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Kann Duschen in Brasilien lebensgefährlich sein?

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    Kann Duschen in Brasilien lebensgefährlich sein?

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      Jetzt werden viele wieder fragen, was so eine blöde Frage überhaupt soll. Aber sie hat durchaus ihre Berechtigung und letztendlich gibt es ein paar Ratschläge, was man tun kann, damit das Duschen ungefährlich ist.

      Bestimmt kennt jeder, der schon einmal in Brasilien war bzw. dort seinen Wohnsitz hat, die Duschköpfe, die sich in so gut wie jedem Haushalt befinden, aber auch in den meisten billigen Hotels bzw. in fast allen Pousadas zu finden sind.

      In der Regel sind diese Plastikgebilde mit Kabelzuführung in einer Höhe von etwa 2 m in den Badezimmern angebracht und verfügen über einen Schiebeschalter, mit dem man zwischen AUS, SOMMER und WINTER wählen kann.

      So weit so gut, der interessantere Teil dieser Duschköpfe ist die Verkabelung. Vom Hersteller sind drei Drähte mit ca. 4 Quadratmillimeter Querschnitt und einer Länge von ca. 15 cm am Duschopf vorhanden (zwei für "Power" und einer für die Erdung, der dem in Deutschland üblichen gelb-grünen Erdungsdraht entspricht). Der brasilianische "Installateur" hat nun verschiedene Möglickeiten:

      1. saubere Installation: Das Hausnetz verfügt über einen getrennten Erdungsanschluss und dieser "dritte Draht" ist auch beim Verlegen des E-Netzes mit eingezogen worden. Dann kann der Duschkopf ohne Probleme angeschlossen und betrieben werden. Hierzu gibt es noch die Abart mit nachträglich in den Boden eingerammten Erdungsstangen (verkupferte Eisenstangen, bis zu 1 m lang, die hinter dem Haus in den Boden getrieben und mit den Erdungsanschlüssen der Duschköpfe verbunden werden.

      2. "angepasste" Installation: Das Hausnetz hat keinen getrennten Erdungsanschluss. Hier kann der Installateur beim Anschließen mittels Voltmeter ermitteln, welcher der beiden 220V-Drähte der Hausverkabelung der "heiße" Anschluss und welcher der "Masseanschluss" ist. In der Regel besteht aber zwischen dem so ermittelten "Masseanschluss" und dem tatsächlichen Erdpotential meistens noch ein Spannungsunterschied von bis zu 25 Volt, der aber hier für den Duschkopf keine wesentliche Rolle spielt. Also wird der Erdungsanschluss des Duschkopfes zusammenmit einem der beiden anderen Drähte mit dem "Masseanschluss", der restliche Draht mit dem "heißen" Anschluss verbunden.

      3. Anschluss á la "Elektroexekution": die beiden Powerdrähte des Duschkopfes werden mit den beiden Drähten des Hausnetzes verbunden und der Erdungsanschluss bleibt ohne Verbindung (ist ja schließlich kein dritter Draht im Hausnetz vorhanden). Das scheint bis jetzt die häufigste Art der Installation zu sein (nach 8 Wochen Aufenthalt hier in Brasilien).

      Wie ich auf dieses Thema kam? Ganz einfach: ich dusche am liebsten mit kaltem Wasser und hatte, nachdem das Wasse zu warm war, versucht, den Schalter zu erreichen und auf "AUS" zu stellen. Wie gesagt, ich hatte es versucht! Ich war noch nicht ganz am Duschkopf angekommen, da hatte es mir einen "gebrietzelt". Zwar nicht allzu heftig, jedoch ausreichend genug, um zunächst einmal die Lust am Weiterduschen zu verlieren. Also das Wasser abgedreht und das Objekt einmal näher angesehen. Sofort fiel auf, dass von den erwähnten drei Drähten lediglich zwei angeschlossen waren. Da man als Dipl.-Ing. mit Strom zu tun hatte, wurde natürlich sofort vermutet, dass eines der Elemente des offensichtlich als Durchlauferhitzer arbeitenden Duschkopfs defekt war und so Kontakt mit dem Wasser bekommen hatte. Um den Forscherdrang zu befriedigen, wurde kurzerhand angefangen, den Duschkopf zu zerlegen, allerdings nicht ohne vorher die Sicherung für die Stromvesorgung des Hauses abzuschalten (dazu mehr später).

