machen gab (Anlegen eines kleinen Ziergartens, Neuanstrich der Außenmauer, des Hauses (außen), der Stahltür und des Schiebetors für die Einfahrt sowie aller Fenster und Türen), ging es auf die Suche nach den passenden Handwerkern.

      Da wir in den letzten Jahren mit einem im nächsten Stadtteil wohnenden Maurer sehr gute Erfahrungen gemacht hatten (er verstand nicht nur was von Mauerwerk, sondern wusste wahrscheinlich deswegen auch, wie dieses gestrichen werden muss), sind wir abends bei ihm zuhause vorgeigefahren, um einen passenden Termin zu vereinbaren. Aber leider mussten wir da erfahren, dass er vor knapp einem Jahr (natuerlich illegal) nach Portugal gegangen ist, und dort jetzt ein Schweinegeld verdient (denn gute Handwerker sind auch dort Mangelware).

      Was tun, denn nun hieß es mit der Suche von vorne beginnen.? Über einen Bekannten erhielten wir die Adresse eine Maurer/Anstreichers (wieder die ideale Kombi) und dort war dann zwar der "große Meister" beim Abendessen zuhause, nur war der dann schon seit Monaten ausgebucht und es war wieder nix!

      Doch der kannte zumindest einen Anstreicher, der gut sein solle und wir natürlich schnell dort vorbei. Zuhause war nur seine Frau anzutreffen, die dann meinte, ihr Mann wäre mit dem Sohn zum Angeln auf dem Sítio und die würden erst wieder am Sonntag Abend zurückkommen.

      Kam uns schon ein wenig seltsam vor, denn normalerweise sind gerade diese Handwerker an den Wochenenden im November und Dezember ausgebucht, aber OK, wir vereinbarten dann für Montag früh einen Termin und hinterließen unsere Adresse. Wer dann am Montag nicht kam, war der Anstreicher und ein Rückruf bei seiner Frau ergab, dass der noch mit seinem Sohn auf dem Sítio sei. Er wäre aber am Dienstag zu Hause.

      Wir am Dienstag früh dort hin und siehe da, der Meister war zu Hause. Allerdings zog er eine Cachaça-Fahne hinter sich her, die man mit "Sie" anreden konnte. Wir den Meister ins Auto gepackt und zu uns nach Hause gefahren, damit er sich mal ansehen könne, was zu machen sei und uns mal einen Kostenvoranschlag mache. Auf der Fahrt im AUto mussten alle Fenster geöffnet werden, sonst wären wir wahrscheinlich auf den wenigen Kilometern durch seine Fahne bewusstlos geworden. Und er war nur noch vom Sítio und vom Angeln am Reden, wir wurden spontan eingeladen und als wir bei uns ankamen, meinte er ohne auszusteigen, das wäre alles für 300 Reais zu machen, wir muessten nur die Materialien besorgen, Werkzeug und Kompressor und sonst alles haette er.

      Wunderbar, schien also alles in Ordnung zu sein und als Arbeitsgeinn wurde dann auch gleich der nächste Morgen festgesetzt. Aber zur großen Überraschung war dann um 10 Uhr immer noch kein Anstreicher zu sehen und der Rückruf zuhause ergab, dass er schon wieder im Delirium auf dem Sofa lag.

      Unser Vorteil war, dass wir nichts angezahlt hatten, aber wir durften wieder auf die Suche gehen. Fanden dann auch zwei "Empfehlungen", die sich das ansahen, was wir vorhatten und dann meinten, mit rund 450 Reais für die Arbeit müssten wir rechnen. Wir bräuchten (schon wieder) nur die Farben, Schleifpapier, Verdünnung besorgen, den Rest würden sie mitbringen. Da die Jungs momentan noch einen anderen Job zu erledigen hatten, wurde der Samstag als Beginn vereinbart.

      Der Samstag kam und die Jungs kamen nicht. Ein Anruf bei einem der beiden ergab dann, dass sie der Meinung waren, es sei zu weit weg von ihrem Stadtviertel und man müsse über den Preis neu verhandeln. War dann auch das letzte Gespräch mit einem Vertreter der Halsabschneiderfraktion, und wieder wurde gesucht.

      Per Zufall erfuhr dann meine Frau an ihrer Schule von zwei zuverlässigen Brüdern, die derselben Kirche wie meine Frau (Maranatha) angehören, und dieses Jahr begonnen hatten, eine kleine Firma zu gründen, die Renovierungs- und Gartenarbeiten erledigt.

      Die kamen dann auch prompt vorbei, schauten sich alles genau an und vereinbarten einen Preis von 350 Reais fuer das Anlegen des Gartens und alle Maler- bzw. Spachtelarbeiten. Material hatten wir ja schon besorgt.

      Wie vereinbart kamen die beiden dann auch heute morgen an und begannen mit der Arbeit (bzw. wollten mit der Arbeit beginnen). Dabei stellte sich heraus, dass der Maler/Anstreicher der beiden außer einem kleinen Schweinshaarpinsel nichts dabei hatte, mit dem man hätte die Außenmauern streichen können. Ist aber nicht das Problem, denn schließlich waren vorher ja noch andere Vorbereitungsarbeiten zu erledigen, und so hatte ich dann schnell die richtigen Lammfell- und Schaumstoffrollen sowie Kreppband zum Abkleben besorgt und wenn alles klappt, ist bis morgen früh alles an den Außenwänden, der Gartenmauer und dem Schiebetor soweit vorbereitet, dass die Streicherei losgehen kann.

      Der Platz für den Ziergarten wird auch schon fleissig ausgehoben und zwei große Fuhren Humus warten darauf, endlich als Untergrund für dass lange ersehnte Blumenbeet meiner Frau vor dem Haus dienen zu dürfen!

      Was lernen wir daraus?

      Dass nicht nur der Ausländer in Brasilien mit den hiesigen Handwerkern Pech haben kann und vor allem eines:

      VOR dem Beginn der Arbeiten immer mit dem Anbietenden nicht nur über den Preis reden, sondern auch darüber, was er an Werkzeug hat oder nicht hat und was an Verbrauchsmaterial gekauft werden muss, denn Farbe allein gibt - wie man aus dem Erlebten erkennen kann - noch lange keinen Anstrich!

    • #2
      ... oder selber machen...

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