Weil besonders in Rio de Janeiro die Lage öfter ausser Kontrolle ist, könnte die Gouverneurin Rosinha erheblich mehr durchgreifen. Doch die Dame findet nichts dabei, daß die rund 800 Rio- Slums von politisch einflußreichen Banditenmilizen der global vernetzten Verbrechersyndikate neofeudal beherrscht werden , täglich Menschen geköpft, in Stücke gehackt, lebendig verbrannt werden, die rund zwei Millionen Bewohner jeglicher Basis-Menschenrechte beraubt sind.

Rosinha stört nicht, daß die Banditenkommandos über ganze Stadtgebiete immer wieder nächtliche Ausgangssperren verhängen - wer sich nicht daran hält, wird zur Abschreckung erschossen. Sogar auf der berühmten Avenida Atlantica von Copacabana, einst wichtigste Touristenmeile, verstreuten Gangster unlängst Leichenteile. Jetzt bestätigte es auch die Unesco - in Rio ist das Leben weit gefährlicher als etwa in Palästina, Israel - kommen dort monatlich nur ein Sechstel so viele durch Gewalt um wie am Zuckerhut