      Um es kurz zu machen: der deutsche TÜV würde höchstwahrscheinlich Schreikrämpfe bekommen, wenn er sich mit dem Aufbau des Duschkopfes auseinandersetzen müsste! Der Duschkopf besteht aus drei Kammern:

      In der obersten Kammer befinden sich die Anschlussdrähte und die Kontakte für das Ein- und Umschalten (SOMMER, AUS, WINTER), die Kontakte für den Unterdruckschalter (im Prinzip eine Gummimembrane, die bei laufendem Wasser die Kontakte anhebt und so die Heizung einschaltet) und die dazu gehörende Mechanik.

      In der mittleren Kammer befindet sich das eigntliche "Geheimnis" des Durchlauferhitzers: ein Wendel ("Spiralfeder") aus Widerstandsdraht mit drei Anschlüssen vom Typ "Schiebeschuh", die auf die drei Kontaktstifte geschoben werden, die durch die Trennwand zur oberen Kammer führen. In der Stellung "SOMMER" wird der Wendel an den beiden Enden mit 220 V versorgt, in der Stellung "WINTER" wird der Wendel zwischen einem Ende und einer Anzapfung (etwa ein Viertel weniger Windungen) bestromt.

      Und das Wasser? Ja, das Wasser läuft durch diese mittlere Kammer und "umströmt" den Widerstandswendel, der sich durch den durch ihn fließenden Strom ziemlich heftig erhitzt und die Wärme an das durchlaufenden Wasser abgibt. Richtig gelesen, der Wendel steht in direktem Kontakt mit dem Wasser!! KEINE zusätzliche Einbettung in eine metallische Umhüllung, die verhindert, dass Strom und Wasser direkt miteinander in Kontakt kommen! Wie gesagt, der deutsche TÜV würde ausflippen!

      Und was ist mit dem dritten Draht, dem Erdungsdraht? Nun der befindet sich in der etwa 1,5 cm großen Öffnung zwischen der mittleren und der unteren Kammer und ist im Bereich der Öffnung ohne Isolation, um sozusagen die "vagabundierende" Elektrizität im Wasser "einzufangen" und an Masse abzuleiten. Die untere Kammer ist lediglich der Raum, in dem sich das Wasser auf die Düsen des Duschkopfs verteilt, die sich im abschraubbaren Deckel der unteren Kammer befinden.

      Trotz dieser waghalsigen Konstruktion bekommt man keine "gewischt", wenn man mit dem Teil duscht und die Umschaltung nur dann vornimmt, wenn kein Wasser läuft. Warum? Auch hierfür ist die Erklärung einfach: Die Duschköpfe dürfen nicht an Wasserleitungen betrieben werden, die - wie bei uns in Deutschland - so richtig Druck haben, der Höhenunterschied zur "caixa da agua" darf nach Einbauanleitung max. 1 m betragen. Nur der geringe Wasserdruck sorgt dafür, dass sich am unteren Ende der Siebplatte im Duschkopf keine zusammenhängenden "Wasserfäden" bilden, sondern lediglich feine Tröpfchenreihen, die logischerweise nicht miteinander verbunden sind und so auch keinen elektrischen Strom leiten können. Erst wenn man in die Nähe der Siebplatte kommt, wo die Tröpfchen noch "zusammenhängen", kann man bei falscher Installation einen "gewischt" bekommen. Also Vorsicht, wenn man so groß ist, dass man beim Stehen unter dem Duschkopf diesen fast berührt! Dann sollte man vor dem Aufdrehen des Wasserhahns auf alle Fälle erst einmal optisch checken, ob auch wirklich alle drei Drähte des "Durchlauferhitzers" angeschlossen sind.

      Ich habe hier auf jeden Fall als erstes die schon erwähnten "Erdungsstäbe" einrammen und an jeden Duschkopf anschließen lassen.

