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Auto aus BR importieren: Wer kennt Preise und Anbieter?

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      Guten Abend zusammen,

      in den nächsten zwei Jahren möchte ich einen VW SP2 aus Brasilien nach Deutschland einführen. Entsprechende Händlerkontakte sind hergestellt, Zulassung in D dürfte nach einigen Umbauten kein Problem sein.

      - Wie teuer ist eine Überführung eines Gebrauchtwagens von BR nach D?
      - Kennt jemand Frachtkosten, entsprechende Anbieter, Links zu Zollformalitäten?

      Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir eine grobe Orientierung bieten würdet!

      Grüße

      -Nick-

    • #2
      Oi Nick,

      ein Ex-Arbeitskollege von mir hat gleiches Prozedere mit einem 30 Jahre altem VW Käfer vor knapp 3 Jahren gemacht. Ich könnte dir seine E-Mailadresse geben, allerdings nur per PN oder Email.

      Er hat damals seinen Käfer einfach mit in den Umzugscontainer reingestellt und ca. 500 US$ Aufpreis gezahlt, wenn ich mich recht erinnere. Firmen wie Kühne & Nagel, Schmid & Kahlert oder Fink machen solche Transporte und regeln normalerweise auch gleich alle Zoll- und Versicherungsformalitäten.

      Fink sitzt in Brasilien u.a. in Rio unter folgender Adresse:

      Estrada dos Bandeirantes, 2856
      B. Jacarepaguá
      Rio de Janeiro
      CEP: ???
      Tel.: (0xx21) 3410-9700
      Fax: (0xx21) 445-4751
      Mail: finkrio@fink.com.br (Mail an Gisele Lessa - Move Coordinator)

      Exportsteuern in Brasilien, sowie Importsteuern in Deutschland fallen m. W. nicht an. Beim TÜV hatte er einige Schwierigkeiten. Obwohl es sich nach deutschen Regeln um einen Oldtimer handelt, wofür man wohl bei der ASU befreit wird, musste er eine Menge umbauen lassen. Fing wohl schon bei der Grösse des Lenkrades an. Aber besser du fragst ihn selbst.

      Tchau
      Baiano

      Kommentar


      • #3
        Hi Nick,

        ich würde Dir empfehlen, nicht über Speditionen zu gehen. Wende Dich direkt an die Schiffsmakler wie z.B. in Hamburg Paul Günther (www.pagunt.com) oder Menzell (www.menzell.de). Denn so kannst Du Dir u.U. den einen oder anderen Euro sparen.
        Letztendlich kauft Kühne&Nagel auch "nur" Platz bei den verschiedenen Reedern ein, ok zwar mit Preisvorteil da Großkunde... Aber schaden tut's bestimmt nicht sich mit den Maklern direkt in Verbindung zu setzen...und vielleicht wird dann ja Dein "Schätzchen" mit eines unserer Schiffe demnächst den Ozean überqueren ;o)

        Viel Glück...und danke für Infos wenn Du einen Weg gefunden hast. Denn hier im Forum wird das den Einen oder Anderen bestimmt interessieren.

        Gruß
        o Tobe
        Abraço...
        o Tobe

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        • #4
          import

          @nick :
          bezüglich des importes des kfz kannst du dich an jede zolldienststelle in deutschland wenden . dort erfährst du , wieviel einfuhrumsatzsteuer ( = mehrwertsteuer ) und zoll-euro du zahlen musst . du kannst dir auch bei den oberfinanzdirektionen eine verbindliche zolltarifauskunft einholen . ggf. gibt es bei historischen kfz auch eine ermäßigung . die aussage - es fallen keine steuern an - ist schlichtweg falsch .
          wenn du noch mehr fragen hast: schick mir einfach eine pn .
          gruß
          buggyman ( der gewissermaßen vom fach ist )

          Kommentar


          • #5
            Autoimport aus Brasil Saurer hat es gemacht

            www.saureroldtimer.ch

            Geschichte des Caminhao Saurer 1911

            Irgendwann in der Kolonialzeit ist ein SAURER Tipo 3 TK nach Brasilien exportiert worden.

