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      Brasilien gehört ja offensichtlich zu den Ländern mit dem prozentual höchsten Auftreten und den meisten Todesfällen aufgrund von postoperativen Infektionen mit resistenten Krankenhauskeimen (MRSA etc.).

      Meine Annahme, dass dies hier im reichen Süden deutlich unproblematischer wäre, war wohl ein Trugschluss, denn in den letzten Wochen sind mehrere Personen aus meinem Bekanntenkreis offensichtlich an solchen Infektionen letztendlich verstorben und einer kämpft noch um sein Überleben und lässt nun seine 6. Knieoperation, d.h. entfernen der infizierten Knochenteile, in Curitiba machen. Ob er noch eine Chance hat ist sehr fraglich und bei den Verstorbenen der letzten Wochen war auch sein Bruder mit dabei, der sich die Keime nach einer Herzoperation eingefangen hatte.
      Alle wurden übrigens im Nobelhospital von Blumenau (Santa Catarina) operiert.

      Da bei meiner Frau in nächster Zeit eine Operation ansteht, stellt sich mir die Frage, ob in Brasilien Krankenhäuser meldepflichtig sind, wenn Krankenhauskeime auftreten. Konnte im Internet leider nichts finden.

      Weis Jemand zufällig Bescheid, ob Krankenhäuser auf diese Problematik hin gecheckt weren können? Bin für jede Anregung dankbar.

      Nur so nebenbei. In Deutschland sterben auch jedes Jahr tausende von Patienten nach Operationen an diesen Krankenhauskeimen und in Deutschland gibt es ja leider keine Meldepflicht für die Krankenhäuser in Bezug auf das Auftreten dieser Keime.
      Deutsche Mediziner, die selbst operiert werden müssen, gehen daher bevorzugt nach Holland, wo diese Problematik fast nicht auftritt!
      Abraços
      BR

    • #2
      AW: Krankenhausinfektionen

      Oi Brasilresidente
      Ich war auch überrascht, als in der Zeit, in der meine Frau in einem (Nobel-) Krankenhaus war, selbst die Ärzte bemüht waren, meine Frau so schnell wie möglich wieder zu entlassen. Ihr Zustand war allerdings so, dass man in D so ins Krankenhaus eingeliefert worden wäre und nicht an Entlassung (em alto) denken würde.

      Schaut man hinter die chromblitzende Marmorfassade sieht man allerdings einige Eigenheiten, die einen nicht wundern lassen, warum die im Krankenhaus ihre Keime nicht in den Griff bekommen.

      Die Station hatte 15 Betten in Einzelzimmer, belegt mit 15 Patienten. Jeder Patient war 24 Stunden von einem Angehörigen, eine privat engagierten Krankenschwester oder der häuslichen Faxineira begleitet (in unserem Fall auch, eine Krankenschwester und unsere langediente Faxi). Das macht dann 30 Leute, die da unkontrolliert und in Hygienefragen meist ungebildet rumspringen. Auf der Toilette, in der Kaffeeküche oder dem Wartebereich treffen sich all diese Personen und tauschen beim Schwätzchen ihre Krankengeschichten und Keime aus.

      Auf der Etage wurde ständig geputzt, von 2 total unmotivierten Putzen, die eine war klein und putzte nur unten die halbe Wand auf ihrer Seite, für Fußboden, Wände , Türgriffe und rumstehende Gegenstände wurde der gleiche Lappen benutzt, allerdings ab und zu durchs Wasser gezogen. Um die Steckdosen (ideale Brutstätten) wurde, da der Lappen ja feucht, weit herumgeputzt. Morgens wurden mit der gleichen Ausrüstung auch die Krankenzimmer geputzt.

      Das ganze passte nicht zu dem elegantem Äußeren des Krankenhauses, denen ging es nur darum, dass das Chrom blitzte, nicht um die Hygiene.

      Und ich bin mir sicher, dass es so im nicht zugänglichen Teil des Krankenhauses weiterging, mit 100-Euro Kräften und 1.000-Euro-Ärzten kann man keinen Staat machen.

      Irgendwie unbefriedigend. Es ist aber nicht auszuschließen, dass dieses ganze Gerede von den übermäßigen Krankenhausinfektionen wiederum eine typisch subjektive Sache ist, wo jeder seine schlechte Erfahrung und was er so gehört hat, weitererzählt. Und die, bei denen alles gut geht, tauchen nirgendwo auf.

      Dazu haben die meisten Ärzte, die dich im Krankenhaus behandeln eigene kleine (4-Zimmer) Privatkliniken zuhause und Interesse, dich dort hin zu holen. Die Begründen das auch gerne mit den Krankenhausinfektionen. Auch machen die Krankenkassen, wie in unserem Fall irgendwann Druck, den Patienten nach Hause zu entlassen und jedes Mal wurde vor den Krankenhausinfektionen gewarnt für die KK ist das natürlich viel billiger.

      Viel Glück für deine Frau.

      Gruß
      Tiradentes
      Jedes Volk hat wohl doch die Regierung und die Politiker, die es verdient

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      • #3
        AW: Krankenhausinfektionen

        Mein Stiefsohn arbeitet als maennliche Krankenschwester (enfermeiro) in Salvador und erzaehlt in den Ferien wenn er bei uns ist, wahre Horrorgeschichten.

        Was wohl absolut nicht in den Griff zu bekommen ist, ist die Unsitte des Personals des Gesundheitswesens - angefangen von der Hilfskrankenschwester bis zum Oberarzt - in der Arbeitskleidung in den Pausen das Krankenhaus zu verlassen, sich bis zur naechsten Lanchonette oder Restaurant etc. zu begeben und mit der gleichen Kluft dann wieder zurueck ins Krankenhaus und in die Krankenzimmer.

