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Verhaltenskompendium (überfälle etc.)

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  • Verhaltenskompendium (überfälle etc.)

    ÜBERFALL (passa tudo) oder am falschen ort zur falschen zeit !

    nach dem jorginho die anregung gab mal darüber zu discutieren wie
    verhaltensregeln aussehen könnten. möchte ich euch mal darum
    bitten, ereignisse dieser art zu schildern und wie ihr euch verhalten habt,
    bei übergriffen sei es von banditen oder gar der polizei !?

    vieleicht mag uns michael alias: "mibri" aus diesem threat:

    http://www.brasil-web.de/phpBB2/viewtopic.php?t=3048

    was dazu schreiben wie er es empfunden hat und wie er darauf
    reagierte.

    hier eine meiner geschichten:

    es war eines nachmittags in der favela: "fonceca" in niteroi ganz oben
    "boa vista". als ich wieder runter wollte und mich in richtung auto
    begab kamen 3 zivile polizisten schießenderweise in die favela gestürmt.

    ich rannte was das zeug hielt (fehler nr. 1) als sie mich einholten
    und zu boden stürzten, legten sie mir handschellen an da sie dachten
    ich wäre einer der dealer dieser gegend. das dumme war auch, dass ich
    meine papiere im auto ließ (fehler nr. 2). ich erklärte, soweit man mich
    ließ, das ich deutscher sei, was mir aber keiner der 3 (2 männer und 1 frau),
    glaubte.

    sie drängten mich in die büsche um mich zu erschießen. ich blieb ganz
    ruhig, erklärte nochmals das ich kein drogendealer bin und nur zu besuch
    in der favela sei. als sie schon wetten abschlossen, wer mich denn nun
    zuerst abknallt.

    die frau von den 3en (kit marroni genannt) trug um ihren hals
    eine goldene kette mir der heiligen jungfrau maria und ich bat
    sie, um des glaubens willen, doch bitte in meiner hosentasche
    nach meinem autoschlüssel suchen um mir die chance zu
    geben meine idendität zu überprüfen. einer der beiden männer
    tat dies und sah das ich einen fahrzeugschlüssel eines neuwagens
    besass. das machte sie dann stutzig denn banditen fahren wohl keinen
    seat cordoba. naja, einer ging dann zum auto, nachdem ich erklärte
    wo der wagen steht, und überprüfte, gott sei es gedankt, meine
    angaben.

    und so wurde ich dann frei gelassen mit der aufforderung diesen
    ort zu meiden !!!

    also es müssen nicht immer banditen bzw. überfälle sein, die
    einen in eine solche brikäre situation bringen kann.

    chechel

    das wiki sollten wir auch dazu ergänzen !
    Chechel


  • #2
    Das kann MIR doch nicht passieren...

    Gute Idee von Chech, hier mal solche Geschichten zu schildern. Für die, denen die erste Brasilienreise noch bevorsteht, ist das vielleicht hilf- und lehrreich... Für alle anderen vielleicht auch ein wenig zum Schmunzeln, da schon einige solches oder ähnliches erlebt haben... 8)