            Merkmale:
            Motor: 4 Zylinder; Benzinmotor
            Tipo: AM - II
            Getriebe: 4 GŠnge
            Kabine
            Karosserie: brasilianisches Hartholz
            (in vollständigem, fahrbereitem Zustand)

            Das Fahrzeug wurde ca. 1910 oder 1911 von Saurer Arbon nach Rio de Janeiro, Brasilien exportiert. Ich habe mit Nelio Carvalheira versucht, die Geschichte (mehr oder weniger) zurückzuverfolgen, obwohl keine Unterlagen vorhanden sind.

            Bis 1923 wissen wir nichts Genaueres über das Auto und seine Besitzer. Aber vielleicht befinden sich im Saurer-Archiv noch die Export-Papiere, damit weitere geschichtliche Nachforschungen über dieses Fahrzeug gemacht werden können. Mit dem Saurer LKW wurde in den Jahren 1923 bis 1935 in Rio de Janeiro gearbeitet. Der Besitzer war angeblich: SR. JOAO FERREIRA MAGNO. Der Saurer war im Einsatz um Baumstämme aus Edelholz (Mongo, Jacaranda. etc.) zu befšördern. Die Holzstämme, die mit dem Schiff aus dem Amazonas zum Hafen von Rio de Janeiro kamen, wurden auf den Saurer verladen und zum etwa 7 km entfernten Sägewerk transportiert. Die Stämme hatten ein Gewicht von 4,5 bis 5,5 Tonnen das Stück. Das Sägewerk befand sich an der Rua Riachuello in Rio de Janeiro. Zu jener Zeit benutzte man für diese Arbeiten Pferdefuhrwerke, die Leistung mit dem Saurer war natürlich höher und konkurrenzlos.
            Durch die starke Ausweitung der Stadt Rio de Janeiro (nach Sao Paulo die zweitgrösste Stadt in Brasilien) wurde das Sägewerk 1935 geschlossen. Über den Verbleib des Fahrzeuges war vorerst nichts bekannt.

            Im Jahre 1967, anlässlich einer Fahrt nach Rio, ist Senior Nelio Francisco Carvalheira auf den genannten Saurer aufmerksam geworden. Er sah ihn als Ausstellungsstück bei einem Alteisenhändler in Rio de Janeiro. Da Sr. Nelio ein grosses Interesse an antiken Fahrzeugen hatte, wollte er das Fahrzeug von “Ferro Velho Do Fernando” sofort kaufen. Aber Sr. Fernando, der Besitzer des Saurers, weigerte sich hartnäckig das Fahrzeug zu verkaufen, da es ihm als Aushängeschild und Lockvogel für seinen Handel mit Gebrauchtwaren diente.

            Als Sr. Nelio im Jahre 1969 wieder einmal einen Versuch machen wollte, war zu seinem Bedauern "Ferro Velho do Fernando" geschlossen. Der Saurer war nicht mehr zu sehen. Seine Nachforschungen ergaben, dass der Alteisenhändler Fernando Konkurs gegangen war und niemand wusste etwas über den Verbleib des Saurers und des Händlers.

            Im Jahre 1983 kaufte SR. Nelio Carvalheira einen Unimog Baujahr 1966, welcher in einem desolaten Zustand war. Für die Renovierung (System Brasil), auf der Suche nach Gebrauchtteilen und einer Ladepritsche für den Unimog, sah er bei einem Altwarenhändler in Rio de Janeiro plötzlich den Saurer in einer Holzhütte stehen! Bei der Nachfrage, ob es sich um den Saurer von Fernando (dem Alteisenhändler) handle, wurde dies bestätigt und folgende Geschichte erzählt:
            Beim Konkurs von "Ferro Velho do Fernando" wurde der Saurer von den Gläubigern beschlagnahmt (auf brasilianische Weise) und vom Gericht sichergestellt. Nachdem die gesetzliche Zeit von 10 Jahren abgelaufen war, und niemand so richtig wusste, was man mit dem Fahrzeug machen soll, wurde es dem Besitzer zurückgegeben. Da aber Sr. Fernando, der Alteisenhändler, inzwischen verstorben war, hat sein Schwager den Saurer bekommen.

