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Verhaltenskompendium (überfälle etc.)

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    Verhaltenskompendium (überfälle etc.)

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      ÜBERFALL (passa tudo) oder am falschen ort zur falschen zeit !

      nach dem jorginho die anregung gab mal darüber zu discutieren wie
      verhaltensregeln aussehen könnten. möchte ich euch mal darum
      bitten, ereignisse dieser art zu schildern und wie ihr euch verhalten habt,
      bei übergriffen sei es von banditen oder gar der polizei !?

      vieleicht mag uns michael alias: "mibri" aus diesem threat:

      http://www.brasil-web.de/phpBB2/viewtopic.php?t=3048

      was dazu schreiben wie er es empfunden hat und wie er darauf
      reagierte.

      hier eine meiner geschichten:

      es war eines nachmittags in der favela: "fonceca" in niteroi ganz oben
      "boa vista". als ich wieder runter wollte und mich in richtung auto
      begab kamen 3 zivile polizisten schießenderweise in die favela gestürmt.

      ich rannte was das zeug hielt (fehler nr. 1) als sie mich einholten
      und zu boden stürzten, legten sie mir handschellen an da sie dachten
      ich wäre einer der dealer dieser gegend. das dumme war auch, dass ich
      meine papiere im auto ließ (fehler nr. 2). ich erklärte, soweit man mich
      ließ, das ich deutscher sei, was mir aber keiner der 3 (2 männer und 1 frau),
      glaubte.

      sie drängten mich in die büsche um mich zu erschießen. ich blieb ganz
      ruhig, erklärte nochmals das ich kein drogendealer bin und nur zu besuch
      in der favela sei. als sie schon wetten abschlossen, wer mich denn nun
      zuerst abknallt.

      die frau von den 3en (kit marroni genannt) trug um ihren hals
      eine goldene kette mir der heiligen jungfrau maria und ich bat
      sie, um des glaubens willen, doch bitte in meiner hosentasche
      nach meinem autoschlüssel suchen um mir die chance zu
      geben meine idendität zu überprüfen. einer der beiden männer
      tat dies und sah das ich einen fahrzeugschlüssel eines neuwagens
      besass. das machte sie dann stutzig denn banditen fahren wohl keinen
      seat cordoba. naja, einer ging dann zum auto, nachdem ich erklärte
      wo der wagen steht, und überprüfte, gott sei es gedankt, meine
      angaben.

      und so wurde ich dann frei gelassen mit der aufforderung diesen
      ort zu meiden !!!

      also es müssen nicht immer banditen bzw. überfälle sein, die
      einen in eine solche brikäre situation bringen kann.

      chechel

      das wiki sollten wir auch dazu ergänzen !
      Chechel

    • #2

      Das kann MIR doch nicht passieren...

      Gute Idee von Chech, hier mal solche Geschichten zu schildern. Für die, denen die erste Brasilienreise noch bevorsteht, ist das vielleicht hilf- und lehrreich... Für alle anderen vielleicht auch ein wenig zum Schmunzeln, da schon einige solches oder ähnliches erlebt haben... 8)