    Nun, als ich das erste mal an Karneval in Brasilien war hat man mich schon eingehend davor gewarnt, Wertgegenstände oder allzuviel Geld etc. mitzuführen. Da ich ab und zu auch vernünftig sein kann, nahm ich mir den Rat zu Herzen und habe meinen Geldbeutel "abgespeckt", will sagen, sämtliche Kreditkarten, Dokumente (bis auf die Karte v. Flughafen mit dem Visastempel) und alle Geldscheine grösser als 20,- Rs herausgenommen. Schmuck trage ich eh ausser 2 billigen Ohrringen keinen und den so präparierten Geldbeutel habe ich in eine der Seitentaschen meiner Bermudas gesteckt, welche mit Reißverschluss UND Knöpfen zu verschließen war. So gewappnet fühlte ich mich also sicher und habe mich mit meinem Schatz und einer Freundin ins Getümmel gestürzt. Die Mädels voraus haben wir uns durch die Massen zu unserem Treffpunkt des "Bloco do Samba" gedrückt. Auf einmal hatte ich einen recht kräftigen Kerl vor mir, der mich von den Mädels trennte und stehenblieb. Ich wollte an ihm vorbei, doch das war unmöglich, denn der Hühne bewegte sich nach rechts, wenn ich rechts vorbei wollte und umgekehrt... Als ich dann eine Hand spürte, die meine Seitentasche abtastete und versuchte zu öffnen, ging mir langsam ein Licht auf, was sich da abspielte. Also mutig die Hand an meiner Hosentasche gepackt und den Kerl rechts von mir zur Rede gestellt. Ich hatte den Diebstahl vereitelt und die Situation unter Kontrolle.....DACHTE ich...
    Während ich mich also mit den beiden Halunken herumstritt spürte ich plötzlich einen brennenden Schmerz am Oberschenkel und als ich nach unten sah, grinste mich eine etwa 12-jährige Göre mit einem alten rostigen Rasiermesser in der Hand an, welche mich bei dem Versuch, den Geldbeutel aus der Hose zu schneiden, ziemlich heftig verletzt hatte...
    Als ich auch das glücklicherweise vereiteln konnte habe ich mich sofort per Rückzug aus dem Getümmel gemacht und man hat mich wohl auch dann aufgrund meiner Gegenwehr und meiner nicht gerade kleinen Statur in Ruhe gelassen... Den Geldbeutel konnte ich retten, aber die Designerhose war futsch und aufgrund des Schnittes mit dem dreckigen Messer gab´s ne Infektion und nervige Arztbesuche waren fällig... Es hätte auch schlimmer ausgehen können, denn man hätte mir das Messer auch mit Leichtigkeit an den Hals halten und benutzen können. Das alles nur wegen der blöden, interssanten, ausgebeulten und gefüllten Seitentasche.
    Merke: Ein Gringo mit gefüllten Taschen ist immer Freiwild ! Und die Leutchen arbeiten meist in Gruppen, inclusive Kindern und Oma und Opa, wenn´s sein muss. Außerdem kennen die mehr Tricks als alle "Oberschlau-Touristen" zusammen !
    Hierzu solltet Ihr verstehen, daß 200-300 Rs eine Familie einen Monat lang ernähren kann und viele Familien schon Schwierigkeiten haben, dieses Existenzminimum zusammenzukratzen. Und die Hemmschwelle liegt bekanntlich tief wenn man Hunger hat...
    Seither gehe ich in Brasilien nur noch mit einfachem T-Shirt, kurzer Hose mit LEEREN Taschen auf die Strasse. Das bisschen Geld für unterwegs und die Kopie v. Pass befinden sich in einem Stoffbeutelchen in der Unterhose, wo´s keiner von aussen sehen und vermuten kann... Auch verzichte ich auf irgendwelche teuren Markenschuhe, denn schon so mancher Tourist hat den Heimweg ins Hotel barfuss antreten müssen, weil jemand anderem die Schuhe besser gefielen...
    Also vermeidet es besser, Euren Wohlstand zur Schau zu tragen und spart Euch das für die Düsseldorfer "Kö´" o.ä auf. In Brasilien erzeugt Ihr damit nur Neid, Aggressivität, Beleidigung und Gefahr für Euch selbst.

    Nochmal an Chel: Tolle Idee !

    Für alle, die sich diese Tipps und Berichte zu Herzen nehmen und beachten, wird der erste Brasilienurlaub sicher ein schönes Erlebnis werden. :wink:

    Alle anderen "Ich-bin-ein-Besser-Deutscher-Proleten" werden diese Hochmut früher oder später bezahlen... Und wenn ich ganz ehrlich bin, sage ich mit etwas Schadenfreude: Gerechterweise ! :twisted:

    In diesem Sinne: Schönen Urlaub !

    Vagabundo
    Der Glaube an sich selbst ist die Quelle des Erfolges !

    Kommentar


    • #3
      Hi Chechel,

      welche Favela in Fonseca war das, die gegenüber von "Vila Ipiranga", also an dem Hügel wo noch freie Fläche ist (Grasbewuchs, kein spitzer Morro) und wo der große Strommast steht ?

