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    Kommentar

      Argentinienfahrt 2001


      16. bis 22. Februar

      Eine meiner sinnlosesten und überflüssigsten Fahrten, denn sie hatte nur zum Zweck, das Land zu verlassen und einen neuen Einreisestempel für mich und den Benz zu holen, was genausogut auf der Polizeistation nebenan hätte geschehen können. Man hätte die Aufenthaltsfrist auch einfach verlängern können, aber wer's nicht im Kopf hat, der hat's im Tank.
      Das kommt davon, wenn man den Beipackzettel für die Länder nicht richtig liest. Viel Zeit konnte ich mir nicht lassen, denn für nächste Woche hatte sich Besuch aus Deutschland angekündigt.


      Besold Fahrer

      Kilometerstand bei Abfahrt: 661.990 km




      --------------------------------------------------------------------------------

      Ein paar Tage bevor es losging ließ ich die hinteren Stoßdämpfer einbauen, die mir aus Deutschland mitgebracht wurden. War schon längst überfällig und man sollte immer einen Satz mitnehmen, wenn man länger als ein halbes Jahr nach außerhalb Europas verreist.


      Beim Wechseln der hinteren Stoßdämpfer.


      Freitag, 16. Februar 2001

      18:00 Uhr Abfahrt. Ein völlig neues Fahrgefühl mit den neuen Stoßdämpfern. Weit würde ich heute wohl nicht mehr kommen. Ich hatte gleich von Vornherein eine Übernachtung vor der Drecksstadt Santos eingeplant, bei Vavá, wo ich auch während meines privaten "Befreiungskrieges" in Stellung gelegen war.
      Erst mußte man sich mitten durch das 20-Millionen-Moloch Namens São Paulo kämpfen. Eine Umgehungsstraße gibt es natürlich nicht. Man muß auf die "Marginal do Tietê" und die führt, wie der Name schon sagt am Tietê, einem ganz ekligen Fluß entlang, von dem an einigen Stellen riesige Bagger ununterbrochen Dreck ziehen, während einige hundert Meter weiter unzählige Leute stehen, die meinen, dafür sorgen zu müssen, daß die Baggerführer nicht arbeitslos werden, indem sie allen erdenklichen Abfall in den Fluß hineinwerfen.

      Ein Bild zum Eierabschrecken...

      Um 20:35 Uhr, kurz vor Santos hielt mich die Polizei an. Durch meine kurze Lehrzeit in Westafrika wußte ich, was zu tun war: Nett lächeln, ab und zu nicken und vor allen Dingen nichts verstehen. Das hätte ich schon in Deutschland so machen sollen, es erleichtert einiges. Er sieht sich die Papiere an, stelt einige Fragen, die man nicht beantwortet, weil man sie ja nicht versteht und dann geht es schnell weiter.
      Genau vierzig Minuten später war ich angekommen und so ging der erste Tag der Fahrt recht unspektakulär zu Ende.


      Samstag, 17. Februar 2001

      So früh wie möglich ging es weiter. Wie zu erwarten sprang das Auto nicht an und wollte geschoben werden. Solche Macken hatte der Anlasser in letzter Zeit öfter. Angefangen hatte das in Mali, dürfte wohl auf Altersschwachsinn zurückzuführen sein.
      Von Santos aus ging es weiter nach Curitiba, der Hauptstadt von Paraná, dem südlichen Nachbarstaat von São Paulo. Dieser ist nach dem großen Fluß Paraná benannt. Die Straße dorthin, die Regis Bittencourt, ist für brasilianische Verhältnisse als gut zu bezeichnen und führt durch ein "Gebirge", die Landschaft ist typischerweise nicht gerade umwerfend.


      Stinklangweiliges Grün, so weit man schauen kann - wenn man mal weit schauen kann und der Blick nicht durch eben dieses Grün behindert wird.

      Vielen Leuten gefällt das aber, auch wenn ich das nicht ganz nachvollziehen kann. Wüste, Karge Steppen, endlose Geröllfelder, verschneite Berggipfel sind schon eher was für meinen Geschmack, doch dazu ist man überall in Brasilien zu weit im Osten.
      Das war meine erste Fahrt ohne Beifahrer, insofern mal was Neues. Gefiel mir nicht, denn das macht die ganze Sache lanweiliger und zugleich komplizierter. Nicht nur, daß man niemanden zum vollabern bzw. vollgelabert werden hat, man muß die Flaschen selber aufschrauben und auch wieder verstauen, selbst am Radio herumfieseln, selbst die Karte studieren und will man nicht jedesmal anhalten, dann hat man einiges zu tun, denn man muß in der schlechten Karte lesen, auf den Verkehr und vor allem auf die Schlaglöcher achten. Sich selbst irgendwas aus einem Buch vorzulesen kann man auf einer Fahrt auf der A7 von Ulm nach Hamburg, denn da verpaßt man schlimmstenfalls mehrmals eine Ausfahrt, aber hier könnte sowas gefährlich werden.

      Die Brücke im Hintergrund ist das eigentlich Interessante und sollte eigentlich symbolisch auf einem zentralen Platz in São Paulo stehen. Sie führt nämlich auch zu nichts.

      Diese Straße ist für brasilianische Verhältnisse hervorragend. Alles, was in Brasilien qualitativ hochwertig ist, ist auch extrem teuer. Einzige Ausnahme bildet wohl das Essen. Diese Straße kostet Maut, und das nicht wenig.
      In Curitiba angekommen wird als erstes ein DreckDonnald's angefahren. Nachdem ich nach langem Hin- und Her wieder auf der richtigen Straße in der Richtigen Richtung unterwegs war fuhr ich doch in die Stadt um nach einer Versicherung zu suchen, aber entweder sie hatten zu oder waren gerade am Schließen.


      In Deutschland hat man mir über Curitiba als eine sehr moderne Stadt im europäischen Stil geschildert. Dem kann ich nur deshalb zustimmen, weil ich Kayes (Mali) als Vergleich habe. Ansonsten ist Curitiba ein elendes Nest - mag auch an meiner Tagesstimmung liegen, daß ich es so empfinde...

      Eine fand ich, die hatte noch offen. Da wollte ich hinein, konnte das Auto aber nicht einfach vor die Tür stellen, denn da war die Straße eben und ich befürchtete, daß es wieder mal nicht anspringen würde. Also fuhr ich die Einbahnstraße rückwärts zurück, parkte etwa 400m weiter hinten an einem Hang und lief das kurze Stück zur Versicherung zurück. Plötzlich pöbelt mich ein Hochhauswächter von der Seite an, weshalb ich die Einbahnstraße rückwärts gefahren sei, ob ich noch ganz dicht wäre. Was will denn der? Meint, er wäre der Polizeichef, nur weil er eine Zweimarkfünfziguniform einer Security-Firma anhat? Ich schrie auf Deutsch zurück: "Hoit's Mäi und schaug, daß'D wieder in Dein' Kabuff kimmst, Du Depp, Du grattliger!" - hat funktioniert. Das ist der berühmte Gringobonus. Klingt natürlich arrogant, aber was soll ich machen? Die wollen es ja nicht anders, das war das erste, was ich gelehrt bekam, als ich in Brasilien ankam. Als Brasilianer hat man hier nichts zu wollen, aber wenn man als Gringo auf den Tisch haut, dann scheint es zu klappen.
      Curitiba wurde von Münchnern gegründet und angeblich soll es hier noch viele Deutschstämmige geben. Gesehen habe ich keinen, nur die Schilder an Läden und Geschäften schienen das bestätigen zu wollen. Die Inhaber hießen alle "Wagner", "Mayer", der größte Kaffeexporteur Brasiliens heißt "Odebrecht" und so weiter...
      Die Versicherung hatte natürlich in der Zwischenzeit zugemacht, also zurück zum Parkplatz, rein in die Kiste und weiter gen Süden. Schon in Curitiba werden die Straßen so, wie man sie von Brasilien erwartet und kennt: Beschissen. Und die Beschilderung fehlt auch, wenn sie mal nicht fehlt, dann fehlt dafür die Straße ganz und die Umleitung ist nicht ausgeschildert. Daher kam es, daß ich nach anderthalb Stunden wieder in Curitiba stand. Ich fragte an einer Tankstelle freundlichst nach, ob ich denn schon am Arsch der Welt sei und wie ich denn bitteschön nach Araucária oder auf die BR476 kommt.

      Hier sah ich zum ersten mal seit langem wieder Red Bull. Selbstredend unerschwinglich, da "Fabricado na Áustria".

      Er beschrieb mir den Weg und ich folgte der Beschreibung, merkte aber bald, daß ich wieder genau da stand, wo ich vor zwei Stunden die Straße wegen "Bauarbeiten" verlassen hatte. Das reichte nun, so schön ist diese Stadt nicht, daß man sie gleich dreimal an einem Tag ansehen müßte. Ein Mal ist schon ein Mal zuviel. Ich tat also so, wie ich es in Deutschland auch zu tun pflegte und fuhr weiter, als stünde da kein Baustellenschild, folgte dem Wegweiser, der nach geradeaus zeigte und fuhr durch die Baustelle. Von Bauarbeiten merkte man eh nichts nur einige Schlammlöcher nebst ruhenden Baustellenfahrzeugen standen herum. Nach einigen Kilomtern war die Baustelle vorbei, der Zustand der Straße besserte sich unwesentlich und weiter ging's, durch die Schlaglöcher in Richtung Grenze.


      Um 16:50 Uhr, kurz nach Mariental stand der Verkehr.