      Nun, als ich das erste mal an Karneval in Brasilien war hat man mich schon eingehend davor gewarnt, Wertgegenstände oder allzuviel Geld etc. mitzuführen. Da ich ab und zu auch vernünftig sein kann, nahm ich mir den Rat zu Herzen und habe meinen Geldbeutel "abgespeckt", will sagen, sämtliche Kreditkarten, Dokumente (bis auf die Karte v. Flughafen mit dem Visastempel) und alle Geldscheine grösser als 20,- Rs herausgenommen. Schmuck trage ich eh ausser 2 billigen Ohrringen keinen und den so präparierten Geldbeutel habe ich in eine der Seitentaschen meiner Bermudas gesteckt, welche mit Reißverschluss UND Knöpfen zu verschließen war. So gewappnet fühlte ich mich also sicher und habe mich mit meinem Schatz und einer Freundin ins Getümmel gestürzt. Die Mädels voraus haben wir uns durch die Massen zu unserem Treffpunkt des "Bloco do Samba" gedrückt. Auf einmal hatte ich einen recht kräftigen Kerl vor mir, der mich von den Mädels trennte und stehenblieb. Ich wollte an ihm vorbei, doch das war unmöglich, denn der Hühne bewegte sich nach rechts, wenn ich rechts vorbei wollte und umgekehrt... Als ich dann eine Hand spürte, die meine Seitentasche abtastete und versuchte zu öffnen, ging mir langsam ein Licht auf, was sich da abspielte. Also mutig die Hand an meiner Hosentasche gepackt und den Kerl rechts von mir zur Rede gestellt. Ich hatte den Diebstahl vereitelt und die Situation unter Kontrolle.....DACHTE ich...
      Während ich mich also mit den beiden Halunken herumstritt spürte ich plötzlich einen brennenden Schmerz am Oberschenkel und als ich nach unten sah, grinste mich eine etwa 12-jährige Göre mit einem alten rostigen Rasiermesser in der Hand an, welche mich bei dem Versuch, den Geldbeutel aus der Hose zu schneiden, ziemlich heftig verletzt hatte...
      Als ich auch das glücklicherweise vereiteln konnte habe ich mich sofort per Rückzug aus dem Getümmel gemacht und man hat mich wohl auch dann aufgrund meiner Gegenwehr und meiner nicht gerade kleinen Statur in Ruhe gelassen... Den Geldbeutel konnte ich retten, aber die Designerhose war futsch und aufgrund des Schnittes mit dem dreckigen Messer gab´s ne Infektion und nervige Arztbesuche waren fällig... Es hätte auch schlimmer ausgehen können, denn man hätte mir das Messer auch mit Leichtigkeit an den Hals halten und benutzen können. Das alles nur wegen der blöden, interssanten, ausgebeulten und gefüllten Seitentasche.
      Merke: Ein Gringo mit gefüllten Taschen ist immer Freiwild ! Und die Leutchen arbeiten meist in Gruppen, inclusive Kindern und Oma und Opa, wenn´s sein muss. Außerdem kennen die mehr Tricks als alle "Oberschlau-Touristen" zusammen !
      Hierzu solltet Ihr verstehen, daß 200-300 Rs eine Familie einen Monat lang ernähren kann und viele Familien schon Schwierigkeiten haben, dieses Existenzminimum zusammenzukratzen. Und die Hemmschwelle liegt bekanntlich tief wenn man Hunger hat...
      Seither gehe ich in Brasilien nur noch mit einfachem T-Shirt, kurzer Hose mit LEEREN Taschen auf die Strasse. Das bisschen Geld für unterwegs und die Kopie v. Pass befinden sich in einem Stoffbeutelchen in der Unterhose, wo´s keiner von aussen sehen und vermuten kann... Auch verzichte ich auf irgendwelche teuren Markenschuhe, denn schon so mancher Tourist hat den Heimweg ins Hotel barfuss antreten müssen, weil jemand anderem die Schuhe besser gefielen...
      Also vermeidet es besser, Euren Wohlstand zur Schau zu tragen und spart Euch das für die Düsseldorfer "Kö´" o.ä auf. In Brasilien erzeugt Ihr damit nur Neid, Aggressivität, Beleidigung und Gefahr für Euch selbst.

      Nochmal an Chel: Tolle Idee !

      Für alle, die sich diese Tipps und Berichte zu Herzen nehmen und beachten, wird der erste Brasilienurlaub sicher ein schönes Erlebnis werden. :wink:

      Alle anderen "Ich-bin-ein-Besser-Deutscher-Proleten" werden diese Hochmut früher oder später bezahlen... Und wenn ich ganz ehrlich bin, sage ich mit etwas Schadenfreude: Gerechterweise ! :twisted:

      In diesem Sinne: Schönen Urlaub !

      Vagabundo
      Der Glaube an sich selbst ist die Quelle des Erfolges !

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      • #3

        Hi Chechel,

        welche Favela in Fonseca war das, die gegenüber von "Vila Ipiranga", also an dem Hügel wo noch freie Fläche ist (Grasbewuchs, kein spitzer Morro) und wo der große Strommast steht ?