      Kommentar


      • #4
        Ich sass mal mit phillipinischen Matrosen am Tisch in einer Churrascaria.
        Einige Mädels sassen bei den Matrosen.
        2 Brasilianer meinten, lasst unsere Mädels in Ruhe,
        Brasilianerinnen gehören zu Brasilianern.
        Kurz darauf entstand ein Streit, Stühle und Bierflaschen flogen umher.
        Da packte einer der Brasilianer einen Revolver aus der Handtasche
        und begann zu schiessen.
        Ich sah niemanden zusammenbrechen, dachte an Platzpatronen und blieb immer noch ruhig sitzen.
        Dann gab der Typ Fersengeld.
        Siehe da, mein Tischnachbar hing mit dem Kopf über dem Tisch,
        die Kugeln trafen in den Oberkörper.
        Der 2. Brasilianer wurde von den Matrosen festgehalten und der Getroffene
        wurde nach einigem hick-hack im Kofferrraum eines PKW´s abtransportiert.
        Ich sass immer noch ganz baff da.
        Kurz darauf quietschten Autoreifen, die VW KäferTüren flogen auf, Dreibeiene wurden auf der Strasse ausgeklappt,
        Riesenknarren mit Patronengurten dran.
        Männer lagen hinter den Knarren, mit dem Finger am Abzug,
        Lauf in Richtung Churrascaria.
        Mittlerweile stand ich am Tisch und ratz-fatz hatte ich von einem Zivilpolizisten eine Art Pumpgun am Bauch.
        Ein Scheissgefühl, ich traute mich kaum zu atmen.
        Der festgehaltene Brasilianer wurde untersucht und seine Handtasche geöffnet.
        Er hatte die Standartausrüstung dabei, d.h., einen Revolver und ein Pornoheft.
        Gebrüllt wurde die ganze Zeit wie am Spiess, ich war still wie ein Mäuschen.
        Als es etwas ruhiger wurde, sagte ich meinem Gegenüber, dass ich Tourist sei und mit der Sache nichts zu tun hätte.
        Ich sagte ihm auch, dass meine Pension gegenüber der Strasse ist und ob ich dorthin gehen könnte.
        Er gab ein Kommando und ich hatte grünes Licht.
        Wie Paulchen Panther auf Zehenspitzen schlich ich mich vor den auf mich gerichteten Dreibeinen davon.
        Der Matrose kam zu spät in´s Krankenhaus.

        Am nächsten Tag duschte ich in der Pension in der Dusche am Gang.
        Ein Wahnsinniger hatte bei der Hitze das Wasser auf heiss gestellt und ich wollte
        duschend das Knöpfchen am Duschkopf auf kalt stellen.
        Buff, da hatte ich einen Stromschlag in der Hand, der ratz-fatz zum Oberarm hinaufschoss.
        Ich wollte um Hilfe rufen, der Mund war weit offen, aber es kam kein Ton raus.
        Dann wurde es schwarz um meine Augen und der Film lief ab.
        Ich weiss noch, wie ich mich ärgerte, mit 21 Jahren Abschied von der Erde nehmen zu müssen.
        Irgendwann wachte ich in der Art Duschwanne auf.
        Da war mehr Blut, als Wasser um mich und ich zitterte am ganzen Körper.
        Der Stromschlchag haute mir ein Loch zwischen die Finger.
        Als ich zusammenbrach, riss ich ich den Duschkopf mit, an dem ich wie festgeklebt schien
        und die Stromkabel lösten sich, das war mein Glück.
        Benommen, zittrig und blutend watschelte ich zur Rezeption, die nur ein paar Meter entfernt war.
        Ich erzählte von meinem Vorfall mit dem Resultat, dass ich selten Brasilianer so herzlich lachen sah.