            Der Schwager war der Schrotthändler, bei dem Sr. Nelio den Unimog gekauft hatte! Nach langwierigen Verhandlungen, welche mehr als 6 Monate dauerten, war es Sr. Nelio Carvalheira gelungen, den Saurer zu kaufen. Das war 1984. Somit musste er 15 Jahre warten bis er endlich den Saurer kaufen konnte. Sr. Nelio Carvalheira besserte Holzpritsche und Kabine des Oldtimers mit Edelholz aus Brasilien aus. Ebenso wurde das Fahrzeug wieder fahrbereit gemacht. Ab jetzt wurde das restaurierte Fahrzeug genutzt bei Exposicao (Ausstellungen), Festa de Peon Boiadeiro (Umzüge), Modeschauen sowie Industrie- und Gewerbeausstellungen Der Erfolg war gross, das Fahrzeug stand immer im Mittelpunkt und war stets von Menschen umringt und bestaunt.

            Im Januar 2002 bei einer dieser Ausstellungen hat Sr. Jason Vogel, Reporter der gršssten Bra-silianischen Tageszeitung O GLOBO angeboten, eine Reportage über dieses spezielle Fahrzeug zu schreiben. Diese Reportage wurde auf der Facenda (ist auf gut schweizerdeutsch Bauern- oder Weingut oder eben Kaffee Hof) von Nelio, dem letzten Besitzer gemacht. Die grosse Facenda mit Kaffee-Anbau, Kühen, Obstbäumen und Früchten, Zuckerrohr sowie einem Schwimmbad mit braunem brasilianischem Wasser war die letzte Station des Saurers, wo er inmitten der grossen Zuckerrohrschnaps-Holzfässer abgestellt war, was bestimmt der Grund für seine gute Konservierung war. Der auf der Facenda hergestellte Schnaps nennt sich:

            Cachaca Carvalheira
            Facenda Uniao Carvalheira (Safra Especial )
            Produto de Vassouras / Rio de Janeiro/ Brasil (Vassouras liegt in der Region von Rio de Janeiro)

            und wird für das bekannte Nationalgetränk Caipirina verwendet.
            Bei dieser Gelegenheit hat der Zeitungs-Redaktor erzählt, dass es in der Schweiz einen Saurer Oldtimer Club gebe, der sich der Erhaltung der alten Saurer Fahrzeuge annehme. Er war auch der Meinung, dass der Saurer besser in diesem Club aufgehoben wäre. Jason Vogel hat eine Kopie des Berichts an den Saurer Oldtimer Club gesandt. Darauf wurden mit Herrn Ernst Willi Lang (ehemaliger Deutscher, beherrscht noch einigermassen die deutsche Schriftsprache) Kontakt aufgenommen. Willi Lang ist ein Freund von Sr. Nelio Carvalheira, er hat einen kleineren bis mittleren Industriebetrieb, in welchem er Türen, Elemente aus Kunststoff, etc. herstellt, die er in ganz Brasilien verkauft.

            Im Bericht von Jason Vogel, dem brasilianischen Journalisten von oGlobo, steht des weiteren, dass der damalige Repräsentant von Saurer Carlos Schlsser hiess, und dass die Jahrgangsangabe auf der Windschutzscheibe stand, als Nelio Carvalheira den Wagen in Rio wiederentdeckte. Auf der Scheibe stand: “Joia do Fernando – Saurer 1910”.

            Der Kontakt war also zwischen Lang Willi (als Übersetzer für Nelio) und dem Saurer Oldtimer Club zustande gekommen. Die ganzen, fast ein ganzes Jahr dauernden Verhandlungen wurden zwischen Herrn Lang und Dr. Ruedi Baer, dem Präsidenten des Oldtimer Clubs, immer sehr sachlich und mit dem allergrössten Respekt geführt. Als der Vertrag zustande gekommen war, wurde Don José Diesel (in Latino America auch Comandante genannt) angefragt, ob er aufgrund seiner Erfahrung mit den Latino-Ländern den erwähnten Saurer in die Schweiz zurückführen würde. José Diesel wohnt in Altstätten SG. Der Präsident und der Schreibende waren sich dann auch bald einig.