        Kommentar

        • #4

          Ich sass mal mit phillipinischen Matrosen am Tisch in einer Churrascaria.
          Einige Mädels sassen bei den Matrosen.
          2 Brasilianer meinten, lasst unsere Mädels in Ruhe,
          Brasilianerinnen gehören zu Brasilianern.
          Kurz darauf entstand ein Streit, Stühle und Bierflaschen flogen umher.
          Da packte einer der Brasilianer einen Revolver aus der Handtasche
          und begann zu schiessen.
          Ich sah niemanden zusammenbrechen, dachte an Platzpatronen und blieb immer noch ruhig sitzen.
          Dann gab der Typ Fersengeld.
          Siehe da, mein Tischnachbar hing mit dem Kopf über dem Tisch,
          die Kugeln trafen in den Oberkörper.
          Der 2. Brasilianer wurde von den Matrosen festgehalten und der Getroffene
          wurde nach einigem hick-hack im Kofferrraum eines PKW´s abtransportiert.
          Ich sass immer noch ganz baff da.
          Kurz darauf quietschten Autoreifen, die VW KäferTüren flogen auf, Dreibeiene wurden auf der Strasse ausgeklappt,
          Riesenknarren mit Patronengurten dran.
          Männer lagen hinter den Knarren, mit dem Finger am Abzug,
          Lauf in Richtung Churrascaria.
          Mittlerweile stand ich am Tisch und ratz-fatz hatte ich von einem Zivilpolizisten eine Art Pumpgun am Bauch.
          Ein Scheissgefühl, ich traute mich kaum zu atmen.
          Der festgehaltene Brasilianer wurde untersucht und seine Handtasche geöffnet.
          Er hatte die Standartausrüstung dabei, d.h., einen Revolver und ein Pornoheft.
          Gebrüllt wurde die ganze Zeit wie am Spiess, ich war still wie ein Mäuschen.
          Als es etwas ruhiger wurde, sagte ich meinem Gegenüber, dass ich Tourist sei und mit der Sache nichts zu tun hätte.
          Ich sagte ihm auch, dass meine Pension gegenüber der Strasse ist und ob ich dorthin gehen könnte.
          Er gab ein Kommando und ich hatte grünes Licht.
          Wie Paulchen Panther auf Zehenspitzen schlich ich mich vor den auf mich gerichteten Dreibeinen davon.
          Der Matrose kam zu spät in´s Krankenhaus.

          Am nächsten Tag duschte ich in der Pension in der Dusche am Gang.
          Ein Wahnsinniger hatte bei der Hitze das Wasser auf heiss gestellt und ich wollte
          duschend das Knöpfchen am Duschkopf auf kalt stellen.
          Buff, da hatte ich einen Stromschlag in der Hand, der ratz-fatz zum Oberarm hinaufschoss.
          Ich wollte um Hilfe rufen, der Mund war weit offen, aber es kam kein Ton raus.
          Dann wurde es schwarz um meine Augen und der Film lief ab.
          Ich weiss noch, wie ich mich ärgerte, mit 21 Jahren Abschied von der Erde nehmen zu müssen.
          Irgendwann wachte ich in der Art Duschwanne auf.
          Da war mehr Blut, als Wasser um mich und ich zitterte am ganzen Körper.
          Der Stromschlchag haute mir ein Loch zwischen die Finger.
          Als ich zusammenbrach, riss ich ich den Duschkopf mit, an dem ich wie festgeklebt schien
          und die Stromkabel lösten sich, das war mein Glück.
          Benommen, zittrig und blutend watschelte ich zur Rezeption, die nur ein paar Meter entfernt war.
          Ich erzählte von meinem Vorfall mit dem Resultat, dass ich selten Brasilianer so herzlich lachen sah.

          Im Zimmer machte ich mir ernsthafte Gedanken und dachte an die Rückreise.
          Das Brasilienfieber hatte mich schon gepackt, aber jeden Tag so einen Gag, das halte ich nicht aus.
          Ich blieb, zog die 6 Monate Urlaub durch und Gott sei Dank folgten nur wenige Adrenalinstösse dieser Art bis heute,
          nach 27 Jahren.
          Neto

          www.itacare.com.br/pousada/encontrodasaguas

          Kommentar

          • #5

            Zitat von vasco
            Hi Chechel,

            welche Favela in Fonseca war das, die gegenüber von "Vila Ipiranga", also an dem Hügel wo noch freie Fläche ist (Grasbewuchs, kein spitzer Morro) und wo der große Strommast steht ?

            hi vasco,

            es gibt nur eine favela die man dort oben "boa vista" nennt dort kann
            man die ponte rio-niteroi sehen und hat eine herrliche aussicht von dort
            oben eben deshalb "boa vista" genannt. aber ich glaube es ist wohl die
            wo dieser riesen strommast steht. bin seit her nie wieder dort gewesen.

            chel...
            Chechel

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            • #6

              Ziemlich heftig!!! Was einem so passieren kann in Brasilien! Das es da so zu geht!!! Genauso schlimm wie da wo ich herkomme.. !
              Würde auch noch gerne über mehr Vorfälle hören!!!

              Kommentar

              • #7

                Warum

                Wenn man das so alles liest, fragt man sich schon warum man als zivilisierter Mitteleuropäer nach Brasilien fahren sollte.