        Im Zimmer machte ich mir ernsthafte Gedanken und dachte an die Rückreise.
        Das Brasilienfieber hatte mich schon gepackt, aber jeden Tag so einen Gag, das halte ich nicht aus.
        Ich blieb, zog die 6 Monate Urlaub durch und Gott sei Dank folgten nur wenige Adrenalinstösse dieser Art bis heute,
        nach 27 Jahren.
        Neto

        www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas

        Kommentar


        • #5
          Zitat von vasco
          Hi Chechel,

          welche Favela in Fonseca war das, die gegenüber von "Vila Ipiranga", also an dem Hügel wo noch freie Fläche ist (Grasbewuchs, kein spitzer Morro) und wo der große Strommast steht ?

          hi vasco,

          es gibt nur eine favela die man dort oben "boa vista" nennt dort kann
          man die ponte rio-niteroi sehen und hat eine herrliche aussicht von dort
          oben eben deshalb "boa vista" genannt. aber ich glaube es ist wohl die
          wo dieser riesen strommast steht. bin seit her nie wieder dort gewesen.

          chel...
          Chechel

          Kommentar


          • #6
            Ziemlich heftig!!! Was einem so passieren kann in Brasilien! Das es da so zu geht!!! Genauso schlimm wie da wo ich herkomme.. !
            Würde auch noch gerne über mehr Vorfälle hören!!!

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            • #7
              Warum

              Wenn man das so alles liest, fragt man sich schon warum man als zivilisierter Mitteleuropäer nach Brasilien fahren sollte.

              Kommentar


              • #8
                Re: Warum

                Zitat von Abgeschreckt
                Wenn man das so alles liest, fragt man sich schon warum man als zivilisierter Mitteleuropäer nach Brasilien fahren sollte.
                also gast,

                das hier geschriebene ist ja nicht die regel sondern
                sind geschichten die nicht jedem passieren !

                chel...
                Chechel

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                • #9
                  oi gente,

                  eure geschichten bzw erfahrungen sind interessant und gut zu lesen.
                  was natürlich nicht heißen soll, das ich es gut finde was euch passiert ist. :wink:
                  mir persönlich ist in brasilien noch nie etwas in der art wie ihr es schildert passiert.
                  jedoch hier in meiner heimat berlin des öffteren.
                  hier wurde ich schon auf das übelste verprügelt,bedroht,
                  dürfte in den lauf einer waffe sehen etc etc.
                  ich möchte dazu sagen das ich absolut kein aggresiver mensch bin
                  und auch von der optik nicht so rüber komme das man sich denken könnte das es eventuell etwas damit zu tun hat.
                  einige mal hatte ich wohl "pech" weil ich zivilcourage bewies,
                  das andere mal war es nur zufall.

                  ich kann das jetzt natürlich nicht so vergleichen.
                  weil ich längere zeit in deutschland als in brasilien verbracht habe.
                  jedoch denke ich mir bzw ist meine meinung
                  das das alles doch irgentwie mit dem schicksal zusammen hängt
                  und wie man sich seinen mitmenschen gegenübern verhält.

                  wäre interessant noch mehr solcher geschichten zu lesen
                  (welche die hoffentlich gut ausgegangen sind)

                  entao gente eu vou parar por aqui,

                  valeu
                  pipoca

                  Kommentar


                  • #10
                    Wie verhalten

                    Tja, andere Laender andere Sitten. Eine Schiesserei habe ich mal in Bangkok mitgemacht. Wusste gar nicht, dass Kanrren soo laut sind....

                    Aber nun zu dem wie verhalten:


                    * Prostitution, Drogen, Politk
                    Erst mal denke ich, dass auf Reisen (sei es Brasilien oder anderswo) immer das Risko erhoeht, wenn man zu Prostituierten Kontakt hat, Drogen konsumiert oder sich politisch betaetigt. All diese Dinge sind potentielle Troublemaker.

                    * Nicht auffallen
                    Betr. Autfitt: Gerde in Brasilien kann man doch so rumlaufen, dass es nicht auffaellt, dass man Auslaender ist. Im Zweifelsfalle immer die Fresse halten, damit man nicht als Gringo erkannt wird (z.B. im Bus).