      Vor mir LKW, hinter mir LKW. Ich versuchte herauszufinden, was denn nun schon wieder los sei. "Unfall..." Weiß man schon, wie lange es dauert? Natürlich nicht. Als ich zum Auto zurückging inspizierte gerade der Fahrer des hinteren LKW mein Kennzeichen. Als er mich sah, fragte er mich in einem sehr portugiesisch akzentuierten Deutsch, ob ich wirklich aus Deutschland sei. "Ja." Sein Großvater sei aus Deutschland eingewandert, er "schreibt sich Wiedemann". Er ist einer jener vielen Deutschstämmigen, die hier seit mehreren "Gerationen" leben. Wir unterhielten uns noch etwas länger, bis es zu regnen begann. Ich legte mich auf die Rückbank, um auszuruhen.
      Kurz nach Acht, es war schon dunkel, schaute ich mal wieder hinaus. Es regnete immer noch und wir verzogen uns unter den LKW und unterhielten uns weiter über Heimat und Mutterland des LKW-Fahrers. Er bedauerte es, daß sein Großvater ausgewandert sei. Es würde ihnen nämlich in Deutschland besser gehen, meinte er. Wirtschaftlich sicherlich, da mag er recht haben, aber die Freiheit, zu tun und zu lassen, was ihm gerade in den Sinn kommt, die hat er dort nicht in dem Maße, wie er es hierzulande gewohnt ist. Hier macht man die Fenster zu, wenn der Nachbar etwas lautstark feiert, wenn man überhaupt davon aufwacht, in Deutschland holt man die Polizei, um nur ein Beispiel zu nennen.
      Um fünf nach halb wurde durchgegeben: "Es geht weiter! Aufsitzen!" Kurz darauf rollte die Kolonne an. Die Unfallstelle war nicht zu übersehen, denn links und rechts der Straße branten lichterloh zwei LKW und der Busch drumherum. Unmöglich, daß von denen einer überlebt hat.
      Wenige Kilometer weiter hielt ich an einer LKW-Raststätte, um etwas zum Essen zu holen. Dort erfuhr ich, daß noch vor der Feuerwehr zwei Wasserlaster versucht hatten, die beiden LKW zu löschen - vergeblich. Beide Fahrer waren tot und das drückte verständlicherweise die Stimmung im Raum. Ich machte, daß ich wegkam. Man versäumte es nicht, mir den guten Tip zu geben, möglichst nicht in der Nacht weiterzufahren, nicht nur wegen der Un-, sondern auch wegen der Überfälle. Na, toll, da habe ich mir ja 'ne dufte Ecke ausgesucht, für'n Anfang. Nicht, daß es das erste mal wäre, daß man mir eine derartige Warnung mit auf den Weg gibt, aber ist man alleine unterwegs, dann haben solche Sachen einen ganz anderen, bedrohlicheren Charakter. Ich fuhr noch ein Stück, bis ich glaubte, weit weg von irgendwelchen Ortschaften zu sein. Als es mit den Schlaglöchern und der Müdigkeit zu heftig wurde, fuhr ich auf einem Feldweg weg von der Straße und suchte mir einen Nachtplatz. Auch hier (S26°33,258' W51°26,731) merkte ich wieder, wie sehr ein Beifahrer fehlt. Normalerweise kümmert sich einer um das Nachtlager, während der andere das Wasser aufsetzt. Heute geschah nichts dergleichen. Man weiß ja nie, wo man tatsächlich ist, wenn man bei Dunkelheit von der Straße abgefahren ist. Erst der Morgen bringt es ans Licht. Vier Ohren hören mehr als zwei, das gleiche gilt für die Augen. Also nichts mit Essen und erstrecht nichts mit Lager. Komisches Gefühl, wenn der Diesel schweigt, Dunkelheit einen umgibt und man allein auf unbekanntem Terrain ist...


      Sonntag, 18. Februar 2001

      Kurze Nacht. Der Nachtplatz war gar nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte, aber nachdem keiner da war, der einen Kakao zubereitet und den Frühstücksboden aufdeckt, fuhr ich gleich weiter.


      Erinnert in wenig an Leitershofen.

      Irgendwie mußte ich an Markus denken, den wir in La Manga trafen. Er fuhr grundsätzlich alleine. Als ich mich damals mit ihm unterhielt, versuchte ich mir das vorzustellen, wie es ist, ohne Beifahrer unterwegs zu sein. In der Theorie ließen sich da gut die Pros und Contras ganz nüchtern abwägen. Nun war ich in die Verlegenheit gekommen, dies einmal in der Praxis auszuprobieren. Klar, ist das nochmal etwas anderes, wenn man in Europa alleine unterwegs ist, denn da ist man schließlich daheim, oder wenn man eine wohlbekannte Strecke einige Male alleine befährt. Das Gefühl, völlig verloren durch die große weite Welt zu reisen mag da noch nicht gar so deutlich zu spüren sein. Spätestens hier fühlte ich mich restlos bestätigt in meiner Theorie, daß man immer mindestens zu zweien reisen sollte. Wunderschön das fahren ist. Hollari, Hollaro! ...Wenn man mit zwei andern ist. Hollariaro! Umso mehr Respekt besitzte ich nun vor den Leuten, die sich wirklich alleine loswagen oder vielleicht sogar loswagen müssen, denn fortan glaubte ich zu wissen, oder zumindest halbwegs zu begreifen, wie deren Reisen aussehen müssen. Selbstverständlich kommt es auch sehr auf den einzelnen Menschentypen an, wenn auch der Mensch allgemein als Rudeltier gilt ("Homo homini lupus"), fest stehen dürfte, daß man auf sich allein gestellt ist, wenn man alleine reist und, daß mir das nicht gefallen würde und ich es in so einem Falle vorziehen würde, gar nicht erst loszufahren. Es fehlt einfach etwas, wenn man da stundenlang und -länger vor sich hinfährt, nur die Musik aus den Lautsprechern in den Ohren hat, untermalt vom braven Diesel und gestört von dem Gepolter, wenn man wieder ein Schlagloch erwischt hat. Man denkt über allerlei Unsinn nach, kann niemanden fragen, wenn man einen Gedankengang nicht allein zu Ende führen kann, versucht selbst, seine Notizen ins KTB zu kritzeln oder sich die Fingernägel zu feilen, einzelne Müllstücke, die auf der Straße herumliegen mit dem linken oder rechten Wagenrad zu erwischen, sich mit dem Benz zu unterhalten und sich selbst dann zu fragen, ob man allen Ernstes daran glaubt, daß man noch ganz dicht ist oder auf irgendeine andere Weise nicht einzuschlafen, und wenn man noch so gut und lange ausgeschlafen hat. Wenn wenigstens die Landschaft etwas zu bieten hätte... Wo es die Straßen zuließen wurde Vollgas gefahren.

      Man beachte die Tachonadel... dennoch wird man von LKW überholt.

      Um 12:15 tankte ich in Passo Fundo. Auch so eine unnötige Stadt, die hier völlig unmotiviert herumsteht und die wohl nur errichtet wurde, damit man sich darinnen sauber verfährt. Daß die keine Schilder aufstellen, liegt meines Erachtens daran, daß nie ein Fremder auf die Idee käme, hier in dieser Gegend nach einer Richtung zu suchen. Wer hier lebt, der weiß auch ohne Schilder, wie er von hier nach da kommt, aus der Stadt hinaus wollen wahrscheinlich ohnehin nur die wenigsten und wenn nicht, dann ist es ihnen wohl auch egal, denn es sieht sowieso alles gleich aus.
      Weiter, nur weiter und das möglichst schnell. In der Sahara war es anders. Da schien es zwar auch oft so, als ob man mit dem Auto auf einem Rollband stünde, seit Stunden fährt und sich nicht vom Fleck bewegt, aber was man in der Sahara fühlt ist die Endlosigkeit, hier aber erfährt man mehr so eine Art Sinnlosigkeit, es ist komplett anders. Die Vegetation ist üppig, man sieht Menschen, Rinder, ab und zu sogar eine Wildsau, dennoch kam ich mit hier verlorener vor als irgendwo anders. Mag auch daran gelegen sein, daß es mir diesmal nicht möglich war, langweilige Wegstücke dadurch erträglicher zu gestalten, daß man sich in irgendein sinnloses Thema hineindiskutiert, wie zum Beispiel, warum in einem solch riesigen Land einerseits riesige Ländereien brachliegen, einfach tot, während man sich ein paar Kilometer weiter um eine winzige Farm jahrelang streitet.

      Als ich drei Soldaten am Straßenrand sah, die eine Mitfahrgelegenheit suchten nahm ich sie mit, obwohl ich gerade hier in Brasilien zu Uniformierten einen gewissen Sicherheitsabstand einhalte. Man freut sich doch über jede Abwechslung. Einer davon hieß mit Nachnamen "Sieben", war auch ein Deutschstämmiger, verstand mich auch, wenn ich auf Deutsch mit ihm redete, antwortete aber grundsätzlich auf Portugiesisch. Er brachte sogar ab und zu einige Sätze auf Deutsch hervor, die mich darauf schließen ließen, daß seine Vorfahren mehr aus dem Süddeutschen Raum gekommen waren:
      "Wann ma mol stirbt, is' grod asoo, wia wenn mer need g'lebt hätt'"

      Die anderen beiden stiegen bald wieder aus, Herrn Sieben nahm ich noch bis São Borja mit und ließ mich auf ein Sandwich plus Cola einladen. Theoretisch hätte man hier schon nach Argentinien übersetzen können, aber ich zog es vor, doch noch bis Uruguaiana zu fahren und zu versuchen, noch in Brasilien eine Haftpflichtversicherung abzuschließen und somit den wohl einzighen Voteil dieses Landes gegenüber Argentinien auszunutzen: Die niedrigeren Preise.

      Eine (!) Brücke über den Tatuí und dann auch noch so breit...