        Er hat mir bestaetigt, dass selbst im Verlauf des Studiums zum enfermeiro immer wieder auf derartige grundsaetzliche Hygienemassnahmen verwiesen wird, aber es sowohl in den Krankenhaeusern in Vitória (ES), wo er seine Praktika machte, als auch in den ihm bekannten Krankenhaeusern in Salvador diese Massnahmen nicht beachtet werden.

        Auch die Globo-Sendung Fantastico hatte sich irgendwann einmal damit beschaeftigt, nur helfen tut da anscheinend nichts.

        Insofern kann man Brasilresidentes Frau wirklich nur die Daumen druecken und hoffen, dass alles gut gehen wird.

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        • #4
          AW: Krankenhausinfektionen

          Danke für Euere Antworten. Wir werden eine einigermaßen "sichere" Lösung suchen, möglicherweise in einer Privatklinik.

          Dass Brasilien zu den gefährlichsten Ländern gehört, was Krankausinfektionen anbelangt, habe ich nicht von Erzählungen, sondern aufgrund von Recherchen im Internet herausgefunden; wird wohl leider was dran sein.
          Abraços
          BR

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          • #5
            AW: Krankenhausinfektionen

            Zitat von brasilresidente Beitrag anzeigen
            Danke für Euere Antworten. Wir werden eine einigermaßen "sichere" Lösung suchen, möglicherweise in einer Privatklinik.

            Dass Brasilien zu den gefährlichsten Ländern gehört, was Krankausinfektionen anbelangt, habe ich nicht von Erzählungen, sondern aufgrund von Recherchen im Internet herausgefunden; wird wohl leider was dran sein.
            Oi,

            also wenn Du dazu Tips (bzw. Infos) brauchst, speziell für Blumenau (habe ich so aus deiner Sig heraus gelesen), dann kannst Du dich gerne an mich wenden. Nein, ich selbst bin nicht aus der Branche, kenne aber einige Leute dort aus dem (gehobenen, privaten) Krankenhaussektor, welche Einrichtungen betreiben, die durchaus versuchen üblichen hygienischen Standards Folge zu leisten.

            Also bei Interesse kannst dich ja bei mir melden, könnte versuchen Kontakt herzustellen.

            Wie auch immer: Boa sorte e boas melhoras pra sua mulher!

            Aracos

            Frank

            obs.: ich selbst habe mich übrigens schon des öfteren beim SUS behandeln lassen ... kostenlos (außer Medikamente) und gut ... ok ... nicht daß jetzt alle sagen ich wäre ein Tagträumer: es war in Buzios und in Blumenau.

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            • #6
              AW: Krankenhausinfektionen

              Zitat von Hebinho Beitrag anzeigen
              ....Was wohl absolut nicht in den Griff zu bekommen ist, ist die Unsitte des Personals des Gesundheitswesens - angefangen von der Hilfskrankenschwester bis zum Oberarzt - in der Arbeitskleidung in den Pausen das Krankenhaus zu verlassen, sich bis zur naechsten Lanchonette oder Restaurant etc. zu begeben und mit der gleichen Kluft dann wieder zurueck ins Krankenhaus und in die Krankenzimmer....
              Ganz genau, das deckt sich mit einer Untersuchung die mal gemacht wurde. Da wurde dann festgestellt das z.B. die Kravatten der Ärzte eine der grössten Kein- und Bakterienquellen in Krankenhäusern sind.

              Wie are bereits erwähnt, dieses Problem ist in ganz BRA und in ALLEN Krankenhäusern present, da spielt es keine Rolle ob ich nun im noblen ALBERT EINSTEIN oder SIRIO LIBANESE in São Paulo als Patient bin oder im SUS Krankenhaus, irgendwo im Interior von Ácre, Roraima, etc...

              Dehalb sollte man wirklich tunlichst das KKH so schnell wie möglich verlassen.

              :cool:

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              • #7
                AW: Krankenhausinfektionen

                Zitat von Cônsul Beitrag anzeigen
                ...da spielt es keine Rolle ob ich nun im noblen ALBERT EINSTEIN oder SIRIO LIBANESE in São Paulo als Patient bin oder im SUS Krankenhaus,...
                Ich lag schon 10 Tage im Sírio-Libanês.
                Das ist eine andere Welt! Mein Einzelzimmer hatte die größe einer kleinen Einzimmerwohnung, Ärzte und Pflegepersonal sind alle der englischen Sprache mächtig. 24h rundum glücklich Service.
                Das Zimmer wurde zweimal am Tag gereinigt. Aber nicht nur oberflächlich mal schnell durchgefegt. U.a. wurden auch die ganzen Armaturen mit Sprühflaschen gereinigt. Dass es in diesem Krankenhaus Krankeitserreger mangels Hygiene gibt kann ich mir als Laie schlecht vorstellen.
                Allerdings geht auch dort das Personal mit ihren weißen Arbeitsmänteln und Krawatte auf die Strasse und die ganz Wichtigen hängen sich dabei noch das Stethoskop um den Hals. Auffallend ist auch, dass die Ärztinnen sich extrem schminken und lackierte Fingernägel haben und mit ihren hohen Absätzen auch Nachts über die Gänge klackern.

                Der 10-Tageurlaub hatte übrigens den Preis eines Kleinwagen!

                Salut
                Shroeder
                KCCO

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