                    *Keine Wertgegenstaende mit sich tragen
                    Geld braucht man natuerlich immer ein wenig. Zu wenig Geld bei sich zu tragen ist auch nicht gut. Ueberfallen zu werden und dann als Gringo zu behaupten man hat kein Geld ist sicher ueberhaupt keine Gute Idee. Ich kannte mal einen Traveller der hatte immer wertlose auslaendische Geldscheine mit vielen 0000000, um solche Leute zufrieden zu stellen. Den Reisepass lasse ich im Hotel und nehme nur eine KOpie mit. Bisher hatte ich in BRasilien Glueck, die Polizisten haben das oft akzeptiert (nach langer Diskussion!). Sontankonrtollen sind ja nicht unueblich.

                    * Geld rausgeben
                    Bei einem Ueberfall wuerde ich mich auf keinen Kampf einlassen sondern das Geld rausgeben. Fuer einen Kampf sind die Vagabundos zu hemmugslos und wer will fuer XX Euro sein Leben riskieren ? Versucht auf ihn einzureden, nehmt Euer Geld/Geldbeutel _langsam_ raus, geht dabei vorsichtig rueckwaerts und werft das Geld bzw. den Geldbeutel auf den Boden, dabei geht ihr weiterhin langsam rueckwaerts. So wird erstmal die Distanz nicht voellig gebrochen und zweitens muss er das Geld oder den Geldbeitel vom Boden aufheben. In dieser Zeit habt ihr euch schon ein paar Meter entfernt. Vielleicht laesst er Euch gehen. Ich wuerde nicht versuchen wegzurennen. Wenn er Euch durchsuchen will, muesst ihr das akzeptieren. Viel Gleuck )

                    * keine Geschaefte machen
                    Es ist doch immer wieder verblueffend, wie viele Traveller durch ihre eigene Gier aufs Maul fallen, nur weil sie glauben sie koennten ein Geschaeft machen. Wenn Gier blind macht, dann macht sie im Ausland noch viel blinder. Deshalb mein Tipp: Ihr seid auf Urlaub, nicht auf Geschaeftsreise.

                    Kommentar


                    • #11
                      interessant was so in asien passiert,


                      aber in brasilien in diesem geschilderten fall bloß nicht
                      unaufgefordert in irgend eine tasche greifen sei es die
                      polente (kurz verme genannt) oder aussaltante (räuber)
                      das könnte dein todesurteil sein !

                      das hast du wohl auch so gemeint yens...

                      tipp am rande der discussion:

                      bei einer polizeikontrolle (transito) immer die hände am lenkrad lassen
                      bis sich der beamte nähert !!!

                      chel...
                      Chechel

                      Kommentar


                      • #12
                        also, chechel, als dobermann oder rottweiler-züchter hättest Du das mit dem nicht-weglaufen-dürfen besser wissen müssen ...

                        schon beim türmen hätte es Dich erwischen können ... das „problem“ ist nur, dass zwar jeder dämliche brasi ne waffe hat, aber nur ab einer ziel-entfernung von mais ou menos einem meter damit richtig umzugehen weiss ...

                        an Deiner stelle – im gebüsch – hätte ich mir in die shorts gesch.....

                        und neto ... :? ... ganz brutale story ... :shock:

                        ich kam nur in vergleichsweise harmlose situatiönchen ...

                        in fortaleza wollte ich mal auf eine parallel avenida, oben auf den hügel ... ich nahm eine mehr oder weniger „normal“ ausgebaute seitenstrasse und stieg hinauf ... in der abenddämmerung ...die bebauung wurde immer erbärmlicher ... und viel zu spät merkte ich, dass es keine verbindung zu der gesuchten hauptstrasse gab ...

                        man hatte mich schon lange zuvor zur kenntniss genommen, sprach mich nicht an, sendete nur böse blicke ... dann entschied ich mich fürs stehenbleiben, umdrehen und langsam zurückgehen ... jetzt wusste jeder, der gehört nicht hier her, der hat sich verlaufen ... prompt kamen von zwei seiten drei typen, machten mich grimmig an ... andere schimpften auf mich ein ...

                        ich versuchte, ein lächeln aufzusetzten und erklärte, ein dummer gringo zu sein, der auf die avenida da oben wolle ... bei einem merkte ich, dass er wegen meiner selbstironie etwas lockerer wurde, dem bot ich eine zigarette an ... er langte zu und nun wusste ich, das eis ist gebrochen ... auch die anderen, anfangs zögernd, nahmen eine kippe, und nach herzlichen umarmungen und hände schütteln trennten wir uns als beste „amigos“ ...