            Wie der Caminhao Saurer 1911 in die Schweiz zurückgeholt wurde

            Sepp Diesel ist am Freitagmorgen um 07.00 Uhr, am 4. April 2003, am internationalen Flughafen in Rio von Sr. Nelio Carvalheira, Willi Lang mit Chauffeur (Bewachung) abgeholt worden. Er war schwer beladen mit 2 Koffern (62 kg) 1 Rucksack (20 kg)
            Inhalt: Accordeon , 4 Spannset , Bindematerial, Käse, Schokoladen, etc.
            Nach dem Geldwechsel am Flughafen ging die Fahrt mit einem älteren Ford Pick Up 4-Zylinder Diesel, ins ca. 150 km entfernte Vassouras. Hier wurde ich mit dem erwähnten Schnaps willkommen geheissen, so dass die Konversation in Portugiesisch, das ich erst 4 Wochen vorher gelernt hatte, reibungslos über die Lippen kam. Anschliessend hat man mich in ein gutes ländliches Hotel in Vassouras gebracht.
            Vassouras hat ca. 40‘000 Einwohner und eine medizinische Universität; es ist ein ruhiger und schöner Ort. Am Nachmittag wurde ich zur Fazenda eingeladen. Es sind von der Hauptstrasse ca. 8 km Natur- und Wiesen-Strasse. Dort stand der Saurer. Aber zuerst empfing uns der Duft vom Zuckerrohrschnaps, dann sahen wir den Saurer!
            Der erste Augenschein, dann der Start. Ein Knopf für die Batterie (Magnetzündung). Ein Arbeiter schwang die Andrehkurbel, Nelio hatte seine Hand am Ansaug, um die Lufteinströmung zu dosieren und der Motor lief. Man bat mich, zu fahren. Da ich einen De Dion Button
            zu Hause habe, kannte ich den Ton des Motors und die Kulissen-Schaltung. Also fuhr ich das Fahrzeug ca. einen Kilometer auf der Naturstrasse. Darauf das gleiche mit dem Rückwärtsgang. Im schweren Boden ging die Lenkung entsprechend streng und ein bisschen Spiel in den Gelenken ist latino Art, oder nicht schmieren, weil ja Fett und Oel Geld kostet. Ich habe dann das Fahrzeug etwas gründlicher angeschaut und die starke Federung, das starke Chassis und den ganzen Antriebsstrang bewundert. Der Aufbau ist sehr solide und stark, ebenso die Kabine, alles aus Holz und kein Rost. Der erste Eindruck, wenn man Latein-Amerika kennt, war sehr gut. Man konnte nicht allzu weit fahren, weil der Kühler einen Wasserverlust hat, aber der Zustand generell ist für das Alter des Fahrzeuges und das Land, in dem es benutzt wurde, gut. Vorne sind an der Vorderachse die Vollgummi-Profile zu ersetzen und die Holzspeichen zu reparieren. Hinten befindet sich an der linken Achse eine doppelte Vollgummi-Bereifung und auf der rechten Seite Single Vollgummi-Bereifung.

            Wir haben dann noch eine 150 jährige Dampfmaschine für die Schnapsbrennerei funktionsfähig vorgefunden. Es gab Vieles zu sehen.
            Am andern Morgen habe ich den Präsidenten angerufen (Zeitdifferenz im Sommer 5 Std.) und rapportiert. Er fragte mich:

            “Wie läuft der Motor?” meine Anwort: “ähnlich wie mein De Dion Button zu Hause”.

