Viele Fernreisende haben keine Impfung gegen Tollwut

München/Hamburg (dpa/gms) - Viele Touristen nehmen das Tollwutrisiko in bestimmten Urlaubsländern nicht besonders ernst. Nur ein Bruchteil der betroffenen Fernreisenden besitzt einen Impfschutz, berichtet die Fachzeitung «Ärztliche Praxis».

Das Magazin beruft sich dabei auf den Tropenmediziner Peter C. Döller aus Tübingen. Etwa jeder 500. Fernreisende wird dem Bericht zufolge von einem Tier gebissen und ist damit dem Tollwutrisiko ausgesetzt. Kommt es zu einer Erkrankung, ende sie immer tödlich. Zu den Hochrisikogebieten gehören Indien, Nepal, Thailand, die Philippinen, China, Südafrika, Brasilien und Mexiko. Der Tropenarzt rät, sich spätestens nach einem verdächtigen Biss impfen zu lassen.

Allerdings sei der Impfstoff nicht in jedem Land ausreichend vorhanden, warnt der Allgemeinmediziner Dirk Berzow, der in Hamburg Fernreisende berät. Ein Tierbiss im Ausland sei einer der häufigsten Gründe für den Abbruch einer Reise und aufwendige Rückholaktionen. Wer sich noch im Heimatland impfen lassen will, muss etwa einen Monat vorher zum Arzt gehen, da drei Impftermine vereinbart werden müssen.

© dpa - Meldung vom 18.05.2004 11:50 Uhr