                        -

                        ein anderes mal traf ich einen mir bekannten gringo mit seiner freundin, einer dummen, zickigen stewardess aus deutschland, die ihn ein paar tage besuchte ... er müsse was erledigen und er bat mich, mit seiner freundin in den copagrill vorzugehen ...

                        nach den ersten metern erblickte ich ihre goldene rolex ... ich bat sie, die uhr abzunehmen ... die ignorante, hochnäsige kuh zeigte kein verständnis ... höhe ponto de acai merkte ich, da stimmt was nicht ... komische typen um uns herum ... ich ging auf den strassenaufpasser zu, grüsste freundlich ... ich meine gesehen zu haben, dass er ein paar blicke in die umgebung sendete ... der spuk war jedenfalls vorbei ...

                        auf dem rückweg ... alleine ... ging ich wieder auf ihn zu, bedankte mich und sagte, dass das nächste mal die blöde nuss ruhig ausgeplündert werden könne – sofern ich nicht dabei bin. ich bin mir sicher, es richtig verstanden zu haben, er lachte und sagte, dass ich mir darüber keine sorgen machen brauche, dies würde garantiert geschehen ...

                        den freund machten ich noch am selben abend „rund“, seine bekannte trug die uhr in den nächsten tagen nie wieder ... so hat man mir erzählt ... ich bin der naiven zicke seitdem aus dem weg gegangen ...

                        -

                        ach ja, einmal des nachts, auf dem traurigen rückweg nach der finalen verabschiedung meiner „favoritin“ – kein taxi weit und breit – eine kleine, dunkle parallelstrasse, 2. oder 3. reihe praia ... da standen sie, die typen mit den gewetzten messern ... und ich hatte nur noch 10 reais ... oberkörper frei schlappte ich mit einer mischung aus grimmigem gesicht und arroganz an den jungs vorbei ... das zog offenbar ... glück gehabt ... ich war allerdings auch schweine braun ...

                        -

                        in den favelas kenne ich die regeln ganz gut, denke ich, aber nicht immer konnte ich zwischen familienmitglied, freunden und malandros unterscheiden ... in recife begegnete ich einem, der war locker 2 m gross, mit riesengrossen pranken ... ein unheimlicher typ, den ich in der guten woche nur einmal sah ... er schlug vor, die drinks zu holen, ausser zwei bier und einer schachtel billig-zigaretten brachte er nichts zurück, das wechselgeld der 20 r$ sah ich nicht wieder ... ich traute mich nicht, danach zu fragen ...

                        -

                        mein „insider“ klärte früh auf, möglichst immer schnell das gespräch suchen, das schreckt viele ab ... „freunde“ bescheisst man weniger gern ...

                        -

                        einmal ging ich auf einen markt, kein touri weit und breit ... man bot mir unbekannte früchte an ... zum kosten... ich depp nahm an, das mache ich sonst nie ... natürlich herrschte unmut über meine weigerung zum kauf ... nach wenigen schritten, bemerkte ich zwei begleiter, ich machte einen ausfallschritt, kehrte zum stand zurück und kaufte ein bisschen obst. da standen plötzlich meine zwei begleiter neben mir, sagten nichts, der verkäufer nickte nur zustimmend mit dem kopf ... zufall ... ?

                        -

                        tja, wenn ich noch ein wenig im hirn krame, fallen mir noch weitere geschichtchen ein, ein kumpel, selbst 1 x mal in rio, meint, ich sei paranoid ... wer weiss ... „paranoia“ von „bauhaus“ gehört zu meinen top ten ...

                        Kommentar


                        • #13
                          Vieles wurde hier ja schon gesagt, aber trotzdem noch mein Senf ;-)

                          - Netos Geschichte war leider keine Ausnahme, vorsichtig mit Frauen sein, wenn sich jemand einmischt nachgeben, entschuldigen und gehen.