            Am Folgetag, Samstag, fuhren wir wieder zum Fahrzeug. Es wurde nochmals gefahren, etwas weiter als am ersten Tag und viele Fotos gemacht. Am Abend war Festa grande in der Fazenda, eingeladen von Nelio Carvalheira. Drei einheimische Accordeon-Spieler und ein Gittarist spielten auf ihren sehr alten Instrumenten, welche etwa einen halben bis einen ganzen Ton verstimmt waren.
            Auf Geheiss musste ich mit ihnen eine Weile spielen, was ich auch sehr gerne gemacht habe, war auch nicht schwer für mich. Hingegen kamen sie meiner Musik mit dur-Wechsel nicht nach. Die Musiker haben aber sehr aufmerksam zugehört und zugeschaut. Ich habe Ihnen dann Kassetten mit Schweizer Musik geschenkt, damit sie diesen Musikstil auch erlernen können.

            Besonders gut war die freistehende Küche unter einem Vordach in Nelios Fazenda. Fleisch gibt es kein besseres, gekocht auf der Herdplatte mit viel Gemüse, Reis und Kartoffeln. Es wurde auch nach meiner Musik getanzt. Etwas später kam die Polizei-Streife – vier Mann (hier darf man auch mal in Uniform ein Bier trinken; Alkohol-Kontrollen gibt es hier nicht.). Ich habe mich mit den Männern unterhalten und Fotos von Trucks und der Schweiz weitergegeben, damit die Uniformierten einen guten Eindruck der Schweiz erhalten.

            Die darauffolgenden Tage waren wir mit dem Organisieren vom Transport, Verlad, etc. beschäftigt. Als wir nach einigen Tagen alle Papiere inkl. Despacho (Zoll) hatten, organisierten wir den Verlad und Transport zum Hafen. Der Hafen Sepetiba befindet sich ca. 100 km südlich von Rio de Janeiro.

            Der Caminhao Saurer wurde also in Vassouras auf Nelios Fazenda verladen, auf einen Abschleppwagen (Volkswagen 6x2 mit Cummins 210 PS Motor). Im Hafen gab es ein Hin und Her. Zuerst mussten wir eine Bewilligung einholen, damit wir eintreten konnten. Wir wurden von dem “Gerente” des Hafens mit Mineralwasser in einem klimatisierten Raum begrüsst. Danach wurden wir mit Plaketten behängt. Es gab ein einfaches Mittagessen. Dann wurden wir für die Papierabfertigung in andere Büros geführt.
            Anschliessend konnten wir die Tore zum Hafen passieren. Ich hatte den Rucksack immer dabei mit Foto- und Filmkamera und auch noch Reservehosen sowie ein Überkleid. Wir konnten also nur mit guten Schuhen (Bergschuhe hatte ich an), langen Hosen und einem Helm eintreten bei dieser Hitze. Nun kam der grosse Moment - wir haben vorher noch Spray und einen Kessel Fett und Benzin gekauft. Wegen der Staubstrasse habe ich die Konservierung erst im Hafen gemacht: Motor und Getriebe, alle Glanzteile und die Ketten mit Antirost Oil Spray eingespritzt. Anschliessend die Ketten mit der Hand eingefettet und das Kühlwasser abgelassen. Ich wollte einen Reservekanister Benzin aus Brasilien mitnehmen. Dies wurde aber nicht erlaubt. Ich habe ohne Trichter das Benzin in den Tank des Saurers geleert. Mit der Kipphydraulik des Abschlepp-Fahrzeuges wurde der Caminhao mit Hilfe der Seilwinde in den Container gefahren. Durch die Umdrehungen wurden dann die Kette und die Kettenräder komplett eingefettet. Es standen uns vom Hafen ca. 10 Leute zur Verfügung, aber Kommandeure gab es nur einen el Suico Jose. Am Abend haben wir den Hafen verlassen und hatten von Hapag Lloyd den Schiffsnamen, Verladedatum und die Container Nummer. Alle Papiere hatte ich bei mir. Nun der Diesel José con muito Esperica non creo tudo, 50 % : Meine Erfahrung zeigte immer wieder, dass man Reserve einbauen muss und ich nur an 50 % der Geschichte glaube.