      Es wurde dunkel und bei Itaquí führte die Straße mitten durch die Stadt und auch hier habe ich mich pflichtgemäß verfahren. Von Schildern keine Spur, jede Menge Einbahnstraßen und Brücken, die nur in eine Richtung befahrbar waren. Verdammt nochmal, ich will doch nur raus aus diesem gottverfluchten, schäbigen Drecksnest, wieso können die nicht wenigstens die Transitstrecke ausschildern? Diesen Ort möchte sicher kein Mensch näher kennenlernen. Kreuz und quer, bergauf, bergab durch die Ortschaft fahrende Lastautos ließen den Verdacht aufkommen, daß es wohl nicht nur mir so ging und daß also der Fehler nicht an uns Transitfahrern lag, sondern an dieser völlig bescheuert angelegten Ortschaft.
      Nach über einer Stunde verließ ich die Ortschaft in südlicher Richtung mit hämmernden Schläfen, Blut in den Augen und dem abartigen Gefühl, hier sofort noch aussteigen und ihnen alles zerdreschen zu müssen. So eine Zerstörungswut hatte ich schon lange nicht mehr, aber diese half wenigstens, die Müdigkeit restlos hinwegzufegen. Ständig muß man sich hier über so einen Dreck grün ärgern, nichts funktioniert. Gut, ich bin ja selbst so, daß ich alles immer nur halb mache, wenn ich überhaupt etwas mache, aber bei den anderen kann ich mich da schon sehr aufregen. Das sind Sachen, die mich in Afrika nicht gestört haben, denn in keinem afrikanischen Land wird so getan, als sei es der Mittelpunkt des Weltgeschehens und daher erwartet man es dort nicht anders. Und am meisten stört mich sowas in Deutschland selbst oder Frankreich, denn da gibt es keine Entschuldigung für idiotische Beschilderung. Aber damit muß ich mich ja in der nächsten Zeit nicht rumschlagen. In Uruguaiana angekommen quartierte ich mich im nächsten Hotel ein. "Elyt" hieß es. Ich bat um eine Taschenlampe, sowie darum, mir einige Versicherungsunternehmen aus dem Telephonbuch herauszusuchen. Beides wurde anstandslos erledigt. Ich legte mich unter das Auto und zog die Schrauben am Unterfahrschutz nach, danach Duschen und nichts wie ab in die Falle, Augen zu und Abschalten...


      Montag, 19. Februar 2001

      Um Acht fuhr ich los zu der angegebenen Versicherung. Die Straße fand ich dank der genauen Beschreibung des Thekenwärters im Hotel sofort, an der Versicherung fuhr ich allerdings erst drei Mal vorbei, bevor mir klar wurde, daß ich nicht nach einem verglasten Bürogebäude mit mehreren Stockwerken zu suchen brauchte. In einem böse heruntergekommenen Haus hing ein hangeschmiertes Schild mit der Aufschrift "José da Matta - Seguros", übersetzt in etwa "Sepp vom Busch - Versicherungen". Ich klingelte und es kam bald ein kleiner Mann mit noch kleineren Augen zum Vorschein, der mich freundlich fragte, was er für mich tun könne. Ich erklärte ihm, daß ich eine Haftpflichversicherung für das Auto abschließen möchte, gültig für ganz Südamerika, wenn möglich. Er sah sich das Auto an. "Was ist denn das für eine Marke? Und das ist ja ein ausländisches Kennzeichen!" - "Genau deshalb brauche ich ja eine Versicherung..." Er erklärte mir, daß das überhaupt nicht möglich sei. Das Auto müsste erst ein brasilianisches Kennzeichen haben. Wie bitte? Sonst noch was? In Brasilien würden nur brasiliansiche Autos versichert, denn "wir hier in Brasilien sehen immer nur die Schlußlichter vom Zug" - wörtlich. Scheint mir auch so. Mein Gott... man muß feststellen, daß sie auf einigen Gebieten auch den ärmsten Ländern auf der Welt Meilenweit hinterherhinken. Nicht, daß eine in Mali abgeschlossene Versicherung im Ernstfall etwas zahlen würde, aber man kann, muß sie sogar abschließen, aber daß die Brasilianer einfach eine Gelegenheit auslassen, an Touristen Kohle zu verdienen, das wundert mich schon etwas. Liegt vielleicht daran, daß sich die Autotouristen hauptsächlich auf der Panamericana bewegen und die führt verständlicherweise nicht durch Brasilien. Na gut, dann eben ohne Versicherung weiter.
      Um 9:25 Uhr tankte ich nocheinmal voll und dann ging es endlich zur Grenze. Bloß raus hier, und wenn es nur für ein paar Tage ist.


      Zehn Minuten später stand ich an der Grenze, nach 1.839 km, doch die Ausreise war dann doch erst um 11:15 Uhr beendet.

      Die Ausreise, wohlgemerkt. Genau deshalb sieht es in diesem Land auch so aus, denn das Wichtigste ist, daß man aus den kleinsten Verrichtungen einen Staatsakt macht. Bei der Einreise machen sie Theater, bei der Ausreise auch und bringen tut es doch nichts, die Bürokratie existiert hier um ihrer selbst Willen.

      Wie anders gestaltet sich doch die Einreise in Argentinien: freundliche Beamte, die alles nötige schnell ausfüllen und einen weiterweisen. Man merkt, daß etwas vorangeht. Nach nicht ganz 30 Minuten ging es weiter über erstklassigen Asphalt immer der Beschilderung nach Buenos Aires folgend weiter. Wenn man die Grenze von Brasilien nach Argentinien passiert kann man sich leicht vorstelen, wie eine Grenze zwischen dem Kongo und der Schweiz wohl aussehen könnte, würde es sie geben. Zwischen dem fünftgrößten und dem sechstgrößten Land der Erde liegen Welten. Das hebt die Stimmung ganz entschieden.

      "Willkommen in Argentinien - Mercedes Benz"
      Fängt bestens an, so mag ich das.

      Auffällig waren die vielen Polizeikontrollposten. Die gibt es in dieser Form in Brasilien nicht, aber man kennt sie aus Afrika. Anhalten, Papiere, woher, wohin und weiter. In Argentinien kam allerdings nie die Frage nach "Kadoh" oder die Feststellung, daß man gegen dieses oder jene soeben erfundene Gesetz verstoßen hätte. Wäre hier auch etwas teuer, denn hier ist nicht der CFA sondern praktisch der Dollar die Währung.


      Die Argentinier scheinen es nicht vergessen zu haben, daß ihnen England anfang der 80er etwas weggenommen hat.

      Die Landschaft hier ist auch nicht besonders ansprechend, aber allein der Umstand, daß man sich nicht in Brasilien befindet macht das Ganze gut erträglich. Irgendwann muß schließlich die Metropole am La Plata auftauchen und dann wird alles gut. Ich freute mich darauf, Buenos Aires mal per Auto anzusehen. Das heißt zwar automatisch, daß die Innenstadt selbst diesmal sogut wie nicht angeschaut wird, da man auf einen bezahlbaren Parkplatz nicht hoffen braucht, aber das Vergnügen, die Innenstadt zu besichtigen, hatte ich bereits gezwungenermaßen. Mit einem Rucksack durch die Gegend zu stapfen hat eindeutig nichts und ohne Auto macht das Reisen keinen Spaß. Da fehlt einfach die traute Umgebung, das Gefühl, daß jeder Handgriff sitzt, man sieht die Welt nicht mehr wie ein Fernsehprogramm, welches sich vor der Haube abspielt, sondern irrt durch die Fremde und dafür muß man geboren sein, ist nicht mein Ding, wenn man nicht einfach mal die Tür zu- und den Diesel anmachen kann und die Außenwelt wie ein Zuschauer betrachten kann, sondern man selbst mitten im Geschehen ist, das man ja doch nicht beeinflussen kann. Im Daimler hingegen kommt man sich immer fast vor, wie daheim, er ist "ein Stück Heimat, sozusagen"... Zuhause - Mercedes-Benz, hieß es irgendwo mal. Das kann ich nur unterschreiben.


      Hier sehen die Brücken schon ein bißchen besser aus. Diese hier über den Paraná sieht man schon aus über fünf Kilometern Entfernung.

      Bevor ich die Innenstadt von Buenos Aires erreiche, schaffe ich es natürlich, mich zu verfahren, was ich hier allerdings nicht schlimm fand, da ich ohnehin nicht wußte, wo ich eigentlich hinwollte. Zunächst wohl Geld wechseln und das läßt sich für gewöhnlich an jedem internationalen Flughafen erledigen. Nur muß man den eben finden und man muß wissen, daß er "Ezeiza" heißt. Darauf hatte ich natürlich nicht geachtet. Nach der dritten Mautstation wurde mir der Spaß ein wenig zu teuer, da sie hier durchaus auch DM akzeptieren. Der in Brasilien ab und zu angewendete Trick, nur ausländisches Geld zu haben funktioniert hier leider nicht. Aber was soll's. Dafür bekommt man hier als Gegenleistung wenigstens eine Straße geboten und das ist dann ein normales Geschäftsverhältnis, statt der Abzocke, wie sie in Brasilien betrieben wird.

      Das sind mal wieder Autobahnen. Für argentinische Verhältnisse sogar als billig zu bezeichnen. Leitplanken, Beschilderung und Belag sind vorhanden und in Bestzustand, Schlaglöcher gibt es keine.

      Um 19:00 Uhr stand ich wieder in Buenos Aires. Diesmal nicht mit Rucksack, neidisch jedem vorbeifahrenden 123er hinterherblickend, sondern vollwertig. Hier sind sie wieder, die wahren Autos. Fahren umher wie selbstverständlich. Nicht zu fassen, daß man im Nachbarland gefragt wird, was das für eine Marke ist... Auch sonst merkt man sofort, daß die 13 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Buenos Aires ein ganz anderer Schlag ist als alles, was sich in Brasilien "Stadt" nennt. Die Hauptstadt Brasilia damit zu vergleichen wäre eh ein Witz, wenn nicht Brasilia selbst schon einer wäre. Als Vergleich muß man schon São Paulo nehmen, vielleicht auch Rio, die ehemalige Hauptstadt Brasiliens, aber es ist wirklich egal, welche brasilianische Stadt man denn nun als Vergleich nimmt, mithalten kann sie nicht im Ansatz, da hilft es den Brasilianern auch nicht weiter, wenn sie noch so sehr über die Argentinier schimpfen, ihr Geschrei gleicht dem der Hyänen, die gerne das Zebra hätten, das sich der Löwe gerade gerissen hat. Bin fast versucht, das Geschimpfe, das in Brasilien einzusetzen pflegt, wenn man das Wort "Argentinien" ausspricht als "Neid der Besitzlosen" abzutun. Es ist die alte Leier: "Was stört's eine Argentinische Eiche..?"

