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Samen und Pflanzen aus Natal und Umgebung

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      Hallo und Hellau,


      Trotz Rosenmontag bitte meine Anfrage aber nicht als Faschingsscherz betrachten *lach*


      Anfang nächtste Woche werde ich den Nordosten Brasiliens zwischen Natal und
      Recife touristisch erkunden und würde mich über nähere Informationen zur
      Ausfuhr/Einfuhr von Samen ggf. Stecklingen aus Brasilien freuen.


      An Exoten und Urlaubserinnerungen interessiert, würde ich mir gerne verschiedene
      Samen mitbringen. Wohlgemerkt keine Cites-geschützte Flora,
      also keinerlei Orchideen, Kakteen, Palmfarne etc. sondern eher Samen und Kerne
      von auf einheimischen Märkten zu kaufenden Früchten und Gewürzen und Gemüsen, oder
      in Hotelanlagen zu findenden Sträuchern und Blumen.
      Wär die Ausfuhr solcher Samen und Stecklinge gefahrlos möglich und erlaubt, oder muss ich auch da mit Repressalien seitens der brasilianischen Behörden rechnen ?

      Wie ist denn die aktuelle Situation, wie häufig und wie genau werden denn Kontrollen am Flughafen durchgeführt, gibt es schon Ärger wenn Fruchtkerne im Gepäck sind? Notfalls könnte ich jeweils ein Digitalfoto als Herkunftsnachweis schießen, ist das nötig und ggf. nützlich, oder eher überflüssig?


      Ich habe mir bereits die komplette Cites-Liste der geschützen Pflanzen gut angeschaut, ich denke ich werde die wenigen Familien zuverlässig erkennen und sicher ausschließen können. Außerdem vermute ich eigentlich nicht, dass ich in Touristengebieten
      über diese geschützte Pflanzen stolpere. Aber kennt jemand von euch die genauen gesetzlichen bras. Bestimmungen, und habt ihr dazu praktische Tipps für mich?


      Insbesondere welche Pflanzen, die vielleicht nicht in den Cites-Listen auftauchen, mir trotzdem Ärger machen können?

      Es dankt euch mit lieben Grüßen
      Tolmi

    • #2
      Heikles Thema

      Es gibt hier in Brasilien eine Art "Vorgesetz", eine provisorische Maßnahme (Medida Provisória 2.186, de 2001), in der die so genannte "biopirataria" und das "patrimônio genético" behandelt werden.

      Leider ist diese provisorische Maßnahme sehr "unscharf" gehalten, so dass einerseits bereits die Mitnahme von hiesigen Tomatensamen in andere Länder einen Verstoß darstellen würde, andererseits aber auch selbst eigene und vor allem ausländische Forscher "ausgebremst" werden.

      Wie streng diese "Ausfuhr" selbst für Forschungsinstitute ins nicht brasilianische Ausland gehandhabt wird, findest du hier:

      http://www.ibama.gov.br/patrimonio/resolucao/res14i.pdf

      Und als Privatperson, von der nicht bekannt ist, ob sie für einen Pharmakonzern oder irgendeine Forschungsstelle arbeitet ......

      Selbst die IBAMA findet die derzeit geltende Regelung zu streng und es ist eine Vorlage für ein "richtiges" Gesetz irgendwo im Senat unterwegs, aber noch nichts geschehen.

      Auch wenn hier in Brasilien beispielsweise über MercadoLivre (brasilianisches ebay) massig Samen für die exotischten Amazonasfrüchte angeboten und verkauft werden dürfen, ist es unter o.a. Regelung keineswegs empfehlenswert, damit auszureisen.

      Persönlich kann ich nur berichten, dass ich in dieser Richtung noch nicht "gefilzt" worden bin, andererseits kann ich aber auch nicht sagen, inwieweit Samen per Gepäck-/Handgepäckdurchleutung zu sehen sind, bzw. wie gut der jeweilige Operator auf das Erkennen solcher Planzenteile und oder Samen geschult ist.
      Grundsätzlich würde ich davon abraten (so genanntes "persönliches Risiko).
      Ob dann irgendwelche Fotos helfen, glaube ich nicht.

      Und versteckt mitnehmen ist auch so eine Sache, denn der Zoll ist in Schreiben gut über mögliche "Verstecke" informiert:

      ".....O bolso, a caneta, o frasco de perfume, o estojo de maquiagem, os cigarros, os adornos artesanais, as dobras e costuras das roupas são esconderijos utilizados. Existem diversas maneiras de esconder fragmentos de tecidos, culturas de microorganismos ou minúsculas sementes sem a necessidade de grandes aparatos....."

      Meine Empfehlung:
      Dort, wo du planst, Samen etc. zu sammeln und mitzunehmen, das regionale IBAMA-Büro aufsuchen (VORHER!), sich eingehend informieren und wenn es Trivialpflanzen sind, welche die IBAMA außerhalb der "Biopiraterie-Regelung" sieht, diese sich dort eintüten, versiegeln und für die Mitnahme schriftlich freigeben lassen. Auf keinen Fall den umgekehrten Weg (mit den Samen bei der IBAMA auftauchen und DANN erst fragen), denn sonst kann es dir so gehen:

      Alemão é preso por biopirataria
      2/9/2003 11:31:00

      Fonte: Amda (Associação Mineira de Defesa do Ambiente)

      Foi preso em flagrante, pela Polícia Federal e por técnicos do Ibama, na última quarta-feira, 27 de agosto, o alemão Joaquim Thiem, quando saía do Parque Nacional do Pico da Neblina, no Amazonas. O alemão levava sementes, que segundo os ianomânis da região têm uma alto poder tóxico, o que aponta para um eventual uso terapêutico. O diretor de Proteção Ambiental do Ibama, Flávio Montiel, informou que Thiem havia solicitado autorização para fotografar o parque para um catálogo a ser publicado na Alemanha. (Estado de Minas 30/08/2003)

      Grüße

      Kommentar


      • #3
        Samen und Pflanzen

        Wunderbar, danke Hebinho,

        so eine schnelle und kompetente Antwort habe ich gar nicht erwartet.
        Nochmal ganz herzlichen Dank!
        Mittlerweile habe ich mich auch etwas in die hier geposteten Beiträge eingelesen, auch zur Polizei und den Überfällen. Deine Schilderungen lassen mich nun wirklich sehr sehr vorsichtig werden.

        Leider besitze ich überhaupt keine portugiesischen oder spanischen Sprachkenntnisse, auch Englisch ist eher mäßig, ginge aber notfalls.
        Wäre es vielleicht empfehlenswert, eine Anfrage bereits im Vorfeld schriftlich an Herrn Solon Fagundes zu tätigen, mein Anliegen und ev. Kosten für die Erlaubnis und ein ev. Versiegeln abzuklären?
        Oder macht das erfahrungsgemäß bei bras. Behörden keinen Sinn?

        Falls ja, könntest du oder jemand der der Sprache mächtig ist, vielleicht gegen einen Obulus dieses Anschreiben für mich übersetzen?
        Die Adresse des Umweltbüros habe ich dank deines Postings gefunden. Würde natürlich das Büro sobald ich drüben bin, auch persönlich aufsuchen.

        (Solon Mauro Sales Fagundes
        Rua Alexandrino de Alencar, Nº1.399 - Tirol
        Cep: 59.015-350 - Natal - RN
        Tel: (84) 201-5840 / 4335 / 4230/4068
        Fax84) 201-4244
        E-mail: Solon.Fagundes@ibama.gov.br

        Ganz herzliche Grüße, in der Hoffnung auf weitere Hilfen,
        Tolmi

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