            Die hektischen letzten Tage

            Über die Semana Santa ( Karwoche ) flog ich nach Belo Horizonte (drittgrösste Stadt Brasiliens). Da wollte ich privat noch etwas unternehmen. Mit einem kleinen Mietwagen fuhr ich in das Land hinaus und habe die Natur bewundert. Ebenso habe ich in der Stadt Transportunternehmen vom Nah- und Fernverkehr sowie Bus-Unternehmer befragt. Am Donnerstag vor Karfreitag habe ich Hapag Lloyd angerufen und mich erkundigt, wann der Container in Hamburg ankomme? Die Antwort lautete: es bestehe noch ein Problem. Ich rief dann Nelio an. Er wiederum sagte mir, er wolle mir Ostern nicht verderben. Am Karfreitag flog ich also – leicht angespannt ob der Ueberraschungen, die auf mich harrten, nach Salvador, einer sehr schönen Stadt und habe deren Geschichte studiert. Ich konnte auch in der Gegend um Rio de Janeiro alte sehenswerte, zum Teil restaurierte Fazendas ansehen. Aus der Zeit, als noch mit dem Kaffee Gegengeschäfte gemacht wurden bis nach Polen, Österreich, Frankreich Schweiz etc., habe ich 150- jŠhrige Möbel, Geschirr, etc. gesehen - eine Maravilla.
            Ich habe mit dem OCS-Präsidenten gesprochen und ihm die Situation erklärt. Meiner Meinung nach war das Problem, die “Propinas”, Schmiergelder in den Griff zu bekommen. Ruedi Baer war gleicher Meinung und hat mir mitgeteilt, dass er sich voll auf mich verlasse. Rechtlich gehörte das Fahrzeug dem OCS, weil ich den Verlad am Hafen bezahlt habe und einen zumindest für die Schweiz rechtsmässigen Vertrag bei mir hatte. Nach der Nachricht vom Hafen flog ich gleich nach den Osterntagen nach Rio de Janeiro. Der erste Kontakt mit Nelio ergab, dass der Zoll eine Forderung von $ 10‘000.- stellte, weil kein Fahrzeugausweis vorhanden war und ebenso keine Import-Papiere aus dem Jahre 1910?? Zwar habe ich dies im voraus schon von der Schweiz aus geschrieben, dass ich Fahrzeugausweise brauche. Es wurde damals jedoch verneint. Nelio ist ein guter Akteur. Er kennt den Polizei- und MFK-Chef gut.

            Es wurde ein Nachtessen vereinbart und der Ausweis mit der Nummer des Kontrollschildes eines ehemaligen Ford Lkws von Nelio ausgestellt. Dieses Problem war nun vom Tisch. Es tauchte jedoch ein zweites Problem mit der Polizei sowie Steuerbehörde auf. Ich hatte mich nicht nur mit Nelio, sondern auch mit anderen einheimischen Leuten in Kontakt gesetzt und mich immer wieder beraten lassen. Ich hatte auch Kontakt zu Anwälten vom Gobierno. Eine falsche Handlung und das Fahrzeug wäre beschlagnahmt worden. Diese Beamten haben grossen Einfluss. Also freundlich, nett, anständig bleiben und Ruhe bewahren, ist die beste Taktik. Ich war in einem sicheren Hotel, welches mir Nelio an der Copacabana empfohlen hatte und wartete auf die Personen, mit welchen ich um 12.00 Uhr einen Treff vereinbart hatte. Jedoch erhielt ich um ca. 17.00 Uhr einen Zettel unter der Türe zugeschoben, dass aufgrund eines Telefonats der Treff auf 20.00 Uhr verschoben werden müsse. Ich hatte eine grosse Verantwortung gegenüber dem OCS, war natürlich sehr zablig und konnte auch nicht mehr gut schlafen.
            Am Mittwoch nach Ostern war in Rio Kirchenfeiertag und alle Büros hatten geschlossen. Ich nutzte die Zeit und besichtigte die Gegend um den Zuckerberg und das Rio Kreuz. Es herrschte grosse Spannung - jeden Tag etwas Neues! Am Samstag hatten wir wieder eine Besprechung mit Nelio. Die letzte Aushandlung mit dem Fiscal (Steuerbehörde) sei $ 3‘500.-. Ich habe mich mit dem OCS-Präsidenten verständigt und ihm mitgeteilt, dass wir keine andere Chance hätten, als zu bezahlen. Er sagte O.K. und ich habe immer alles notiert. Die Angelegenheit mit der Steuerbehörde war eine Sache von Nelio und nicht vom OCS. Nelio hat mir bestŠtigt, wenn wir die $ 3‘500.- bezahlen, werden mir am 28. April am Hafen alle Papiere und den Verladungausweis bekommen. Es kam dann Sonntagnacht ein Vertrag teils deutsch, teils portugiesisch. Er wollte alle $ 3’500.- auf einmal. Nachts habe ich dann Nelio zu Hause angerufen und mitgeteilt, dass er jetzt Wort halten müsse.