      Buenos Aires ist jedenfalls zweifellos die europäischste Hauptstadt Südamerikas - steht so in jedem Reiseführer. Vierzehnspurige Boulevards, überdimensionierte Parkanlagen, Gebäude in klassisch mitteleuropäischem Stil. Die Vororte erinnern mehr an die Prags, die Innenstadt ein wenig an Wien, der Verkehr deutlich an Neapel.
      Ich wollte zum internationalen Flughafen, um Geld (DM) zu wechselnlandete aber beim Innlandsflughafen. Knapp verfehlt, die beiden liegen nur 40 km Luftlinie voneinander entfernt. Als ich wieder einstieg und das Auto startete erlosch die Ladekontrolleuchte nicht mehr. Mist! Toll! Das war die Lichtmaschine, die ich in Kayes / Mali für teures Geld hatte reparieren lassen. Irgendwann ging sie dann doch aus, was sehr beruhigend war. Dennoch war zu erwarten, daß sie es nicht mehr lange machten würde. Den restlichen Abend verbrachte ich damit, ziellos in der Stadt herumzufahren, mal über die Prachtboulevards, vorbei an Obelisk und Theater, mal durch die engen Einbahnstraßen der Innenstadt. Die passende Musik hatte ich an Bord: Beethovens 5. Klavierkonzert mit Anno Graser am Klavier. So macht das Fahren wieder Spaß. Kaum Schlaglöcher, eine italienisch anmutende Fahrweise und die bunten Lichter der nächtlichen Großstadt. Obwohl Montag ist herrscht große Betriebsamkeit, auch bei den Fußgängern. Eigentlich bin ich ja nicht der Großstadtfreund, aber es tut gut, mal wieder Zivilisationsluft zu atmen. Das Gefühl in diese Stadt hineinzufahren war mir nicht ganz unbekannt. Es rief Erinnerungen wach an jene Nacht, in der wir nach Abidjan hineingefahren waren. Damals fuhren wir auch vom afrikanischen Busch direkt hinein in eine pulsierende Großstadt, die absolut nichts mit dem zu tun hatte, was wir in den Wochen zuvor zu sehen bekommen hatten. Diesmal kam ich direkt aus dem brasilianischen Busch, doch der Schock blieb leider aus, denn in Buenos Aires war ich drei Monate zuvor schon gewesen und wußte ungefähr, was mich dort erwartete. Das Hotel, das ich damals in der Innenstadt nahm kam diesesmal nicht in Frage, da es keinen Stellplatz hatte. Dafür war ich mobil und das ist wesentlich mehr wert.
      Was es hier zur genüge gibt, sind DreckDonnald'se. Über 20 zählte ich an einer langen Straße. Ich fuhr einen davon an, bestellte ein Milk Shake, einen Big Dräck und mittlere Pommes und war schon mal über 15 DM los. Den Pommes fehlte es gewaltig an Salz. Ich kramte aus der Steuerbordablage meinen kultigen Salzstreuer raus. Leider war das Salz etwas verklebt von der Luftfeuchtigkeit. Ich wollte es dadurch lockern, daß ich mit dem Steuer gegen die Lenkhilfe klopfte. Das tat ich genau einmal, danach lag nicht nur der gesamte Inhalt des Salzstreuers, sondern auch ein großer Teil von ihm selbst in den Pommes, die ich geschichterweise genau daruntergehalten hatte. Scheiße! Das war mein Lieblingssalzstreuer, den hatte ich 1990 aus dem Speisesall im Internat als Andenken gestohlen und er war bisher auf jeder Fahrt dabeigewesen! Ich versuchte, die Pommes zu essen, aber man schmeckte nur noch Salz und Splitter. Wutentbrannt warf ich sie im hohen Bogen zum Fenster hinaus. Drecksladen, können die die Pommes nicht selbst salzen? Kann man wohl für 15 DM verlangen...


      Dienstag, 20. Februar 2001

      Nach Mitternacht fuhr ich einfach geradeaus in irgendeine Richtung und kam nach Morón in der Hoffnung, daß die Unterkünfte hier billger wären als in der Innenstadt. Einen Lonely Planet hatte ich nicht, mußte mich also durchfragen. Erstanulich, wie viele Leute hier Englich sprechen. Vielleicht ist das aber auch ganz normal und es kam es mir nur so vor, nach drei Monaten Brasilien, wo niemand auch nur einen Fetzen Englisch versteht, geschweige denn spricht. Auch wieder so eine brasilianische Eigenart. Nicht, daß ich der große "Native Speaker" wäre, aber ein paar Brocken Englisch kann man einfach, grauenvolle Aussprache zwar, die Grammatik (soweit im Englischen überhaupt davon die Rede sein kann) völlig daneben, aber man kann sich verständigen. Selbst im französischsprachigen Westafrika trafen wir so viele Leute, die leidlich Englisch konnten. Keine wichtigen Geschäftsleute und keine Akademiker, sondern ganz einfache Leute wie Parkplatzwächter oder fliegende Händler, die wohl nie eine Schule von innen gesehen haben. Im Hafen von Abidjan wurde ohnehin nur Englisch geredet, aber in Brasilien kann man das alles vergessen. Da wundert es nicht, daß ein Showmaster, der wie viele andere auch, ständig betont, in welchen Punkten Brasilien mit den großen Industrienationen mithalten kann (der Amazonas ist x-mal größer als der Mississipi), zwar Jean-Claude van Damme für seine Sendung einlädt aber außer "Hello, who (!) are you?" nichts herausbringt.
      Mit meiner Annahme, die Hotels wären hier heraußen billig, lag ich natürlich völlig daneben. In Argentinien ist wohl auch nur der Tod billig, denn der kostet bloß das Leben. Aber mit billiger kommt man vielleicht doch hin. Doch 60 US$ für die Übernachtung in einem einfachen Hotel sind immer noch kein Pappenstil. Die Umgebung mag zwar aussehen wie Prag, doch für über 120DM quartiert man sich dort im Palace Praha ein. Die Pensionen in den Vororten lagen bei meinem letzten Pragbesuch bei 20 bis 35 DM. Hilft nichts, Prag ist weit weg...
      Gegen 9:00 Uhr morgens machte ich mich auf die Suche nach einer Versicherung. Zufällig fand ich eine, die leider noch zu hatte. Ich speicherte die Koordinaten und fuhr in Richtung Stadtmitte. Auf dem Weg dorthin hält mich die Zivilpolizei an. Kontrolle. Das hatte ich nun wirklich schon ewig nicht mehr. In allen Ländern seit Spanien wurden wir nämlich nie von ambulanten sondern ausschließlich von stationären Polizisten angehalten. Die Kontrolle dauerte gar nicht lange, denn noch bevor ich die Papiere herausgekramt hatte, hatten sie festgestellt, daß ich Tourist bin und mich freundlichst weitergeschickt.
      Kurz vor Elf war ich wieder bei der Versicherung, ohne in der Innenstadt gewesen zu sein. Ich fragte nach, wie das denn nun sei und man sagte mir, daß es für Kaskoversicherungen ein Problem geben könte wegen des ausländischen Kennzeichens, aber haftpflicht sei kein Problem. Gültig für vier Monate in ganz Südamerika außer Kolumbien, Venezuela, britisch und französisch Guyana sowie Suriname. Pannenhilfe sei automatisch dabei, da tat es nichts zur Sache, daß es ein Mercedes ist, denn ein Versicherung ohne Pannenhilfe gibt es keine, wird also ohne nicht billiger. Das ganze kostet die Kleinigkeit von 492 US$. Das ist schon heftig.



      Ein besonders schönes Exemplar.