      Diese einfache Konstruktion ist auch der Grund, warum diese Duschköpfe so billig sind: ca. 30 R$, Ersatzheizwendel kosten nur um die 8 R$.

      Noch ein Wort zu den Hausanschlüssen.
      Im Normalfall befindet sich der Hausanschluss irgendwo an der Außenmauer des Gebäudes zusammen mit dem Zähler und einem einzigen 25A-Sicherungsautomaten in einem Gehäuse mit Fenster oder aus transparentem Kunststoff, so dass von der Straße her der Zählerstand abgelesen werden kann. FI-Schalter (Fehlerstromschalter) oder Zwischensicherungen wird man in fast allen Fällen vergebens suchen. Auch sind die Leitungen vom Zählerkasten zum Haus meist so verlegt, dass bei Regen der Stromverbrauch ansteigt. So hatte ich mich gewundert, warum nach einem etwas kräftigeren Regen aus einem in den Boden eingelassenen Betonkasten mit Deckel Dampf aufstieg. Das Rätsel war schnell gelöst, nachdem der Deckel angehoben wurde: Hier befand sich die Verbindung des Kabels (zwei Drähte) vom Zählerkasten zum Kabel (zwei Drähte) der Hausverkabelung. Diese waren nur miteinander verdrillt worden und die blanken Verbindungen wurden durch einige Schichten Isolierband geschützt. Allerdings lief bei etwas heftigerem Regen dieser "Verbindungskasten" voll mit Wasser und die beiden Verbindungen versuchten dann, das einlaufende Wasser zum Kochen zu bringen, mit Erfolg!
      Abhilfe: Nachdem der Regen vorbei war und der Verbindungskasten trocken war, wurde mit einem Kunststoffkästchen, einer doppelten, großen Lüsterklemme und Silikon zum Abdichten der Stromverbrauch rapide abgesenkt!

      Mehr über "brasilianische Technik" demnächst!

      Nur noch soviel: es war mir nicht gelungen, herauszufinden, wieviele Stromunfälle es beim Duschen jährlich gibt!
    • #2

      keine 220V!

      Hallo! Da Du erst 8 Wochen in Brasilien bist, ist es ok, dass dich die Elektroinstallation noch schockieren kann. Wenn Du noch länger dort bleibst, dann findest Du sicher viele weitere Beispiele wie grausam man etwas machen kann, ohne dass es gleich schieft geht. Die Dusche hat dich ja noch nicht umgebracht, sondern dir nur einen kleinen Schock verpasst. Da du, wenn ich dem Wohnort bei deinem Benutzernamen glauben darf, dann wohnst Du im Norden von Brasilien. Soweit ich weiß, gibt es dort keine 220V, sondern nur 127V. Die 220V für die Dusche ist dann ein Anschluss mit 2 Phasen und es ist keine Idee, die 2. Phase als Masse zu verwenden, wie Du es beschreibst. Besser eine richtige Erde und Ende der Diskussion. Auf alle Fälle immer gut aufpassen und nie beim Duschen in die Nähe vom Duschkopf kommen! Die Duschköpfe gibt es im Sonderangebot schon für unter R$ 20, also extrem billig. Sicherheit ist halt bei so einem Preis einfach nicht möglich.

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      • #3

        Duschkopf

        Also in der Regel darf man sich hier in Brasilien nicht über Elektroanlagen aufregen. Von Vorteil ist wenn man keine Ahnung hat von Elektroinstallationen. Ich wohne hier seit einiger Zeit und habe da einiges gesehen.
        Was mich wundert, es passiert recht wenig!!?? Gefährlich wird es erst bei den "Duschköpfen" wenn man unter der Dusche steht bei laufendem Wasser und dann an dem "Sommer"oder "Winter"Schalter rumdreht. Ich kenne diese Duschköpfe schon seit 30 Jahren. In allen Versionen ( blanke Kabel, defekte Zuwasserleitung, Wasser läuft über den Duschkopf usw.) Das da noch nicht mehr passiert ist, grenzt an ein Wunder. Deshalb sagen die Brasilianer "Gott ist ein Brasilianer".
        DIDI