            1. Nach Erhalt aller Exportpapiere und dem Verschiffungsnachweis bezahle ich Dir nach Rückkehr vom Hafen in Rio de Janeiro $ 2‘000.-
            2. Nach Vorweisung der Belege die restlichen $ 1‘500.-, wenn das Fahrzeug in der Schweiz ist.

            Es brauchte dann noch eine grosse Überredungskunst. Am Montag fuhren wir zu viert wieder zum Hafen, Büro um Büro wurde abgeklappert. Um 16.55 Uhr, also 5 Minuten vor Schluss habe ich dann die Dokumente erhalten. Ich hatte wieder einen Schiffsnamen und eine Verladebestätigung vom 29.04.03 bekommen. Nun hoffte ich, dass es klappen wird. Wir fuhren zurü ck nach Rio de Janeiro (jeder Weg mehrere Stunden).

            Am Vorabend hatte ich die Polizei gefragt, wo es einen 24 Std.-Automaten gebe, um mit meiner Mastercard Visa Geld zu wechseln. “Im Bingo” (Casino) sagte die Polizei, das hatte ich noch am Sonntagabend getestet. Nun holte ich aus dieser Kiste mit zwei verschiedenen Karten 4 x 1000 Reas zum Kurs 2.99, den Rest habe ich in meinem guten grossen Hotel mit Traveller Check gewechselt zum Kurs 2.75. Also auch die Hotels wollen Geld verdienen. Ca . um 23.00 Uhr war die Sache erledigt. Ich musste einen neuen Flug suchen und buchen bei Swiss, die andern waren alle ausgebucht. Hin und zurück war billiger als one way.

            Nelio Carvalheira war ein Unternehmer der zweiten Generation im Baumaterial-Handel. Es waren ca. 30 Filialen. Aber der schlechte Geschäftsgang zwang ihn, diesen Bereich zu schliessen. Wie schon geschrieben, die wirtschaftliche Lage in Brasil ist schlecht. Nelio besitzt noch viele Ländereien, Fazendas, welche leider auch viel weniger wert sind als auch schon. Nelio hat in seiner Fazenda einen Schmalspur-Zug, 2 Lokomotiven, welche er auch verkaufen will. Nelio ist ein guter Freund, der mich nie sitzen gelassen hat. In den letzten Tagen hat er auch noch den Unterschied “Zeit und Pünktlichkeit” von Schweiz und Brasilen über Jose kennengelernt. Ich war auch zu einem Festessen in seinem Haus eingeladen. Nelio war früher mal in Lech am Arlberg Skifahren, als der Kaffee noch höheren Wert hatte.

            Nelio war sehr kooperativ mit Jose. Wir werden mit NELIO CARVALHEIRA den Kontakt aufrechterhalten. Er hat bis zuletzt mit seinem brasilianischen Flair mitgeholfen, dass das Fahr-zeug Brasilien doch noch verlassen konnte. Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus einem Originaltelex von Nelio Carvalheira und Willi Lang an Ruedi Baer:

            NACHDEM SR. CARVALHEIRA SICH DANN ANFANG 2003 SCHWEREN HERZENS ENTSCHLOSSEN HAT ZU VERKAUFEN, WURDE DAS GESCHAEFT ABGESCHLOSSEN UND HERR JOSEF WESPE “DIESEL SEPP” KAM NACH BRASILIEN UM MIT SEHR GROSSEM FACHWISSEN UND ERFAHRUNG DEN OLDTIMER IN SEINE HEIMAT ZURUCKZUFUEHREN.