      Mit der Ausrede Geld wechseln zu müssen verschaffte ich mir eine Bedenkzeit, während die Dame die Papiere vorbereitete. Ich fuhr in die Stadt, stellte das Auto im Parkhaus in der Reconquista für 3 US$ die Stunde ab und latschte die Av. Corrientes auf und ab und fragte bei jeder gesichteten Versicherung nach. Entweder geriet ich in eine Rückversicherung, oder sie versicherten keine Autos oder sie waren noch teurer. Eine Liste von Versicherungen, die ich mir am Vortag am Flughafen geben ließ wurde nun der Reihe nach abtelephoniert, aber ohne Erfolg. Außer Spesen nichts gewesen.
      Wenn man schon mal in der Stadt ist, dann noch schnell ins Internetcafé, um nachzusehen, wann denn nun der Besuch aus Deutschland in São Paulo eintrifft. Freitag, den 23. Februar. Auch sofort noch eine Lichtmaschine und einen neuen Anlasser in Auftrag geben, denn die jetzige macht es nicht mehr lange und der Anlasser will auch schon seit Mali in Ruhestand. In drei Tagen kommt der Besuch - geht ja noch! - dachte ich.
      Also erst mal gemächlich zurück zur Versicherung in Morón, hilft anscheinend ja doch alles nichts und danach langsam in Richtung Sau Paulo. Ich unterhielt mich noch ein wenig mit der Versicherungsfrau. Die war ganz enttäuscht, daß ich schon wieder aus Argentinien rausmußte, denn ich hätte ja noch gar nichts gesehen. Argentinien sei doch viel schöner als Brasilien. "Ja. Das glaube ich. Das ist auch nicht schwierig, denn Brasilien ist auf dieser Reise bisher das schlimmste Land gewesen, während Mauretanien, Elfenbeinküste und Argentinien sich um den ersten Rang streiten können. Aber ich muß zum Flughafen in São Paulo. Doch im Dezember komm ich ganz sicher wieder her und dann geht es nach Patagonien..." Breites grinsen bei meiner Gegenüber.
      Danach wieder ab in die Stadt, es war schon weit nach 17:00 Uhr und auf halbem Weg fiel mir ein, daß ich vielleicht doch das GPS zur Orientierung benutzen sollte. Die Gegend durch die ich fuhr kam mit zwar etwas komisch vor, aber ich vertraue mehr auf GPS als auf meinen Orientierungssinn, zumal ich keinen habe. Irgendwann stand ich wieder vor der Versicherung. Hä? Nachgeschaut. Klar. GOTO: Versicherung Morón. Held vom Erdberfeld... also nochmal... durch den Berufsverkehr in die Stadtmite. Gegen Zehn Uhr war ich dort, tankte und suchte den Fährhafen. Dieser war zwar schätzungsweise einen Kilometer von der Tankstelle weg, die ich noch schnell anlief, ich benötigte aber dennoch anderthalb Stunden. Die Überfahrt nach Colonia kostete 48 Peso, also 48 US$. Ich hatte nur 45 Peso und einen 50 Dollar-Schein. Verhandeln war nicht und ich zahlte zähneknirschend, bekam 47 Peso Rückgeld. Was soll ich mit dem Kram? Wer weiß, was das noch wert ist, wenn ich wiederkomme? Als ich das Fährticket und den Ausreisestempel hatte und der Zoll mich anschließend bat, den Kofferraum zu öffnen entdeckte ich in meinem Gepäck einen 5 US$-Schein. Ich ließ alles offenstehen und stürmte in die Schalterhalle, suchte den Typen, dem ich den Fünfziger gegeben hatte und hielt ihm 45 Peso und die 5 US$ hin und bat ihn nach dem 50er. Er sah mich an, seine Augen fielen zu, er atmete tief aus und erklärte mir, es hätte gerade die Abrechnung gemacht und die Kasse weggetragen, ich solle einfach an Bord wechseln. "I don't know if this is possible!" - "Change onboard or loose the ship." Das fehlt mir noch. Zurück zum Auto, soviel Blödheit gehört einfach bestraft. Die Eine vom Zoll reichte mit unter dem Laufen einen Zettel, wie man einem Marathonläufer eine Flasche Wasser reicht und rief mit hinterher "OK! You can go! This way, this way." Motor an und weg, nur gut, daß beim 200D die Reifen nicht durchdrehen können.

      Wie üblich, wieder mal als letzter auf die Fähre.

      Noch bevor ich mich hingeparkt hatte ging die Bordwand der Fähre hoch. Geschafft. Pünktlich um 23:55 Uhr legte die Fähre ab (Rkm 2.790). Es ging in Richtung Uruguay.


      Mittwoch, 21. Februar 2001

      Jetzt pennen! Wer weiß, wann man wieder dazukommt... Ich packte die Gammeldecken, legte sie neben das Auto, breitete den Schlafsack aus und setzte die Swissaisaugenklappe aus den 80ern auf, weil die grellen Neonröhren doch nicht so angenehm sind. Gerade als ich am einschlafen war weckt mich einer und meint, man dürfe nicht neben dem Auto schlafen. Was soll denn dieses Deppengeschwätz mitten in der Nacht? Schaut zu, wie ich eine halbe Stunde lang Anstalen mache, hier pennen zu wollen, sagt aber erst was als ich endlich gemütlich dranliege. Darf ich dann im Auto schlafen? Auch nicht, ich soll in den Passagierraum. Wäre verständlich, wenn ich der einzige hier unten gewesen wäre, aber ungefähr die Hälfte der Leute stand bei ihren Autos. Könnte glatt die Aktion eines augsburger Bullen sein. Ich also geflucht, das Zeug auf die Rückbank geworfen und an Autos mit schlafenden Leuten vorbei hoch in den Passagierraum, wo natürlich außer einer Drahtbank alles schon besetzt war. Das könnt ihr vergessen, bin kein Fakir! Ich ging sofort wieder hinunter, legte mich auf die Rückbank und lullte mich in den Schlafsack. Es dauerte nicht lange, da kam der Wicht erneut daher, klopfte ans Fenster und erzählte wieder etwas von wegen "Prohibido!" Das reichte nun. Ich hob die Stimme etwas an: "Jetzt hau endlich ab mit Dei'm Scheiß und laß mir mei Ruh, Du G'schmoiß!" Ging. Er meinte nichts weiter und schlich sich. Als das nächste mal einer gegen das Fenster klopfte und ich hinaussah waren nicht mehr viele Autos da. Es war kurz vor Vier Uhr früh.
      Die Einreiseformalitäten in Uruguay waren sehr kurz, dauerten etwa 10 Minuten, das Auto hat 365 Tage bleiberecht. Scheinen ja ziemlich locker zu sein. Weiter ging es in Richtung Montevideo. Die ersten Kilometer nach Colonia waren etwas holperig, aber danach ging es bestens voran. Um Fünf Uhr suchte ich mir abseits der Straße einen Plaz, um meinen unterbrochenen Schlaf fortzusetzen. Ich fuhr einen Feldweg entlang und stellte mich in eine Nische. Wieder auf die Rückbank und weiterpennen.
      Um Acht Uhr weckte mich ein Bauer, der nicht vorbeikam. Entschuldigte sich, meinte er hätte einen dringenden Termin, ansonsten hätte er mich gerne weiterschlafen lassen. "Kein Problem". Er fragte mich, ob ich denn vielleicht aus Deutschland wäre - "Si" - und erklärte mir, daß in der näheren Umgebung eine "Colonia Aleman" sei, falls ich Hilfe bräuchte oder einfach nur zu Besuch vorbeisehen wollte. "Diesmal leider nicht, bin sehr in Eile, aber vielen Dank." Ich fuhr zurück auf die Straße.


      Hier kam mir ein längst Museumsüberreifer Ford T entgegen. Der könnte die Graf Spee noch live gesehen haben...

      Ein paar Feldwege weiter fuhr ich wieder hinaus und schlief weiter bis etwa 10:00 Uhr. Dann fühlte ich mich fit für die nächsten tausend Kilometer. Zirka 2000 dürften es noch bis Sau Paulo sein und ich hatte keine 48 Stunden mehr Zeit. Eine Stunde später war ich in Montevideo. Nettes Städtchen mit ausgedehnten Strandpromenaden, hat was spanisches. Doch die Freude, hielt nicht lange, denn was benötigt man als erstes, wenn man nach Montevideo hineinfährt? Richtig, die Hupe. Und die gab nicht einen Mucks von sich. "Da stimmt doch was nicht!?" Nochmal hupen, wieder keine Reaktion. Hm... Scheibenwischer. Der nahm seine Tätigkeit auf, allerdings im Zeitlupentempo. Batterie leer, sprich Lichmaschine endgültig hinüber. Und das ausgerechnet jetzt, wo noch über 2.000 km fehlen.

      Die Himmelslinie von Montevideo.

      Gleich mal zu Mercedes geeiert und nach dem Preis für einen Regler gefragt. 80 US$. Das ist indiskutabel. Da war ja Nouakchott mit 50 DM noch sehr billig. Das Teil kostet daheim 13 DM. Mir fiel ein, daß ich noch zwei Regler hatte. Den einen, der in Nouakchott ausgefallen war und den von der Lichtmaschine aus Bamako. Ich versuchte ihn auszuwechseln, scheiterte aber daran, daß ich die Schrauben nicht losbekam und die ganze Schoose auszubauen hatte ich weder Lust noch Zeit. Das Tageslicht und die Trockenheit auszunutzen schien mir vernünftiger. Schnell durch Montevideo und weiter Richtung Punta del Este, dann hoch in Richtung Chui zur brasilianischen Grenze. Bei einer Polizeikontrole kurz vor der grenze machte ich mich auf eine längere Diskussion gefaßt, denn in Uruguay ist Lichtpflicht auch Tagsüber. Aber er bedauerte nur, daß ich nicht länger in Uruguay zu bleiben vorhätte und ließ mich gleich weiter.


      Auch in Uruguay keine Seltenheit. Allerdings machen ihnen die Strichachter und die Hecklossen die Straße streitig.