                          - sich versuchen wie die Einheimischen zu Verhalten, auch wenn das nie gelingen wird. Keine auffällige Kleidung, auf die Details achten, z.B. im Bus wenn man steht mit beiden Händen auf einer Seite festhalten, nicht quer stehen, und wie Yenz gesagt hat den Mund halten.

                          - wenn ihr im Bus komische Gestalten seht sofort aussteigen und den nächsten benutzen. Im Bus immer so weit vorne wie möglich sitzen, nie hinten auf letzten Bank.

                          - Vor allem im Stadtzentrum (z.B. Av. Rio Branco od. Paulista) immer zielstrebig gehen, nicht stehen bleiben. Sonst stellt sich leicht jemand dazu, zeigt diskret auf die Knarre unter'm Hemd und dann ist Zahltag.

                          - Vergessen was Zivilcourage ist, niemandem helfen, auch nicht auf belebten Straßen. Wenn ihr seht, dass jemand überfallen wird könnt ihr vielleicht versuchen die Polizei zu rufen aber nicht persönlich eingreifen. Es stehen immer 1-2 bewaffnete Freunde des Banditen im Hintergrund, die die Szene beobachten. An die denkt man nie und das sind die, die am schnellsten abdrücken.

                          Aktuelles Beispiel hierzu:
                          In Niterói/RJ sah vorgestern gegen 12 Uhr auf einer sehr belebten Einkaufsstraße der Oberschicht ein 29-jähriger wie ein älteres Paar "diskret" überfallen wurde. Sonst ist es niemandem aufgefallen. Er überquerte die Straße und versuchte dem älteren Paar zu helfen. Ein typischer Fall: Ein Freund des Banditen wartete mit dem Motorrad im Hintergrund, erschoß von dort aus den 29-jährigen, Der Bandit sprang mit auf's Motorrad und sie fuhren weg. Der junge Mann starb wenige Stunden später im Krankenhaus. So etwas ist keine Zeitungsmeldung mehr wert.

                          .vasco

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                          • #14
                            O que é isso meu, puta que pariu...

                            ...mir ist erst ein einziges Mal ein bisschen was passiert:

                            Ich holte in SP ganz froh meinen internationalen Führerschein ab...deponierte ihn gemeinsamn mit meinem Pass in einem Briefumschlag, den ich in der Hand hielt...

                            So flanierte ich über die Avenida Paulista, an nix schlimmes denkend...wunderte mich nur, warum ich über hunderte Meter immer wieder den selben 2 Personen begegnete...

                            Plötzlich ein schneller heftiger Ruck an meiner Hand, ich drehte mich um, mein Briefumschlag war weg und keiner mehr zu sehen...ging blitzschnell...

                            Spontan schimpfte ich laut: O que é isso meu, puta que pariu...

                            Da kam einer der ladroes zurück und übergab mir freundlich wieder meinen Umschlag und endschuldigte sich sogar...war ihm wohl irgendwo sympatisch...

                            :lol: :lol: :lol:

                            Allerdings gab´s in meiner Verwandschaft auch schon Überfälle, die nicht so amüsant waren...das Auto meines Schwagers schaltet sich zum Beispiel nach wenigen 100 Metern automatisch ab, wenn man nicht den Geheimknopf drückt...und das war auch schon mal verdammt nützlich...

                            Ansonsten interessiert mich gerade deshalb Brasilien, weil man dort nicht so dekadent lebt wie in Deutschland...die neusten Digitalkameras, dicke Autos, teure Klamotten haben mich noch nie besonders interessiert und gibt´s bei mir aus Prinzip nicht...Bermudas, chinelos und camiseta sind zufällig meine Lieblingskleidung...

                            Cuco

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                            • #15
                              Re: O que é isso meu, puta que pariu...

                              Zitat von Mestre Cuca
                              Ansonsten interessiert mich gerade deshalb Brasilien, weil man dort nicht so dekadent lebt wie in Deutschland...die neusten Digitalkameras, dicke Autos, teure Klamotten haben mich noch nie besonders interessiert
                              Du kennst in BR niemanden aus der Oberschicht/ oberen Mittelschicht nehme ich an ?
                              Vorher hat man gar keine Vorstellung wie dekadent und kitschig Leute sein können ;-)

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