            SR. CARVALHEIRA UND SR. LANG SIND SICHER DASS ER DORT DER NACHWELT IN SEINER ORGINALFORM ERHALTEN BLEIBT UND EINER GROSSEN ZAHL VON LEUTEN ZUGAENGLICH GEMACHT WIRD.

            WIR WUENSCHEN DEM OLDTIMER NOCH VIELE LANGE JAHRE UND EINEN “BOM DESCANSO”

            NELIO CARVALHEIRA UND WILLI LANG
            VASSOURAS, BR, 11. APRIL 2003

            Kommentar


            • #6
              Weder die Ausfuhr aus Brasilien noch die Einfuhr in Deutschland wird ein
              unüberwindliches Problem sein, sondern die Zulassung in Deutschland.
              Für Oldtimer wird es leichter werden als für Neue oder normale Gebrauchte. Die Zulassungsvorschriften in D sind knallhart geworden.
              Das kennen wir vom Import von US-Fahrzeugen. Hier ist der deutsche
              TèV oft unlogisch, als ob es Brasilianer wären. Obwohl die US-Fahrzeuge
              oft besser ausgestattet sind bezüglich Sicherheit u.s.w. entspricht es
              einfach oft nicht den deutschen Zulassungsvorschriften. Und einzelne Sachen über Einzelabnahmen und technischen Tests zu bekommen werden
              oft unbezahlbar teuer für einzelne Fahrzeuge.

              Kommentar


              • #7
                Re: Auto aus BR importieren: Wer kennt Preise und Anbieter?

                Zitat von -Nick-
                ........
                - Wie teuer ist eine Überführung eines Gebrauchtwagens von BR nach D?
                - Kennt jemand Frachtkosten, entsprechende Anbieter, Links zu Zollformalitäten?

                .....
                Ich würde mich mal in den einschlägigen Autozeitschriften umsehen, dort sind immer zig Anzeigen mit Adressen von Firmen und Speditionen die sich auf den Import von Fahrzeugen spezialisiert haben (besonders US Import) evtl. können die Dir weiterhelfen mit Tipps und Kontakten. Unter Umständen ist es auch billiger den Seetranstport nur bis Rotterdam oder Antwerpen zu machen und dort das Auto abholen als direkt bis HH oder HB!

                Zum Transport, sicher ist es am einfachsten und auch am sichersten wenn Du das Auto in einen Container packst, wenn dies aufgrund der Abmessungen des Fahrzeugs nicht möglich ist, würde ich die Finger davon lassen, denn dann wird´s zu teuer weil Dir dann wohl nur noch der Transport per Luftfracht übrig bleibt und das dürfte auch nicht einfach sein, da für ein Kfz schon ein Frachtflugzeug nötig sein wird!!!

                Auf jeden Fall würde ich die Hilfe einer Sepdition oder eines Spezialisten für Autoimport in Anspruch nehmen. Denn ich habe schon oft genug Leute wie Otto Normalverbraucher beim Zoll gesehen die daran verzweifetlt sind eine Zollanmeldung richtig und komplett auszufüllen. Ganz zu schweigen vom Papierkram beim TÜV und der Kfz-Zulassungsstelle!!!
                Die paar Euro für ´nen Zolldeklaranten der sich auskennt sind besser angelegt als der Stress bei Zoll und TÜV!!!

                VIEL GLÜCK!!

                Kommentar


                • #8
                  AW: Auto aus BR importieren: Wer kennt Preise und Anbieter?

                  Hat der VW SP 2 Export aus Brasilien geklappt?

                  Ich habe ähnliche Pläne und währe für Informationen und Tipps sehr dankbar.

                  Viktor

                  Kommentar

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