      Ich fuhr völlig gedankenlos vor mich hin und wunderte mich, warum die Straße denn auf einmal so brasilianisch wurde. Auch die Umgebung sah ziemlich verschuttelt aus, keine Markierungen mehr. Die Überreste eine Straßenschildes ließen auch nicht erkennen, ob ich die Grenze vielleicht schon passiert hätte. An einer Tankstelle fragte ich nach, wo ich denn sei, in Uruguay oder in Brasilien. "Brasil"... Wo denn die Grenze käme, der Zoll und die Polizei? "Die sind ungefähr 5 Kilometer in der Richtung da, könne man nicht verfehlen und zeigte da hin, wo ich gerade hergekommen war. Das war der Beweis dafür, daß ich wieder in Brasilien sein müßte. Kein anderes Land baut eine Grenzstation so bekloppt auf, daß man nicht mal merkt, wenn man daran vorbeifährt. Also zurück. Beim Hinausfahren kommt man automatisch durch, kann man gar nicht verfehlen. Sehr schlau gemacht. Rein darf jeder, aber bem Rausfahren gibt es Komplikationen... Ich fuhr zunächst auch einfach so hinaus und tat so, als wüßte ich von nichts. Ein paar Meter weiter stand ich wieder an der uruguayischen Gernzstation, allerdings auf der Einreise-Seite. Das störte die Uruguayaner aber nicht. Ich erklärte ihnen, daß ich gerade Ausreise und sie stempelten den Paß eben dementsprechend, wünschten mir eine gute Reise und ich durfte Umdrehen, wieder in Richtung Brasilien.
      Dort angekommen (km 665367) stellte ich das Auto mit laufendem Motor ab, ging hinein und legte meinen Paß bei der Immigration vor. Der sah ihn sich genau an, stellte fest, daß ich erst vorgestern ausgereist wäre, nun schon wieder hineinwollte und fragte mich, ob ich denn in Brasilien arbeiten würde. Ich verstand natürlich nichts. Portugiesisch verlernt man am besten spätestens im Umgang mit Autoritäten. Nett lächeln, Englisch reden - können sie nämlich nicht, davon kann man ausgehen, aber man signalisiert damit, daß man sich ja gerne mit ihnen unterhalten möchte, dies aber an ihren Fremdsprachenunkenntnissen scheitert. Er stempelt nach diesem versuchten Dialog meinen Paß ab, 90 Tage Aufenthaltsdauer und fragt nach, ob ich genug "Mohnäi" (=Money) hätte. Schulterzucken, nix verstähn, nett "Good bye" und wieder ins Auto.
      Bei der Tankstelle fällt mir auf, daß ich den Zoll völlig vergessen hatte. Autopapiere brauche ich ja auch noch. Also wieder zurück. Zur Aduana, gesagt, daß ich "with car" einreise, zeige auf das Auto, das draußen mit laufendem Motor steht. Er will die Dokumente, ich lege sie ihm alle hin: internationalen Führerschein, Fahrzeugschein, Paß und Impfpaß. Natürlich weiß er nicht, was was ist und fragt nach etwas, was ich tatsächlich nicht verstanden habe. "Sorry, I don't speak portuguese." Daraufhin rastet der Typ völlig aus "Scheiße! Ich hasse sowas! Wieso können die scheiß Gringos nicht portugiesisch lernen, bevor sie hierherkommen?" Das ist nicht die Frage. Die Frage ist, warum von diesen Halbaffen nicht ein einziger Englisch kann? Außerdem... wer will schon Portugiesisch lernen? Das machen nur Blöde, denn wenn, dann lernt man für Gewöhnlich spanisch, das das Portugiesisch praktisch mit beinhaltet, so wie keiner auf die Idee käme, statt Deutsch Holländisch zu lernen. Er nimmt meinen Paß und fragt: "Passaporte?" Ich nicke zustimmend und denke mir: "Wie ein Paß aussieht, haben sie Dir wohl auch nicht beigebracht? Zu blöd zum reden und zu blöd, einen Paß als solchen zu erkennen. Was kommt als nächstes?" Schaut meinen Paß an und meint zur Kollegin "Ohne Bart sah der sogar aus wie ein Mensch..." Das hätte mal ein deutscher Bulle sagen sollen... Er trägt die Daten vom Paß in das Formular für das Auto ein. Danach sucht er die Fahrzeugpapiere, findet sie auch nach einer Weile und trägt daraus die Daten in das Formular. Obwohl ich sie ihm extra so hinlege, daß er die spanische Erklärung vor sich liegen hat, versucht er doch jedesmal, mich zu fragen, was dies und was jenes sei. Labert nebenbei irgendwas davon, daß das mit den Analphabeten in Brasilien gar nicht so schlimm sein kann, sei in anderen Ländern sicher auch nicht besser, wenn er mich so ansieht. Hier hätte ich ihm eigentlich erklären können, daß man "Deutschland" auf Portugiesisch (=Alemanha) nicht mit Akzent und schon gar nicht auf dem letzten 'a' schreibt, so, daß dann "Alemanhã" dransteht, das hatte mich nämlich zuvor schon etwas irritiert. Nach einer Ewigkeit ist er endlich fertig und übergibt mir die Papiere mit den Worten: "Wenn Du nicht rechtzeitig wieder ausreist, dann holen sie Dich in Deutschland." Wahnsinn... Seit fast zwei Stunden stehe ich vor diesem Affen und er müßte inzwischen wissen, daß ich nichts verstehe. Normalerweise hilft es im Umgang mit Autoritäten gerade in solchen Ländern, wenn man sich so dumm wie möglich stellt, dann freut sich der Gegenüber, daß er endlich mal jemanden gefunden hat, der noch bescheuerter ist als er selbst und es läuft alles optimal (=so gut, wie möglich). Aber bei diesem Sonderfall hier hätte sich sogar eine Packung Semmelbrösel sehr anstrengen müssen, sich dümmer anzustellen als das da. Was erwartet er? Soll ich ihm jetzt sagen "OK, das stört mich dann, wenn ich wieder in Deutschland bin", oder "Sei froh, wenn hier überhaupt jemand noch Bock hat, einzureisen." Ich tat das beste, was man in so einem Fall machen kann, lächelte recht chinesisch, nahm die Papiere, sagte nur "Kratzias" und ging hinaus.
      Hätte ich nicht einen Termin in São Paulo, wäre ich nach spätestens einer Stunde wieder nach Uruguay zurückgefahren. Zwei Zöllner kamen mir hinterher und durchsuchten das Auto. Allerdings auf eine so bescheuerte Art und Weise, daß jeder deutsche Zöllner blaß vor Neid geworden wäre. Dies angrabschen, jenes umschmeißen, alles durcheinanderbringen und dann auch noch: "Dieses Händy funktioniert hier in Brasilien nicht!" Verdammt, muß man sich hier zusammennehmen... Ach nee!? Das wäre wohl auch das einzige, was in Brasilien funktionieren würde, wenn es nicht auch noch ein GPS wäre...
      Nach über zwei Stunden ließen sie mich endlich fahren. Affenstaat! Toll, jetzt war es inzwischen schon fast Dunkel geworden. In weniger als 36 Stunden mußte ich in São Paulo sein, denn es kommt Besuch und der gute Mann hat keine Adresse und sonst auch nichts. Das wird ein Spaß, so ohne Licht durch die Prärie zu brettern. Jetzt wurde es spannend für mich. Als erstes das Licht so spät wie möglich einschalten. Ich fuhr über den wie erwartet schlechten Asphalt in die Dämm'rung hinein, irgendwann war es dann dunkel, wer hätt's gedacht? Das Licht schaltete ich nur bei Gegenverkehr ein. Ich näherte mich einem LKW, Abstand etwa 200m. Auf der Gegenfahrbahn kam auch ein LKW, dahinter ein kleineres Fahrzeug. Der wird doch nicht... Unmittelbar nachdem der Gegenverkehr an dem LKW, der mir vorausfuhr vorbei war, leitete der Wagen hinter dem LKW auf der Gegenfahrbahn sein überholmanöver ein. Ich blendete kurz auf und er scherte wieder ein und hupte. Mist! Der muß wohl einen Adrenalinschub bekommen haben. Das stell ich mir nicht witzig vor, wenn in dem Moment, in dem ich ausschere, aus der Dunkelheit in ein paar Metern Entfernung ein Auto auf der Gegenfahrbahn auftaucht. Das klappt so nicht, "wir müssen das gescheiter machen, eh uns des Lebens Freude flieht, ich mußte näher ran an den LKW vor mir.

      So nah ran, wie möglich.

      So nah an LKW ranzufahren ist mir nicht ganz neu. Das spart Sprit, und zwar merklich und daher praktiziere ich das immer mal wieder. Neu waren nur die Bedingungen. Es war Nacht, ich hatte kein eigenes Licht und ich kannte die Strecke nicht. Das behagte mir gar nicht. Darüber, daß ich so keine Schilder lesen konnte, brauchte ich mich nicht aufzuregen, weil es bestimmt sowieso keine gibt. Der Belag war nicht besonders und die Schlaglöcher gehören fast überall in Brasilien zu den Straßen mit dazu, die werden wohl gleich miteingebaut, dafür wird der Standstreifen weggelassen. Die Schläge hörte ich bald schon nicht mehr, da ich mich ausschließlich auf den Abstand zum LKW konzentrierte. Der Puls beruhigte sich langsam wieder, kann ja auch nicht ewig in der Abregelfrequenz schlagen, kam aber gar nicht dazu, sich richtig zu beruhigen, denn es fing auch noch an zu regnen. Murpy's Law...
      Beschissene Situation, einfach beschissen. Jetzt konnte man gar nichts mehr machen, außer hinter dem LKW bleiben, wo auch immer er hinfahren mochte. Stehenbleiben war nicht, denn der nächste LKW macht aus dem Daimler Altmetall, man konnte nur hoffen, daß vielleicht bald eine Ortschaft kommt, aber die Hoffnung ging nicht so bald in Erfüllung. Die Schlußlicher des LKW konnte man durch die vom dreckigen Spritzwasser völlig matte Scheibe nur mehr ahnen. Hier bekam ich plötzlich Angst. Richtige Angst. Jetzt durfte man keinen Fehler passieren lassen. Viel zu tun hat man wenigstens nicht. Abstand halten und - wenn man so veranlagt ist - beten, das ist alles. Unter den LKW verkriechen und warten, bis alles vorbei ist... Das wäre was. Geht nur nicht.
      Zigarette! Gar nicht mehr so einfach in dieser Situation, sich eine Kippe anzustecken, aber irgendwann hatte ich es doch geschafft. Nach einer Zeitspanne, die mir endlos vorkam - inzwischen hatte sich eine tiefe Gleichgültigkeit meiner bemächtigt - wurde es draußen hell. Wir waren in einer Ortschaft. Ich kurbelte das Fenster hinunter und hielt nach einer Tankstelle Ausschau, es waren gleich zwei da. Licht an und hinein in die Tankstelle. Erstmal Pause machen. Ich fragte nach, wie es denn nach Pelotas ging. Zufällig mußte ich gleich nach der Tankstelle links ab. Ich machte die Frontscheibe wieder klar und fuhr langsam in Richtung Ortsausgang. Dort wartete ich auf einen LKW an den ich mich hinten dranhängen konnte und es kam auch bald einer. Weiter, also, die letzten paar Kilometer nach Pelotas. Es hatte aufgehört zu regnen, aber die Straße war noch naß, so, daß die Scheibe nach kürzester Zeit wieder zu war. Inzwischen hatte ich aber den Bogen raus und ich fuhr hinter dem Sattelschlepper her, bis ich feststellte, daß die Scheibe zwar immer noch nicht durchsichtig, aber ganz trocken war. An einer Tankstelle hielt ich wieder an, um sie sauberzumachen, dann begann das Spiel wieder von vorn. Auf einen LKW warten und hinten dranhängen. Auch diesmal klappte es wieder und ich sah wieder was. Das macht was aus! Wenn man wieder etwas sieht ist das direkt wie eine Erholung. Und so fuhr ich weiter und immer weiter, bis ich irgendwann in Pelotas angekommen war. 21.30 Uhr war es. Zweieinhalb Stunden, seit Einbruch der Dunkelheit, noch 33,5 Stunden bis der Flug ankommt. Das muß zu schaffen sein. Ich quartierte mich in einem Hotel ein und ging in ein Restaurant zum Pizzaessen. Ich schaffte gerade mal die Hälfte, was mir unerklärlich war. Ich lasse von Pizzas nie etwas übrig und diese war nicht besonders groß und sie schmeckte auch ganz ausgezeichnet. Muß die Aufregung sein, anders kann ich mir das nicht erklären. Ich ging zurück zum Hotel, zahlte die Rechnung, bat darum, mich um 5:30 zu wecken, ging hoch, fiel ins Bett und schlief sofort ein.