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        • #4

          Re: Duschkopf

          Zitat von DIDI
          Gefährlich wird es erst bei den "Duschköpfen" wenn man unter der Dusche steht bei laufendem Wasser und dann an dem "Sommer"oder "Winter"Schalter rumdreht.
          Oh ja, ich satnd einmal unter einer solchen Dusche in Corumbá. Als ich den Schalter umlegte durchfuhr ein scharfer Stromschlag meinen Körper! :twisted: Mein Arm war danach noch einige Zeit taub! Habe aber auch schon einmal bei einer normalen Dusche eine gewichst bekommen. Ich drehte den Metallknauf an der Wand auf, und bekam heftigst einen Schlag, obwohl ich nirgendwo Elektroleitungen vermutete. Es war ein 3*Hotel... Mittlerweile checke ich erstmal ohne Wasser!

          Abraço,
          Galego.

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          • #5

            Interessanter Beitrag von Hebinho, so ausführlich und fachmännisch hat es uns bisher noch keiner erklärt.

            Duschen in Brasilien, ein Kapitel für sich! Wir nehmen es inzwischen mit Humor, obschon Duschen in Brasilien oft kein Vergnügen ist, weil man immer irgendwie verkrampft da drin steht. Geht's gut, oder durchfährt dich jetzt gleich ein Stromschlag?

            Wichtig ist wirklich, daß man am Duschkopf nix verstellt, so lange das Wasser läuft , und nicht aus Versehen an den Duschkopf stößt. Für Lange manchmal ein Verrenkspiel!

            Übrigens, diese Wunderwerke der Technik gibt es nicht nur in billigen Pousadas, sondern auch in besseren Häusern, wie wir mehrfach feststellen mußten.

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            • #6

              Hallo!
              Selbst bei einer Erdung besteht die Gefahr eines Stromschlages, wie ich selbst schmerzlich erfahren musste.
              Nämlich dann, wenn der Elektiker die Leitungen von Phase und Nullleiter vertauscht hat. In Deutschland ist es egal, aber in Brasilien muss die Phase in einer bestimmten Anordnung zur Erdung angeschlossen sein.
              An einer dreipoligen Steckdose so

              N.........F

              .....T.....

              (F am kleineren Dosenkontakt)

              Die Schalter vieler Elektrogeräte (auch Steckerleisten) mit drei Phasen schalten nur einen Leiter. Wenn dann Phase und Nullleiter vertauscht sind, schaltest Du den Nullleiter aus und die Betriebsanzeige geht aus, das Gerät steht aber weiterhin "unter Spannung". Und die Spannung wird dann unter Umständen über Deinen Köper abgeleitet (s.o.).
              Gruss
              Thomas

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              • #7

                ...kann nicht so gefährlich sein, die Bevölkerung wächst doch ohne Ende :lol:
                ....und das Duschen dürfte auch die kleinste Gefahr in Brasilien sein.
                Sieh das alles mal als Abenteuer! Für die, die hier leben ist das alltag.
                Wenn du über alle Mißstände in Br einen langen Bericht schreiben willst, musst du für das benötigte Papier mehr als einen Amazonas abholzen :wink:

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                • #8

                  Ihr habt ja wohl wirklich nichts besseres zu tun, als Euch über sowas
                  einen Kopf zu machen. Seid Ihr arbeitslos, oder habt Ihr keine
                  Frauen ?

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                  • #9

                    hi leute,
                    nachdem meine besser haelfte und ich wieder mal in unser haus kamen und duschen wollten, stellte sie doch fest das beim duschen ein kribbeln zuspueren war. erdungsstange war angeschlossen, letztes mal war nichts zu merken. also duschkopf defekt. ab zum baumarkt und siehe da fuer 200 R$ gibt es einen duchkopf mit FI. sofort gekauft und kein kribbeln mehr. man muss halt ein bischen mehr zahlen.
                    guesse daddy

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                    • #10

                      Hallo Gast Da muss ich dir recht geben wenn du fragst wie gefáhrlich Die Frauen in Brasilien sind :shock: lass dich mit denen ein,dann bekommst du keinen schlag :!: sondern Das Weinen,ich will nicht alle Frauen angreifen,aber das ist doch der grósste teil,besser schau trau wehm [/b]

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