                Kommentar

                • #8

                  Re: Warum

                  Zitat von Abgeschreckt
                  Wenn man das so alles liest, fragt man sich schon warum man als zivilisierter Mitteleuropäer nach Brasilien fahren sollte.
                  also gast,

                  das hier geschriebene ist ja nicht die regel sondern
                  sind geschichten die nicht jedem passieren !

                  chel...
                  Chechel

                  Kommentar

                  • #9

                    oi gente,

                    eure geschichten bzw erfahrungen sind interessant und gut zu lesen.
                    was natürlich nicht heißen soll, das ich es gut finde was euch passiert ist. :wink:
                    mir persönlich ist in brasilien noch nie etwas in der art wie ihr es schildert passiert.
                    jedoch hier in meiner heimat berlin des öffteren.
                    hier wurde ich schon auf das übelste verprügelt,bedroht,
                    dürfte in den lauf einer waffe sehen etc etc.
                    ich möchte dazu sagen das ich absolut kein aggresiver mensch bin
                    und auch von der optik nicht so rüber komme das man sich denken könnte das es eventuell etwas damit zu tun hat.
                    einige mal hatte ich wohl "pech" weil ich zivilcourage bewies,
                    das andere mal war es nur zufall.

                    ich kann das jetzt natürlich nicht so vergleichen.
                    weil ich längere zeit in deutschland als in brasilien verbracht habe.
                    jedoch denke ich mir bzw ist meine meinung
                    das das alles doch irgentwie mit dem schicksal zusammen hängt
                    und wie man sich seinen mitmenschen gegenübern verhält.

                    wäre interessant noch mehr solcher geschichten zu lesen
                    (welche die hoffentlich gut ausgegangen sind)

                    entao gente eu vou parar por aqui,

                    valeu
                    pipoca

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                    • #10

                      Wie verhalten

                      Tja, andere Laender andere Sitten. Eine Schiesserei habe ich mal in Bangkok mitgemacht. Wusste gar nicht, dass Kanrren soo laut sind....

                      Aber nun zu dem wie verhalten:


                      * Prostitution, Drogen, Politk
                      Erst mal denke ich, dass auf Reisen (sei es Brasilien oder anderswo) immer das Risko erhoeht, wenn man zu Prostituierten Kontakt hat, Drogen konsumiert oder sich politisch betaetigt. All diese Dinge sind potentielle Troublemaker.

                      * Nicht auffallen
                      Betr. Autfitt: Gerde in Brasilien kann man doch so rumlaufen, dass es nicht auffaellt, dass man Auslaender ist. Im Zweifelsfalle immer die Fresse halten, damit man nicht als Gringo erkannt wird (z.B. im Bus).

                      *Keine Wertgegenstaende mit sich tragen
                      Geld braucht man natuerlich immer ein wenig. Zu wenig Geld bei sich zu tragen ist auch nicht gut. Ueberfallen zu werden und dann als Gringo zu behaupten man hat kein Geld ist sicher ueberhaupt keine Gute Idee. Ich kannte mal einen Traveller der hatte immer wertlose auslaendische Geldscheine mit vielen 0000000, um solche Leute zufrieden zu stellen. Den Reisepass lasse ich im Hotel und nehme nur eine KOpie mit. Bisher hatte ich in BRasilien Glueck, die Polizisten haben das oft akzeptiert (nach langer Diskussion!). Sontankonrtollen sind ja nicht unueblich.

                      * Geld rausgeben
                      Bei einem Ueberfall wuerde ich mich auf keinen Kampf einlassen sondern das Geld rausgeben. Fuer einen Kampf sind die Vagabundos zu hemmugslos und wer will fuer XX Euro sein Leben riskieren ? Versucht auf ihn einzureden, nehmt Euer Geld/Geldbeutel _langsam_ raus, geht dabei vorsichtig rueckwaerts und werft das Geld bzw. den Geldbeutel auf den Boden, dabei geht ihr weiterhin langsam rueckwaerts. So wird erstmal die Distanz nicht voellig gebrochen und zweitens muss er das Geld oder den Geldbeitel vom Boden aufheben. In dieser Zeit habt ihr euch schon ein paar Meter entfernt. Vielleicht laesst er Euch gehen. Ich wuerde nicht versuchen wegzurennen. Wenn er Euch durchsuchen will, muesst ihr das akzeptieren. Viel Gleuck )

                      * keine Geschaefte machen
                      Es ist doch immer wieder verblueffend, wie viele Traveller durch ihre eigene Gier aufs Maul fallen, nur weil sie glauben sie koennten ein Geschaeft machen. Wenn Gier blind macht, dann macht sie im Ausland noch viel blinder. Deshalb mein Tipp: Ihr seid auf Urlaub, nicht auf Geschaeftsreise.

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