      Donnerstag, 22. Februar 2001

      Das Telephon schellt pünktlich um halb Sechs. Duschen, umziehen, Frühstück gibt es erst in einer halben Stunde, daher wurde sofort aufgebrochen, mit dem ersten Tageslicht. Die Hotelpagen schoben an, bekamen dafür ein Trinkgeld und ich nahm wieder Kurs auf die BR-116, die "Estrada da morte" (="Todesstraße"). Die Fahrt verlief ereignislos, der Verkehr hielt sich in Grenzen und es ließ sich fahren. Gestoppt wurde nur zum Tanken.
      Nachmittags begann es zu regnen, die Scheibenwischer gingen nicht mehr, sogar das GPS hatte seine Tätigkeit mangels Stromversorgung eingestellt und sich still verabschiedet. Das Auto begann bei Baergauffahrt merkwürdig zu ruckeln, und damit begann ich mir endgültig, Sorgen zu machen. Spinnt jetzt der Motor auch noch? Als ich an einer Scania-Werkstatt vorbeikam, entschloß ich mich dazu, einmal anzufragen, was die Jungs dazu meinen. Obwohl daneben Mercedes-Benz war, zog ich ausnahmsweise Scania vor, ich brauchte Dieselspezialisten und Diesel-PKW gibt es hier ja immer noch nicht. Als erstes bat ich darum, die Batterie zu laden, dann schilderte ich dem Elekrtiker das Problem, baute die Lichtmaschine aus, nahm die Lichtmaschine aus Ungarn aus dem Kofferraum, hielt ihm beidehin und fragte, ob man aus den beiden defekten eine ganze machen könnte. Er nahm sie beide und meinte, daß die eigentlich noch gut aussähen und daß er mal sehen will, was man machen kann. Dem anderen erzählte ich, daß das Auto so komisch ruckelt beim Bergauffahren. Er meinte, das könnten die Filter sein. Da ich eh nur planlos im Weg stand, wechselte ich Dieselvor- und Hauptfilter, ohne aber wirklich zu glauben, daß es daran liegen könnte. Danach ging ich in die Werkstatt, um dem Elektriker über die Schulter zu sehen. Er, selbst Neger, hatte inzwischen beide Lichtmaschinen zerlegt und gesäubert, hielt mir breit grinsend ein Kupfergeflecht unter die Nase und fragte mich, was das denn für eine "Schwarzen-Arbeit" ("Serviço de preto") sei. "Keine Ahnung, das hat einer in Afrika repariert". Das kann ja so auch gar nicht funktionieren, meinte er. Ich erklärte ihm, daß es aber bis vor ein paar Tagen noch funktionierte. Die Leuchte leutete zwar von Anfang an fortwährend schwach auf, aber es ging. Und beide Regler wären auch hinüber. Er wollte versuchen, ob er neue Kohlen einlöten kann, dann sollte es gehen. Er zerlegte beide Regler, lötete neue Kohlen hin, baute die Lichtmaschinen wieder zusammen machte einen Test und keine von beiden ging. Dreck! Müll! 70 DM kostete der Spaß dennoch. Etwa so viel wie die Reparatur in Mali, dort ging aber die Lichtmaschine halbwegs, wenn auch nicht perfekt.
      Nun gut, wenigstens war die Batterie wieder voll, der Regen hatte aufgehört und - das Ruckeln war weg. Also doch der Filter. Ich sag's ja... German Diesel. Ich fuhr also weiter ohne irgendeinen Verbraucher einzuschalten. So ohne Radio durch die Gegend zu fahren nervt. Ein kurzer Besuch bei Mercedes ergab, daß der Regler für die Lichtmaschine erstens nicht vorrätig und zweitens etwa 200DM kostet. Sind die hier alle am Spinnen?
      Es wurde wieder dunkel und ich suchte mir wieder einen LKW. Diesmal war die Straße etwas breiter, das Wetter und der BElag waren besser. So fuhr ich stundenlang hinter LKW her, hängte mich an einen überholenden Laster, um schneller voranzukommen. Das Lich schaltete ich nur an, wenn von Hinten Verkehr aufschloß, wenn ich LKW wechselte oder wenn der verfolgte LKW abbog. Dennoch hielt die Batterie das nicht lange aus und war schon bald wieder leer. An Tankstellen fragte ich immer nach Ladegeräten, zweimal mußte noch für 5 DM geladen werden. Ohne Regen geht das aber ganz gut.


      Freitag, 23. Februar 2001

      Um 4:20, etwa 113 Kilometer vor São Paulo (Rkm 4866)fuhr ich an eine Tankstelle, stellte den Wecker auf 6:00 Uhr und knallte mich auf die Rückbank.
      Um 6:55 Uhr wurde ich vom Sonnenlicht und vom Lärm eines vorbeifahrenden LKW wach. Kruzefix! Hang runterrollen, die Karre springt sofort an und dann nichts wie mit Vollgas zum Flugplatz. Verdammt nochmal, beinahe hätte ich es rechtzeitig geschafft, hoffentlich hat die Kiste Verspätung! Ich war schon bald in den Vororten von São Paulo. Als ich an einem Hang einen Routineblick auf die Instrumente warf ging mir der Puls wieder hoch. Temperatur kurz vor dem roten Bereich. Motor sofort aus, Karre ausrollen lassen und nachsehen. Keilriemen weg. Prima, und das auch noch ausgerechnet in den Vororten des größten Molochs in ganz Lateinamerika.
      8:15 Uhr, km 666930. Werkzeugkiste und Munitionskiste mit Ersatzteilen raus, Klimakompressor lockern, Riemen abziehen und Kompressor wieder festschrauben, dann das gleiche mit der Lichtmaschine. Einen Riemen sollte man immer vorrätig haben, das zahlt sich in solchen Situationen aus. Nach eineinviertel Stunden hatte ich es geschafft. Bald war ich in São Paulo, kämpfte mich ohne Hupe und Blinker durch bis zum Flughafen. Die Brasilianer fahren zum Glück relativ gesittet. Mit über dreistündiger Verspätung kam ich um 10:15 am Flughafen an. Kein Benno zu sehen, nirgendwo. Dieser Flughafen, der eigentlich mehr einer Frittenbude gleicht, ist völlig bescheuert angelegt, will man zur Information, dann muß man von einem Ende zum anderen latschen. Ich fragte im Swissairbüro nach, ob hier ein Passagier von dem Flug, der um ungefähr Sieben Uhr eintraf, abgegeben wurde und man sagte mir, daß der Flug nach Rio umgeleitet worden sei und jetzt bald hier in Sau Paulo landet. "Was soll das denn nun wieder?" Ich ging wieder zum International Arrival und da kam mir schon der Benno entgegen.

      "Hä? Was machst denn Du hier? Dein Flugzeug ist doch noch gar nicht gelandet!"
      "'türlich..."
      "Nein, ich war gerade bei der Information und die Alte hat gesagt, daß der Flug erst noch kommt."
      "Bei welcher Info warst denn?"
      "Swissair, wo sonst?"
      "Du Aff', ich hab' Dir extra geschrieben, daß ich mit IBERIA komm. Mit genauer Uhrzeit und Flugnummer. Für was schreist denn nach eMails, wenn Du sie nicht liest?
      Also... Lichtmaschine, Diesel-, Luftfilter hab ich, Anlasser bringt der Nicki mit, hab ich ihm per Post geschickt."
      Bestens. Das klappt ja hervorragend. Gute Leute muß man eben haben. Der Flug wurde übrigens deshalb nach Rio umgeleitet, weil in Sau Paulo soviele Wolken waren und der Flughafen nicht über ILS3 verfügt. "Welcome to the desert of the real..."

      Erstmal weg hier nach Campinas ins Haus, abladen, Lichtmaschine einbauen, so kann es schließlich nicht weitergehen. Vom Flughafen kommt man direkt hinein ins richtige Brasilien. Wir fuhren wieder am verfaulten Fluß Tietê entlang. Einer kam gerade vom Baden aus dieser pechschwarzen Drecksbrühe herausgestapft, war patschnaß und aus dem Auto vor uns brüllt einer raus: "Und? Geiles Bad, oder?"
      Um 16:30 Uhr waren wir längst in Campinas, die Reparatur war abgeschlossen und der Urlaub konnte beginnen.

      Kilometerstand bei Ankunft: 667.136 km
      Gesamtstrecke: 5.146 km




      --------------------------------------------------------------------------------

      In den folgenden Wochen bis zum 17. März war Flugtouriurlaub angesagt. Nicki kam am 1. März mit dem Anlasser nach, sein erster Kommentar, bei der Fahrt durch São Paulo: "Was geht denn hier ab. Das Land ist so im Arsch..."

      Wir fuhren ab und zu ein wenig durch die Gegend um Campinas, Diskos und ähnlichen Schrott besuchen, alles nicht mein Fall, aber bei passender Gesellschaft nicht unerträglich. Es wurde auch mal an den Strand nach Santos gefahren. Irgendwann war der Motoranschlag durchgefault, weil über Jahre das Öl aus der Lankung darauf getropft war. Im Leerlauf und in Kurven vibrierte das ganze Auto. Ich konnte sogar einen für Umsonst auftreiben - in Brasilien - ich habe es selbst kaum geglaubt.
      Irgendwo erreichte mich die Nachricht, daß ein Augsburger Motorradfahrer in Campinas sei. Den mußte ich treffen.
      Am Mittwoch, den 14. März saßen wir Augsburger am Motorradfahrertreffpunkt in Campinas beisammen. Das ist schon eigenartig. Augsburg ist ein Nest, jeder kennt jeden. Erwin hatte ich vorher nie gesehen, man trifft sich in der 10.000 km entfernten Zweimillionenstadt zufällig, weil er zufällig die Ingrid anspricht, die ich durch Zufall mal in Augsburg kennengelernt hatte. Er war vor 22 Monaten von Deutschland aus in Richtung Osten losgefahren, durch Rußland, USA, die Panamericana hinunter und nun war er hier, machte in Campinas kurz Station bei seinem Bruder und war eigentlich schon auf dem Heimweg. Ich erzählte ihm vom meinen schlimmen Erlebnissen im Hafen von Santos und er lachte mich aus: "Das weiß jedes Kind, daß man nicht nach Brasilien verschifft." Er fragte mich über meine Strecke in Afrika aus, da er sich erst überlegt hätte, ob er nicht über Westafrika zurückfahren sollte. Diesmal war es an mir, zu lachen: "Du willst Dein Motorrad wohl loswerden?" Der Plan war aber inzwischen schon verworfen, da er schon einen Flug nach Spanien organisiert hatte. Aber auch ihn hatte die brasilianische Bürokratie nicht verschont, obwohl er gar nicht rein, sondern raus wollte. Hier sein Rundmail von ihm an alle nach seiner Ankunft in Deutschland. Er ist 33 und eigentlich Journalist, finanziert sich u.a. von Reiseberichten - irgendwas mach ich doch falsch... Zum Arbeiten hatte er genausoviel Lust wie ich, nämlich gar keine, was ich voll und ganz verstehe.
      Man merkte schon sehr bald, daß bei uns vieren Welten aufeinanderprallen. Auf der einen Seite die Flugtouristen. Leistungsträger, die den kurzen Urlaub benötigen, um anderweitig etwas auf die Beine zu stellen. Auf der anderen Seite die Fahrtouristen, die Leistungsverweigerer, die kurz mal Arbeiten gehen, um Reisen zu können. Völlig unterschiedliche Wellenlänge, aber was soll's...
      "Prost, Jungs! Auf die Heimat!"



      Quelle + Fotos: http://www.mercedes124.de/besold/html/oldindex.html

      Angehängte Dateien
    • #2

      Re: VisaVerlängerung der besonderen Art... Reisebericht

      Netter, amuesanter Bericht, auch wenn ich die Welt anders sehe, wenn ich reise. Mich interessiert weniger die Strassenqualitaet, sondern mehr die Menschen vor Ort.

      Zitat von Mein Benz und Ich
      Bin fast versucht, das Geschimpfe, das in Brasilien einzusetzen pflegt, wenn man das Wort "Argentinien" ausspricht als "Neid der Besitzlosen" abzutun. Es ist die alte Leier: "Was stört's eine Argentinische Eiche..?"
      Das Neid der Besitzlosen mag der Fall sein, oder auch nicht ( purchasing power parity Brasilien 7600 US$, Argentinien 11200 US$). Wenn man die Bevoelkerungsgroesse verleicht: 40 Millionen mit 185 Millionen, scheint mir da Brasilien doch da eher der Platzhirsch zu sein.

      Ich selbst war nie in Argentinien und verspuere auch wenig Lust dieses Land zu besuchen. Die wenigen Male die ich Probleme in BRasilien hatte und kurz vor einer Hauerei war, hatten immer mit Argentiniern zu tun. Ein Benehmen wie Sau, Aggresiv ohne Ende und Arrogant bis zum geht nicht mehr. Das gleiche hier in New York: Die einzige Fast Hauerei in einer Disko war mit einem Argentinier.

      Daher der Brasiliansiche Spruch: Wie macht ein Argentinier Selbstmord? Er klettert auf sein Ego und springt! Wie wahr wie wahr.

      DIese ARschloecher koennen mir gestohlen bleiben, ob sie bessere Strassen haben oder nicht ist mir da eigentlich relativ egal.

      Gruss Yens

      Kommentar

      • #3

        Dieser neue Einreisestempel wird Dir bei genauerer Betrachtung nicht viel
        bringen. Nur falls man übersieht, dass Du schon 90 Tage(bzw.180) im
        Land warst, innerhalb eines Kalenderjahres.
        Würde es reichen das Land nur kurz zu verlassen, dann wäre die Regelung
        mit den 90 Tagen ja nonsens.

        Kommentar

        • #4

          @Yens

          Die Vorliebe fuer Argentinien enstammt wohl eher eines kranken Egos des Autors Besold. Wenn man seinen anderen geistigen Duennschiss so liest, erklaert sich das einem schnell. Er braucht augenscheinlich das Gefuehl anderen ueberlegen zu sein. Sucht des Underdog ?

          Hab mal mit Argentiniern zusammen gearbeitet, war eine ganz angenehme Gesellschaft. Was ist jetzt die Ausnahme, was die Regel, deine oder meine Erfahrungen ?
          Ueberleg mal was einer von den Deutschen halten muss, wenn er nur den Ballermann kennt.

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          • #5

            Super Reisebericht

            :!: :!: :!:



            Super Reisebericht !

            Gibt es noch Fortsetzungen ?

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            • #6

              Also ich fand Argentinien prima, wenn ich da auch nicht solange war und auch über Buenos Aires nicht weit rausgekommen bin.

              Hatte schon lange vor dort irgendwann mal wieder aufzukreuzen, aber hat irgendwie nie geklappt.

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              • #7

                suuuuper Bericht !!

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                • #8

                  Spitze! Wo kann man das Buch kaufen...???

                  Übrigens, Buenos Aires, die Fahrt über den Rio de la Plata mit der Fähre,
                  Montevideo und Punta del Este - muss man einfach erlebt haben..

                  Viel mehr Flair und Atmosphäre als irgendwo in Brasilien...

                  Bitte weitermachen.....!!!!!

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                  • #9

                    Hähähä

                    Großkotziger Germane mit schrottreifem türkischem 123er Taxi in Südamerika unterwegs...wuahahahaha
                    Und nix als meckern die ganze Zeit...wuahahahhahaaaa

                    aber trotzdem amüsant zu lesen....

                    Tip meinerseits: näxtes Mal mit Geländewagen, dann klappts auch mit den Schlaglöchern... :lol:

                    LG Honzo

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                    • #10

                      Re: Hähähä

                      Zitat von Honzo
                      Und nix als meckern die ganze Zeit...wuahahahhahaaaa
                      Das hat mich am meissten gestoert an dem "Reisebericht". Alles ist a priori Scheisse. Wenn man sich seinen "Lebenslauf" anschaut, wird schnell klar, warum er an Brasilien einen gefressen hat. Der Umzug im jugendlichen Alter war wohl etwas zu viel fuer ihn. Was dann dort letztendlich vorgefallen ist muss Spekulation bleiben:



                      1974 Geboren in Landshut.
                      Oktober 1978 Umzug nach Campinas / Brasilien.
                      1979 - 1983 Colégio "Rio Branco", ehem. deutsche Schule in Campinas.
                      1983 - 1986 Colégio "Visconde de Porto Seguro", deutsche Schule in Valinhos. Rausgeflogen.
                      Juni 1987 Rückkehr nach Deutschland
                      1987 - 1989 Klostergymnasium Ettal, 2x 6. Klasse. Rausgeflogen.
                      1989 - 1992 Gymnasium bei St.Stephan in Augsburg, 7. bis 9. Klasse, 9. Klasse nicht bestanden. Rausgeflogen.
                      1992 - 1995 Berufsschule VI für Holz, Bau und Farbe (oder so ähnlich) in Ausburg, Ausbildung zum Schreiner. Gesellenbrief war schneller da als das Ausschlußverfahren
                      1996 Berufsaufbauschule, Erlangung der Fachschulreife (= mittlere Reife?), Disziplinarverfahren, aber nicht rausgeflogen (!).
                      1996 - 1997 12. Klasse Berufsoberschule. Klassenziel nicht erreicht.
                      1998 Neuer Anlauf, nach 2 Schultagen abgebrochen - keine Zeit.
                      1998 - 1999 Los gekauft - Niete. War ein Arbeits-Los - gemütliche "Arbeit"; paßt. Im Juni den Führerschein verloren und damit den letzten Grund, noch länger im Land zu bleiben.
                      Okt. 99 - Mai 00 Als Hilfsarbeiter in einem katholischen Verlag tätig - auch nicht schlecht, weil nicht anstrengend, nur schlecht bezahlt, Fahrer hauptsächlich mit Reiseplanung beschäftigt.
                      Mai - Juni 2000 Hilfsarbeiter bei Karstadt. Bezahlung besser ab Juni wieder arbeitslos - keine Zeit mehr.
                      Seit August 2000 mit dem Daimler erst in Afrika, dann in Südamerika unterwegs.





                      Die anderen Berichte sind aehnlich Langweilig, auch wenn die Laender nicht von vorneherein Scheisse sind. Ich habe mir den Bericht von Portugal und Lybien angetan. Eigentlich wollte ich auch mal eine "Autoreise" machen, aber diese Art und Weise hat mich dann doch etwas verschreckt.


                      Gruss Yens

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